Bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege

Arbeits- und Arbeitsschutzrecht, Allgemeine Rechtskunde (einschließlich Staatsrecht), Zivilrecht (z.B. Erbrecht)

Moderator: WernerSchell

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Pflegeprogramm soll 15.000 neue Stellen schaffen

Beitrag von Presse » 27.12.2012, 08:38

Spahn:
Pflegeprogramm soll 15.000 neue Stellen schaffen
Berlin – Die Union will den Pflegenotstand in den Krankenhäusern durch ein neues Sonderprogramm bekämpfen.
Dabei sollen 15.000 neue Stellen für Krankenschwestern und - pfleger entstehen. „Wir können uns ein Pflegeprogramm
vorstellen wie in den Jahren 2009 bis 2011, als Tausende Pflegestellen neu geschaffen wurden“, sagte der
CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn der Welt.
... mehr .... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/52847

aerzteblatt.de
Pflegenotstand: Wirtschaftsinstitut sieht Lösungsmöglichkeiten
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/52824

Bettina Olbing
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Fortbildung für Pflegekräfte

Beitrag von Bettina Olbing » 01.02.2013, 08:59

Guten Morgen,
wir hatten in den letzten Tagen mehrere Gespräche über das Pflegeabi. Dabei war die einhellige Meinung vorherrschend: nicht nötig. Daher ist es gut, dass jetzt die Messlaute für alle in erreichbarer Höhe verbleibt und gleichwohl für Studierwillige ergänzende Qualifizierungsmöglichkeiten bestehen.
Pflege ist eine praktische Tätigkeit. Die Qualfiizierung kann im bisherigen System, Krankenpflegeschule, m.E. ausreichend gewährleistet werden. Vielleicht müssten die Arbeitgeber, Träger von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, mehr für die Fortbildung tun, also für die berufsbegleitende Weiterqualifizierung. Dazu sollten die Berufsverbände und Gewerkschaften animieren.
MfG Bettina
Pro Pflege - was denn sonst!

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Pflegenotstand auflösen - aber schnell

Beitrag von WernerSchell » 05.02.2013, 18:50

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hat sich erneut mit einem Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages gewandt
und um Maßnahmen zur Auflösung des Pflegenotstandes gebeten:
> Pflegenotstand – Bessere Pflege nur mit mehr Personal <
Ergänzend wird dazu mittels einer Pressemitteilung informiert. Die Texte der Briefaktion finden Sie unter folgender Adresse:
viewtopic.php?t=18285

Ergänzend wird auf folgende Texteinstellungen aufmerksam gemacht:
Antifolterstelle soll deutsche Altenheime prüfen
viewtopic.php?t=18477
Immer mehr Gewalt in Altenheimen - Alarm der Polizei
viewtopic.php?t=18383
Gewalt in der Pflege - Fall in Bremer Altenheim
viewtopic.php?t=18106
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Gaby Modig
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Krankenstand in der Pflege am höchsten

Beitrag von Gaby Modig » 10.04.2013, 16:10

Der Krankenstand in der Pflege ist seit Jahren dramatisch hoch. Die Erklärungen dazu liegen auf der Hand: Zum Teil unzumutbare Arbeitsbelastungen .... Darüber wurde vielfach geschrieben, auch hier im Forum.

Nun berichtet die Neuss-Grevenbroicher Zeitung (NGZ) über den Krankenstand im Rhein-Kreis Neuss und schreibt:
Rhein-Kreis Neuss - Langzeitkranke belasten Unternehmen im Kreis
VON LUDGER BATEN - zuletzt aktualisiert: 09.04.2013
Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Obwohl der Gesamtkrankenstand sinkt, bleibt eine große Sorge: Die Zahl der Langzeitkranken steigt. Das belegt die AOK-Erhebung 2012.
... (mehr) .... http://www.ngz-online.de/rhein-kreis/na ... -1.3310794

Dort heißt es u.a.:
... Die AOK schlüsselt ihre Krankenstand-Zahlen nach Branchen auf. Auffallend: Im Gastgewerbe sind die Mitarbeiter am wenigsten krank. Im Rhein-Kreis sank die Quote auf 2,92 Prozent und damit unter die Drei-Prozent-Marke. Spitzenreiter bleiben kreisweit die Senioren- und Pflegeheime – obwohl auch in der Branche die Gesamtkrankenstände von 6,98 auf 6,55 Prozent zurückgingen. ...

Damit wird erneut verdeutlicht, dass die vielfach beschriebenen Belastungen auch in der hiesigen Region aktuell und Reformen überfällig sind.

Gaby Modig
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

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Krankenhäuser - Bundesweit fehlen 70 000 Pflegestellen

Beitrag von WernerSchell » 07.05.2013, 06:54

Personalmangel in Krankenhäusern: Bundesweit fehlen 70 000 Pflegestellen - Wir brauchen ein bundeseinheitlich geltendes Personalbemessungssystem - dringend!
-> viewtopic.php?p=73337#73337
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Kampagne "Ich will Pflege!" ....

Beitrag von WernerSchell » 08.05.2013, 07:12

Vorabbemerkung der Moderation zur nachfolgenden Pressemitteilung:

Der Neusser Pflegetreff wird am 28.05.2013 gerne die Kampagne zum Pflegenotstand aufgreifen.
Von hier aus wird seit Jahren auf den Pflegenotstand hingewiesen. Reformen sind überfällig

- > viewtopic.php?t=18156
Pflegepersonal - bedarfsgerecht qualifizieren - dringend !
viewtopic.php?t=18558
Pflegenotstand - Personalbemessungssystem muss her
viewtopic.php?t=18285

+++

Kampagne „Ich will Pflege!“
Deutscher Pflegerat e.V. mobilisiert gegen den Pflegenotstand


Berlin, 7. Mai 2013 – Der Deutsche Pflegerat e.V. (DPR), als führende Interessenvertretung der beruflich Pflegenden in Deutschland, fordert vier Monate vor der Bundestagswahl Lösungen für den Pflegenotstand in Deutschland. Dazu hat der DPR eine bundesweite Kampagne unter dem Titel „Ich will Pflege!“ initiiert. Sie soll engagierte Pflegefachpersonen sowie Bürgerinnen und Bürger dazu motivieren, Druck auf die Verantwortlichen in der Gesundheitspolitik auszuüben, damit endlich Lösungen zur Zukunftssicherung der Pflege erarbeitet werden. „Der Pflegenotstand muss als drängendes gesamtgesellschaftliches Problem anerkannt werden, seine Lösung darf nicht länger von Legislaturperiode zu Legislaturperiode verschoben werden“, sagte Andreas Westerfellhaus, Präsident des DPR, beim Auftakt der Kampagne in Berlin. „Deutschland braucht jetzt ein parteiübergreifendes Commitment zur Neustrukturierung der professionellen Pflege – unabhängig von Legislaturperioden, Regierungskoalitionen und Parteiinteressen.“ Die Kampagne setzt darauf, der neuen Bundesregierung bereits vor ihrem Amtsantritt die Forderungen der Berufsangehörigen der Pflege deutlich zu machen.

Aktuellen wissenschaftlichen Prognosen zufolge steht Deutschland vor dramatischen Entwicklungen hinsichtlich der Pflege-Versorgung in den nächsten Jahrzehnten. Wie Prof. Fritz Beske, Gründer und Direktor des Fritz Beske Instituts für Gesundheits-System-Forschung Kiel, in seiner neusten Schrift errechnet, wird die absolute Zahl Pflegebedürftiger von 2009 bis 2060 von 2,34 auf 4,51 Millionen Menschen steigen – dies entspricht einer Steigerung von 93 Prozent. Damit wird sich von 2009 bis 2060 der Bedarf an Pflegepersonal mehr als verdoppeln, von 629.600 auf 1,4 Millionen Vollzeitbeschäftigte. Waren 2009 noch 1,3 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in der Altenpflege tätig, werden 2060 dann 4,3 Prozent gebraucht. „Die Versorgung Pflegebedürftiger muss auch in Zukunft gesichert sein“, sagte Beske anlässlich der Pressekonferenz. „Dabei wird es an beidem fehlen, an Geld und an Fachpersonal. Ansprüche, die nicht erfüllt werden können, erzeugen Unruhe. Dies muss berücksichtigt werden, wenn die Versorgung Pflegebedürftiger von morgen zur Diskussion steht.“

