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»Betriebskrankenkassen veröffentlichen repräsentative Umfrage über Gesundheitsbewusstsein der Deutschen«

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Rund zwei Drittel der Deutschen fühlen sich wohl in ihrer Haut
Trotzdem: Mehr als ein Viertel nimmt täglich Medikamente (Quelle: Pressemitteilung vom 27.03.2000)

Die meisten Deutschen fühlen sich wohl in ihrer Haut: Rund zwei Drittel beurteilen ihren persönlichen Gesundheitszustand als "gut" (50 Prozent) oder sogar "sehr gut" (14 Prozent). Bezogen auf die Bevölkerung ab 14 Jahren sind das mehr als 40 Millionen Menschen, die sich gesund fühlen. Das geht aus einer heute in Berlin veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK Bundesverband) hervor. Die Umfrage wurde vom Bielefelder Emnid-Institut im Januar 2000 unter 2.100 Bundesbürgern ab 14 Jahren durchgeführt.
Von den Befragten bezeichnet ein Drittel ihren Gesundheitszustand als "mittelmäßig" (28 Prozent) oder sogar "schlecht" (5 Prozent). Das sind 21 Millionen Erwachsene ab 14 Jahren, die nach eigenen Angaben Probleme mit ihrer Gesundheit haben. In der Bundesrepublik leben zurzeit 63,5 Millionen Bürger ab 14 Jahren.

Häufigste Beschwerden: Laufende Nasen, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen
Obwohl knapp zwei Drittel der Bundesbürger mit ihrer Gesundheit zufrieden sind, klagten in den letzten vier Wochen 40 Prozent über eine "Erkältung", 26 Prozent über "Kopfschmerzen" und 25 Prozent über "Rückenschmerzen". Unter "Bluthochdruck" und unter "Muskel- und Gelenkschmerzen" litten jeweils 15 Prozent der Bundesbürger.
Die "Erkältung" war laut Umfrage der Betriebskrankenkassen auch der häufigste Grund für einen Arztbesuch. Jeder fünfte Bundesbürger (22 Prozent) war deswegen im letzten Monat beim Arzt. 17 Prozent kamen wegen "Bluthochdruck" in die Sprechstunde. 16 Prozent gingen wegen "Rückenschmerzen" zum Arzt und 10 Prozent wegen ";Muskel- und Gelenkschmerzen".

Mehr als ein Viertel greift täglich zu Tabletten & Co.
Obwohl sich die meisten Bundesbürger gut fühlen, ist der Medikamentenkonsum laut Umfrage der Betriebskrankenkassen hoch. Mehr als ein Viertel der Bundesbürger (28 Prozent) nimmt täglich ein Medikament ein. Allerdings sind diese Personen meistens auf Grund ihrer Beschwerden auf Medikamente angewiesen: Am häufigsten werden Präparate gegen "Bluthochdruck" (30 Prozent) eingenommen, gefolgt von Mitteln gegen "Herzbeschwerden" (24 Prozent) und Medikamenten gegen "Diabetes" (13 Prozent).

Gesunde Ernährung schreiben viele groß - Frauen ernähren sich gesünder als Männer
Offenbar wissen viele, dass eine gesunde Ernährung die Immunabwehr stärkt und Erkrankungen vorbeugt. Deshalb machen sich erstaunlich viele Bundesbürger Gedanken über eine gesunde Ernährung. So steht bei mehr als der Hälfte (53 Prozent) täglich Obst und Gemüse auf dem Speiseplan. Vor allem Frauen greifen dazu: Fast zwei Drittel der Frauen (63 Prozent) essen jeden Tag Obst und Gemüse, bei den Männern ist es nicht einmal die Hälfte (42 Prozent), die täglich dazu greift.
Der Fettgehalt einer Mahlzeit ist für rund die Hälfte der Bundesbürger (47 Prozent) ein Thema, 39 Prozent denken über den Vitamingehalt nach, 38 Prozent über die Kalorien. Dabei beschäftigen sich vor allem Frauen mit dem Gehalt ihres Essens: 57 Prozent denken an den Fettgehalt (Männer: 36 Prozent), 50 Prozent an den Kaloriengehalt (Männer: 26 Prozent) und 47 Prozent der Frauen beschäftigen sich mit dem Vitamingehalt (Männer: 31 Prozent).

Fast jede zweite Frau und jeder fünfte Mann haben "Diät-Erfahrung"
Nach wie vor versuchen zahlreiche Bundesbürger, mit einer Diät Gewicht zu verlieren. Rund ein Drittel der Bevölkerung ab 14 Jahren (31 Prozent) - fast 20 Millionen Menschen - hat mindestens einmal eine Diät gemacht, Frauen (41 Prozent) bedeutend häufiger als Männer (20 Prozent). Im Durchschnitt liegen bereits fünf Diäten hinter jedem "Diät-Erfahrenen". Die Betriebskrankenkassen weisen darauf hin, dass Diäten auch zu Übergewicht führen können, weil sie den Stoffwechsel durcheinander bringen. Wer sich mit abwechslungsreicher Kost ernährt und sich um eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen kümmert, braucht in der Regel keine Diät und beugt Übergewicht vor.

