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Essen, den 30. Juli 2003

Pflege in Heimen: MDS fordert bessere Ernährung und Flüssigkeitsversorgung von älteren Menschen
Handlungshilfe vorgestellt

Der Medizinische Dienst hat bei Qualitätsprüfungen in der ambulanten und stationären Pflege zum Teil gravierende Qualitätsdefizite vor allem bei der Ernährung und Flüssigkeitsversorgung festgestellt. „Diesen Missstand hat der Medizinische Dienst zum Anlass genommen, die Handlungshilfe „Ernährung und Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen" zu erarbeiten", sagte der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS), Dr. Peter Pick, am 30.07.2003 auf einem Pressegespräch in Berlin.

Dazu Jürgen Brüggemann, Leiter der dafür zuständigen Projektgruppe: „Die Ernährung von pflegebedürftigen Menschen erfordert mehr Aufmerksamkeit von Pflegenden und muss deutlich besser werden. Die festgestellten Mängel führen zu einer drastischen Steigerung der Mortalität, zu einem erhöhten Sturz- und Frakturrisiko sowie zu schlechteren kognitiven Leistungen bei den Betroffenen". So könne es sein, dass ein Pflegebedürftiger allein aufgrund der unzureichenden Flüssigkeitsversorgung verwirrt sei und diese Verwirrtheit mit Psychopharmaka behandelt würde. Daraus könne ein Teufelskreis entstehen.

„Oft werden zudem hochgradig demente Menschen über Ernährungssonden versorgt, obwohl belegt ist, dass ihre Gesundheit damit nicht positiv beeinflusst wird und im Gegenteil, die Lebensqualität der Betroffenen darunter leidet", führte Dr. Christoph Kreck, Referatsleiter ambulante Versorgung beim MDK in Hessen und Mitglied der Projektgruppe, weiter aus.

In der Handlungshilfe stellt der Medizinische Dienst den aktuellen Stand der medizinisch-pflegewissenschaftlichen Kenntnisse zum Thema „Ernährung und Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen" dar. Sie geht auf die Grundlagen der Ernährungsphysiologie und die sozialen Aspekte des Essens und Trinkens ebenso ein, wie auf prophylaktische Maßnahmen zur Vorbeugung einer Mangelversorgung. Insgesamt soll sie der Pflege als praxisrelevante Zusammenfassung des aktuellen medizinisch-pflegerischen Wissens dienen und helfen Pflegefehler zu vermeiden. Es werden Lösungsmöglichkeiten und praktische Tipps zur Planung und Durchführung der Pflege aufgezeigt u.a. für die Gestaltung und den Umgang mit Ernährungs- und Trinkprotokollen.

„Wird diese Handlungshilfe von den Pflegeeinrichtungen genutzt, kann sie dazu beitragen, die Versorgungsqualität im Bereich Ernährung- und Flüssigkeitsversorgung zu verbessern", sagte Pick. Gleichzeitig kündigte er an, dass bei den Qualitätsprüfungen des Medizinischen Dienstes in der stationären und ambulanten Pflege die Ernährung und Flüssigkeitsversorgung auch zukünftig ein zentraler Prüfgegenstand sein wird. In der jetzt vorliegenden Form bilde die Handlungshilfe eine hochaktuelle und einzigartige Zusammenstellung themenspezifischen Wissens. Erstellt hat sie eine aus Pflegekräften und Ärzten bestehende Projektgruppe des Medizinischen Dienstes. Auch externer Sachverstand von Experten aus Medizin und Pflegewissenschaft wurde zu Rate gezogen. Ihre Erarbeitung ist ein Baustein der Beratungsaktivitäten der Medizinischen Dienste.

Die Handlungshilfe kann kostenfrei von der Internetseite des MDS (http://www.mds-ev.de) heruntergeladen oder gegen Zusendung eines mit 1,53 € frankierten, an sich selbst adressierten Briefumschlags beim MDS bestellt werden.

Quelle: Pressemitteilung vom 30.07.2003

www.mds-ev.de