Palliativstationen - Erhalt und weiterer Ausbau gefordert

Rechtsbeziehung Patient – Therapeut / Krankenhaus / Pflegeeinrichtung, Patientenselbstbestimmung, Heilkunde (z.B. Sterbehilfe usw.), Patienten-Datenschutz (Schweigepflicht), Krankendokumentation, Haftung (z.B. bei Pflichtwidrigkeiten), Betreuungs- und Unterbringungsrecht

Moderator: WernerSchell

Presse
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Palliativstationen - Erhalt und weiterer Ausbau gefordert

Beitrag von Presse » 28.04.2012, 07:29

Vorabinformation:
Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen
Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

viewtopic.php?t=14759&highlight=charta
http://www.charta-zur-betreuung-sterbender.de/

+++
Neuss
Palliativstation droht das Aus

VON CHRISTOPH KLEINAU - zuletzt aktualisiert: 28.04.2012
Neuss (NGZ). Im Krankenhausplan des Landes ist die Palliativstation des Etienne-Krankenhauses nicht mehr vorgesehen.
Die Klinik klagt dagegen und behandelt unheilbar Kranke weiter auf der Station – obwohl sie dabei jetzt draufzahlt.
.... (weiter lesen unter) http://www.ngz-online.de/neuss/nachrich ... -1.2810483
+++
Neuss - Keine finanzielle Unterstützung mehr
Die Palliativstation am Neusser Johanna-Etienne Krankenhaus steht möglicherweise vor dem Aus. Die Pflegestation für unheilbar Kranke steht nicht mehr im Krankenhausplan des Landes. Dadurch verweigern die meisten Krankenkassen die Behandlungskosten im vollen Umfang zu übernehmen. Morgen will die Stationsleitung Informationen über die weitere Zukunft bekanntgeben. Im Kreis gibt es noch Pallitativstationen im Neusser Lukaskrankenhaus und in Grevenbroich.
Quelle: http://www.news894.de/aktuell/lokale-news/ (28.04.2012)

Johanna-Etienne-Krankenhaus: Palliativstation wird gestrichen
Johanna-Etienne-Krankenhaus verliert Anspruch auf Finanzierung durch Krankenkassen.
Neuss. Mitten in die Vorbereitungen der Feierlichkeiten anlässlich des fünften Jahrestages der Palliativstation am Johanna-Etienne-Krankenhaus platzte die Nachricht der Bezirksregierung Düsseldorf: Mitgeteilt wurde, dass die Palliativstation der Klinik im Krankenhausplan des Landes NRW künftig nicht mehr vorgesehen sei. Die Krankenkassen hätten daher angekündigt, dass das Krankenhaus seinen Anspruch auf die Refinanzierung der palliativmedizinischen Behandlung verliere, teilte das Krankenhaus gestern Nachmittag mit. .... (weiter lesen)
http://www.wz-newsline.de/lokales/rhein ... n-1.971723

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Palliativmedizin muss in Deutschland kräftig zulegen

Beitrag von PflegeCologne » 28.04.2012, 13:58

Hallo,
eine Anmerkung aus der Nachbarregion:
Deutschland ist bezüglich der Palliativmedizin noch immer ein "Entwicklungsland". Es gab daher in diesem Forum bereits zahlreiche kritische Beiträge.
Man muss alles tun, die Palliativmedizin, die Pallitivpflege, die Hospizarbeit usw. zu fördern. Statt Zurückführung von Angeboten muss kräftig zugelegt werden.
Was da jetzt aus Neuss gemeldet wird, beabsichtiger oder durchgeführter Förderausschluss für Palliativbetten am JEK, ist aus meiner Sicht nicht nachzuvollen.
MfG Pflege Cologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

WernerSchell
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Palliativstadtion im JEK Neuss - droht das Aus?

