Gewalt in Medizin und Pflege - Gute Pflege - Handlungsbedarf

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

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Gewalt in Medizin und Pflege - Gute Pflege - Handlungsbedarf

Beitrag von WernerSchell » 09.11.2012, 07:36

JuraHealth Congress am 24.05.2012 in Köln - Interview: Werner Schell, Pflege-Experte

Der Pflege-Experte Werner Schell beantwortet heikle Fragen zum Thema Gewalt in der Pflege und kommt zu dem Schluss,
dass vom Staat nichts zu erwarten ist und die Bürger sich nun selbst an die Hand nehmen müssen.
Sein Brief an die Bundeskanzlerin Merkel mit der Aufforderung die Pflege zur "Chefsache" zu machen ist auf taube Ohren gestoßen.

>>> Der Filmbeitrag, 4,18 Minuten, ist anschaubar bei Youtube unter folgender Adresse:
http://www.youtube.com/watch?v=XYqs_-kZ ... ure=relmfu

Gute Pflege - BürgerInnen werden im Stich gelassen **)
Siehe dazu unter
viewtopic.php?t=17411
http://www.ak-gewerkschafter.de/2012/05 ... er-pflege/
Neuausrichtung der Pflegeversicherung ... ein Flop?
viewtopic.php?t=17124

**) Textübernahme:

Gute Pflege - BürgerInnen werden im Stich gelassen
Werner Schell und das Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat sich am 1.6.2012 mit einem offenen Brief empört an alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages gewendet. Der Brief und eine umfangreiche Linksammlung ist hier zu lesen: viewtopic.php?t=17411
Auch das Statement von Werner Schell vom 24.5.2012 beim Kongress Gewalt und Pflege in der Medizin nebst Presseschau und Youtube Link ist im Brief verfügbar.
Quelle: Mitteilung vom 06.06.2012
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 |
+++
Es gibt ungewöhnlich viele Mitteilungen - telefonisch und per E-Mail - , mit denen uneingeschränkte Zustimmung zu den Statements erklärt wird! Der o.a. Filmbeitrag wurde bis zum 15.02.2013 über 1.180x aufgerufen.

Siehe auch den Beitrag "Gewalt gegen ältere pflegebedürftige Menschen" unter
viewtopic.php?t=17467
+++
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist im Zusammenhang mit den im Saarland aufgetretenen Pflegemängeln vom Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarländischen Landtages um Stellungnahme gebeten worden. Da eine Anreise zur Anhörung am 05.09.2012 ins Saarland aus terminlichen Gründen nicht möglich ist, wurde das nachfolgende Statement per E-Mail oder per Postsendung (mit einem Printexemplar der angesprochenen Stellungnahme vom 21.08.2011) übersandt.
Der Brieftext wird, weil er nochmals in aller Deutlichkeit auf die unzureichenden Pflege-Rahmenbedingungen aufmerksam macht, hier vorgestellt: viewtopic.php?p=68385#68385

+++
Zum Pflegetreff am 14.11.2012 - siehe dazu unter viewtopic.php?t=17341 -
hat Frau Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW,
am 05.11.2012 folgenden Text übermitteln lassen:

Herausforderung Kulturwechsel.
Über die Eindämmung von Gewalt
in Medizin und Pflege

