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Einzelzimmer für alle Pflegeheimbewohner

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe fordert:

Ein Einzelzimmer für alle Pflegeheimbewohner
Wer auf Doppelzimmer setzt, muss mit hohen sozialen Folgekosten rechnen

Köln (KDA), 11. Oktober 2004 - "In der stationären Altenhilfe muss das Angebot von Einzelzimmern für jeden Bewohner selbstverständlich sein", forderte Dr. Hartmut Dietrich, Vorstandsvorsitzender des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) zur Eröffnung der KDA-Fachveranstaltung "Das Einzelzimmer - Standard in der stationären Pflege?" in Köln. Man müsse Äußerungen aus Bundesländern wie Bayern und Niedersachsen entgegen treten, dass für alte Menschen die Unterbringung in ein Doppelzimmer grundsätzlich zumutbar wäre. Die Kostenträger wollen dadurch sparen, dass Sozialhilfeempfänger künftig nur noch in Doppelzimmern untergebracht werden, weil die Investitionskosten beim Bau von Pflegeheimen durch den geringeren Flächenverbrauch der Doppelzimmer reduziert werden könnten. Dies würde zu einem günstigeren Pflegesatz führen.

Abbau überdimensionierter Allgemeinflächen zu Gunsten der Einzelzimmer

"Vergleicht man die Gesamtfläche eines herkömmlichen Pflegeheims mit den Flächen für Bewohnerzimmer, so machen diese oft den geringsten Anteil einer Einrichtung aus. Während im Wohnungsbau beispielsweise etwa 90 Prozent der Flächen den Bewohnern zur Verfügung stehen, bleiben den Bewohnern der Pflegeheime oft nur noch 33 Prozent der Gesamtfläche für die individuelle Nutzung", erklärte Alexander Künzel, Vorstand der Bremer Heimstiftung, eines Trägers mit rund 2.600 Heimplätzen und Wohnappartements für alte Menschen. Aber ausgerechnet in dem für die Bewohner wichtigsten Bereich, ihrem Zimmer, solle zusätzlich Fläche eingespart werden, beklagte Künzel, der auch KDA-Kurator ist. Viel sinnvoller erscheine es, die oft überdimensionierten Flächen für Verwaltung und Hauswirtschaft zu reduzieren.

Positive Erfahrungen dazu hat das KDA mit seinem Hausgemeinschaftskonzept gemacht. Hier ist jedem Bewohner ein Einzelzimmer sowie eine ausreichende Gemeinschaftsfläche garantiert. Zudem stellte KDA-Architektin Hilde Buschmann heraus, dass bei intelligenter Planung zur Realisierung von Einzelzimmern ohnehin nur ein um sechs Prozent höherer Flächenbedarf als bei der Realisierung von Doppelzimmern entstehe.

Weitere Einsparpotenziale, ohne die Wohnfläche reduzieren zu müssen, seien zudem bei der Konstruktion, beim Material und bei der Ausstattung möglich, ergänzte der Architekt Dieter Schaarschmidt.

Doppelzimmer verursachen Stress bei Bewohnern und Personal

Die KDA-Pflegeexpertin Christine Sowinski untermauerte aus pflegerischer Sicht, warum Doppelzimmer nicht "wirtschaftlicher" sind. "Doppelzimmer tragen in der Regel zu einer uneffizienten Pflege bei, weil sie den persönlichen Raum eines Bewohners einschränken und verletzen", so die Psychologin. Durch eine höhere Geräuschs- und Geruchsbelästigung würde in der Folge oft Stress unter den Bewohnern entstehen, der sich in der Regel auch auf das Pflegepersonal übertrage. Zudem führe die Konfrontation mit den Leiden des anderen in der erzwungenen Doppelzimmer-Gemeinschaft oft zu Angstzuständen bei den Bewohnern. "Manchmal habe ich sogar beobachten können, dass sich die Defizite des gesundheitlich angeschlageneren Bewohners auf den Mitbewohner übertragen haben", berichtete Sowinski aus ihrer Arbeit in der Pflege. Probleme, die beim Einzelzimmer entfallen.

Außerdem haben die Architektinnen und Pflegeexperten des KDA bei ihren Beratungen festgestellt, dass viele Heimträger den Leerstand ihrer Doppelzimmer beklagen. Deshalb suchen sie beim KDA nach Modernisierungsvorschlägen, um ihre Doppelzimmerplätze wieder abzubauen.

Kuratorium Deutsche Altershilfe
Quelle: Pressemitteilung vom 11.10.2004 http://www.kda.de