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Arved Weimann, Uwe Körner, Felix Thiele (Hrsg.)

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ISBN 978-3-89967-507-8
208 Seiten,20 Euro

Pabst Science Publishers

Künstliche Ernährung und Ethik

Der Einsatz der künstlichen Ernährung wirft besonders bei unheilbar kranken und sterbenden Patienten moralische Probleme auf. So stellt sich etwa bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen, schwerer Demenz und apallischem Syndrom immer wieder die Frage, ob das therapeutisch Machbare für den Patienten auch sinnvoll ist. Besonders mit Blick auf ältere Menschen wird gelegentlich der Verdacht geäußert, Sondenernährung diene mehr der Bequemlichkeit der Pflegenden als dem Wohl der Patienten.
Im klinischen Alltag wird die Entscheidungsfindung häufig dadurch kompliziert, dass die notwendige Zustimmung des Patienten nicht mehr eingeholt werden kann und eine eindeutige Patientenverfügung fehlt. In diesen Fällen muss auf der Grundlage des mutmaßlichen Patientenwillens entschieden werden.
Die Entscheidung über die Einleitung einer Sondenernährung, oft auch eine Entscheidung über "Leben und Tod", stellt Ärzte, Pflegende und Angehörige im klinischen Alltag immer wieder vor schwerwiegende Herausforderungen. Die Beiträge dieses Buches diskutieren die Problematik aus medizinisch-pflegerischer, ethischer und juristischer Perspektive und sollen auch als Orientierungshilfe für verantwortliche Entscheidungen im Interesse des Patienten dienen.

Rezension zu diesem Buch von Dr. Sigrid Hahn, Pohlheim (Quelle: Ernährungs Umschau 7/09, S. 429):
Die Frage nach der Ethik beim Einsatz künstlicher Ernährung wächst weltweit und spiegelt sich in medienwirksamen Diskussionen um das Fortführen der künstlichen Ernährung bei Komapatienten (jüngst in Italien) oder der Regelung der Patientenverfügung (in Deutschland) wider. Folgerichtig hat sich die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) dieses Themas angenommen und die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Tagung zu diesem Thema, die im November 2008 stattfand, als Buch herausgebracht. In neun Einzelbeiträgen werden zunächst unterschiedliche ethische Aspekte und juristische Gesichtspunkte dargestellt. Es folgen die Leitlinien der DGEM zur enteralen und parenteralen Ernährung mit Kommentaren. Abgerundet wird die Schrift durch Fallbesprechungen unter ethischen Gesichtspunkten.
In den Beiträgen wird deutlich, dass sich die künstliche Ernährung im Spannungsfeld zwischen dem therapeutisch Machbaren, ethischen Aspekten des Patientenwohls und ökonomischen Überlegungen bewegt. Nicht zuletzt die Fallbeispiele verdeutlichen, wie individuell unterschiedlich einzelne Aspekte zu werten sind und wie schwierig es ist, allgemeingültige Aussagen und Leitlinien zu formulieren.
Auch wenn das Buch keine einfache Kost ist, sollten sich doch alle, die mit der Ernährungstherapie befasst sind, also auch Oecotropholog/innen und Diätassistent/innen, dem Thema stellen.