Pflegemissstände im Altenheim - Anzeigen?!

Arbeits- und Arbeitsschutzrecht, Allgemeine Rechtskunde (einschließlich Staatsrecht), Zivilrecht (z.B. Erbrecht)

Moderator: WernerSchell

Mimmi
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Pflegemissstände im Altenheim - Anzeigen?!

Beitrag von Mimmi » 05.05.2008, 15:34

Aktuelle Informationen zur Pflege ------> http://www.wernerschell.de/ProPflege/index.htm

Pflegemissstände im Altenheim - Anzeigen?!

Hallo!
ich brauche hilfe wie und wo ich eine Anzeige machen kann(Anonym habe angst)wegen Mißstände im Altesheim,es wird gefärliche pflege geleistet,Bw wenn zu laut sind werden im Zimmer alleine gelassen,geht auch um Mitarbeiter die sind gemobbt durch dem Chef und 2-3 Arch.....kriecher,zur zeit ist fast die hälfte von Mitarbeiter Krank geschrieben weil sie nicht mehr können und haben Angst.

Rob Hüser
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Pflegemissstände - Team Werner Schell kontaktieren!

Beitrag von Rob Hüser » 05.05.2008, 15:54

Hallo,
ich rate, mit dem Team Werner Schell - http://www.wernerschell.de Kontakt aufzunehmen.
Dort gibt es Beratungshilfe. Von einer anonymen Anzeige rate ich ab!
MfG Rob

Cicero
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Anonyme Anzeigen - eher nicht!

Beitrag von Cicero » 05.05.2008, 17:32

Anonyme Anzeigen - eher nicht!

Ich bin auch der Meinung, dass man ernstlich zu einer anonymen Anzeige nicht raten kann. Solche Anzeigen, wenn sie denn überhaupt bearbeitet werden, führen auch leicht dazu herauszufinden, wer denn der Schreiber war. Also insoweit ist nichts gewonnen.
Pflegemissstände müssen politisch und ganz gezielt durch kompetente Institutionen angegangen werden. Insoweit halte ich die Kontaktaufnahme zum Team Werner Schell auch für vernünftig.

Cicero
Politisch interessierter Pflegefan!
Im Gleichklang: Frieden - Ausgleich - Demokratie - und: "Die Menschenwürde ist unantastbar"!

didado
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Beitrag von didado » 06.05.2008, 16:50

Hi Mimmi !

Als angestellte und unter Vertrag stehende Pflegekraft würde ich keine Anzeige tätigen, denn zunächst zuständig ist der Arbeitgeber. Würdest Du diesen übergehen, dann sieht das arbeitsvertraglich immer gar nicht gut aus. Also Finger erst mal weg davon !
Rob Hülser und Cicero hatten da schon Pflege-Selbsthilfeverband e.V. die richtige Idee, denn Du kannst selbstverständlich "in deinem Bekanntenkreis" solche Zustände erzählen. Insbesondere dann, wenn immer weider offensichtlich fahrlässige Körperverletzung in der Pflege betrieben wurde. Klar muß dir allerdings sein, wenn gegen deinen Arbeitgeber vorgegangen wird, dann wird der Arbeitgeber dich als "Nestbeschmutzer verdächtigen". Hier sollte sogleich Abhilfe zur Hand sein !

Aufwiederschreiben
didado

Sabrina Merck
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Pflegemissstände im Altenheim - Anzeigen?!

Beitrag von Sabrina Merck » 07.05.2008, 07:09

Mimmi hat geschrieben: ... ich brauche hilfe wie und wo ich eine Anzeige machen kann (Anonym habe angst) wegen Mißstände im Altesheim, es wird gefärliche pflege geleistet, ...
Guten Morgen Mimmi,
ich rate, wie bereits ausgeführt, zur Vorsicht. Die plakativen Aurufe einiger Pflegekritiker, Pflegekräfte sollen mehr Zivilcourage haben, sind m. E. wenig hilfreich. Falsche Reaktionen führen nur in die Arbeitslosikeit. Dafür gibt es jede Menge Beispiele.
Ich würde daher auch zu einer Kontaktaufnahme mit dem Team W. Schell raten. Dort kennt man die Pflegemisere und weiß, wie man zu reagieren hat.
MfG
Sabrina
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk!
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

PflegeCologne
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Pflegemissstände im Altenheim - Anzeigen?!

