www.wernerschell.de
Pflege - Patientenrecht
& Gesundheitswesen

www.wernerschell.de

Aktuelles

Forum
mit tagesaktuellen Informationen

Rechtsalmanach

Pflege

Patientenrecht
Sozialmedizin - Telemedizin
Publikationen
Links
Newsletter
Impressum

Pro Pflege-Selbsthilfenetzwerk

>> Aktivitäten im Überblick! <<

Besuchen Sie uns auf Facebook
Empörung über Nacktfotos von Demenzkranken - Stellungnahme von "Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk"

Die Medien berichten seit gdem 26.02.2009 lebhaft über die o.a. Angelegenheit. Dazu gibt es in meinem Forum folgende Texteinstellung:
http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?t=11150

Nacktfotos von pflegebedürftigen Senioren eines Altenheims in Zürich haben für Empörung gesorgt, so die Ärzte Zeitung (online am 25.02.2009) Fünf Mitarbeiter des städtischen Pflegezentrums Entlisberg stehen in Verdacht, einige Bewohner heimlich per Handy fotografiert zu haben. Das berichteten mehrere Medien am Mittwoch (25.02.2009). Bei den Verdächtigen handele es sich um vier Pflegerinnen und einen Pfleger. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich hat ein Strafverfahren eingeleitet. Nach Informationen der "Neuen Zürcher Zeitung" hatten die Pflegerinnen und Pfleger die Aufnahmen "zur eigenen Belustigung" untereinander ausgetauscht. Die Ermittlungen seien durch eine private Anzeige ins Rollen gekommen, hieß es in einer Mitteilung der Behörde. Schweizer Senioren- und Pflegeverbände haben die Vorfälle scharf verurteilt. Sie sprachen von einem "abscheulichen Umgang" mit demenzkranken Menschen. Zugleich verwiesen sie auf den Spardruck im Gesundheitswesen, der zur Einstellung von immer mehr unqualifiziertem Personal führe. --- Siehe auch unter
http://www.n-tv.de/1109895.html
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/panorama/1681275_Nackt-Fotos-von-Demenzkranken.html

Ich wurde nun in der Angelegenheit gesondert angeschrieben. Dabei ging es u.a. um Vorschläge, die Medien ergänzend auf die Angelegenheit aufmerksam zu machen und per Leserbrief usw. Statements abzugeben. Auch der Name Claus Fussek wurde wieder einmal genannt.

Dazu habe ich folgende Stellungnahme abgegeben:

Seit gestern gibt es in meinem Forum Pressehinweise zu dem o.a. Thema. Der Fall spielt offensichtlich in der Schweiz. Nach den Berichten gibt es strafrechtliche Ermittlungen, Genaues weiß man also noch nicht. Dass die Angelegenheit einer Aufhellung bedarf und die eventuell gebotenen Konsequenzen gezogen werden müssen, versteht sich.

Allerdings halte ich es, wie in anderen ähnlichen Situationen, für weniger sinnvoll, die Angelegenheit, ohne exakte Informationen über das wirkliche Geschehen, in der Öffentlichkeit hin und her zu diskutieren. Solche Diskussionen können ja im Moment eigentlich nur darin bestehen, die Pflegekräfte wieder einmal pauschal zu attackieren.

Ich moniere seit geraumer Zeit, dass die Medien allzu schnell die Skandale bedienen, sich dabei gerne eines bestimmten Pflegekritikers aus München bedienen (der dann mit populistischen Sprüchen gerne mit draufhaut) und daraus Talks-Shows veranstalten und dann auch noch diejengen Personen, die etwas zu sagen haben, nämlich Pflegekräfte, an den sogenannten "Katzentisch" setzen. Siehe dazu die Sendung von Anne Will am 15.02.2009
http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?t=11047 - Über die unangemessene Behandlung von Frau Ohlert habe ich mich übrigens bei Frau Will deutlich beschwert!

Allein skandalisierende Berichte helfen niemandem, sondern schaden weiterhin nur der übergroßen Zahl von engagierten Pflegekräften. Ich neige dazu, von den Medien einzufordern, der Pflege einen anderen Stellenwert einzuräumen und in geeigneter positiverer Form zu berichten und die Aktivitäten stärker zu unterstützen, gesetzgeberische Reformen einzufordern. Nur solche Reformen bringen uns entscheidend weiter, nicht das Lamentieren über einzelne Skandalgeschichten.

Um es nochmals zu sagen: Das beschriebene Fehlverhalten der schweizer Pflegekräfte, wenn es sich denn so bestätigt, ist wohl durch nichts zu entschuldigen. Es geht mir also nicht darum, irgendetwas zu beschönigen. Ich warne aber davor, die schweizer Vorgänge dazu zu benutzen, die bundesdeutsche Pflege erneut in Misskredit zu bringen.

Am 23.06.2009 werden wir beim nächsten Neusser Pflegetreff die Angehörigenarbeit zum Thema machen. Von dort mögen dann geeigente Impulse ausgehen, die unguten Verhältnisse in der Pflege weiter verbessern zu helfen:
http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewforum.php?f=7

Diese meine Stellungnahme können Sie gerne nach Belieben weiter leiten.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell