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Erste Hospizstatistik: Sterbebegleitung für 30.000 Menschen

Menschenwürde durch Engagement und Vernetzung

Pünktlich zum Jahresbeginn 2000 stellt die Deutsche Hospiz Stiftung in Dortmund die erste bundesweite Hospiz-Statistik vor. Bislang fehlten verlässliche quantitative Angaben über die Hospizarbeit in Deutschland. Im Herbst 1999 wurden daher über 800 Hospizdienste und Palliativstationen bundesweit mit einem ausführlichen Erhebungsbogen von der Deutschen Hospiz Stiftung angeschrieben. Der überraschend hohe Rücklauf und seine Auswertung erlauben nun erstmals Aussagen darüber, wieviele Sterbende mit welcher durchschnittlichen Dauer von wieviel in der Sterbebegleitung Tätigen betreut und begleitet werden.

Die ambulanten Hospizdienste begleiten jährlich etwa 25.900 Sterbende; 4.600 Menschen sterben in stationären Hospizen. Insgesamt erfahren somit jährlich über 30.000 Schwerstkranke und Sterbende Begleitung und Betreuung durch einen Hospizdienst. Die durchschnittliche Betreuungsdauer liegt bei 59 Tagen (ambulant) bzw. 38 Tagen (stationär), wobei jeder ambulante Dienst durchschnittlich 37 Personen, jede stationäre Einrichtung 66 Personen begleitet hat.

Beachtlich ist auch das Ausmaß des ehrenamtlichen Engagements, das die Hospizarbeit vor allem im ambulanten Bereich trägt. 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in den ambulanten Diensten ehrenamtlich tätig, darunter finden sich auch Mediziner, Krankenschwestern, Psychologen, Seelsorger und Sozialarbeiter - meistens handelt es sich um Frauen. Über 90% der Einrichtungen bieten dabei regelmäßige Fort- und Weiterbildungen an.

"Kooperation und Vernetzung mit anderen gesellschaftlichen Einrichtungen sind in der Hospizarbeit sehr wichtig," betont Eugen Brysch, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Hospiz Stiftung. 70% der Dienste arbeiten mit Krankenhäusern zusammen, 65% mit niedergelassenen Ärzten, aber auch Kirchengemeinden (50%) und Stadtverwaltungen (27%). Neben der Sterbebegleitung wird von 81% der Hospizdienste auch psychosoziale Betreuung bei Angehörigen angeboten, außerdem Trauerbegleitung bei Hinterbliebenen (88%), Hilfe im Haushalt (38%) und Selbsthilfegruppen (18%).

"Die Vernetzung und der ehrenamtliche Einsatz bei gleichzeitiger Professionalität bieten den betroffenen Schwerstkranken eine menschenwürdige Sterbebegleitung," zieht Brysch Bilanz. Gleichzeitig weist er auf ein entscheidendes Problem hin: "Viel zu wenig Menschen wissen von der Arbeit vor Ort. Konsequenz für die Stiftung: Das Serviceangebot Hospiztelefon (0231 - 73 80 73 0) bleibt trotz steigender Kosten bestehen," so Brysch (Quelle: Pressemitteilung vom 5.1.2000).