Beitrag von PflegeCologne » 14.05.2008, 06:45

Die Frage nach anonymen Anzeigen stellt sich immer wieder. Ich habe insoweit auch schon nachgedacht und meine, dass wir Pflegekräfte offensiver mit Missständen umgehen sollten. Wir sollten aufgrund unserer Qualifikation in den Einrichtungen stärker für gute und angemessene Pflege eintreten, mit Argumenten und durch Handeln. Dazu wird es unvermeidlich sein, mit vorgesetzten Dienstkräften, die oftmals nur nach Kostenerwägungen entscheiden (können), zu diskutieren. Unter Umständen müssen Überlastungsanzeigen geschrieben werden. Mit Anzeigen nach außen muss man vorsichtig sein, dass sind nämlich rechtlich Verletzungen der Treuepflicht (oder wie man das nennen mag) und können entsprechend geahndet werden (schlimmstenfalls mit fristloser Kündigung - da gibt es Beispiele). Daher würde ich mich auch beraten lassen.

PflegeCologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

Gaby Modig
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Kündigungsschutz ... Pflegemissstände ansprechen

Beitrag von Gaby Modig » 15.05.2008, 06:57

Kündigungsschutz ... Pflegemissstände ansprechen

Es erscheint mir notwendig, dass Arbeitnehmer / Innen auf Pflegemissstände hinweisen. Allerdings sind dabei die Treuepflichten gegenüber dem Arbeitgeber zu beachten. Denn sonst gibt es Probleme!
Siehe zum Thema in diesem Forum unter
Kündigungsschutz ...
viewtopic.php?t=6973

MfG Gaby Modig

Rauel Kombüchen
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Rechtsverletzungen nicht zulassen!

Beitrag von Rauel Kombüchen » 22.05.2008, 07:56

Rechtsverletzungen nicht zulassen!

Meine Meinung zu Diskussionen in diesem Forum:
Anonyme Anzeigen - eher nicht!
viewtopic.php?t=8782
Fussek kritisiert Pflegende - `40 % sind ungeeignet`
viewtopic.php?t=8862
Skandalöse Zustände in Pflegeheimen
viewtopic.php?t=8848

Pflegekräfte sollen / müssen Missstände, Rechtsverletzungen, im Betrieb problematisieren und konsequent für menschenwürdige Pflegebedingungen eintreten. Allerdings ist es m.E. notwendig, den Pflegekräften flankierend Schutz gewähren, damit sie nicht postwendend in der Arbeitslosigkeit landen. Es müssen gesetzliche Voraussetzungen geschaffen werden, die Einsatz für menschenwürdige Pflegebedingungen nachteilsfrei ermöglichen!

Rauel

thorstein
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Beitrag von thorstein » 22.05.2008, 18:46

Leider kann ich aus dem Eingangsbeitrag nicht erkenne, um welche Art von gefährlicher Pflege es hier geht. Wenn aber als Beipiel genannt wird:
"Insbesondere dann, wenn immer weider offensichtlich fahrlässige Körperverletzung in der Pflege betrieben wurde" hört der Spass doch längst auf. Drohender Verlust des Arbeitsplatzes hin oder her: So etwas nicht anzuzeigen ist auch strafbar.

Rob Hüser
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Vollzogene Straftat - keine Anzeigepflicht !