Beitrag von WernerSchell » 28.04.2012, 14:32

Presse hat geschrieben: .... Neuss - Keine finanzielle Unterstützung mehr
Die Palliativstation am Neusser Johanna-Etienne Krankenhaus steht möglicherweise vor dem Aus. Die Pflegestation für unheilbar Kranke steht nicht mehr im Krankenhausplan des Landes. Dadurch verweigern die meisten Krankenkassen die Behandlungskosten im vollen Umfang zu übernehmen. Morgen will die Stationsleitung Informationen über die weitere Zukunft bekanntgeben. Im Kreis gibt es noch Pallitativstationen im Neusser Lukaskrankenhaus und in Grevenbroich.
Quelle: http://www.news894.de/aktuell/lokale-news/ (28.04.2012)
+++
In der Angelegenheit haben wir News894 folgende Mitteilung übersandt:

Sehr geehrte Damen und Herren,
zum Thema haben wir uns heute mit dem nachfolgenden Brief zu Wort gemeldet. Es wird der Frage nachzugehen sein, weshalb die Palliativbetten im JEK nicht mehr im Krankenhausplan vorgesehen sind. Absicht oder Schlamperei?
Ggf. muss politisch Druck gemacht werden! Die Bezirksregierung Düsseldorf ist nur eine Verwaltungsbehörde, die für solche Fragestellungen allein nicht verantwortlich zeichnen kann. Daher sind das zuständige Minsterium bzw. demnächst der Landtag einzuschalten.
Im Übrigen: Wenn es den Krankenkassen wirklich um das Wohl der Versicherten geht, müssen Sie sich für die Palliativmedizin einzusetzen und nicht jede Chance nutzen wollen, insoweit Finanzmittel (für welche anderen vielleicht unsinnigen Ausgaben?) einsparen zu wollen.
Möglicherweise macht es Sinn, für die Palliativmedizin am JEK - auch - beim Neusser Pflegetreff am 15.05.2012 zu demonstrieren. *)
Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell - http://www.wernerschell.de

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28.04.2012

Sehr geehrte Frau Jacke,

ich habe von Ihrem Brief an die Bezirksregierung Düsseldorf erfahren, in dem Sie das gebotene Fortbestehen der Palliativstation im JEK Krankenhaus angesprochen haben: http://openpetition.de/petition/online/ ... rankenhaus
Heute berichtete auch die NGZ zum Thema: http://www.ngz-online.de/neuss/nachrich ... -1.2810483 Texthinweis auch im Forum: viewtopic.php?p=65979#65979

Da ich mich seit Jahren mit pflegerelevanten Themen, aber auch mit der Patientenautonomie am Lebensende befasse http://www.wernerschell.de/html/sterbebegleitung.php , würde ich mich gerne - mit anderen - für die Palliativversorgung im JEK Neuss einsetzen, zumal ich an der dortigen Schule (St. Elisabeth-Akademie) seit über 40 Jahren (Rechtskunde) unterrichte und von der Wichtigkeit der Hospiz- und Palliativarbeit sehr überzeugt bin.

Ich kann daher gerne Ihren Brieftext mit Quelle in mein Forum übernehmen und auch gesondert an die Bezirksregierung bzw. das Gesundheitsministerium NRW schreiben. Allerdings wüsste ich gerne, welche "Vorgeschichte" der beschriebene Förderwegfall hat. Vielleicht können Sie - oder das JEK - mir kurzfristig nähere Informationen übermitteln. - Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass die Bezirksregierung Düsseldorf so einfach aus Willkür und ohne entsprechende Erwägungen eine planerische Entscheidung zum Nachteil des JEK getroffen hat.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell - Dozent für Pflegerecht
Mitglied der Vereinigung der Deutschen Medizinischen Fach- und Standespresse e. V. - http://www.medizinjournalisten.de/
http://www.wernerschell.de - Pflegerecht und Gesundheitswesen -
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Infos auch bei http://www.facebook.com/

