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Seniorenwirtschaft in Nordrhein-Westfalen – Studie über die wirtschaftliche Lage älterer Menschen vorgelegt

Familienministerin stellt bundesweit einmalige Studie über Einkommen älterer Menschen vor / Ein Ergebnis der "Landesinitiative Seniorenwirtschaft NRW"

NRW-Ministerin Birgit Fischer: Ältere sind anspruchsvolle Kunden mit großer Kaufkraft - seniorengerechte Produkte und Dienstleistungen "Riesen- Chance" für die Wirtschaft - Potential für 100.000 neue Arbeitsplätze

Das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

"Ältere Menschen wollen nicht mehr verzichten, sondern sich etwas gönnen - vorausgesetzt Qualität und Service stimmen. Und das Geld dafür haben sie. Das ist eine Riesen-Chance für die Wirtschaft - wenn sie bei Produkten und Dienstleistungen ältere Menschen als anspruchsvolle Kunden ernst nimmt. Und das bedeutet ein Potential von 100.000 neuen Arbeitsplätzen in NRW."

Das sagte NRW-Familienministerin Birgit Fischer heute (28. Juli 2003) in Düsseldorf anlässlich der Vorstellung einer bundesweit einmaligen Studie über die wirtschaftliche Lage älterer Menschen und ihres Berichtes "Seniorenwirtschaft Nordrhein-Westfalen - ein Instrument zur Verbesserung der Lebenssituation älterer Menschen".

Die vom NRW-Familienministerium in Auftrag gegebene Studie "Einkommenssituation und -verwendung älterer Menschen in Nordrhein-Westfalen" zeigt: Die große Mehrheit (über 80 %) der älteren Menschen zwischen 55 und 80 Jahren lebt in NRW in finanziell guten bis sehr guten Verhältnissen:

Durchschnittlich verfügt ein Seniorenhaushalt in NRW über ein Nettoeinkommen von 2.550 € im Monat.

Die Haushalte Älterer in Nordrhein-Westfalen haben im Monat einen durchschnittlichen Betrag von 1.492 € zur freien Verfügung. Das sind pro Haushaltsmitglied durchschnittlich 710 €.

Neben den regelmäßigen Einkünften sind noch weitere Finanzquellen vorhanden: 87 % aller Haushalte verfügen über Barvermögen. 42 % der Haushalte besitzen ein Geldvermögen bis 12.750 €, 30 % besitzen zwischen 12.750 € und 51.000 € und 15 % stehen mehr als 51.000 € zur Verfügung.

62 % der befragten Haushalte verfügen über Haus-, Wohnungs- oder Grundeigentum; 51 % bewohnen ein eigenes Haus und 9 % eine Eigentumswohnung.

Fast 30 % des Haushaltsnettoeinkommens (669 € monatlich) werden durchschnittlich für das Wohnen aufgewendet.

Für die repräsentative Untersuchung wurden im Jahr 2002 insgesamt 5.013 Privathaushalte in NRW befragt, in denen mindestens eine Person zwischen 55 und 80 Jahren lebt. Die Projektleitung lag bei der Forschungsgesellschaft für Gerontologie, Dortmund und dem Institut für Arbeit und Technik, Gelsenkirchen.

Die Einkommensstudie ist ein Ergebnis der "Landesinitiative Seniorenwirtschaft NRW". Mit dieser bundesweit einmaligen Initiative - so die Ministerin - habe die Landesregierung Partner aus Wirtschaft, Handwerk, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Gesellschaft und Wissenschaft an einen Tisch geholt, um das Angebot an für Ältere geeigneten Produkten und Dienstleistungen auszubauen. Familienministerin Birgit Fischer: "Dadurch werden die Lebensqualität älterer Menschen verbessert, Arbeitsplätze in den Unternehmen gesichert, Kaufkraft mobilisiert und nicht zuletzt profilieren wir NRW als Kompetenzstandort für Fragen des Alters und der Seniorenwirtschaft."

Einige Beispiele:

Ältere Menschen und neue Medien sind heute kein Gegensatz mehr. Seniorinnen und Senioren nutzen das Internet beim bürgerschaftlichen Engagement, bei der Organisation von Reisen, für Behördenkontakte und Weiterbildung. Auch Hausnotrufdienste oder Überwachung der Gesundheit durch Telemedizin sind Einsatzmöglichkeiten der neuen Medien. Das Land hat beispielsweise die Einrichtung von rund 250 Senioren-Internet-Cafés und den Aufbau des Kompetenznetzwerks "Senioren-Online" gefördert.

Freizeit, Tourismus, Sport und Wellness sind für viele Ältere ein wichtiges Thema. Der Leitfaden "Ältere Menschen auf Reisen" gibt der Tourismusbranche Anregungen, Transfer zum Urlaubsort, Unterkunft, Service und Verpflegung auf ältere Reisende abzustimmen. Mit Internetinformationen und Qualifizierungsmaßnahmen will die Landesregierung das Reiseland NRW für Seniorinnen und Senioren aus der ganzen Bundesrepublik interessant machen.

Wohnen, Handwerk und Dienstleistungen: Altersgerechte Wohnungen und Hilfen im Alltag ermöglichen es, länger in der eigenen Wohnung zu leben. Das Modellprojekt der Handwerkskammer Düsseldorf "Wohnen im Alter" hat 250 Handwerker und Handwerkerinnen für eine seniorengerechte Wohnungsumgestaltung fit gemacht. Das Seminar gehört jetzt zum festen Weiterbildungsangebot. Das Qualitätssiegel "Betreutes Wohnen für Senioren/innen NRW" wird Standards der räumlichen Ausstattung, der Hilfeangebote und der vertraglichen Regelungen zwischen Mieter- und Vermieterseite festlegen.

Eine Marketingveranstaltung für seniorengerechte Produkte gemeinsam mit der Kammervereinigung NRW am 22. September in Köln soll kleinen und mittleren Unternehmen das bisher angesammelte Know-how zur Verfügung stellen.

Der Innovationspreis "Produkte & Dienstleistungen fürs Alter" unterstützt die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen für mehr Lebensqualität im Alter und soll den Standort Nordhein-Westfalen stärken. Der Preis wird am 3. November auf der Seniorenmesse "vitactiv" in Essen übergeben.

Familienministerin Birgit Fischer: "Die Beispiele zeigen, wohin wir mit der 'Landesinitiative Seniorenwirtschaft NRW’ steuern. Alter darf nicht als Defizit verstanden werden, sondern als Chance. Wir wollen unternehmerische Interessen und sozialpolitische Erfordernisse zusammenführen." Besonders wichtig - so die Ministerin weiter - sei, dass dieses Engagement nach Schätzungen von Wissenschaftlern (Institut für Arbeit und Technik und Forschungsgesellschaft für Gerontologie) in den letzten drei Jahren etwa 17.300 Arbeitsplätze geschaffen habe und bis zum Jahr 2015 etwa 100.000 weitere Arbeitsplätze schaffen könne.

Für Projekte der Seniorenwirtschaft stehen in diesem Jahr rund 1,2 Millionen € aus dem Landeshaushalt zur Verfügung.

Die "Landesinitiative Seniorenwirtschaft" geht auf einen Beschluss des nordrhein-westfälischen Bündnisses für Arbeit aus dem Jahr 1999 zurück. Die Federführung liegt beim Familienministerium des Landes NRW. Die Projekte der "Landesinitiative Seniorenwirtschaft" sind im Internet unter http://www.seniorenwirt.de zu finden.

Der Bericht "Seniorenwirtschaft Nordrhein-Westfalen - ein Instrument zur Verbesserung der Lebenssituation älterer Menschen" und die Studie "Einkommensssituation und -verwendung älterer Menschen in Nordrhein-Westfalen" finden sich auf der Homepage des Ministeriums www.mgsff.nrw.de unter "Familie - Senioren" oder können kostenlos schriftlich bestellt werden beim Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes NRW, Broschürenstelle, 40190 Düsseldorf.

Quelle: Pressemitteilung vom 28.7.2003
http://www.mfjfg.nrw.de