Medikamentöse Versorgung alter Menschen in Heimen

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

Moderator: WernerSchell

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Medikamentöse Versorgung alter Menschen in Heimen

Beitrag von Presse » 07.10.2011, 07:09

Medikamentöse Versorgung alter Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen gefährdet Pflegequalität

Die wissenschaftlich notwendige Qualität der medikamentösen Versorgung in Alten- und Pflegeeinrichtungen findet als sozialmedizinische Problematik nicht ausreichend Beachtung. Diese Qualität ist mittlerweile auch von zahlreichen wissenschaftlichen Studien als unzureichend bewertet worden. Diese Problematik potenziert sich mit dem demografischen Wandel und wird – vor dem Hintergrund der Diskussion um Pflegereform und Kostenentwicklung - immer unverständlicher.

Versorgungswirklichkeit

Oft erfolgen die Verordnungen vieler Ärzte ohne eingehende Analyse als Dauermedikation und absolut üblich auch die fehlende Abstimmung zwischen Haus- und Facharzt.

Die medikamentöse Fixierung sowie die Nichtbeachtung von therapeutisch relevanten Interaktionen und anderen Medikationsfehlern führen häufig zu vermeidbaren Arzneimittelwirkungen. Hohe Folgebehandlungskosten, noch mehr Pflegeaufwand in den Pflegeeinrichtungen und vor allem eine Verschlechterung der Lebensqualität der Bewohner sind das Ergebnis der derzeitigen medikamentösen Versorgungswirklichkeit.

Anhand von zahlreichen Studien und zuletzt auch Dank der systematischen Analyse von 617 Bewohnern in den 6 stationären Einrichtungen der Sozial Holding der Stadt Mönchengladbach GmbH wurde festgestellt, dass die Multipharmazie der Analgetika, unter anderem eines der risikoreichsten Schmerzmitteln Novaminsulfon, einen Wert über dem Maß von 100 % erreicht. Ebenfalls erreichen Neuroleptika und Benzodiazepine zusammen eine Verordnungsrate von 100 %.

Ausgelöst durch die öffentliche Diskussion um die Veröffentlichung der Priscus-Liste zu Beginn des Jahres 2011 hatte sich damals die Sozial-Holding entschlossen einen pharmazeutisch-technischen Assistenten einzustellen, der die Situation in den städtischen Einrichtungen analysiert. Bei der Überprüfung der Einrichtungen wurden die Bewohnermedikationen auf Priscus-Arzneimittel überprüft. Dies sind Arzneimittel oder Wirkstoffe, die sich unter anderem negativ auf die Tätigkeit des Gehirns auswirken und weitere neue Beschwerden wie das delirante Syndrom und Sturzereignisse samt Oberschenkel- und Hüftfrakturen hervor bringen können.

Es wurde festgestellt, dass diese Arzneimittel zu mehr als 54% verordnet werden. Umgerechnet kosten allein die verordneten Arzneimittel aus der Priscus-Liste bezogen auf die Bewohner der Sozial-Holding weit mehr als 5000,- € monatlich und dabei sind die gewünschten oder zu erwartenden Wirkungen mehr als fraglich. Der Geschäftsführer der Sozial-Holding, Helmut Wallrafen-Dreisow, sagt dazu: „Es kann doch nicht sein, dass wir seit Jahrzehnten für eine Verbesserung der Personalschlüssel kämpfen und auf der anderen Seite sinnlose, kostenintensive und teilweise gesundheitsgefährdende Medikamente verordnet und verabreicht werden.“

Die Folgen und Konsequenzen der Einnahme solcher Medikamenten-Mixturen von durchschnittlich 6,3 Dauerverordnungen und 2,1 Bedarfsverordnungen täglich bedeuten noch mehr Pflegeaufwand, häufige Notarzteinsätze, Krankentransporte und Krankenhausaufenthalte. Fakten, die den Pflegekassen bekannt sind, gelegentlich von deren Geschäftsführern auch öffentlich beklagt, aber anscheinend nicht systematisch bekämpft werden. In dem Zusammenhang gehört ebenfalls die verbindliche Dokumentationspflicht von Ärzten und deren Verpflichtung zur „Bringschuld“ bezogen auf die Verordnung und persönlichen zur Verfügungstellung der Rezepte. Dazu Wallrafen-Dreisow: „ Die Kosten, die Heimträger und häufig auch Apotheken haben, um die rechtlich relevante Situation (keine Medikamentenverabreichung ohne Rezept) herzustellen gehen zu Lasten eigentlicher Aufgaben. Arztbudgetdiskussionen gehen hier zu Lasten anderer Berufsgruppen.“

Die Umsetzung der Rahmenbedingungen zur Vermeidung von Fehlversorgungen und die darauf entfallenden Kosten der Krankheitsbehandlungen bedürfen endlich klarer politischer Vorgaben und Umsetzungen!

Für weiter Rückfragen steht Ihnen die Geschäftsführung gerne zur Verfügung.

Quelle: Pressemitteilung vom 06.10.2011
Helmut Wallrafen-Dreisow - Geschäftsführer
Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach GmbH
Königstr. 151
41236 Mönchengladbach
Tel. 02166 - 455 4100
Fax 02166 - 455 4119
Internet: http://www.sozial-holding.de/[/b]

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Medikation bei älteren bzw. pflegebedürftigen Menschen

Beitrag von WernerSchell » 07.10.2011, 07:41

Medikation bei älteren bzw. pflegebedürftigen Menschen

Das Thema Medikation bei älteren bzw. pflegebedürftigen Menschen wurde von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk bereits wiederholt aufgegriffen und problematisiert.
In mehreren Pressemitteilungen hat Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk auf die Versorgungsmängel bei der Medikation aufmerksam gemacht und Folgerungen angemahnt.
Es ist sehr zu begrüßen, dass die Sozial-Holding in Mönchengladbach eine eigene Überprüfung der Versorgungssituation durchgeführt hat und sich veranlasst sieht,
die Behebung der vielfach beklagten Fehlversorgung mit Medikamenten einzufordern.

Näheres ergibt aus der Pressemitteilung der Sozial-Holding in Mönchengladbach vom 06.10.2011. Sie ist nachlesbar unter
viewtopic.php?t=16457

Siehe im Übrigen u.a. die Beiträge unter
Gefährliche Medikamente für Ältere - Liste informiert
viewtopic.php?t=14576&highlight=priscus
Demenzkranke - Medikation verbessern !
viewtopic.php?t=15951&highlight=priscus
Problem Multimedikation bei Älteren
viewtopic.php?t=13375&highlight=priscus
Psychopharmaka - Zurückhaltung bei der Verordnung
viewtopic.php?t=15675&highlight=priscus
Gesünder ohne Medikamente! Mehr Zuwendung für Ältere!
viewtopic.php?t=6880&highlight=priscus
Bewegung - Leistungsknick im Alter vermeiden
viewtopic.php?t=15286&highlight=priscus
Notfälle im Alter sind komplizierter
viewtopic.php?t=16380&highlight=medikation
Nur noch halb so viele Tabletten im Alter
viewtopic.php?t=16411&highlight=medikation
Psychopharmaka im Altenheim
viewtopic.php?t=3595&highlight=medikation
Verblistern - Medikamentengabe einschränken - mehr Zuwendung
viewtopic.php?t=8211&highlight=medikation
BARMER GEK Arzneimittelreport - Fragwürdige Verordnungen
viewtopic.php?t=15935&highlight=medikation
Neuroleptika - Ruhe auf Rezept
viewtopic.php?t=10988&highlight=medikation
Hohe Fehlerquote bei der Zuteilung von Medikamenten
viewtopic.php?t=15503&highlight=medikation
Medikation - Schäden bei älteren Menschen
viewtopic.php?t=16026&highlight=medikation
Erhöhte Leberwerte durch Medikamenten-Einnahme
viewtopic.php?t=16458
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Sozial-Holding warnt: Zu viel Arznei in der Pflege

Beitrag von Presse » 31.10.2011, 18:05

Mönchengladbach
Sozial-Holding warnt: Zu viel Arznei in der Pflege


Mönchengladbach (RP). Die Versorgung mit Medikamenten alter Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen gefährdet die Qualität der Pflege. Das befürchtet Helmut Wallrafen-Dreisow, Geschäftsführer der städtischen Sozial-Holding. So erfolgten Verordnungen vieler Ärzte in Pflegeheimen ohne hinreichende Analyse als Dauermedikation. Die Sozial-Holding mahnt auch eine "fehlende Abstimmung zwischen Haus- und Facharzt" an. Daher komme es bei der Pflege alter Menschen immer wieder zu vermeidbaren Nebenwirkungen von Arzneimitteln. Das wiederum habe hohe Behandlungskosten, noch mehr Pflegeaufwand und vor allem eine Verschlechterung der Lebensqualität der Bewohner zur Folge. …. (weiter)
Quelle: Rheinische Post vom 27.10.2011
http://www.rp-online.de/niederrhein-sue ... -1.2530385

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Krankheiten nach Maß (Pillen nach Maß)

Beitrag von WernerSchell » 11.11.2011, 07:23

Krankheiten nach Maß (Pillen nach Maß) - TV-Tipp 11.11.2011
viewtopic.php?t=16573
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Nebenwirkungen von Schmerzmittel - TV 14.11.2011

Beitrag von Presse » 13.11.2011, 11:06

Nebenwirkungen von Schmerzmittel werden unterschätzt

Hamburg (ots) - Das Bundesgesundheitsministerium wird nach Informationen der NDR Dokumentationsreihe "45 Min" Anfang 2012 darüber entscheiden, ob die Packungsgrößen für rezeptfreie Schmerzmittel verkleinert werden sollen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte in den vergangenen Monaten eine Begrenzung der Medikamente auf vier Anwendungstage gefordert.