Beitrag von Rob Hüser » 23.05.2008, 06:00

thorstein hat geschrieben: .... Drohender Verlust des Arbeitsplatzes hin oder her: So etwas nicht anzuzeigen ist auch strafbar. ....
Guten Morgen alllerseits,
dass Pflegemängel abgestellt gehören, ist wohl kaum umstritten. Niemand will eigentlich Pflege, die gegen Recht und Gesetz verstößt. Sie ist allein an den Grundsätzen der Menschenwürdegarantie auszurichten.
Allerdings gibt es keine Anzeigepflicht bei vollzogenen Straftaten. Das Strafgesetzbuch sieht in den §§ 138, 139 nur eine sehr eingeschränkte Anzeigepflicht bei bestimmten geplanten Verbrechen vor. Dieses Thema spielt ja auch immer eine gewichtige Rolle, wenn es um die Schweigepflicht geht (§ 203 StGB). Eine Anzeige kann ausnahmsweise bei einer Güterabwägung gerechtfertigt sein. Insoweit sind aber schwierige Rechtsfragen zu bedenken.
Ich bleibe bei meinem bereits früher gegebenen Hinweis. Das Vorgehen bei nicht regelgerechter Pflege(bedingungen) muss immer sorgsam bedacht werden.
MfG
Rob

Hildegard Kaiser
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Überlastungsanzeigen müssen her

Beitrag von Hildegard Kaiser » 02.06.2008, 07:19

Hallo Mimmi,
rein rechtlich kommt man in der beschriebenen Situation nur weiter, wenn man mit Überlastungsanzeigen / Entlastungsanzeigen bzw. durch die Einschaltung der Arbeitnehmervertretung reagiert. Natürlich kann man auch eine anonyme Anzeige erstatten, aber diese kann ggf. zurückverfolgt werden. Dann wäre eine fristlose Kündigung fällig. Es ist also schwierig für die MitarbeiterInnen. Manch einer hat sich ja schon in die Krankschreibung gerettet. Das ist aber keine Dauerlösung.
Wie sieht die Situation denn aktuell aus?
MfG
Hilde

Gaby Modig
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Pflegekritik bitte differenziert und mit Alternativen

Beitrag von Gaby Modig » 13.07.2008, 07:11

Guten Morgen Forum, MitleserInnen, MitstreiterInnen,

ich lese seit einigen Wochen viele Beiträge über Claus Fussek; er ist der Pflegekritiker mit großen Verdiensten. Das vorweg.
Aber Claus Fussek ist zunehmend "auf Abwegen". Hat er doch jüngst 40% der Pflegekräfte für schlicht ungeeignet erklärt. Dem haben zahlreiche Personen widersprochen! Die Erklärung FusseK`s ist in diesem Punkte natürlich nicht haltbar.
Klar muss doch jedem Kener der Pflegeszene sein, dass nicht die Pflegekräfte die Verantwortung für die schlechten Pflegebedingungen haben, sondern das System nicht wohl geordnet ist. Anders: die Pflegerahmenbedingungen sind so schlecht, dass es offensichtlich keine guten Heime geben kann. Denn unter den Voraussetzungen, die der Gesetzgeber und die Trägerverantwortlichen geschaffen haben, ist gute angemessene Pflege nicht leistbar. Daraufhin aber die Kritik an den Pflegekräften festzumachen, ist schlichtweg falsch und unverantwortlich. Es gibt im Übrigen einen gravierenden Pflegekräftemangel. Herr Schell hat in diesem Forum seit Jahren bemerkt, dass rd. 20% Pflegekräfte fehlen. Diesbezüglich gibt es auch stützende Erklärungen der Ärzteschaft. Selbst Ulla Schmidt scheint kapiert zu haben, denn sie gibt jetzt den Krankenhäusern über Jahre verteilt zusätzlich 21.000 Pflegekräfte. Und dazu wäre zu sagen: Und wo bleibt die Heimpflege?
Was mich auch stört, ist der Umstand, dass die Pflegekritik von Claus Fussek seit jahren mit einheitlichen Sprachmustern erfolgt und kaum einen Lösungsansatz beinhaltet. Wird er bei Diskussionen in die Enge getrieben, gibt es plötzlich auch gute Heime, die hat er selbst gesehen. Er kennt dann auch angeblich gute Heimleitungen usw.
Ich denke, dass solche Diskussionsbeiträge nicht benötigt werden, sie sind weder konstruktiv, noch enthalten sie Lösungsansätze.
Zahlreiche Gespräche mit Pflegekräften haben mir Veranlassung gegeben, diesen Text zu posten. Es ist also keine Einzelmeinung.