*) Pflegetreff am 15.05.2012, 18.00 - 20.00 Uhr, Kontakt Neuss-Erfttal - Pflegereform und Entbürokratisierung in der Pflege ... (weitere Infos folgen) … viewtopic.php?t=16058
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Palliativversorgung - zulegen statt Abbau

Beitrag von KPHNeuss » 29.04.2012, 10:02

Die geschilderte Situation - das Johanna-Etienne-Krankenhaus in Neuss soll Palliativbetten aufgeben - ist nun wirklich nicht nachvollziehbar. Statt in der Palliativversorgung umfassend aufzustocken, soll hier seit Jahren gegebene Leistungsangebote wegfallen (um sie an anderer Stelle wieder neu aufzubauen?).
Das alles ist aus der Sicht der im Pflegesystem angestellten MitarbeiterInnen gänzlich unverständlich. Offensichtlich hat da unser "Bürokratiemonster" kräftig zugeschlagen, ohne sich vor Ort ausreichend über die wirklichen Bedürfnisse zu informieren.
Wo sind denn unsere Orts-Politiker, die sich in die Debatte einbringen könnten?

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Politik regt Beratung über palliatives Netzwerk an

Beitrag von Presse » 30.04.2012, 06:22

Geerlings: Palliativstation in Neuss muss erhalten bleiben!

Der Neusser Landtagsabgeordnete Dr. Jörg Geerlings reagiert entsetzt auf die Pläne der Landesregierung, die Palliativstation im Neusser Johanna-Etienne-Krankenhaus aufzugeben. Das ist schlicht und einfach unmenschlich! Ein Schlag ins Gesicht von todkranken Menschen und ihren Angehörigen!
Die Palliativstation besteht seit 2006 und ist die einzige ihrer Art im Rhein-Kreis Neuss. Zehn Betten stehen zur Verfügung und werden vor allem von austherapierten Krebspatienten genutzt. Ihre starken Schmerzen werden gelindert, sie sollen abseits des hektischen Krankenhausbetriebs Ruhe haben und sich wohlfühlen. Die Zimmer sind wohnlich eingerichtet, auch ein Balkon steht zur Verfügung. Falls nötig, werden die Patienten bis zum Tod in Würde begleitet. Darüber hinaus erfahren auch die Angehörigen der Patienten Unterstützung. Sie dürfen etwa auf der Station übernachten und können in Ruhe Abschied nehmen.
Nach dem Willen der Landesregierung soll diese Station künftig nicht mehr finanziell gefördert werden. Vielmehr soll sie an einen anderen, bislang noch nicht bekannten Standort umgesiedelt werden. Eine Klage des Krankenhauses dagegen wurde bereits abgewiesen. Diese Pläne werden den Bedürfnissen der schwerkranken Menschen nicht gerecht und sind zudem betriebswirtschaftlicher Unsinn, kritisiert Geerlings.
Die durch den Umzug verschwendeten Mittel solle das Land NRW besser einsetzen, um ein Netzwerk aller Angebote rund um die Palliativmedizin zu schaffen. Betroffene und Angehörige fühlen sich oft überfordert und allein gelassen, manchmal auch als Nummer im medizinischen Betrieb. Dies kann man durch viele bereits bestehende Angebote vermeiden. Dazu bedarf es jedoch größerer öffentlicher Präsenz.
Quelle: Pressemitteilung vom 30.04.2012
http://www.cdu-neuss.de/news/geerlings- ... 4b55499350

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Politik regt Beratung über palliatives Netzwerk an

zuletzt aktualisiert: 30.04.2012 Neuss (NGZ). Politische Rückendeckung für das Johanna-Etienne-Krankenhaus: Die Landtagskandidaten Jörg Geerlings (CDU) und Hans Christian Markert (Grüne) unterstützen die Klinik in ihrem Bemühen um den Erhalt der Palliativmedizin. Gemeinsames Ziel: Die Möglichkeiten für ein Netzwerk aller Angebote rund um die Palliativmedizin in Neuss auszuloten. .... (weiter lesen unter)
http://www.ngz-online.de/neuss/nachrich ... -1.2812151

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Palliativversorgung stärken und nicht schwächen

Beitrag von Nursing-Neuss » 30.04.2012, 12:54

Die vorgesehenen Einschränkungen hinsichtlich der Palliativstation im Neusser JEK sind aus Sicht der Pflegenden und sonst Betroffenen überhaupt nicht nachvollziehbar. Wir haben bislang nicht genügend für die Palliativversorgung getan, so dass ein erheblicher Nachholbedarf besteht. Leistungen im JEK zurückzunehmen bzw. nicht mehr finanzieren zu wollen, ist kontraproktiv, schlicht falsch. Nicht hinnehmbar!
Gut, dass dies noch vor der Landtagswahl herauskommt!

Nursing Neuss
Das Pflegesystem muss grundlegend reformiert werden. U.a. ist deutlich mehr Pflegepersonal erforderlich!

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Internet-Petition für Palliativstation

Beitrag von WernerSchell » 01.05.2012, 06:34

Die NGZ berichtet heute, 01.05.2012, erneut zur Palliativstation im Neusser JEK, u.a.:

Internet-Petition für Palliativstation
zuletzt aktualisiert: 01.05.2012 Neuss (NGZ). Die Politik hat sich gestern geäußert, jetzt haben die Neusser selbst Gelegenheit, sich für den Erhalt der Palliativstation am Johanna-Etienne-Krankenhaus auszusprechen. Eine Möglichkeit dazu haben die St. Augustinus-Kliniken als Träger des "Etienne" geschaffen, die gestern eine Petition an die Bezirksregierung ins Internet einstellten. Über 300 Unterstützer hatten sich der Kampagne bis zum Abend schon angeschlossen, mit zum Teil deutlichen Kommentaren.
... Parallel zu den Bemühungen des Trägers hat auch Werner Schell vom "Pro Pflege Selbsthilfenetzwerk" Unterstützung angeboten. Der Erfttaler Schell, seit über 40 Jahren Dozent an Krankenpflegeschulen, spricht sich für einen Erhalt der Abteilung "ohne Abstriche" aus. Beim nächsten Pflegetreff (15. Mai, 18 Uhr, "Kontakt Erfttal") soll auch eine Unterschriftenliste Pro Palliativstation ausgelegt werden. ....
.... Weiter lesen unter
http://www.ngz-online.de/neuss/nachrich ... -1.2813746

Auch die Schließung der Palliativstation im Krankenhaus Dormagen-Hackenbruch wird heute, 01.05.2012, in der NGZ problematisiert:

Dormagen
"Palliativstation unverzichtbar"

VON CARINA WERNIG - zuletzt aktualisiert: 01.05.2012 Dormagen (NGZ). Die Pläne des Landes und der Krankenkassen, die Palliativstation am Kreiskrankenhaus Dormagen nicht mehr zu finanzieren, stoßen auf heftigen Widerstand. Das Ambulante Palliativ-Zentrum sieht seine Arbeit gefährdet.
.... Weiter lesen unter
http://www.ngz-online.de/dormagen/nachr ... -1.2813829
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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WernerSchell
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Schwerstkranke und sterbende Menschen - mehr Hilfe

Beitrag von WernerSchell » 02.05.2012, 08:01

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Initiative - Harffer Straße 59 - 41469 Neuss
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Initiator bzw. Mitbegründer des Quartierkonzeptes Neuss-Erfttal.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist Unterstützer von "Bündnis für GUTE PFLEGE".


Pressemitteilung vom 02.05.2012

Schwerstkranke und sterbende Menschen brauchen deutlich mehr Hilfe
Palliativversorgung im Rhein-Kreis Neuss (und darüber hinaus) hat heftige Debatten ausgelöst


Offensichtlich hat das Land NRW, vertreten durch die zuständigen Behörden des öffentlichen Gesundheitsdienstes, vorgesehen, die Palliativbetten im Johanna-Etienne-Krankenhaus in Neuss und im Kreiskrankenhaus in Dormagen im Landeskrankenhausplan zu streichen und stattdessen entsprechende Betten im Lukaskrankenhaus in Neuss und im Kreiskrankenhaus in Grevenbroich neu in die Planung aufzunehmen. Insoweit gibt es zurzeit heftige Proteste und entsprechende Medienberichte. Auch im Forum Werner Schell wurde das Thema aufgegriffen und Hinweise auf die Medienberichte eingestellt:
viewtopic.php?t=17281

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk veranstaltet am 15.05.2012 in Neuss-Erfttal einen Pflegetreff mit bundesweiter Ausrichtung und wird vornehmlich das Thema „Neuausrichtung in der Pflegeversicherung“ und „Entbürokratisierung in der Pflege“ behandeln. Siehe insoweit die näheren Hinweise unter folgenden Adressen:
viewtopic.php?t=16058
viewtopic.php?t=17142

Angesichts der aktuellen Entwicklung hinsichtlich der Palliativversorgung in der hiesigen Region hat Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vorgesehen, den mutmaßlichen Wegfall von Palliativbetten und den Neuaufbau an anderer Stelle beim Pflegetreff am 15.05.2012 anzusprechen und eine Unterschriftenliste Pro Palliativversorgung auszulegen. Nach dem Pflegetreff wird Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk in Ergänzung der bereits in Gang gekommenen Proteste an das Gesundheits- und Pflegeministerium NRW und den Landtag NRW herantreten und für eine angemessene Palliativversorgung werben und u.a. einfordern, die angesprochenen Palliativstationen in Neuss und Dormagen uneingeschränkt bestehen zu lassen und die beiden anderen Krankenhäuser zusätzlich in die Palliativversorgung einzubinden. Gedacht werden sollte auch an die Einforderung eines flächendeckenenden „Aktionsplanes Pro Palliativversorgung NRW“. In diesem Zusammenhang müsste auch sichergestellt werden, dass in den stationären Pflegeeinrichtungen Palliativpflege in ausreichendem Maße angeboten werden kann.

Angesichts der drängenden Versorgungssituationen bei schwerstkranken und sterbenden Menschen macht es keinen Sinn, den seit vielen Jahren geforderten Ausbau der entsprechenden Betreuungs- und Hilfesysteme einzuschränken, sondern weitere Angebote erscheinen zwingend geboten. Dafür soll am 15.05.2012 geworben werden. Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk sieht allerdings die Notwendigkeit, im Rahmen weiterer Aktivitäten auf die Gesamtsituation im Rhein-Kreis Neuss abzustellen.

Im Übrigen wird gegenüber dem Land NRW anzuregen sein, die Palliativversorgung auch überregional auf den Prüfstand zu stellen und überfällige weitere Verbesserungen ins Auge zu fassen. Es gibt zurzeit zahlreiche staatliche Hilfeaktivitäten in Form von kostspieligen „Rettungsschirmen“, nur die Hilfe für die schwerstpflegebedürfigen, schwerstkranken und sterbenden Menschen tendiert weiterhin in Richtung Unterversorgung!

„Deutschland ist hinsichtlich Palliativmedizin Entwicklungsland.“ Diese Aussage der Ex-Bischöfin Käßmann(2007) ist anscheinend weiterhin gültig. Von hier wurde bereits am 16.11.2002 ausgeführt: Auf jeden Fall muss sichergestellt werden, dass der im Landeskrankenhausrecht zum Ausdruck gebrachte Anspruch, dass im Krankenhaus ein menschenwürdiges Sterben ermöglicht werden muss, gewährleistet ist.
Quelle: http://www.wernerschell.de/Rechtsalmana ... ehilfe.php

Alle, die das Vorhaben von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk, regionale und landesweite Verbesserungen für die Palliativversorgung einzufordern, für richtig und sinnvoll erachten, können gerne am 15.05.2012 durch Zeichnung der ausliegenden Unterschriftenliste Unterstützung bekunden.

Werner Schell - Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk

Die vorstehende Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung frei

Siehe auch unter:
viewtopic.php?t=17294
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Gaby Modig
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Krankenhaus kämpft um Palliativstation

Beitrag von Gaby Modig » 02.05.2012, 15:10

Der Neusser Radiosender News894 hat das Thema auch aufgegriffen und in seinem Newsletter informiert:

Neuss
Krankenhaus kämpft um Palliativstation

Das Neusser Johanna-Etienne-Krankenhaus kämpft jetzt auch im Internet für den Erhalt der Palliativstation. Es hat eine Petition an die Bezirksregierung online gestellt. Bis jetzt haben sich schon rund 500 Unterstützer angeschlossen. Unterstützung bekommt das Krankenhaus auch vom Neusser "Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk". Das will beim nächsten Pflegetreff eine Unterschriftenliste für die Palliativstation auslegen. Darüberhinaus hat die Klinikleitung für Sonntag zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Auf der Palliativstation werden rund 400 totkranke Menschen pro Jahr betreut. Sie steht vor der Schließung. Im Krankenhausplan des Landes ist sie nicht mehr aufgeführt.
Quelle: http://www.news894.de/aktuell/lokale-news/

Bericht in der WZ:

Palliativstation: Johanna-Etienne-Krankenhaus klagt vergeblich
Von Ulla Dahmen
Klarstellung: Etienne hatte keine Genehmigung für Palliativstation.
Neuss. Hoch schlagen die Wogen der Erregung: Seit das Johanna-Etienne-Krankenhaus mitgeteilt hat, die Bezirksregierung habe die Palliativstation aus dem Krankenhausplan des Landes genommen, reagieren Politik und auch der Katholikenrat mit Empörung. .... (weiter im Bericht vom 02.05.2012) http://www.wz-newsline.de/lokales/rhein ... h-1.975884
Dort werden verschiedene Reaktionen aufgezeigt:
Etienne: „Politik beschließt Ende der Palliativstation.“
Jörg Geerlings (CDU): „Schlicht und einfach unmenschlich.“
Reiner Breuer (SPD): „Die Entscheidung der Bezirksregierung stößt bei den Neusser Sozialdemokraten auf Kritik und Unverständnis.“
Hans Christian Markert (Grüne): „Die Möglichkeit einer Kooperation sollte erneut ausgelotet werden.“
Cornel Hüsch, Katholikenrat: „Es kann nicht sein, dass es im Rhein-Kreis Neuss kein christliches Krankenhaus mit einer solchen Station mehr geben soll.“
Bijan Djir-Sarai: „Rot-grüne Gesundheitspolitik gegen Patientenwohl.“
...
Zuletzt geändert von Gaby Modig am 03.05.2012, 07:15, insgesamt 1-mal geändert.
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

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Palliativversorgung weiter ausbauen

Beitrag von Rob Hüser » 03.05.2012, 06:42

Guten Morgen allerseits!
Der hier vorgestellte Sachverhalt ist auch für einen Nicht-Neusser nicht nachvollziehbar. Da gibt es seit Jahren offensichtlich eine gut funktionierende Palliativstation. Die soll nun aus formalen Gründen dicht gemacht und in einem anderen Krankenhaus neu installiert werden. Das verstehe wer will. Ähnliches vollzieht sich anscheinend auf ein Dormagener Krankenhaus bezogen.
Es spricht m.E. alles dafür, die Palliativversorgung kräftig auszubauen. Daher sollten die vorhandenen Strukturen nicht zerschlagen, sondern eher durch weitere Angebote ergänzt werden.
Ich halte daher die Initiative von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk - in Pressemitteilung vom 02.05.2012 näher beschrieben - für sehr unterstützenswert.
MfG Rob
Das Pflegesystem muss dringend zukunftsfest reformiert werden!