Der Erlanger Pharmakologe Kay Brune sagte "45 Min", dass den Kunden durch eine Packungsverkleinerung bewusster werden könnte, dass es sich bei Schmerzmitteln nicht um harmlose Pillen handelt. Brune fordert in der Dokumentation "45 Min - Mythos Aspirin" (Montag, 14. November, 22.00 Uhr, NDR Fernsehen) langfristig eine Rezeptpflicht für die Schmerzmittel Aspirin und andere ASS-Produkte sowie für Paracetamol. Nach Ansicht des Hamburger Spezialisten Friedrich Hagenmüller haben Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) als Schmerzmittel sogar "ausgedient".

Jedes Jahr sterben in Deutschland nach Schätzungen von Pharmakologen und Ärzten zwischen 1000 und 5000 Menschen an blutenden Magen- und Darmgeschwüren oder Magendurchbrüchen, die unter anderem durch ASS ausgelöst werden. Auch Nierenschäden und Asthma-Anfälle können auf den Wirkstoff ASS zurückgeführt werden.

Fotos der Dokumentation finden Sie unter ARD-Foto.de

Quelle: Pressemitteilung vom 13.11.2011
Pressekontakt: NDR Norddeutscher Rundfunk
NDR Presse und Information
Telefon: 040 / 4156 - 2304
Fax: 040 / 4156 - 2199
http://www.ndr.de

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Risiko durch kritische Medikamente

Beitrag von Presse » 26.11.2011, 07:45

Seniorinnen droht erhöhtes Risiko durch kritische Medikamente

Hamburg – Frauen ab 65 Jahre bekommen häufiger als gleichaltrige Männer Medikamente verordnet, die gefährliche Neben- oder Wechselwirkungen hervorrufen können. Das zeigt eine Auswertung von Versichertendaten der Techniker Krankenkasse (TK).

Demnach erhielten zwischen Januar und August 2011 im Schnitt vier von zehn Seniorinnen ein für ihre Altersgruppe potenziell gefährliches Arzneimittel. Bei Männern sind es etwa drei von zehn Senioren. Der Anteil kritischer Medikamente ist damit bei Frauen im Rentenalter rund ein Drittel höher als bei Männern. .... (mehr)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/4 ... amente.htm

zum Thema
http://www.priscus.net
Deutsches Ärzteblatt print
Potenziell inadäquate Medikation für ältere Menschen: Die PRISCUS-Liste
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/art ... p?id=77776
+++
Die vier gefährlichsten Medikamente bei Senioren
25. November 2011
Trotz der jüngsten Diskussion über die Sicherheit von Pradaxa: Das gefährlichste Medikament ist derzeit mit Abstand Warfarin/Marcumar. Das orale Antikoagulans ist laut einer Analyse von Daniel Budnitz von den US-Centers for Disease Control and Prevention für 33 Prozent aller medikationsbedingten Notfallaufnahmen bei Senioren verantwortlich. .... (mehr)
http://www.aerzteblatt.de/blogs/48175/D ... nioren.htm

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Ärztekritik an Fortbildung

Beitrag von WernerSchell » 11.02.2012, 09:53

Die Rheinische Post, Lokalredaktion Mönchengladbach, berichtet am 11.02.2012 wie folgt über eine ärztliche Fortbildungsveranstaltung am 09.02.2012:

Mönchengladbach
Ärztekritik an Fortbildung

VON FABIAN EICKSTÄDT UND DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012
Mönchengladbach (RP). Im Oktober hatte der Chef der Sozial-Holding, Helmut Wallrafen-Dreisow, die ärztliche Betreuung in Pflegeheimen kritisiert.
Nun boykottierten Ärztevertreter einen Vortrag von ihm. Die Wahl des Referenten sei ein Affront.
.... (mehr)
http://www.rp-online.de/niederrhein-sue ... -1.2708155

In dem Bericht fehlen Ausführungen dazu, dass nach dem Vortrag sehr angeregt aber auch konstruktiv diskutiert wurde. Bedauerlicherweise enthält der o.a. Bericht insoweit keinerlei Hinweise. Es wurde nämlich - auch meinerseits - verdeutlicht, dass es in der ärztlichen bzw. medikamentösen Versorgung der älteren Menschen erheblichen Optimierungsbedarf gibt. Daher ist es mehr als bedauerlich, dass sich offensichtlich viele Mediziner einer Teilnahme an der Veranstaltung verweigert haben.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist, wie u.a. hier im Forum seit Jahren ausgeführt wird, mit der medizinischen Versorgung in den stationären Pflegeeinrichtungen nicht zufrieden und sieht insoweit vor allem die Ärzte in der Pflicht. Ein im Jahr 2005 vorgelegtes Gutachten hatte bereits klargestellt, dass die ärztliche Versorgung verbessert werden muss. Mittlerweile gibt es mehrere Untersuchungen und Studienberichte, die eindrucksvoll belegen, dass die medikamentöse Versorgung der älteren Menschen dringend überdacht werden muss mit der Tendenz: Weniger ist oft mehr! Selbst einige Kassenärztliche Vereinigungen haben die Problematik erkannt und eine "KV-Initiative Pflegeheim" vorgelegt.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist zwischenzeitlich mit der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, der Apothekerkammer Nordrhein und dem Spitzenverband des Medizinischen Dienstes der gesetzlichen Krankenversicherung in Verbindung getreten und sieht dringenden Handlungsbedarf. Wer sich insoweit einer konstruktiven Erörterung der gebotenen Folgerungen verweigert, handelt gegen die Interessen der pflegebedürftigen Menschen. Daher sieht Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk weder in der Fortbildungsveranstaltung am 09.02.2012 noch bei der Auswahl des Referenten einen Affront gegen die Ärzteschaft. Aus der Sicht der pflegebedürftigen Menschen wird eine bedingungslose und fachübergreifende Erörterung bzw. Auflösung der Probleme eingefordert, und zwar schnellstmöglich!


Siehe auch in diesem Forum unter:
viewtopic.php?t=3387&highlight=medikation
viewtopic.php?t=15675&highlight=medikation
viewtopic.php?t=14576&highlight=medikation
viewtopic.php?t=6880&highlight=medikation
viewtopic.php?t=16287&highlight=medikation
viewtopic.php?t=16636&highlight=medikation
viewtopic.php?t=16653&highlight=medikation
.... (weitere Beiträge in diesem Forum unter "Suchen" und Eingabe von "Medikation" auffindbar)

Werner Schell, Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Medinische Versorgung in den stationären Pflegeeinrichtungen

Beitrag von WernerSchell » 11.02.2012, 11:08

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Initiative - Harffer Straße 59 - 41469 Neuss
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“


Neuss, den 11.02.2012

An die
Rheinische Post
Lokasredaktion Mönchengladbach

redaktion.moenchengladbach@rheinische-post.de

Nachrichtlich:
Bezirksstelle Gladbach der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein - kreis.moenchengladbach@kvno.de
Sozial-Holding Mönchengladbach - WD@Sozial-Holding.de

Betr.: Medinische Versorgung in den stationären Pflegeeinrichtungen
Bezug: Bericht der RP, Mönchengladbach, vom 11.02.2012 über eine ärztliche Fortbildungsveranstaltung am 09.02.2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe an der o.a. Veranstaltung teilgenommen und mich dort im Rahmen der Diskussion auch mehrfach zu Wort gemeldet. Die Diskussion war lebhaft und sehr konstruktiv. Bedauerlicherweise enthält der Bericht insoweit keinerlei Hinweise. Ich mache daher auf die aktuelle Texteinstellung im hiesigen Internetforum aufmerksam:
viewtopic.php?p=64422#64422
Den dort eingestellten Text habe ich auch unten angefügt.

Es wäre wünschenswert, wenn Sie über die Verbesserungsnotwendigkeiten in der medizinischen, vor allem der medikamentösen, Versorgung der pflegebedürftigen Menschen berichten und weniger auf die Befindlichkeitsprobleme innerhalb der Ärzte eingehen würden. Die pflegebedürftigen Menschen stehen im Mittelpunkt aller Betrachtungen! Ich stehe Ihnen gerne für weitere Informationen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell - Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk

+++
Aus Forum: viewtopic.php?p=64422#64422

Die Rheinische Post, Lokalredaktion Mönchengladbach, berichtet am 11.02.2012 wie folgt über eine ärztliche Fortbildungsveranstaltung am 09.02.2012:

Mönchengladbach
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VON FABIAN EICKSTÄDT UND DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012
Mönchengladbach (RP). Im Oktober hatte der Chef der Sozial-Holding, Helmut Wallrafen-Dreisow, die ärztliche Betreuung in Pflegeheimen kritisiert.
Nun boykottierten Ärztevertreter einen Vortrag von ihm. Die Wahl des Referenten sei ein Affront.
.... (mehr)
http://www.rp-online.de/niederrhein-sue ... -1.2708155

In dem Bericht fehlen Ausführungen dazu, dass nach dem Vortrag sehr angeregt aber auch konstruktiv diskutiert wurde. Bedauerlicherweise enthält der o.a. Bericht insoweit keinerlei Hinweise. Es wurde nämlich - auch meinerseits - verdeutlicht, dass es in der ärztlichen bzw. medikamentösen Versorgung der älteren Menschen erheblichen Optimierungsbedarf gibt. Daher ist es mehr als bedauerlich, dass sich offensichtlich viele Mediziner einer Teilnahme an der Veranstaltung verweigert haben.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist, wie u.a. hier im Forum seit Jahren ausgeführt wird, mit der medizinischen Versorgung in den stationären Pflegeeinrichtungen nicht zufrieden und sieht insoweit vor allem die Ärzte in der Pflicht. Ein im Jahr 2005 vorgelegtes Gutachten hatte bereits klargestellt, dass die ärztliche Versorgung verbessert werden muss. Mittlerweile gibt es mehrere Untersuchungen und Studienberichte, die eindrucksvoll belegen, dass die medikamentöse Versorgung der älteren Menschen dringend überdacht werden muss mit der Tendenz: Weniger ist oft mehr! Selbst einige Kassenärztliche Vereinigungen haben die Problematik erkannt und eine "KV-Initiative Pflegeheim" vorgelegt.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist zwischenzeitlich mit der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, der Apothekerkammer Nordrhein und dem Spitzenverband des Medizinischen Dienstes der gesetzlichen Krankenversicherung in Verbindung getreten und sieht dringenden Handlungsbedarf. Wer sich insoweit einer konstruktiven Erörterung der gebotenen Folgerungen verweigert, handelt gegen die Interessen der pflegebedürftigen Menschen. Daher sieht Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk weder in der Fortbildungsveranstaltung am 09.02.2012 noch bei der Auswahl des Referenten einen Affront gegen die Ärzteschaft. Aus der Sicht der pflegebedürftigen Menschen wird eine bedingungslose und fachübergreifende Erörterung bzw. Auflösung der Probleme eingefordert, und zwar schnellstmöglich!


Siehe auch in diesem Forum unter:
viewtopic.php?t=3387&highlight=medikation
viewtopic.php?t=15675&highlight=medikation
viewtopic.php?t=14576&highlight=medikation
viewtopic.php?t=6880&highlight=medikation
viewtopic.php?t=16287&highlight=medikation
viewtopic.php?t=16636&highlight=medikation
viewtopic.php?t=16653&highlight=medikation
.... (weitere Beiträge in diesem Forum unter "Suchen" und Eingabe von "Medikation" auffindbar)

Werner Schell, Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk

++++ Weitere Informationen ++++

Vorsorgliche Patientenverfügungen - Vortrag am 27.02.2012 .... weitere Informationen unter folgender Adresse:
viewtopic.php?t=16675

Pflegetreff am 15.05.2012, 18.00 - 20.00 Uhr, Kontakt Neuss-Erfttal - Pflegereform und Entbürokratisierung in der Pflege ... (weitere Infos folgen)
viewtopic.php?t=16058
Stellungnahme von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk zur Pflegereform unter:
viewtopic.php?t=16033

Buchtipp! Schell, Werner: "100 Fragen zum Umgang mit Mängeln in Pflegeeinrichtungen"
viewtopic.php?t=15822
Pflegemängel – schnelle Hilfe für den Notfall
viewtopic.php?t=15828
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Ärztliche Betreuung in Pflegeheimen verbesserungsswürdig

Beitrag von Presse » 13.02.2012, 07:19

Mediziner-Vorstände verweigern sich einer Veranstaltungs-Teilnahme – Kritik möchten sie deswegen aber nicht hören

12. Februar 2012 von Harald Wendler
Im Mönchengladbacher Krankenhaus Bethesda hat am 9. Februar eine Fortbildungsveranstaltung “Kontinuierliche Internistische Fortbildung” stattgefunden.
Sowohl der Vorstand der Ärztekammer als auch jener der Kassenärztlichen Vereinigung in Mönchengladbach blieben am Donnerstagabend dieser Fortbildungsreihe fern.
Hintergrund:
Im Oktober des vergangenen Jahres hatte der Chef der Sozial-Holding, Helmut Wallrafen-Dreisow, die ärztliche Betreuung in Pflegeheimen kritisiert.

weiterlesen
http://www.mg-heute.de/2012/02/medizine ... #more-4358

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Konkrete Verbesserungen in der Pflege gefordert

Beitrag von WernerSchell » 05.03.2012, 07:17

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Initiator bzw. Mitbegründer des Quartierkonzeptes Neuss-Erfttal.


Pflegeheime: Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk fordert konkrete Verbesserungen in der pflegerischen Versorgung der HeimbewohnerInnen

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat mit Datum vom 05.03.2012 ein Schreiben an die stationären Pflegeeinrichtungen (Pflegeheime) im Rhein-Kreis Neuss gefertigt und darin Verbesserungsmöglichkeiten in der pflegerischen und sonstigen Versorgung angesprochen. Eine pdf-Datei mit dem Brieftext steht auf Anfrage zur Verfügung. Es geht vornehmlich um folgende Themen:

• ärztliche Versorgung in den Heimen (mit Vermeidung von unnötigen Krankenhauseinweisungen),
• medikamentöse Versorgung der älteren und pflegebedürftigen Menschen,
• freiheitseinschränkende Maßnahmen (einschließlich Psychopharmaka zur Ruhigstellung) und
• Fort- und Weiterbildung der Krankenpflegekräfte zum Thema Demenz (offensichtlich gibt es Defizite).

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk würde es sehr begrüßen, wenn wir bei der Umsetzung der hiesigen Anregungen eine breite Unterstützung erfahren könnten. Es ist dabei auch daran gedacht, die Themen beim nächsten Pflegetreff am 15.05.2012 anzusprechen – siehe dazu die aktuellen Hinweise unter
viewtopic.php?t=16058
Bei diesem Treff wird zusätzlich das Thema „Entbürokratisierung in der Pflege“ anstehen. Wir wollen uns dann – hoffentlich mit zahlreichen engagierten Gästen – auch für eine Pflegereform einsetzen (demonstrieren), die diesen Namen verdient.

Es ist im Übrigen vorgesehen, die den Neusser Pflegeeinrichtungen unterbreiteten Vorschläge demnächst auch bundesweit bekannt zu machen. Möglicherweise wird es sich als sinnvoll ergeben, die Themen bei einem Pflegetreff Ende Oktober / Anfang November 2012 nochmals vertiefend zu erörtern und auch darzustellen, was erreicht worden ist.

Werner Schell
Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk

Die vorstehende Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung frei
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 032012.pdf

PS. Zu unserer Kritik an der geplanten Förderung von Wohngemeinschaften finden Sie eine aktuelle Texteinstellung unter folgender Adresse:
viewtopic.php?t=17041

+++
Diskussionen zum Thema möglich u.a. unter:
viewtopic.php?t=16756&highlight=fixierung
viewtopic.php?t=5281&highlight=fixierung
viewtopic.php?t=16457&highlight=fixierung
viewtopic.php?t=17041
viewtopic.php?t=3387&highlight=%E4rztliche
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Verbesserungen in der Pflege dringlich

Beitrag von Taube » 08.03.2012, 11:01

WernerSchell hat geschrieben: Pflegeheime: Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk fordert konkrete Verbesserungen in der pflegerischen Versorgung der HeimbewohnerInnen
Diese Forderungen beziehen sich auf ganz wichtige Problembereiche in der stationären Versorgung von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen. Man darf gespannt sein, wie nun seitens der Einrichtungen reagiert wird. Möglicherweise werden sie abblocken und so tuen, als sei doch alles in Ordnung. Das wäre allerdings eine weniger gute Verhaltensweise. Ich hoffe auf kooperatives Verhalten und gute Lösungen. Die Betroffenen würden dankbar sein.

Taube
Pflegesystem reformieren - Pflegebegriff erweitern und Finanzierung nachhaltig sichern!
Ich unterstütze daher:
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Herbert Kunst
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Konkirete Verbesserungen in der Pflege gefordert

Beitrag von Herbert Kunst » 10.03.2012, 08:07

WernerSchell hat geschrieben: Pflegeheime: Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk fordert konkrete Verbesserungen in der pflegerischen Versorgung der HeimbewohnerInnen
Themen:
• ärztliche Versorgung in den Heimen (mit Vermeidung von unnötigen Krankenhauseinweisungen),
• medikamentöse Versorgung der älteren und pflegebedürftigen Menschen,
• freiheitseinschränkende Maßnahmen (einschließlich Psychopharmaka zur Ruhigstellung) und
• Fort- und Weiterbildung der Krankenpflegekräfte zum Thema Demenz (offensichtlich gibt es Defizite).
Das am 05.03.2012 an die Neusser Heime gerichtete Rundschreiben finde ich gut und bin - sicherlich mit anderen - sehr gespannt, wie die Einrichtungen reagieren werden. Möglicherweise sind die meisten Heime der Meinung, es sei doch alles in Ordnung. Aber das ist natürlich weit gefehlt. Tatsächlich gibt es zahlreiche Mängel, die immer wieder diskutiert werden und gelöst gehören. Die angesprochenen vier Themen, man könnte die Liste weiterführen, müssen erörtert werden, sie gehören auf die Tagesordnung, ggf. auch bei den kommunalen Gremien. Denn wenn es nicht gelingt, in der jetzt angestoßenen Art und Weise einiges zum Besseren zu wenden, muss politischer Druck folgen.
Ich konnte leider nicht feststellen, dass die örtlichen Medien das Thema aufgegriffen hätten. Anscheinend ist ihnen das Rundschreiben zu sachlich und konstruktiv. Bekanntlich sind aber Medien nur an der Skandalberichterstattung interessiert, und dazu leistet Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk dankenswerterweise keinen Beitrag. Probleme benennen ja - aber mit konstruktiven Ansätzen. Dass finde ich richtig und unterstütze dies sehr.
Zum Thema Medien siehe auch unter
viewtopic.php?t=11227&highlight=medien

Herbert Kunst
Für menschenwürdige Pflege sind wir alle verantwortlich! - Dazu finde ich immer wieder gute Informationen unter http://www.wernerschell.de

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Ungeeignete Medikamente für Senioren

Beitrag von Presse » 28.03.2012, 07:09

Jeder vierte Senior bekam 2011 potenziell ungeeignete Medikamente - Techniker Krankenkasse unterstützt Ärzte mit neuem Service
viewtopic.php?p=65298#65298

Hamburg (ots) - Jeder vierte Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) über 65 Jahre hat im Jahr 2011 mindestens ein Medikament verordnet bekommen, das insbesondere bei älteren Patienten
Neben- oder Wechselwirkungen verursachen kann. Insgesamt haben rund 261.000 Betroffene knapp 762.000 Medikamenten-Packungen verschrieben bekommen, die einen möglicherweise ungeeigneten Wirkstoff beinhalten. Statistisch betrachtet bekam somit jeder von ihnen pro Kopf drei Packungen mit Wirkstoffen verordnet, die auf der sogenannten Priscus-Liste stehen.

Die Priscus-Liste enthält 83 Arzneimittelwirkstoffe, die für Senioren eingeschränkt zu empfehlen sind. Ärzte sollten diese Medikamente deshalb nur nach einer genauen Nutzen-Risiko-Bewertung verordnen, denn ältere Menschen können unter Umständen empfindlicher auf diese Arzneimittel reagieren und dadurch häufiger an unerwünschten Arzneimittelwirkungen leiden. Wissenschaftler haben die Wirkstoff-Übersicht im Auftrag des Bundesforschungsministeriums erstellt. Professor Dr. Petra Thürmann, Direktorin des Philipp-Klee-Instituts für klinische Pharmakologie am HELIOS Klinikum Wuppertal, hat maßgeblich an dem Projekt mitgewirkt. Sie erklärt dazu: "Ziel der Priscus-Liste ist es, die Arzneimitteltherapie von älteren Patienten sicherer zu machen. Wir möchten informieren, nicht verunsichern. Patienten, die ein entsprechendes Medikament einnehmen, sollten es daher auf keinen Fall eigenmächtig absetzen. Stattdessen sollten sie die weitere Therapie mit ihrem behandelnden Arzt besprechen."

Aus diesem Grund erweitert die TK ihren Arzneimittelreport (AMR) für niedergelassene Ärzte ab sofort um Informationen zur Priscus-Liste. Der AMR enthält eine Übersicht, die dem Arzt zeigt, welche Medikamente er den TK-Versicherten im zurückliegenden Quartal verordnet hat. Wenn der Arzt einem Patienten über 65 Jahre ein Priscus-Medikament verschrieben hat, bekommt er künftig einen entsprechenden Hinweis angezeigt. "Mit dem neuen Service möchten wir die Ärzte in ihrem Praxisalltag unterstützen, um mit ihnen gemeinsam eine qualitativ hochwertige Arzneimitteltherapie zu gewährleisten", erläutert Tim Steimle, Apotheker und Fachbereichsleiter "Arzneimittel" bei der TK. "Der Arzneimittelreport beschreibt die potenziellen Risiken der 83 Wirkstoffe, um die Mediziner für dieses Thema zu sensibilisieren", so Steimle weiter.

