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Neue, aggressive Krätze-Form bedroht Heime - BGW: Trotz insgesamt rückläufiger Krätze-Meldungen erhöhte Wachsamkeit wegen „Scabies norvegica" erforderlich

Auf eine bisher wenig bekannte, aggressive Variante der Krätze (Scabies) macht die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) aufmerksam. Die Scabies norvegica kann bereits durch kurzen Hautkontakt übertragen werden und besonders für Gemeinschaftseinrichtungen wie Alten- und Pflegeheime zur Bedrohung werden.

Die Milbenart der Scabies norvegica ist besonders ansteckend, weil sie schon durch kurzen Körperkontakt mit der Haut oder auch nur mit der Kleidung eines Erkrankten übertragen werden kann. Im Gegensatz zur herkömmlichen Krätze, die ein geringeres Ansteckungspotenzial hat und sich meistens auf einzelne Hautareale wie Fingerzwischenräume oder den Genitalbereich beschränkt, kann sich Scabies norvegica auch über den Rücken, die Kopfhaut oder andere Körperregionen erstrecken. „Von den Parasiten befallen zu werden, ist gerade für Betreuer eine Gefahr, die enge körperliche Kontakte nicht vermeiden können, etwa Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen", erläutert Arbeitsmediziner Dr. Frank Haamann von der BGW. „Beengte Wohnverhältnisse und mangelhafte Hygiene begünstigen eine Ausbreitung zusätzlich."

Die BGW als gesetzliche Unfallversicherung von Pflegekräften hat Verhaltensregeln und Standardtherapien zusammengegestellt, die ausführlich Prävention, Erkennung und Behandlung erläutern.

Zur Bekämpfung der Scabies norvegica ist es wichtig, dass betroffene Kleidung und Gegenstände konsequent vom Milbenbefall gesäubert werden. Eine wichtige Maßnahme ist das intensive Absaugen von Fußbodenbelägen, Sesseln und Betten. Außerdem müssen sämtliche Körperpflegeartikel, ebenso die Bettwäsche bis zum Abschluss der Behandlung täglich gewechselt werden. Für Unterbekleidung, Handtücher und Bettzeug ist eine Wäsche mit 60 Grad ausreichend; nicht waschbare Textilien und Gegenstände sind für zwei Wochen in Plastiksäcken zu lagern. Für Schuhe und Plüschtiere empfiehlt sich vorübergehendes Einfrieren.

Was die Behandlung von Scabies norvegica besonders erschwert, ist die Notwendigkeit, alle Kontaktpersonen des Erkrankten in die Behandlung einzubeziehen. Dies kann sehr viele Personen betreffen, weil bei einem Erstausbruch der Krankheit die Beschwerden erst drei bis fünf Wochen nach der Ansteckung auftreten. Die Scabies norvegica wird daher oft erst spät korrekt diagnostiziert. Die Behandlung sollte beim betroffenen Personenkreis zeitgleich erfolgen, was einen hohen organisatorischen Aufwand zur Folge hat. Dr. Haamann von der BGW: „Auch wenn es im letzten Jahr gelungen ist, bei der herkömmlichen Krätze die Ausbreitung einzudämmen, so hat sich mit Scabies norvegica eine Variante entwickelt, die unbedingt erhöhte Wachsamkeit erfordert."

Quelle: http://www.bgw-online.de