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Deutsche Verbraucherorganisationen gründeten neuen Bundesverband

Die deutschen Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände haben am 1. November 2000 in Berlin einen neuen Bundesverband gegründet. Sein Name lautet: "Verbraucherzentrale - Bundesverband e.V." Der vollständige Name des neuen Bundesverbandes ist laut Satzung: Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände - Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
Damit "beginnt ein neuer Abschnitt in der Geschichte der organisierten Verbraucherarbeit in Deutschland", heißt es in einer Erklärung der Gründungsversammlung. Die Gründungsmitglieder der neuen Spitzenorganisation, die zunächst eine Aufbauphase durchlaufen soll, sind weitgehend identisch mit den Mitgliedern der heutigen Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) in Bonn.

Der neue Bundesverband ist das Ergebnis einer Strukturreform der deutschen Verbraucherorganisationen. Ziel ist, die Verbraucherarbeit in Deutschland zu optimieren. In dem neuen Bundesverband sollen bis Mitte 2001 drei bisherige Bundesorganisationen aufgehen:

  • Die bislang in Bonn ansässige AgV, die die Interessen deutscher Verbraucher gegenüber der Politik auf Bundesebene sowie international vertritt und die Arbeit von 37 Mitgliedsorganisationen, darunter die 16 Verbraucher-Zentralen der Bundesländer, koordiniert,
  • der Verbraucherschutzverein, Berlin, der die bundesweite Verbandsklagebefugnis der Verbraucherorganisationen wahrnimmt und
  • die Stiftung Verbraucherinstitut, Berlin, die sich hauptsächlich um die Fortbildung der Verbraucherberater sowie um die Bildungsarbeit im Verbraucherbereich kümmert.

In den kommenden Monaten soll zunächst der Aufbau des neuen Verbandes abseits des operativen Geschäfts erfolgen. Nach dem Zusammenschluss soll dann ein schlagkräftiger Verbraucherverband entstehen, der die Interessen der Konsumenten im Zeitalter wirtschaftlicher Globalisierung und Liberalisierung wirkungsvoll vertreten kann.
Zu den Aufgaben des neuen Bundesverbandes zählen alle Aktivitäten auf den Gebieten der Verbraucherpolitik und Interessenvertretung auf Bundes- und EU-Ebene, der bundesweite kollektive rechtliche Verbraucherschutz und die fachliche Qualifizierung aller Mitarbeiter im Bundesverband und den Verbraucher-Zentralen. Verbraucherberatung, Information und landesspezifische Interessenvertretung werden von den Verbraucher-Zentralen wahrgenommen. Ein wichtiger Teil der Strukturreform ist die Zentralisierung von Serviceleistungen für die Mitgliedsorganisationen des Verbandes, insbesondere im Hinblick auf Verbraucherinformationen. Dazu gehören zum Beispiel die zentrale Produktion und der Vertrieb von Ratgebern für Konsumenten, ein zentraler Faxabruf mit aktuellen Verbraucherinformationen und ein gemeinsamer Internetauftritt aller Mitglieder des neuen Verbandes.
Die Arbeit auf Bundes- und Landesebene soll innerhalb des neuen Verbandes enger als bislang durch Netzwerk basierte Kommunikation verzahnt werden. Ein detailliertes Konzept für die Zielsetzungen, Aufgaben und Arbeitsweise des Verbandes haben die beteiligten Bundesorganisationen gemeinsam mit den 16 regionalen Verbraucher-Zentralen und den übrigen 21 AgV-Mitgliedsverbänden erarbeitet. Das rund 130 Seiten umfassende Konzept mit dem Titel "Strukturreform der Verbraucherarbeit in Deutschland" liegt dem Bundeswirtschafts-Ministerium vor, das als Zuwendungsgeber für die Finanzierung der Verbraucherarbeit auf Bundesebene verantwortlich ist. "Jetzt kommt es darauf an, dass der neue Verband die notwendige finanzielle Unterstützung für seine ehrgeizigen Ziele erhält", betonte der Präsident der AgV, Professor Dr. Heiko Steffens in seinem Grußwort an die Gründungsversammlung.
Das Konzept sieht für den neuen Verband einen Finanzbedarf von 15 Millionen DM pro Jahr vor. Bislang erhalten die drei Bundesorganisationen zusammen rund 12 Millionen DM pro Jahr an institutioneller Förderung aus dem Bundeswirtschafts-Ministerium. "Das höhere Finanzvolumen ist notwendig, damit die deutsche Verbraucherarbeit nach den radikalen Einschnitten der Vergangenheit wieder auf ein solides Fundament gestellt wird und der neue Bundesverband das gesamte Spektrum an wichtigen Verbraucherthemen abdecken kann", bekräftigte Steffens.

"Für die rund 70 bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von AgV, VI und VSV haben wir den Bestandsschutz gesichert. Es wird keine Kündigungen aufgrund der Strukturreform geben", versicherte Steffens. Für die Mitarbeiter der AgV, die nicht mit nach Berlin kommen können oder wollen, versprach der AgV-Präsident sozialverträgliche Lösungen.

Quelle: Pressemitteilung AgV vom 7.11.2000
Nähere Informationen unter http://www.agv.de

Werner Schell (10.11.2000)