Gute Pflege - BürgerInnen werden im Stich gelassen

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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WernerSchell
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Gute Pflege - BürgerInnen werden im Stich gelassen

Beitrag von WernerSchell » 11.09.2012, 06:48

Ein Brief, der Gehör finden sollte:

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Initiative - Harffer Straße 59 - 41469 Neuss
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Initiator bzw. Mitbegründer des Quartierkonzeptes Neuss-Erfttal.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist Unterstützer von "Bündnis für GUTE PFLEGE".
Pro Pflege - Selbsthilfetzwerk ist Unterstützer der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen".


Neuss, den 01.06.2012

Gute Pflege - BürgerInnen werden im Stich gelassen **)

An die
Abgeordneten des Deutschen Bundestages!


Sehr geehrte Damen und Herren,

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat sich bereits wiederholt zur "Neuausrichtung der Pflegeversicherung" geäußert und u.a. ausgeführt, dass mit dem vorliegenden Gesetzentwurf kein einziger Pflegemangel behoben werden kann. Siehe dazu u.a.:
viewtopic.php?t=17141

Ohne einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und ohne Auflösung des Pflegenotstandes mit dem Ziel, die Stellenschlüssel in den Pflegeheimen bundeseinheitlich deutlich zu verbessern, wird es keine gute Pflege geben. Ein wenig zusätzliches Geld verteilen und an einigen kleinen "Stellschrauben" drehen, löst kein einziges Problem. Die hiesige Botschaft wurde außerhalb der jetzigen Reformdebatte bereits früher formuliert:
"Mehr Personal, bessere Pflege"
- siehe dazu den Zeitungsbericht der Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 11.08.2010
http://www.ngz-online.de/neuss/nachrich ... e-1.316561

Wenn der Arbeitgeberpräsident, Dieter Hundt, die unzureichenden Koalitionspläne zur Pflegereform als unfinanzierbar bezeichnet und sogar von Kostensenkung spricht, ist das schlicht inakzeptabel. Siehe dazu:
http://www.focus.de/finanzen/news/wirts ... 59773.html
Diese Arbeitgebertheorien sind menschenverachtend und gehören ganz schnell in die Mottenkiste!

Am 24.05.2012 habe ich den BürgerInnen-Unmut in einem kurzen Statement beim Pflegekongress "Gewalt in Medizin und Pflege" formulieren können.

>>> Der Filmbeitrag, 4,18 Minuten, ist anschaubar bei Youtube unter folgender Adresse:
http://www.youtube.com/watch?v=XYqs_-kZ ... ure=relmfu
Dabei komme ich zu der Schlussfolgerung, dass vom Staat im Moment wohl eher nichts zu erwarten ist und die BürgerInnen sich selbst an die Hand nehmen müssen. Ein Brief an die Bundeskanzlerin, Frau Angela Merkel, mit der Aufforderung, die Pflege zur „Chefsache“ zu machen, ist auf taube Ohren gestoßen. Offensichtlich bestimmen Ökonomie und Wachstumserfordernisse allein, wie die Versorgung unserer hilfe- und pflegebedürftigen Menschen zu gestalten ist.

Ich würde mich angesichts dieser dem Menschenwürdeprinzip zuwider laufenden Erwägungen über jedes Mitglied des Bundestages freuen, dass aufgrund dieser Gegebenheiten bereit ist, unter Nutzung der verfassungsrechtlichen Unabhängigkeit (Gewissensfreiheit nach § 38 GG) dem sog. Neuausrichtungsgesetz in der jetzigen Form seine Zustimmung zu verweigern und stattdessen eine umfassende Pflegereform an "Haupt und Gliedern", jetzt, einzufordern.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell - Dozent für Pflegerecht
Mitglied der Vereinigung der Deutschen Medizinischen Fach- und Standespresse e. V. - http://www.medizinjournalisten.de/
http://www.wernerschell.de - Pflegerecht und Gesundheitswesen -
Infos auch bei http://www.facebook.com/

Aktueller Hinweis:
Pflegetreff am 14.11.2012, 15.00 - 17.00 Uhr, Kontakt Neuss-Erfttal
Themen: Medizinische Versorgung (Arztbesuche zu Hause und im Heim), Medikamente für ältere pflegebedürftige Menschen (zuviele, Wechselwirkungen?), Fixierungen (auch mittels Psychopharmaka), Weiterbildung zur Krankheit Demenz und Palliativversorgung.

