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Krankenpfleger und Altenpfleger haben Angst vor aggressiven Patienten

BGW: Immer wieder Übergriffe und Verletzungen – Großer Informationsbedarf

Viele Kranken- und Altenpflegekräfte fühlen sich von aggressiven Patienten bedroht oder sind schon einmal Opfer von Übergriffen geworden. Das hat die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) festgestellt, die gesetzliche Unfallversicherung für Beschäftigte in der Pflegebranche. Meist müssen die Betroffenen mit ihrer Angst und ihren Gewalterfahrungen alleine zurechtkommen – das Thema wird häufig totgeschwiegen. Die BGW, die Beratung und Seminare zu diesem Thema anbietet, ist damit auf ein großes Informationsbedürfnis gestoßen.

Die BGW, die sich seit einigen Jahren um das Thema „Gewalt in der Pflege" kümmert, hat festgestellt, dass besonders Pflegekräfte, die sich um alte oder verwirrte Menschen kümmern, und Beschäftigte in Einrichtungen für behinderte Menschen betroffen sind. Zu körperlichen und sexuellen Übergriffen kommen verbale Aggressionen wie Beleidigungen, Bedrohungen und Beschimpfungen. „Neben den körperlichen Folgen solcher Attacken können psychische Traumen zurückbleiben, mit denen die Betroffenen bisher oft noch alleine gelassen werden", weiß BGW-Diplom-Psychologin Annett Zeh. „Werden diese nicht frühzeitig erkannt und behandelt, können sie chronifizieren und sich zum Beispiel zu Angststörungen entwickeln, die oft mit Alkohol oder Medikamentenmissbrauch verbunden sind. Im schlimmsten Fall ist das Opfer psychisch nicht mehr in der Lage, seinen Beruf weiter auszuüben."

Die BGW bietet inzwischen für leitende Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen Seminare an, die vermitteln, wie die Betriebe das Thema Aggression und Gewalt aufgreifen sowie Präventions- und Lösungskonzepte erarbeiten können. Die BGW-Diplom-Psychologin: „Wir waren erstaunt, welche Resonanz dieses Seminarangebot gefunden hat. Alle Veranstaltungen für 2005 waren bereits im ersten Quartal ausgebucht. Mit diesem Thema stoßen wir auf ein großes Informationsbedürfnis bei Pflegeeinrichtungen und ihren Beschäftigten. Der Umgang mit Aggression und Gewalt gehört zum Alltag von Pflegekräften, doch die Unsicherheit, wie man damit umgehen soll, ist groß. Wir planen daher, das Angebot zu erweitern."

Beschäftigten, die Opfer eines Übergriffs geworden sind, bietet die BGW schnelle und unkomplizierte Hilfe an. Betroffene oder ihre Einrichtungen sollten größere Vorfälle zeitnah der BGW melden. Deren Mitarbeiter können dann Maßnahmen in die Wege leiten, etwa Betreuungsgespräche mit psychologischen Fachkräften oder gegebenenfalls eine psychotherapeutische Behandlung. Auch die jeweilige Einrichtung erhält Unterstützung, wie sie mit diesem Ereignis umgehen sowie den betroffenen Mitarbeitern und Patienten helfen kann.

Quelle: BGW-Presse-Info – Oktober 2005-10-23