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Politik ist gegen die Schließung der Palliativstation

Beitrag von Gaby Modig » 03.05.2012, 16:40

Der Neusser Radiosender News894 berichtet heute, 03.50.2012, erneut zum Thema Palliativstation:

Neuss
Politik ist gegen die Schließung der Palliativstation
Gegen die drohende Schließung der Palliativstation am Neusser Johanna-Etienne-Krankenhaus wächst der Widerstand. Sowohl Reiner Breuer von der SPD als auch Bijan Djir-Sarai von der FDP haben sich für einen Erhalt der Station ausgesprochen. Es könne nicht sein, dass eine moderne und ausgebaute Station finanziell ausgehungert werde, so die beiden Politiker.
Zuvor hatte bereits Jörg Geerlings von der CDU mitgeteilt, die Pläne für eine Aufgabe der Palliativstation seien schlicht und einfach unmenschlich.
Das Neusser Johanna-Etienne-Krankenhaus kämpft auch auf eigene Faust gegen die Schließung. Mit einer Online Unterschriften-Liste wird demonstriert.
Die Bezirksregierung hatte entschieden, die Palliativstation künftig nicht mehr finanziell zu unterstützen.
Die Palliativmedizin sorgt dafür, dass todkranke Patienten schmerzfrei die verbleibende Lebenszeit nutzen können. Auf der Station in Neuss werden rund 400 Menschen pro Jahr betreut.
Quelle: http://www.news894.de/aktuell/lokale-news/
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Begleitung und Versorgung Schwerstkranker und Sterbender

Beitrag von WernerSchell » 04.05.2012, 06:28

Begleitung und Versorgung Schwerstkranker und Sterbender sowie ihrer Angehörigen in Bayern - Rahmenkonzept zur Hospiz- und Palliativversorgung

Um die Versorgung Schwerstkranker und Sterbender weiter zu verbessern, haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit und das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen zusammen mit dem Expertenkreis "Palliativmedizin und Hospizarbeit" das vorliegende Konzept zur Hospiz-und Palliativversorgung in Bayern erarbeitet.
Herausgeber dieser Publikation sind das Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG) und das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen (StMAS).
Das bundesweit erste umfassende Konzept zur Versorgung Schwerstkranker und Sterbender stellt einen Meilenstein in der Hospiz- und Palliativversorgung dar. Es bildet die Grundlage für den weiteren zielgerichteten Ausbau einer qualitativ hochwertigen Begleitung und Versorgung Schwerstkranker und Sterbender sowie ihrer Angehörigen in Bayern.

Broschürentext aus 2011 – insgesamt 40 Seiten - Download der PDF-Datei
http://www.bestellen.bayern.de/applicat ... YPE:PDF)=Z
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Palliativversorgung in Deutschland weiter ausbauen

Beitrag von WernerSchell » 05.05.2012, 06:32

Übernahme aus:
Palliativversorgung in Deutschland weiter ausbauen
viewtopic.php?t=17301

Palliativversorgung in Deutschland weiter ausbauen
Neue Projektphase zur Umsetzung der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

„Wir brauchen in Deutschland dringend mehr Palliativstationen und Hospize für die Versorgung sterbenskranker Menschen. In den vergangenen Jahren hat es in diesem Bereich zwar große Fortschritte gegeben, doch noch immer werden viele der schwerstkranken und sterbenden Menschen von den Angeboten nicht erreicht.“ Das sagte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Frank Ulrich Montgomery am Donnerstag bei dem Treffen der Steuerungsgruppe der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland in Berlin. Die Palliativmedizin könne dazu beitragen, das Vertrauen der Menschen in eine fürsorgliche Medizin am Lebensende zu stärken, so der BÄK-Präsident.