Von Gesundheits- und Pflegeministerin Barbara Steffens

Öffentlich wird nur selten darüber gesprochen, dabei handelt es sich beim
Thema Gewalt in Medizin und Pflege nicht um Einzelfälle. So berichten rund zehn
Prozent der Pflegebedürftigen über körperliche Gewalt und etwa 40 Prozent über
seelische Misshandlungen. Zwar können die Formen der Gewalt verschieden sein,
fast immer steht jedoch eine Kultur der Entmündigung dahinter. Eine Kultur, die das
Recht des kranken oder pflegebedürftigen Menschen auf Selbstbestimmung
missachtet, oft unter dem Vorwand des „Schützens“.
Einseitige Vorwürfe greifen jedoch zu kurz. Nicht selten sind die Täterinnen
und Täter zugleich auch Opfer einer Situation, in der schlechte Arbeitsbedingungen
und Überforderung zum Alltag gehören. Darum müssen wir nach Lösungen suchen,
die diese Rahmenbedingungen verbessern und im Umgang mit den mitunter
ebenfalls Gewalt ausübenden Kranken und Pflegebedürftigen die schwierige Balance
zwischen Selbstbestimmung und Schutz herstellen.
Anfang 2012 hat die Landesregierung NRW einen offenen Dialog begonnen,
in dem wir gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren der Gesundheitsversorgung
nach Ansätzen zur Überwindung und Eindämmung von Gewalt in Medizin und Pflege
suchen. Dabei lassen wir uns vor allem von einer Erkenntnis leiten: Um die Spirale
aus Überforderung und Gewaltanwendung zu unterbrechen, ist ein neues
Zusammenwirken von Medizin, Pflege und Pharmazie im Umgang mit Patientinnen
und Patienten auf Augenhöhe von zentraler Bedeutung. Notwendig sind die Fähigkeit
der Selbstreflexion sowie eine größere Sensibilität und Achtsamkeit gegenüber der
Gewaltanwendung Dritter. Außerdem müssen den Zeuginnen und Zeugen von
Gewalt stärkere Handlungsunterstützung gegeben und den Opfern kompetente
Ansprechpersonen an die Seite gestellt werden.
Ich bin überzeugt, dass ein geändertes Verhalten der professionellen
Akteurinnen und Akteure auch Vorbild für pflegende Angehörige und ehrenamtlich
Helfende sein kann. Das ist sicher nicht von heute auf morgen und allein zu schaffen.
Darum möchte ich Sie bitten, den eingeschlagenen Weg des Kulturwechsels aktiv
mitzugestalten.
gez. Barbara Steffens
Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW

+++ Stand: 15.02.2013 +++
Zuletzt geändert von WernerSchell am 01.04.2013, 07:00, insgesamt 5-mal geändert.
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Pflegetreff wurde auf Erfolgkurs

Beitrag von WernerSchell » 16.11.2012, 15:47

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Initiator bzw. Mitbegründer des Quartierkonzeptes Neuss-Erfttal.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist Unterstützer von "Bündnis für GUTE PFLEGE".
Pro Pflege - Selbsthilfetzwerk ist Unterstützer der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen".
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk tritt für wirksame Patientenrechte und deren Durchsetzung ein.


Der Neusser Pflegetreff warb am 14.11.2012 für die Mitwirkung bei der Gestaltung einer neuen Pflegekultur

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hatte zum 17. Pflegetreff am 14.11.2012 nach Neuss-Erfttal eingeladen. Als Gäste konnten über 130 Pflegefachkräfte und interessierte Bürger-Innen begrüßt werden. Es ging diesmal im Wesentlichen um die Versorgungsdefizite in Pflegeeinrichtungen durch fehlende fachärztliche Versorgung, zuviele oder falsche Medikamente und entbehrliche freiheitsentziehende Maßnahmen.

Werner Schell, Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk, hatte für dieses Thema hochkarätige Referenten für die Veranstaltung gewinnen können:

Prof. Dr. Dr. Ursula Lehr, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und Ex-Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit,
Prof. Dr. Petra Thürmann, Direktorin des Philipp-Klee-Instituts für klinische Pharmakologie am HELIOS Klinikum Wuppertal, Lehrstuhlinhaberin für Klinische Pharmakologie der Universität Witten/Herdecke und Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen,
Uwe Brucker, Fachgebietsleiter „Pflegerische Versorgung“, Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e. V. (MDS),
Dr med. Hermann-Josef Verfürth, Facharzt für Allgemeinmedizin und stellver-tretender Vorsitzender der Ärztekammer Nordrhein, Kreisstelle Neuss.

Stefan Hahn, Beigeordneter und Dezernent für Jugend und Soziales der Stadt Neuss, stand beim Treff für ein Grußwort zur Verfügung. Regina Schmidt-Zadel, Mitglied des Bundestages (SPD) a.D., stellvertretende Vorsitzende der Alzheimer-Gesellschaft NRW, moderierte den Diskussionsteil des Treffs.