Große Unruhe herrscht bereits heute unter den Pflegefachpersonen in Deutschland. Sie stellen mit rund 1,2 Mio. Personen die größte Berufsgruppe innerhalb des deutschen Gesundheitswesens dar, werden jedoch übermäßig belastet und vergleichsweise schlecht bezahlt. „Hohe Arbeitsbelastung, große Verantwortung, Schichtarbeit, unangemessene Entlohnung und keine Perspektive auf Veränderung – den Pflegenden in Deutschland reicht es einfach“, sagt Andrea Lemke, Präsidiumsmitglied des DPR und Pflegedirektorin im Waldkrankenhaus Berlin Spandau. „Sie suchen jetzt nach einem Ventil für ihren Protest gegen die Untätigkeit der Politik.“ Insbesondere der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs sei ein Problem, das den täglichen Arbeitsalltag für die Pflegenden zur dauernden Herausforderung macht. „In der Altenpflege, die einen der größten Bereiche der Pflege ausmacht, stehen wir mit dem Rücken zur Wand“, sagt Ulrike Döring, Präsidiumsmitglied des DPR und Vorstand der Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen in Deutschland e.V. (ADS). „Leidenschaft und Begeisterung für unseren Beruf allein reichen jetzt wirklich nicht mehr aus, was wir brauchen, sind bessere Personalschlüssel und eine Attraktivitätssteigerung dieses Berufs.“

„Angesichts des bereits bestehenden und noch weitaus brisanter werdenden Personalproblems ist es eine wichtige Aufgabe für die gesamte Gesellschaft, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten“, meint auch Dr. Rolf Koschorrek, MdB, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages. „Die Stichworte dazu lauten angemessene Vergütung, Vereinheitlichung der Ausbildung (u.a. für bessere Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten), schnellere Anerkennung von Qualifikationen, Erleichterung des Wiedereinstiegs in den Beruf, mehr Durchlässigkeit z.B. für Berufsrückkehrer und Pflegehelfer und nicht zuletzt die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“

Für die Zukunft der Pflege hat der DPR konkrete Forderungen erarbeitet, die in Form von Wahlprüfsteinen an die Politik gerichtet werden. Die Kampagne selbst setzt auf die Aktivitäten der 15 Mitgliedsverbände des DPR und der Landespflegeräte, die sich auf einen „heißen Sommer“ eingeschworen haben. Außerdem soll der Protest der Pflegenden sich im Internet über die Kampagnen-Website www.ichwillpflege.de und viral weiterverbreiten. Andreas Westerfellhaus hofft, dass mit dieser breiten Mobilisierung auch die Bereitschaft der Politik gesteigert wird, sich mit dem schwierigen Thema zu befassen. „Eine systematische Aus- und Weiterbildung, attraktive Weiterentwicklungs- und Karriereperspektiven bei leistungsgerechter Entlohnung, eigenverantwortliche Handlungs- und Aufgabenbereiche entsprechend der individuellen Qualifikation, flexiblere Arbeitszeitmodelle und eine realistische und angemessene Personalausstattung – das ist das, was die Politik jetzt für die Pflege schaffen muss“, sagt er.

Weitere Informationen:
Deutscher Pflegerat e.V., Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel. 030 – 398 77 303
info@deutscher-pflegerat.de

Quelle: Pressemitteilung vom 07.05.2013
Pressekontakt
Angela Lehnert, we care communications GmbH
Tel. 040-756639-0
presse@ichwillpflege.de

Zitierte Quelle
Fritz Beske Institut für Gesundheits-System-Forschung Kiel, Schriftenreihe Band 123: „Versorgungsprognose 2060 – Leistungs- und Ausgabenentwicklung in der Gesundheitsversorgung und in der Versorgung Pflegebedürftiger“, Dez. 2012

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR)
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 15 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Seit 2003 handelt der Deutsche Pflegerat e.V. als eingetragener, gemeinnütziger Verein. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerates.

