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Johanna Knüppel

Johanna Knüpopel ist Referentin des
Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK)
der Bundesgeschäftsstelle Berlin

DBfK

Johanna Knüppel

Wer wird uns in Zukunft pflegen?

Es ist eigentlich eine Erfolgsstory: die Menschen in Deutschland werden immer älter, die Möglichkeiten der Medizin, auch schwerste Erkrankungen erfolgreich zu behandeln, sind deutlich besser geworden. Hohes Alter bei guter Lebensqualität ist keine Utopie mehr. Die demografische Entwicklung der Bevölkerung erhöht aber gleichzeitig den Bedarf an Pflege und Personen, die diese Leistung erbringen. Pflege als Beruf ist, theoretisch betrachtet, so krisenfest und zukunftssicher wie kaum ein anderer. Aber wo sind die jungen Leute, die gut qualifizierten Schulabgänger, die mit Freude und Stolz eine pflegerische Laufbahn ansteuern?

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) hat kürzlich im Rahmen einer Ausstellung in Berlin Hunderte von Schülern eingeladen und mit ihnen über Arbeitsfelder, Ausbildung, Berufsalltag und Perspektiven in der Pflege diskutiert. Fakt ist: kaum eine/r dieser Jugendlichen zieht einen pflegerischen Beruf in Betracht, allenfalls als nachrangige Option, wenn im Traumberuf kein Ausbildungsplatz erreicht werden kann. Umfragen zeigen: unter den 25 meistgenannten nichtakademischen Wunschberufen kommt die Pflege nicht vor. Warum?

Das Image der Pflegeberufe in der Öffentlichkeit verschlechtert sich seit Jahren kontinuierlich. Die großen physischen und psychischen Belastungen im Berufsalltag, der dramatisch niedrige Personalschlüssel in allen Einrichtungen und die vergleichsweise schlechte Bezahlung machen den Beruf für Schulabgänger unattraktiv. Eine berufliche Perspektive stellt man sich anders vor. Gleichzeitig führen die miserablen Arbeitsbedingungen dazu, dass viele Pflegefachkräfte krank, ausgebrannt und enttäuscht ihren Beruf verlassen. Insgesamt eine höchst bedrohliche Entwicklung, die umgehendes politisches Handeln und vorausschauende Strategien erfordert.

Im englischen Gesundheitswesen hat man errechnet, dass im Jahr 2020 jeder vierte Schulabgänger einen Pflegeberuf ergreifen müsste, um den Bedarf im Land zu decken. Die Bevölkerungsstruktur in Deutschland ist durchaus vergleichbar, wo sind hier die Konzepte, die eine angemessene Versorgung der Menschen sicherstellen können? Unsere politischen Vertreter haben offenbar die Zeichen der Zeit noch immer nicht erkannt. Wenn nicht jetzt die Arbeitsbelastung der Pflegenden deutlich reduziert wird als Signal, weiter im Beruf zu bleiben, sind auf Dauer die Weichen falsch gestellt und nicht mehr zu korrigieren.

Quelle: Bericht in der „Neue Allgemeine Gesundheitszeitung für Deutschland vom 01. März 2009 – Vorstellung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion vom 08.03.2009