Die Statements der Referenten und die sich daran anschließend ergebenden Diskussionen griffen die Pflegetreffthemen in unterschiedlicher Weise auf, sparten dabei auch nicht mit Lob und Anerkennung für die Arbeit von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk. Zusammengefasst und ohne Anspruch auf Vollständigkeit kann insoweit folgender Überblick gegeben werden:

Frau Prof. Dr. Dr. Ursula Lehr befasste sich mit der demografischen Entwicklung und den Notwendigkeiten, auf die neuen Gesellschaftsstrukturen zu reagieren. Es wurde dabei u.a. auf die bereits 2005 vorgelegte „SÄVIP - Studie zur ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen“ verwiesen und eine Optimierung der (fach)ärztlichen Versorgung der pflegebedürftigen Menschen im Heim, aber auch zu Hause, eingefordert. Die Besuchstätigkeit, vor allem der Fachärzte, wurde als nicht ausreichend erachtet. Es gebe erheblichen Verbesserungsbedarf.

Frau Prof. Dr. Petra Thürmann erläuterte in ihrem Statement die pharmakologische Sichtweise hinsichtlich der Medikation bei älteren bzw. pflegebedürftigen Menschen. Nach den Ausführungen verdeutlichen die 2010 von ihr mit verfasste Priscus-Liste und andere Erwägungen, dass es bei der Arzneimitteltherapie, vor allem bei älteren und pflegebedürftigen Menschen, erhebliches Gefährdungspotential und damit vielfältige Verbesserungsnotwendigkeiten gibt. Dabei wurde auch – unabhängig von der Priscus-Liste - auf die vielfach problematische Verabreichung von Psychopharmaka verwiesen. Ein Umdenken in der Verordnungspraxis wurde als notwendig herausgestellt.

Uwe Brucker wandte sich anhand der praktischen Erfahrungen des Medizinischen Dienstes vornehmlich den freiheitsentziehenden Maßnahmen in den Pflegeeinrichtungen bzw. Krankenhäusern zu. Es ging dabei vornehmlich um die Bettgitter und sonstigen Fixierungen (z.B. mittels Gurt). Dabei wurde auch wieder auf die Verordnung von Psychopharmaka verwiesen, weil diese Mittel nicht selten als sog. pflegeerleichternde Maßnahmen in Betracht gezogen werden. Es wurde deutlich, dass die bekannten Möglichkeiten zur Reduzierung solcher freiheitsentziehender Maßnahmen bekannt gemacht und umgesetzt werden müssen.

Dr. Hermann-Josef Verfürth beleuchtete aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen als Hausarzt und auch als engagierter Arzt bei der Versorgung von HeimbewohnerInnen die medizinische Versorgung und ging auf die Mängel im System bzw. die Korrekturnotwendigkeiten ein. Das Miteinander aller beteiligten Akteure vor Ort, Leitungs- und Pflegekräfte, rechtliche Vertreter und Ärzte, müsse zielgerichtet optimiert werden. Dabei wurde verdeutlicht, dass in den Pflegeeinrichtungen mehr Zuwendung durch das (Fach)personal geboten ist. Die immer wieder diskutierten Pflegemängel seien ohne Behebung des Pflegenotstandes nicht zu minimieren.

Den verschiedenen Statements folgte eine rege Diskussion. Die von den Referenten angesprochenen Themen wurden hinterfragt und mit allseitiger großer Kompetenz vertiefend diskutiert. Regina Schmidt-Zadel und Werner Schell gingen dabei mit einigen ergänzenden Kurzstatement auf die unzureichenden Pflege-Rahmenbedingungen ein und verwiesen auf den fortbestehenden Pflege-Reformbedarf.