Normalgewicht fördert Wohlbefinden
Das Fehlen von Fettpölsterchen steigert in der Regel das Wohlbefinden. So geben Übergewichtige häufiger als der Rest der Bevölkerung an, dass sie ihren persönlichen Gesundheitszustand für nur "mittelmäßig" (35 Prozent) oder "schlecht" (7 Prozent) halten. Sie haben in den letzten vier Wochen überdurchschnittlich häufig unter verschiedenen Beschwerden gelitten: 24 Prozent der Übergewichtigen haben über "Bluthochdruck" geklagt (Bevölkerung: 15 Prozent), 10 Prozent über "Herzbeschwerden" (Bevölkerung: 8 Prozent) und 15 Prozent über "Schmerzen in den Beinen/Venenproblemen" (Bevölkerung: 10 Prozent).

Sport entscheidender Faktor für Wohlbefinden
Sport ist für viele Bundesbürger ein fester Bestandteil in ihrer Freizeit. Mehr als ein Drittel der Bundesbürger (37 Prozent) treibt regelmäßig Sport in der Freizeit, meistens ein bis zwei Mal pro Woche (60 Prozent).
Ein vernünftiges Sportprogramm stärkt die Abwehrkräfte. Wer regelmäßig Sport treibt, fühlt sich weitaus wohler in seiner Haut als diejenigen, die sich nicht regelmäßig bewegen: 79 Prozent der "Sportler" bezeichnen ihren Gesundheitszustand als "gut" (56 Prozent) oder "sehr gut" (23 Prozent). Sie leiden bedeutend seltener unter "Bluthochdruck" (8 Prozent) als "Nicht-Sportler" (19 Prozent). Auch über "Schmerzen in den Beinen/Venenproblemen" klagen "Sportler" weitaus weniger (4 Prozent) als "Nicht-Sportler" (13 Prozent), ebenso über "Herzbeschwerden" ("Sportler": 4 Prozent, "Nicht-Sportler": 9 Prozent).
Die Hälfte der Personen, die regelmäßig Sport treiben, tun dies "ein bis zwei Stunden" lang (47 Prozent), ein Drittel "zwischen 30 Minuten und einer Stunde" (34 Prozent). In dieser Zeit steht in der Gunst der Sportler "Schwimmen" (27 Prozent) ganz oben, gefolgt von "Radfahren" (23 Prozent) und "Gehen, Wandern, Walking" (20 Prozent). "Gymnastik/Stretching" ist vor allem bei Frauen sehr beliebt (33 Prozent, Männer: 8 Prozent), während Männer "Fußball" bevorzugen (26 Prozent, Frauen: 1 Prozent).

Gefühl ist gut, Kontrolle ist besser
Wie wichtig die Bundesbürger ihre Gesundheit nehmen, zeigt auch die Teilnahme an Kontrolluntersuchungen. Am häufigsten nehmen die Versicherten den "jährlichen Kontrollbesuch beim Zahnarzt" (64 Prozent) in Anspruch. Zur "Krebsvorsorge-Untersuchung" sind 51 Prozent der Frauen und 25 Prozent der befragten Männer gegangen. Ein Viertel aller Befragten (24 Prozent) haben einen Sehtest gemacht, und jeder zehnte (12 Prozent) einen Hörtest.

Die Formel für Gesundheit und Wohlbefinden
Die Betriebskrankenkassen weisen darauf hin, dass eine gesunde, ausgewogene Ernährung wichtig für das Wohlbefinden ist. Häufige Diäten hingegen können der Gesundheit sehr stark schaden. Die Experten raten zu einer abwechslungsreichen Kost mit viel Obst und Gemüse, vielen Ballaststoffen, aber wenig Fett und wenig Zucker. Wie eine ausgewogene Ernährung aussehen sollte und wer Ernährungskurse anbietet, wissen die Betriebskrankenkassen und alle anderen gesetzlichen Krankenkassen. Auch ausreichend zu trinken ist wichtig für das Wohlbefinden. Zwei bis zweieinhalb Liter Flüssigkeit sollte man täglich zu sich nehmen, am besten Mineralwasser, verdünnte Obstsäfte, Kräuter- oder Früchtetee.
Sportliche Aktivitäten erhöhen das körperliche Wohlbefinden ebenfalls. Sport stimuliert die Abwehrkräfte, weil der gesamte Organismus aktiviert und mit Sauerstoff versorgt wird. Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie Joggen, Walking, Schwimmen oder Radfahren. Im Zweifelsfall sollte man einen Arzt fragen, welcher Sport geeignet ist. Mit Sport kann man auch Stress abbauen, der die Krankheitsanfälligkeit erhöht.
Darüber hinaus kann man mit Sport und Bewegung Rückenschmerzen vorbeugen, über die zahlreiche Bundesbürger klagen. Eine gut trainierte Rückenmuskulatur entlastet die Wirbelsäule und kann Bandscheibenschäden verhindern. Gezielte Gymnastik für Bauch- und Rückenmuskulatur ist die beste Vorbeugung gegen Rückenerkrankungen.
Zur Stärkung des Immunsystems ist es auch wichtig, regelmäßig und ausreichend zu schlafen. Wem es schwer fällt abzuschalten, kann Entspannungstechniken unter fachlicher Anleitung erlernen. Informationen über die Anbieter von Kursen, in denen Entspannungstechniken gelehrt werden, können bei den Betriebskrankenkassen und allen anderen gesetzlichen Krankenkassen erfragt werden.

Werner Schell (9.4.2000)