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Modellprojekt in der Region Bochum-Essen / Landesregierung und große Wirtschaftsunternehmen bauen Infrastruktur für Telematik im Gesundheitswesen auf

NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer:

Elektronische Kommunikation und Vernetzung - NRW-Projekt richtungweisend für die Modernisierung des Gesundheitswesens

Das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

„Neue Informations- und Kommunikationstechnologien werden zu erheblich mehr Effizienz und Qualität in der medizinischen Versorgung führen. Diese Chance müssen wir nutzen. Das nordrhein-westfälische Modellprojekt ist richtungweisend für die Modernisierung des deutschen Gesundheitswesens: Die digitale Arztpraxis, das digitale Krankenhaus und die digitale Apotheke, elektronisch vernetzt und hocheffizient in den Abläufen, dürfen nicht mehr Zukunftsmusik sein, sondern müssen stufenweise flächendeckend Realität werden. Damit können beispielsweise Doppeluntersuchungen vermieden und jederzeit auf vollständige und aktuelle Untersuchungsdaten zurückgegriffen werden. Die Patientendaten müssen dabei besonders geschützt werden, da sie zu den sensibelsten Daten überhaupt gehören."

Das sagte die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Birgit Fischer heute (14. Januar 2004) in Düsseldorf anlässlich der Unterzeichnung einer Vereinbarung mit den Firmen Siemens und T-Systems über das Modellprojekt „eGesundheit.nrw. Aufbau einer Telematikinfrastruktur in der Modellregion Bochum-Essen". Weitere Partner der Startphase sind die GWI AG, Bonn, ein führender Anbieter von Krankenhausinformationssystemen mit über 500 Beschäftigten, und die CompuGROUP, der Marktführer bei den Arzt- und Zahnarztpraxissoftwaresystemen.

Für den Aufbau einer solchen Infrastruktur werden sichere Kommunikationsnetze ebenso benötigt wie eine moderne Soft- und Hardware in Arztpraxen, Krankenhäusern, Apotheken oder Rehabilitationseinrichtungen. Darüber hinaus sollen die Patientinnen und Patienten in der Modellregion testweise mit einer elektronischen Gesundheitskarte ausgestattet werden, die nach dem GKV-Modernisierungsgesetz ab 2006 die jetzige Krankenversichertenkarte ablösen soll. Ärzte, Apotheker und andere Berufsgruppen des Gesundheitswesens erhalten elektronische Heilberufsausweise. Diese Telematikinfrastruktur ermöglicht Anwendungen wie das elektronische Rezept, die elektronische Überweisung, den elektronischen Arztbrief und die elektronische Patientenakte.

Christoph Bellmer, Leiter Industry Line Public & Health Care und Mitglied der Geschäftsführung von T-Systems: "Wir bringen uns gerne, gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen und den weiteren Industriepartnern, als innovativer Lösungspartner in das Projekt ein. T-Systems engagiert sich mit dem gesamten Portfolio eines Systemintegrators: Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur, Rechenzentren, Sicherheitsinfrastruktur mit Trustcenter und Public Key Infrastructure sowie Lösungen, die bereits im Gesundheitswesen eingesetzt werden, beispielsweise Vorläufer der elektronischen Patientenakte und Krankenhausinformationssysteme. Dazu kommen unsere umfangreichen Erfahrungen als führender Dienstleister für Informations- und Kommunikationstechnologie in Großprojekten, die mit entsprechender Flächendeckung und Verarbeitung von Massendaten verbunden sind."

Bernd Kuhlin, Leiter des Geschäftsgebietes Enterprise Networks des Siemens Bereichs Information and Communication Networks (ICN): „Mit dem Modellprojekt in Nordrhein-Westfalen übernehmen wir eine sehr komplexe Aufgabe. Ein hochprofessionelles Projektmanagement, sorgfältig zusammengestellte Spezifikationen und Standards, ein klar definierter Projektablauf in einem realistischen Zeitraster sind wichtige Bausteine für den Erfolg des Modellprojektes. Die Siemens AG ist das weltweit größte Unternehmen, das in seinem Portfolio fast alle bei diesem Projekt erforderlichen Produkte, Lösungen und Fähigkeiten vereint. Wir freuen uns, unsere Kompetenz hier einbringen zu können und einen wichtigen Beitrag zum Erfolg zu leisten".

Zahlreiche weitere Unternehmen und ihre Verbände haben bereits konkretes Interesse an dem Modellvorhaben gezeigt. Eingebunden werden sollen darüber hinaus auch die Kassenärztlichen Vereinigungen, die Krankenkassen, die Ärzte- und Apothekerkammern und die Krankenhausgesellschaft sowie die Wissenschaft und Vertreter der Region. Auch die Bundesgesundheitsministerin hat großes Interesse geäußert, in der Modellregion Bochum-Essen die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte zu erproben.

Der Region Bochum-Essen ist ein Ballungsgebiet in beiden Landesteilen mit rund 1 Million Menschen, 25 Kliniken einschließlich der Uni-Kliniken, 1.500 niedergelassenen Ärzten aller Fachrichtungen, 600 niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzten und knapp 300 Apotheken. Für Bochum-Essen sprachen darüber hinaus eine intensive Netzwerkarbeit der Akteure im Gesundheitswesen, der bedeutende Anteil an der spitzenmedizinischen Versorgung im Ruhrgebiet und die zahlreichen hier ansässigen medizintechnisch orientierten Unternehmen.

Die Landesregierung hat für das Projekt bis 2006 insgesamt 500.000 € bereitgestellt. Das von allen Partnern getragene gesamte Investitionsvolumen wird beträchtlich höher sein. Das Projekt ist Teil der Landesinitiative eHealth.nrw. Erste Komponenten und Anwendungen sollen bereits im Sommer getestet werden.

Für die Krankenversicherten bedeuten fehlende elektronische Kommunikation und Datenverarbeitung nicht nur erheblicher Zeitaufwand, sondern auch erhebliche Kosten. Das Bundesgesundheitsministerium schätzt das Sparvolumen nach Einführung des elektronischen Rezeptes auf über 500 Millionen € im Jahr. Die Industrie spricht in ihrem Telematik-Gutachten sogar von möglichen Einsparungen durch den Einsatz der Telematik im Gesundheitswesen in Höhe von jährlich mindestens 5 Milliarden €.

Der Begriff „Telematik" setzt sich zusammen aus Telekommunikation und Informatik.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Nordrhein-Westfalen vom 14.1.2004

http://www.mfjfg.nrw.de