Heinz Sahnen, Stadtverordneter im Rat der Stadt Neuss, Mitglied des Landtages (MdL) von NRW (von 2000 – 2010) und Schirmherr des Treffs, bedankte sich am Ende der Veranstaltung bei allen Beteiligten und brachte die uneingeschränkte Auffassung aller zum Ausdruck, dass der Pflegetreff wieder einmal wichtige Themen in das öffentliche Bewusstsein gerückt und damit Voraussetzungen für die vielfach angesprochenen Verbesserungsnotwendigkeiten geschaffen habe.

Fazit von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk: Im Rhein-Kreis Neuss sind einige Initiativen in Gang gekommen, die geeignet erscheinen, die beim Pflegetreff angesprochenen Mängel zu beheben oder zumindest zurückzuführen. Über die Ergebnisse diesbezüglicher Bemühungen wird beim nächsten (18.) Pflegetreff in der ersten Jahreshälfte 2013 weiter informiert. Dieser weitere Pflegetreff wird (im Wahljahr) u.a. den überfälligen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff zum Hauptthema zu machen.

Werner Schell
Dozent für Pflegerecht, Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk

Die vorstehende Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung frei
+++
Zuletzt geändert von WernerSchell am 13.01.2013, 08:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Pflegenotstand ist der Knackpunkt

Beitrag von WernerSchell » 19.11.2012, 07:40

Aus Forum:
viewtopic.php?p=69838#69838
"CAREkonkret", Zeitschrift für Entscheidder in der Pflege (16.11.2012):
…. "Bremer Fall löst Debatte um Gewalt in der Pflege aus - Sohn filmte Misshandlung der Mutter" (siehe auch Forum unter viewtopic.php?t=18106 ); "Interview mit Prof. Dr. Thomas Görgen - Stress ist keine Entschuldigung" (siehe auch Forum viewtopic.php?t=17416 / viewtopic.php?t=18062 ).

Der Film "Sozialdeputation diskutiert Vorfall in Altenheim" Länge 6,32 Minzuten, ist anschaubar unter
http://www.youtube.com/watch?v=wqM5uHdJAWQ
Bedeutsam erscheint, dass einige im Film eingefügte Statements eindrucksvoll bestätigen, dass die Pflege-Rahmenbedingungen unzureichend sind und verbessert werden müssen. Vor allem müssen die Stellenschlüssel angehoben werden. Mehr Kontrollen werden als entbehrlich erachtet. Allein hilfreich wurde für mehr Personal plädiert! Das sieht Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk genau so und tritt daher seit Jahren für die Behebung des Pflegenotstandes ein. Auch beim Pflegetreff am 14.11.2012 monierte u.a. der Vertreter der Ärzteschaft das nicht ausreichend vorhandene Pflegepersonal >>> viewtopic.php?t=17341 . Siehe dazu auch unter viewtopic.php?t=17486&highlight=saarland

Werner Schell
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Pflegenotstand und der Handlungsbedarf

Beitrag von WernerSchell » 19.11.2012, 14:56

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Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Initiator bzw. Mitbegründer des Quartierkonzeptes Neuss-Erfttal.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist Unterstützer von "Bündnis für GUTE PFLEGE".
Pro Pflege - Selbsthilfetzwerk ist Unterstützer der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen".


19.11.2012

Zum Thema
"Pflegenotstand darf Ausbildungsqualität nicht schwächen"
viewtopic.php?t=18141
nehme ich kurz wie folgt Stellung:

Es ist richtig einzufordern, die Ausbildungsqualität nicht zu schwächen. Eine Verkürzung der geltenden Ausbildungszeiten ist abzulehnen. Es ist vielmehr darüber nachzudenken, ob und ggf. inwieweit mit Rücksicht auf die Zahl der dementiell erkrankten Menschen eine Ausweitung der Lerninhalte geboten ist. Es gibt insoweit Studien, die belegen, dass diesbezüglich ergänzender Ausbildungs-, Fort- und Weiterbildungsbedarf besteht.
Einen Pflegenotstand haben wir seit vielen Jahren in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen (Heimen), weil die Pflege stellenmäßig völlig unzureichend dotiert ist. Die Stellenschlüssel für die Pflegeheime sind regional unterschiedlich und reichen hinten und vorne nicht. Diese Situation ist m.E. vorwiegend verantwortlich dafür, dass immer wieder über Pflegemängel geklagt werden muss. Skandalisierende Bericht (Mönchengladbach, Saarland, Bremen… ) und darauf basierende Forderungen nach mehr Heimprüfungen, Pflegeheim-Inspektoren (siehe dazu aktuell Beiträge unter viewtopic.php?t=18111 ) usw. sind wenig hilfreich, verängstigen nur.
Um den Bedarf an Pflegekräften exakt zu belegen, wird von hier seit Jahren ein bundesweit geltendes Pflegepersonalbemessungssystem in Form einer Rechtsverordnung gefordert. Damit könnte belegt werden, dass z.B. etwa 25 - 20% der Verrichtungen in unseren Pflegeheimen nicht personell abgedeckt sind.
Eine völlig andere Frage ist im Übrigen, wie wir mit dem zukünftigen Bedarf an Pflegekräften, diskutiert wird dieses Thema unter dem Begriff des Fachkräftemangels, umzugehen haben (siehe aktuell die Hinweise der Bertelsmann-Stiftung viewtopic.php?t=18136 ). Insoweit sehe ich keine Lösung darin, Arbeitskräfte aus dem europäischen oder gar außereuropäischen Ausland anzuwerben. Wir müssen unsere eigenen Pflegekräfte, die statistisch gesehen, nach 5 - 7 Jahren aus dem Beruf ausscheiden, pfleglicher behandeln. Die bekannten Sprechblasen "Wertschätzung und Anerkennung" müssen in aktives Handel pro Pflege einmünden: Mehr Pflegekräfte (Ausweitung der Ausbildung und Rekrutierung der "geflüchteten" Pflegekräfte), Bessere Arbeitsbedingungen und angemessene Vergütungen. Der Trend zur Billigpflege muss unterbunden werden.
Übrigens: Eine Pflegevollversicherung ist zwar legitim zu fordern, aber doch mehr als realitätsfern bezüglich der Umsetzung - siehe dazu aktuell unter viewtopic.php?t=18113 Wir müssen unser bestehendes Pflegeversicherungssystem endlich grundlegend reformieren, einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff schaffen und die Entgeltbeträge, seit 1995 unzureichend angepasst, deutlich erhöhen. Allein solche Folgerungen werden den Beitragssatz langfristig in die Höhe treiben. Eine Vollversicherung ist nicht finanzierbar. Sie hätte auch bestimmte andere nachteilige Wirkungen, so dass dieses Thema nicht weiter verfolgt werden sollte.
Es ist für das I. Halbjahr 2013 ein bundesweit ausgerichteter Pflegetreff in Neuss geplant, der sich etwa folgenden Themen zuwenden soll:
"Demenz - Pflegesystem und wir alle sind gefordert - Reformen müssen einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff bringen und den Pflegenostand auflösen - Wie sind die politischen Parteien im Wahljahr 2013 aufgestellt, um das Pflegesystem demografiefest zu machen und dauerhaft solidarisch zu finanzieren?" (Arbeitstitel).
Das Bündnis für "GUTE PFLEGE" kann dabei gerne mitwirken!

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell - Dozent für Pflegerecht
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Pflegenotstand und der Handlungsbedarf

Beitrag von WernerSchell » 17.02.2013, 08:12

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Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
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Harffer Straße 59 - 41469 Neuss

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Initiator bzw. Mitbegründer des Quartierkonzeptes Neuss-Erfttal.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist Unterstützer von "Bündnis für GUTE PFLEGE".
Pro Pflege - Selbsthilfetzwerk ist Unterstützer der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen".
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk tritt für wirksame Patientenrechte und deren Durchsetzung ein.



Wer alte und kranke Menschen mit so wenig Personal (Geld) allein lässt, der verachtet sie!
Der wichtigste Faktor in der Pflege sind die Pflegenden, denn Menschen können nur von Menschen gepflegt werden.
Wir brauchen daher eine bedarfsdeckende Personaloffensive in allen Bereichen der Pflege!


Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk macht seit Jahren immer wieder mit deutlichen Worten auf die unzureichenden Stellenausstattungen für Pflegekräfte in den Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen aufmerksam und fordert zur exakten Ermittlung des Pflegebedarfs ein bundeseinheitlich geltendes Personalbemessungssystem.
Ohne eine Behebung des Pflegenotstandes durch mehr professionell pflegendes Personal werden sich die Pflegemängel in den Pflegesystemen nicht minimieren lassen.
Es versteht sich, dass dies - und weitere Verbesserungen (z.B. Reform des Pflegebedürftigkeitsbegriffes und verstärkte Förderung der häuslichen Pflege bzw. der Quartiere) - deutlich mehr Finanzmittel erfordern wird.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk macht seit Jahren auf die Reformnotwendigkeiten, v.a. auf den Pflegenotstand, aufmerksam und hat sich dazu u.a. wie folgt zu Wort gemeldet:


Demenzkrankenbetreuung: Die Aus-, Fort- und Weiterbildung des Fachpersonals muss verbessert werden
Pressemitteilung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk vom 13.02.2013
viewtopic.php?t=18537

Pflegenotstand – Bessere Pflege nur mit mehr Personal
Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages vom 05.02.2013
Pflegenotstand – Bessere Pflege nur mit mehr Personal - Unzureichende Pflegebedingungen rufen bereits die Antifolterstelle und die Gewerkschaft der Polizei auf den Plan
Pressemitteilung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk vom 05.02.2013
Beiträge im Forum Werner Schell: viewtopic.php?t=18285

Pflegenotstand – Bundeseinheitlich geltendes Personalbemessungssystem erforderlich
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 27.12.2012 hier (PDF)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 122012.pdf

Serviceroboter zur Unterstützung in der Pflege – Chancen und Risiken
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 17.09.2012 hier (PDF)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 092012.pdf

Neuausrichtung der Pflegeversicherung – grundlegende Korrekturen sind geboten. Ohne eine ausreichende Stärkung der Rechte der pflegenden Angehörigen und Behebung des Pflegenotstandes durch mehr professionell pflegendes Personal werden sich die Pflegemängel nicht minimieren lassen!
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 21.05.2012 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... herung.php

Pflegemängel in den Pflegeeinrichtungen zeigen dringenden Handlungsbedarf auf – Stellungnahme zum 3. MDS-Qualitätsbericht 2012
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 26.04.2012 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... rf_auf.php

Pflegenotstand – Zuwanderung von Pflegekräften aus dem (außereuropäischen) Ausland nicht zielführend
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 25.04.2012 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... aeften.php

Pflegenotstand wird durch Mängel in der Pflegeausbildung verschärft - Probleme werden beim Pflegetreff am 15.05.2012 in Neuss-Erfttal thematisiert!
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 10.04.2012 hier (PDF)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 042012.pdf

Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) ein grandioser Flop! - Die mängelbehafteten Pflege-Rahmenbedingungen und der Pflegenotstand bleiben uns so erhalten
Pressemitteilung / Statement von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 02.04.2012 hier (PDF)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 042012.pdf

Pflegenotstand auflösen und Pflegebedürftigkeitsbegriff neu ausrichten - Ohne mehr Pflege- und sonstiges Betreuungspersonal wird es keine wirklich gute Pflege geben können!
Statement von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 13.03.2012 hier (PDF)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 032012.pdf

Arbeitsbedingungen im Altenheim: Der Pflegenotstand ist das zentrale Problem
Statements von Werner Schell, Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk, bei der Tagung des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V. am 19.11.2011 hier (PDF)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 11Netz.pdf

Pflegeversicherung: Die Koalitionspläne für eine Pflegereform verdienen die Note „ungenügend“
Pressemitteilung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk vom 08.11.2011 hier (PDF)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 112011.pdf

Pflegemängel können nur durch deutlich mehr Pflegepersonal behoben werden - Die gebetsmühlenartigen Forderungen verschiedener Verbandsvertreter nach Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften für den Bereich Pflege sind irreführend und daher nicht hilfreich
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 28.10.2011 hier (PDF)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 112011.pdf
Weitere Beiträge im Forum Werner Schell >>> Pflegebedürftige bei Misshandlung schützen
viewtopic.php?t=16531

Pflegereform - Vorrang muss die Diskussion über den Inhalt der anstehenden Reform haben
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 23.09.2011 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... reform.php

Pflegebedürftige Menschen erwarten eine gute Pflege - Um gute Pflege zu gewährleisten, müssen die Pflege-Rahmbedingungen deutlich verbessert werden
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 22.08.2011 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... pflege.php

Pflegereform 2011/2012 - Die Novellierung des SGB XI muss vor allem den Pflegenotstand auflösen und die Interessen der pflegebedürftigen Menschen und ihrer Angehörigen konsequent in den Mittelpunkt der Versorgungsstrukturen stellen!
Die Anforderungen an eine Pflegereform, die den Bedürfnissen der demografischen Entwicklung gerecht wird, hat Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk in einer umfänglichen Stellungnahme (PDF) vom 05.07.2011 ausgeführt und dem Deutschen Bundestag übermittelt:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 072011.pdf

Pflegenotstand - Pflegekräfte müssen pfleglich behandelt werden
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 09.06.2011 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... werden.php

Pflegemängel – Mehr Pflegekräfte an die Pflegebetten – Strafanzeigen und Imagekampagnen helfen nicht weiter
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 03.06.2011 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... betten.php
Weitere Beiträge im Forum Werner Schell viewtopic.php?t=15896

Pflegereform muss menschenwürdige Pflege gewährleisten, und zwar ohne Finanzierungsvorbehalt
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 01.04.2011 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... eisten.php

Pflegenotstand wurde beim Pflege-Dialog nicht angemessen diskutiert - Pflege-Dialog - Auftaktrunde am 07.12.2010 beim Bundesgesundheitsministerium eher ein Flop
Lesen Sie die Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 10.12.2010 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... dialog.php

Demenz ist die zentrale pflegepolitische Herausforderung – Pflegenotstand muss das Top-Thema werden
Lesen Sie die Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 30.11.2010 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... derung.php

Pflegenotstand - Menschenwürdige Pflege mehr als gefährdet
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 03.11.2010 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... ehrdet.php

Zu wenig Pflegekräfte müssen sich um immer mehr pflegebedürftige Menschen kümmern - vorrangig Pflegenotstand abbauen
Lesen Sie Pressemitteilung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk vom 05.09.2010 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... bbauen.php

Pflegeheime – Wir brauchen nicht mehr Prüfungen, sondern mehr Pflegepersonal!
Lesen Sie Pressemitteilung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk vom 03.08.20110 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... heimen.php

Pflegenotstand - Die politisch Verantwortlichen müssen schnellstmöglich die Folgerungen ziehen - Pflege nach Kassenlage muss beendet werden!
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 22.05.2010 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... werden.php

Pflegetreff diskutierte am 27.04.2010 über die erforderlichen Pflegereformmaßnahmen - Der Pflegenotstand stand im Zentrum der Erörterungen
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 01.05.2010 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... eisten.php

Pflegekräfte braucht das Land
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk fordert >> Ausbildungs- und Einstellungsoffensive
Pressemitteilung 21.04.2010 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... tstand.php

Reform der Pflegesysteme - Wir alle sind gefordert
Stellungnahme von Pro-Pflege Selbsthilfenetzwerk vom 10.11.2009 zum Koalitionsvertrag (Abschnitt 9.2.: Pflege- Weiterentwicklung der Pflegeversicherung) hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... ysteme.php

Pflegeversicherung reformieren und Personalnotstände überwinden!
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 21.10.2009 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... eilung.php

Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff mit leistungsrechtlichen Folgerungen, deutliche Personalausweitungen und eine angemessene Stärkung der Angehörigenrechte sind überfällig!
Pressemitteilung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 12.07.2009 (anlässlich der Hamburger Studie zur Versorgung älterer Menschen) hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... erftig.php