Näheres hier: viewtopic.php?t=17341
+++

Die Medien berichten u.a. wie folgt:
http://www.presseanzeiger.de/pa/Gute-Pf ... sen-596478
http://www.openbroadcast.de/article/207 ... assen.html
http://www.pflegen-online.de/nachrichte ... e9d471135d
http://www.mg-heute.de/2012/06/gute-pfl ... -gelassen/
http://www.heide-bote.de/index.php?name ... &sid=22229
http://www.ak-gewerkschafter.de/2012/05 ... er-pflege/
...
+++
Diskussion zum Thema unter:
Neuausrichtung der Pflegeversicherung ... ein Flop?
viewtopic.php?t=17124

**) Textübernahme:

Gute Pflege - BürgerInnen werden im Stich gelassen
Werner Schell und das Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat sich am 1.6.2012 mit einem offenen Brief empört an alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages gewendet. Der Brief und eine umfangreiche Linksammlung ist hier zu lesen: viewtopic.php?t=17411
Auch das Statement von Werner Schell vom 24.5.2012 beim Kongress Gewalt und Pflege in der Medizin nebst Presseschau und Youtube Link ist im Brief verfügbar.
Quelle: Mitteilung vom 06.06.2012
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 |
+++
JuraHealth Congress am 24.05.2012 in Köln - Interview: Werner Schell, Pflege-Experte
Der Pflege-Experte Werner Schell beantwortet heikle Fragen zum Thema Gewalt in der Pflege und kommt zu dem Schluss, dass vom Staat nichts zu erwarten ist und die Bürger sich nun selbst an die Hand nehmen müssen. Sein Brief an die Bundeskanzlerin Merkel mit der Aufforderung die Pflege zur "Chefsache" zu machen ist auf taube Ohren gestoßen.
>>> Der Filmbeitrag, 4,18 Minuten, ist anschaubar bei Youtube unter folgender Adresse:
http://www.youtube.com/watch?v=XYqs_-kZ ... ure=relmfu
Der Film wurde bis zum 22.11.2012 über 1.100x aufgerufen!
+++
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist im Zusammenhang mit den im Saarland aufgetretenen Pflegemängeln vom Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarländischen Landtages um Stellungnahme gebeten worden. Da eine Anreise zur Anhörung am 05.09.2012 ins Saarland aus terminlichen Gründen nicht möglich ist, wurde das nachfolgende Statement per E-Mail oder per Postsendung (mit einem Printexemplar der angesprochenen Stellungnahme vom 21.08.2011) übersandt.
Der Brieftext wird, weil er nochmals in aller Deutlichkeit auf die unzureichenden Pflege-Rahmenbedingungen aufmerksam macht, hier vorgestellt: viewtopic.php?p=68385#68385
+++
Siehe auch:
Schell, Werner: "100 Fragen zum Umgang mit Mängeln in Pflegeeinrichtungen"
viewtopic.php?t=15865
Siehe dazu den Buchtipp der "Bundesinitiative Daheim statt Heim e.V." unter
http://www.bi-daheim.de/thema_detail.ph ... bject=2801
+++

Stand: 02.12.2012
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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WernerSchell
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Pflegereform zur Chefsache machen

Beitrag von WernerSchell » 22.01.2013, 08:07

Der Bundesverband Pflegemanagement hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem offenen Brief aufgefordert, das Thema Pflege zur Chefsache zu machen und endlich wirksame Maßnahmen für eine qualitativ hochwertige und flächendeckende pflegerische Versorgung der Bevölkerung zu ergreifen.
Der Brieftext ist abrufbar unter folgender Adresse:
http://www.bv-pflegemanagement.de/meldu ... s/153.html
http://www.bv-pflegemanagement.de/meldu ... 08_out.pdf
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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