Neben Ärzten stellt die TK auch ihren Versicherten Informationen zur Priscus-Liste zur Verfügung. Bereits seit einem Jahr sind Hinweise zu der Wirkstoffliste in der TK-Versicherteninformation Arzneimittel (TK-ViA) integriert. Ähnlich wie bei einem Kontoauszug listet die TK-ViA sämtliche zu Lasten der TK verordnete Medikamente des vergangenen Quartals auf. Hat ein Versicherter, der 65 Jahre oder älter ist, ein Priscus-Medikament verordnet bekommen, wird dies im Arzneimittel-Kontoauszug hervorgehoben. "Die Patienten können mit dieser Information auf ihren Arzt zugehen und mit ihm mögliche Alternativen besprechen", erklärt der Arzneimittelexperte Steimle.

Mehr Informationen zum TK-AMR sowie zur TK-ViA sind im Internet unter http://www.tk.de, Webcodes 152302 beziehungsweise 095542 zu finden. Die aktuelle "Priscus-Liste" ist unter http://www.priscus.net online abrufbar.

Quelle: Pressemitteilung vom 26.03.2012
TK Techniker Krankenkasse
Pressekontakt: Nicole Ramcke, TK-Pressestelle
Tel. 040-6909-3431
E-Mail: nicole.ramcke@tk.de
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Presse
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Zu viele Pillen für Senioren

Beitrag von Presse » 29.03.2012, 12:56

Mönchengladbach
Zu viele Pillen für Senioren

VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 29.03.2012 Mönchengladbach (RP). Eine Studie, die die Sozial-Holding in Auftrag gab, offenbart erschreckenden Zahlen. Die Heimbewohner schlucken zu viele und oft nicht miteinander verträgliche Medikamente. Ein Runder Tisch soll Lösungen finden.
.... mehr)
http://www.rp-online.de/niederrhein-sue ... -1.2771882

Virtuell durch die Altenheime
http://www.rp-online.de/niederrhein-sue ... -1.2422934
Sozial-Holding warnt: Zu viel Arznei in der Pflege
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Streit um Arzneimittel im Heim
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Gaby Modig
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Sozialforscher: 240.000 Demenzkranke werden ruhiggestellt

Beitrag von Gaby Modig » 01.04.2012, 06:47

Sozialforscher: 240.000 Demenzkranke werden ruhiggestellt

Ich begrüße es sehr, dass Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk in einem Anschreiben an die Heime im Rhein-Kreis Neuss deutliche Verbesserungen für pflegebedürftige Menschen, vor allem auch bei der Medikation, eingefordert hat. Man darf gespannt sein, ob und wie die diesbezüglichen Aktivitäten aufgegriffen werden:

Konkrete Verbesserungen in der Pflege gefordert
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Die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post brachte am 26.03.2012 genau zu dem Anliegen von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk einen Kurzbericht, dessen Titel vielsagend wie folgt lautete:

"Sozialforscher: 240.000 Demenzkranke werden ruhiggestellt"

Aus dem Bericht ergibt sich, dass nach Berechnungen der Universität Bremen rd. 1/4 Millionen Demenkranke inn Deutschland mit Psychopharmaka ruhiggestellt werden, um Geld und Personal zu sparen. "In diesen Fällen werden die Medikamente nicht verschrieben, um die Leiden der Patienten zu lindern, sondern um Personal einzupsaren und smit Heimbetreibern höhere Gewinne zu bescheren". So die Aussage des Sozialforschers Gerd Glaeske gegenüber der "Welt am Sonntag". Offensichtlich haben sich nun einige Verbände zu Wort gemeldet, und mehr Geld für die Absicherung von Demenzkranken gefordert.

Der medizinisch nicht begründbare Einsatz von Psychopharma, so, wie in Glaeske beschreibt, geht letztlich auf die miesen Pflege-Rahmenbedingungen zurück. Und insoweit ist der Gesetzgeber gefordert. Die nach den Stellenschlüsseln geforderten Personalstellen sind nach den Berichten der Heimaufsichten nahezu immer besetzt. Insoweit gibt es keine Lücken. Nein, die Stellenschlüssel reichen nicht und da liegt der "Hase im Pfeffer". Das wird leider bei allen kritischen Statements vergessen.

Ich denke, dass schnellstens gehandelt werden muss. Die jetzt geplante Neuausrichtung der Pflegeversicherung bringt insoweit nichts:

Neuausrichtung der Pflegeversicherung - Kabinettbeschluss
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Das muss mit größtem Bedauern gesagt werden. Und kaum jemand regt sich auf. Auch die Kanzlerin hat das sog. Pflege-Reformpaket von Herrn Bahr durchgewunken. Ist das Unwissenheit oder Ignoranz gegenüber den pflegebedürftigen Menschen?

Gaby Modig
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

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