Der Steuerungsgruppe obliegt die grundsätzliche Ausrichtung des 2008 angestoßenen Charta-Prozesses. Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes und der Bundesärztekammer haben mehr als 50 Verbände, Ministerien sowie die beiden großen Kirchen die Charta erarbeitet und konsentiert. Sie thematisiert die Rechte, Bedürfnisse und Wünsche von Schwerstkranken und Sterbenden. In fünf Leitsätzen plädierten die Verbände und Organisationen für eine Verbesserung der juristischen, medizinischen und ethischen Rahmenbedingungen. Versorgungsstrukturen müssten stärker miteinander vernetzt, Aus-, Weiter- und Fortbildung ausgebaut und Forschungsvorhaben gefördert werden.

Im Nachfolgeprojet „Charta II“, das bis Ende 2013 läuft, steht nun die Umsetzung der in der Charta formulierten Ziele im Mittelpunkt. „Wir möchten die Planung und Umsetzung konkreter Projekte durch Organisationen und Einrichtungen, die am Runden Tisch beteiligt waren, transparent machen sowie Möglichkeiten für weitere Initiativen ausloten“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Prof. Dr. Friedemann Nauck. „Ein weiteres Ziel ist die Initiierung einer nationalen Strategie zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“, berichtete Dr. Birgit Weihrauch, Vorstandsvorsitzende des Deutscher Hospiz- und PalliativVerbands. Dazu würden Gespräche mit der Politik und verschiedenen gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Gruppen geführt.

Die drei Trägerorganisationen haben sich bis Dezember 2013 zum Ziel gesetzt, 5000 Unterstützer zu finden und rufen alle Interessierten auf, sich an diesem Prozess zu beteiligen.

Die Finanzierung des Projektes Charta II erfolgt über die Robert Bosch Stiftung, das Bundesfamilienministerium und die drei Trägerorganisationen.

Weitere Informationen unter http://www.charta-zur-betreuung-sterbender.de

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung vom 04.05.2012
http://www.bundesaerztekammer.de/page.a ... 0263.10266
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Sabrina Merck
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Schwerstkranke und sterbende Menschen - mehr Hilfe

Beitrag von Sabrina Merck » 05.05.2012, 12:49

WernerSchell hat geschrieben: Schwerstkranke und sterbende Menschen brauchen deutlich mehr Hilfe
Palliativversorgung im Rhein-Kreis Neuss (und darüber hinaus) hat heftige Debatten ausgelöst

Angesichts der drängenden Versorgungssituationen bei schwerstkranken und sterbenden Menschen macht es keinen Sinn, den seit vielen Jahren geforderten Ausbau der entsprechenden Betreuungs- und Hilfesysteme einzuschränken, sondern weitere Angebote erscheinen zwingend geboten. Dafür soll am 15.05.2012 geworben werden. .....
Ich unterstütze die Bemühungen um den Erhalt der fraglichen Palliativstationen in Neuss und Dormagen sehr. Ich halte es auch für richtig, das Thema umfassender zu behandeln und die gesamten Bedürfnisse der schwerstkranken und sterbenden Menschen zu problematisieren und ggf. die Angebote auszuweiten.

Sabrina
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
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Nursing-Neuss
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Palliativstation im Johanna-Etienne-Krankenhaus Neuss

Beitrag von Nursing-Neuss » 06.05.2012, 09:44

Hallo,
vorsorglich noch mal für alle Interessenten der Hinweis:
Heute wird um 15.30 Uhr im Johanna-Etienne-Krankenhaus über die Palliativstation informiert und für den Fortbestand dieser Einrichtung geworben.
LB Grüße Nursing Neuss
Das Pflegesystem muss grundlegend reformiert werden. U.a. ist deutlich mehr Pflegepersonal erforderlich!

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