Es grüßt
Gaby Modig

Dieses Statement passt zu zahlreichen Beiträgen in diesem Forum:
viewtopic.php?t=9214
viewtopic.php?t=9232
viewtopic.php?t=8862
viewtopic.php?t=7133&highlight=robin
viewtopic.php?t=9208
viewtopic.php?t=9240

Bajuware
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Sprechblasen deutlich und deftig

Beitrag von Bajuware » 13.07.2008, 14:23

Sprechblasen deutlich und deftig

Hi Leute,
"unser" Claus Fussek es nicht mehr zu bremsen; meint er doch, der einzig wahre Pflegekritiker zu sein. Leider hat er nicht bemerkt, dass die Sender ihn vornehmlich als Showpartner nutzen. Wer Claus bringt, hat die Gaudi garantiert mit eingekauft. Das brauchen wir doch in Bayern, auch anderswo? Schade, dass hier die Versorgung der alten Menschen im Spiel ist, sie eignet sich eigentlich weniger zur Gaudi. Die Claus`schen Sprüche über den Niedergang der Pflege sind seit Jahren eingeübt und sind als eine Art "Sprechblasen" wohl nicht mehr veränderbar. Die sachbezogene Diskussion war nie sein Ding. Er liebt es deutlich und vor allem deftig. Die Begründbarkeit der Behauptungen ist ihm im Detail nicht so wichtig. Alternativen hört man man nur ansatzbar bis garnicht. Leider.
Grüße aus dem Süden in alle Richtungen!
Die Rahmenbedingungen des Pflegesystems stimmen nicht (mehr)! Dies gilt es zu beklagen. Pflegebedürftige und Pflegepersonal leiden unter dem System. - Verantwortungsträger sind gefordert!

Kimmi
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Seriöse Kritik mit Alternativvorschlägen - bitte!

Beitrag von Kimmi » 14.07.2008, 06:57

Seriöse Kritik mit Alternativvorschlägen - bitte!

Guten Morgen Forum!

Ich denke, dass wir uns klar machen müssen, dass die Medien Verantwortung tragen für das, was gesendet wird. Sie sind es doch, die in erster Linie an die Quote denken und Berichte immer wieder auf "Skandalisierung" trimmen. Daher wollen sie auch zur Pflege nur reißerische Berichte.
Leider lässt sich Claus Fussek dazu missbrauchen. Er bedient die Medien mit seinen Sprüchen und meint, damit der Pflege einen Gefallen zu tun. Er verkennt aber die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung.
Besser wäre es, sachlich zu informieren und, wie mehrfach gefordert, Alternativen aufzuzeigen.
Die Pflegekräfte in großer Zahl als ungeeignet zu bezeichnen, war der größte Fehler, den Claus Fussek in jüngster Zeit begangen hat. Er sollte diese Aussage schnellstens korrigieren. Wir Pflegekräfte sind schon seit Längerem die "Prügelknaben", und nun setzt Claus Fussek noch einen oben drauf. Inakzeptabel!
Pflegekritiker ja, aber mit seriösen Botschaften, vor allem in Richtung unserer Politiker. Denn die müssen schließlich das schlechte Pflegesystem sanieren. Wer denn sonst???

Liebe Grüße und eine gute Woche
Kimmi

Marlene Böttinger
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Seriöse Kritik mit Alternativvorschlägen - bitte!

Beitrag von Marlene Böttinger » 15.07.2008, 18:31

Kimmi hat geschrieben:... Pflegekritiker ja, aber mit seriösen Botschaften, vor allem in Richtung unserer Politiker. Denn die müssen schließlich das schlechte Pflegesystem sanieren. Wer denn sonst??? ...
Meine volle Zustimmung!

M.B.

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