Ausbildungsoffensive für die Pflegeberufe und Einrichtung von Pflege-Personalstellen überfällig - „Konjunkturpakete zur Bekämpfung der Finanzkrise“ zur Verbesserung der Pflegesysteme nutzen
Pressemitteilung vom 24.01.2009
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... eilung.php

Bei der stationären Versorgung der Patienten können wegen fehlender Pflegekräfte gefährliche Pflegesituationen kaum noch vermieden werden.
Die Personalbesetzung im Krankenhaus-Pflegedienst muss daher deutlich verbessert werden – im Interesse der Pflegenden und der Patienten!

Pressemitteilung vom 24.09.2008
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... eilung.php

Mehr Pflegefachpersonal erforderlich
Pressemitteilung vom 28.08.2008
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... eilung.php
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Skandalisierende Berichte über Pflegefehler ...

Beitrag von WernerSchell » 17.02.2013, 08:13

Skandalisierende Berichte über Pflegefehler / Pflegemissstände helfen allein nicht weiter. Wir müssen die vielfältigen Probleme im gesamten Pflegesystem deutlich benennen und dann grundlegende Reformen einfordern (Pflegebedürftigkeitsbegriff neu definieren, Pflegenotstand auflösen – endlich ein bundesweit geltendes Personalbemessungssystem schaffen, nachhaltige Finanzierung der Pflege sichern ….). Die Sprechblasen „Wertschätzung und Anerkennung“ für die Pflegekräfte müssen mit Inhalt gefüllt werden. Arbeitsbedingungen und Vergütungen sind dringend zu verbessern! – Dies meint am frühen Morgen Werner Schell und verweist dabei zahlreiche pflegepolitische Aktivitäten unter http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de
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Altengerechte Quartiere mit unseren Demenzkranken

Beitrag von WernerSchell » 18.01.2015, 07:45

Zitat der Woche in CAREkonrekt vom 02.01.2015:
"Ich möchte im Alter nicht eingesperrt in einem eigenen Dorf für Demente leben."
Barbara Steffens (Grüne), Gesundheitsministerin in Nordrhein-Westfalen, in der "Westdeutsche Allgemeinen Zeitung" (WAZ).
> viewtopic.php?f=4&t=20303&hilit=Hameln

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Ergänzend dazu:
Pflegeheim mit offenen Türen > http://www1.wdr.de/fernsehen/wissen/qua ... dh100.html - In dem niederländischen "Dorf" werden nur solche Demenzkranke betreut, die in die Struktur des Unternehmens passen. Wir haben 2013 im "Nachtcafé", SWR, darüber bereits informiert.
> viewtopic.php?f=7&t=18545&hilit=Nachtcaf%C3%A9
Es ist sicherlich nicht "DIE" Lösung. - Es gibt vielfältige Möglichkeiten der Pflege und Betreuung. Aber wir müssen darauf achten, dass dementiell erkrankte Menschen möglichst nicht ausgesondert werden, sondern in altengerechten Quartieren verbleiben können. Darum müssen wir uns wohl vorrangig kümmern! - Über die Neusser Situation wird übrigens beim Pflegetreff am 14.04.2015 informiert (auch mit Infoständen):
> viewtopic.php?f=7&t=20569
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Patientensicherheit: Fehler führen zu enormen Folgekosten

Beitrag von WernerSchell » 11.04.2017, 06:31

Ärzte Zeitung vom 11.04.2017:
Patientensicherheit: Fehler führen zu enormen Folgekosten
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Eine angstfreie Arbeitskultur in den Kliniken hilft Fehler zu vermeiden, sind sich Experten sicher.
© auremar/Fotolia.com

Laut einer OECD-Studie entfallen 15 Prozent der Ausgaben und der Aktivitäten in Kliniken auf Folgen und Verstöße gegen die Patientensicherheit.
Aktive Einbindung von Ärzten, Pflegekräften und Patienten verspricht deutliche Besserung.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=933 ... hik&n=5687
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