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„Konzertierte Aktion" für flächendeckenden Ausbau der häuslichen Versorgung
NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer:
Palliativkonzept NRW – Schwerstkranken in der letzten Phase ihres Lebens Geborgenheit geben

Das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

Die häusliche Versorgung schwerstkranker Menschen wird in Nordrhein-Westfalen flächendeckend ausgebaut. Auf Initiative der nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerin Birgit Fischer haben sich die wichtigsten Institutionen und Verbände des Gesundheitswesens in NRW jetzt auf das „Palliativkonzept NRW" verständigt. Insbesondere durch bessere Verknüpfung von ärztlicher Behandlung (z.B. Schmerztherapie), Pflege und Begleitung durch Hospizdienste soll es mehr unheilbar kranken Frauen und Männern ermöglicht werden, ihre letzten Tage zu Hause zu verbringen.

„In Würde und Geborgenheit leben bis zum letzten Tag – das wünscht sich jeder von uns", sagte Ministerin Birgit Fischer heute (18. März 2005) anlässlich der Vorstellung des „Palliativkonzepts NRW" in Düsseldorf. „Wir wollen in Nordrhein-Westfalen erreichen, dass schwerstkranke Menschen möglichst in ihrer gewohnten Umgebung, nahe der Familie und den Freunden sterben können."

Dafür sei – auf Grundlage der bestehenden Strukturen – eine engere Zusammenarbeit zwischen niedergelassener Ärzteschaft, der ambulanten Pflege, den Kliniken, den ambulanten und stationären Hospizen und beispielsweise auch spezialisierten Apotheken notwendig. Die jetzt zwischen den Beteiligten des Gesundheitswesens geschlossene Rahmenvereinbarung ist Basis für detaillierte Regelungen zwischen Kostenträgern (Krankenkassen) und Leistungserbringern (Ärztinnen und Ärzte, ambulante Pflegedienste) auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte.

Eckpunkte des Rahmenprogramms:

  • Im Mittelpunkt des Konzepts stehen die behandelnden Haus- oder Fachärzte vor Ort. Von ihnen wird Fortbildung und Teilnahme an Qualitätszirkeln erwartet.
  • Zu ihrer Unterstützung können sie je nach Bedarf ambulante Palliativpflegedienste mit speziell ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hinzuziehen. Diese sollen mit ambulanten Hospizdiensten kooperieren.
  • Wenn speziellere Kenntnisse erforderlich sind oder Probleme auftauchen, sollen qualifizierte Palliativärztinnen und -ärzte hinzugezogen werden.
  • Alle Dienste sollen 24 Stunden am Tag erreichbar sein.
  • Das Netzwerk vor Ort wird beispielsweise ergänzt durch eine enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Apotheken und stationären Einrichtungen.
  • Eine zentrale Koordinierung sichert die Zusammenarbeit der Partner vor Ort.

Erste Vereinbarungen sollen in Regionen und Städten getroffen werden, in denen die Entwicklung der Palliativversorgung bereits weit fortgeschritten ist. Erfolgreiche Modellprojekte gab es bereits in Borken, Bonn, Düsseldorf, Duisburg, Erkelenz, Erkrath, Frechen, Hagen, Köln, Lennestadt, Recklinghausen, Troisdorf, Wuppertal.

In den Modellprojekten wurde nachgewiesen, dass bis zu 70 Prozent der Schwerstkranken die letzte Phase ihres Lebens zu Hause verbringen könnten. Heute sterben zwei Drittel von ihnen in Krankenhäusern.

Im Mittelpunkt der Palliativmedizin stehen landesweit jährlich etwa 17.000 Menschen mit schwersten Krankheiten – beispielsweise Krebs oder AIDS. Der ganzheitliche Ansatz in Nordrhein-Westfalen berücksichtigt neben der Schmerzlinderung und Symptomkontrolle auch psychische, soziale und geistig-seelische Aspekte.

Palliativmedizin und Hospizbewegung haben sich – mit Unterstützung der Landesregierung – in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt:

  • Noch Mitte der 80er Jahre gab es in NRW lediglich zwei stationäre Hospize, vier ambulante Hospizinitiativen und zwei Palliativstationen an Krankenhäusern.
  • Heute existieren landesweit rund 250 ambulante Hospizdienste, 46 stationäre Hospize und 28 Palliativstationen (mit insgesamt 203 Betten). Ehrenamtlich sind in der nordrhein-westfälischen Hospizbewegung etwa 7.000 Menschen aktiv.

Das „Palliativkonzept NRW" unterstützen:
Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Ärztekammer Nordrhein, Ärztekammer Westfalen-Lippe, Krankenhausgesellschaft NW, AOK Rheinland, AOK Westfalen-Lippe, BKK-Landesverband NRW, IKK Nordrhein, IKK Westfalen-Lippe, Landwirtschaftliche Krankenkasse NRW - Regionaldirektion Düsseldorf und Geschäftsstelle Münster, Verband der Angestellten-Krankenkassen, Bundesknappschaft und die Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz.

Quelle: Pressemitteilung vom 18.3.2005