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Arbeitsprogramm der Enquetekommission "Situation und Zukunft der Pflege in NRW"

In Nordrhein-Westfalen lebten im Jahr 2001 rund 18 Millionen Menschen, mehr als 4 Millionen waren über 60 Jahre alt. Prognosen der demographischen Entwicklung zeigen, dass der Anteil der über 60 Jährigen bei schrumpfender Gesamtbevölkerung weiter ansteigen wird. Eine fortschreitende Verschiebung von "jung" zu "alt" ist daher zu erwarten.

Pflegebedürftigkeit tritt insbesondere im Alter auf. Schon im Jahr 1999 (dem Jahr der letzten Datenerhebung) waren 465.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen als pflegebedürftig gemäß SGB XI eingestuft, annähernd die Hälfte hiervon waren über 80 Jahre alt. Darüber hinaus gibt es eine große Zahl hilfebedürftiger Menschen, insbesondere mit demenziellen Erkrankungen, die hiervon derzeit noch nicht erfasst werden. Die Sicherung einer bedarfsgerechten und menschenwürdigen Pflege ist vor diesem Hintergrund eine der wichtigsten gesamtgesellschaftlichen Aufgaben und Herausforderungen. Ziel ist es, die entsprechenden Rahmenbedingungen hierfür zu gestalten, um auch zukünftig die Menschenwürde und die hohe Qualität in der Pflege zu erhalten und für die kommenden Generationen zu verbessern.

Der nordrhein-westfälische Landtag hat diesen Gedanken aufgegriffen und die Enquetekommission "Situation und Zukunft der Pflege in NRW" eingesetzt. Der Kommission gehören neun Mitglieder des Landtages und sechs Sachverständige an. Durch die heterogene Zusammensetzung der Kommission sollen Erkenntnisse und Perspektiven unterschiedlicher Fachrichtungen aus Politik, Wissenschaft und Praxis gebündelt und der Blickwinkel auf die zu bearbeitenden Arbeitsfelder in der Pflege erweitert werden. Die pflegebedürftigen Menschen und die Pflegenden erhalten hierdurch eine zentrale Stellung in der gesellschaftlichen Diskussion in NRW.

Die Enquetekommission wird sich daher umfassend mit dem Komplex "Pflege" beschäftigen. Im Rahmen einer Bestandsanalyse sollen zuerst die aktuelle Situation und die Rahmenbedingungen der Pflege in Nordrhein-Westfalen beschrieben werden. Hierauf basierend werden die wichtigsten Problemfelder und sich daraus ergebende Arbeitsschwerpunkte identifiziert.

Aus den bestehenden Strukturen im Pflegesektor lassen sich schon jetzt folgende grundsätzliche Komplexe ermitteln, die einer genaueren Betrachtung bedürfen:

  • Prävention und Rehabilitation zu Vermeidung und Reduzierung von Pflegebedürftigkeit,
  • Pflegeforschung und Ausbildung als Grundlage qualitativ hochwertiger Pflege,
  • pflegende Angehörige und Ehrenamt als Basis in der Pflege,
  • professionelle Hilfe durch ambulante Dienste, teilstationäre Angebote und stationäre Einrichtungen,
  • neue Wohn- und Hilfeformen als Alternative und als Bestandteil einer neu ausgerichteten Alten- und Pflegeinfrastruktur sowie
  • die sich ergebenden Schnittstellen zwischen den verschiedenen Leistungsbereichen und deren erforderliche Vernetzung und Integration.

Die Enquetekommission "Situation und Zukunft der Pflege in NRW" sucht den Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen, denn eine menschenwürdige und qualitativ hochwertige Pflege zu ermöglichen ist eine gemeinschaftliche Aufgabe, die nur im Verbund aller gesellschaftlichen Kräfte zu erreichen ist.

Quelle: Pressemitteilung vom 28.11.2002
Landtag NRW