Mitgliedsverbände:
- Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS)
- AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG)
- Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS)
- Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG)
- Bundesverband Pflegemanagement
- Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV)
- Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD)
- Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK)
- Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
- Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF)
- Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV)
- Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS)
- Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP)
- Vereinigung der Hygienefachkräfte der Bundesrepublik Deutschland e.V. (VHD)
- Verband der PflegedirektorInnen der Unikliniken e.V. (VPU)

Anhänge:
DPR_PM Kampagnenauftakt lang.pdf
( 93.77 KB )
http://www.deutscher-pflegerat.de/dpr.n ... 20lang.pdf

+++
Ärztezeitung:
Pflege: Kampagne soll Politik wachrütteln
Mehr Patienten, weniger Personal - die Zeit drängt, damit sich in der Pflege noch etwas bewegt.
Die Verbände versuchen es nun mit einer Kampagne.
mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=838 ... ege&n=2698

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Die Pflege gibt es auch noch
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... -noch.html
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PflegeCologne
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Mehr Personal = bessere Pflege! - Hauptknackpunkt

Beitrag von PflegeCologne » 21.07.2013, 08:14

Mein Text unter viewtopic.php?t=18673 passt auch hier:

Guten Morgen allerseits,
ich halte sehr viel davon, nach der Bundestagswahl auf eine Verbesserung der Pflege-Rahmenbedingungen zu setzen und dann mit möglichst vielen Akteuren Druck zu machen. Einzelaktionen - gut gemeint - können letztlich wirklich wenig bewirken.
Ich kann bestätigen, dass Pro Pflege ... seit vielen Jahren bemüht ist, möglichst viele MitstreiterInnen ins Boot zu holen und eine gemeinsame Agitationsplattform zu bilden.
Ich kann bestätigen: Die gesamten Reformerfordernisse wurden übrigens wiederholt bei Pflegetreffs diskutiert (auch mit Bundestagsabgeordneten) und zeitgerecht dem BMG bzw. dem Deutschen Bundestag bekannt gegeben:
Stellungnahme (122 Seiten) - weiterhin nachlesbar unter = http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... tz2011.pdf
Ich begrüße es sehr, dass im Mai 2014 ein großer Pflegetreff ausschließlich zum Pflegenotstand geplant ist. = viewtopic.php?t=19125
Lb. Grüße Pflege Cologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

WernerSchell
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Werner Schell von PRO PFLEGE ist auch auf Facebook online

Beitrag von WernerSchell » 31.07.2013, 07:02

Arbeitskreis Gewerkschafter/innen Aachen informiert:

Bild Herr Werner Schell von PRO PFLEGE ist auch auf Facebook online!
http://www.ak-gewerkschafter.de/?s=wern ... pro+pflege
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Schwere Pflegemängel durch weniger Krankenschwestern

Beitrag von WernerSchell » 31.07.2013, 08:22

Siehe unter:
Schwere Pflegemängel durch weniger Krankenschwestern
viewtopic.php?t=19352
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https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Cornelia Süstersell
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Pflegenotstand - mehr Personal - bessere Pflege

Beitrag von Cornelia Süstersell » 26.08.2013, 07:53

Ich kann berichten, dass ich seitens der Menschen, für die ich tätig war und bin, immer nur Anerkennung erfahren habe.
Es gab auch reichlich mahnende Worte, trotz der schweren Arbeit und der schlechten Rahmenbedingungen nicht aufzugeben.
Das alles hat mir immer wieder Mut gemacht, bei der Pflege und Unterstützung der Patienten nicht nachzulassen.
Allerdings ergeben sich doch öfter Situationen, wo es so aussieht, als würde die Kraft zum Weitermachen versiegen.
Ähnlich geht es meinen Mitstreiterinnen.
Es kann daher nicht mehr lange gut gehen.
Wir brauchen dringend mehr Entlastung, d.h. mehr Personal. Daran geht kein Weg vorbeit.


Cornelia
Ich trete für eine menschenwürdige Pflege ein und halte für es zwingend, mehr Pflegepersonal einzustellen.

WernerSchell
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Ökonomie im Gesundheits- und Pflegesystem ...

Beitrag von WernerSchell » 23.10.2013, 07:39

Ökonomie im Gesundheits- und Pflegesystem - Patienten stehen nicht mehr im Mittelpunkt

Statement: Werner Schell
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Die BRD hat sich bereits in ihren Anfängen zur Marktwirtschaft bekannt. Im Gefolge dieser marktwirtschaftlichen Ausrichtung ist auch das Gesundheits- und Pflegesystem ökonomisch ausgerichtet worden. Diese ökonomische Ausrichtung ist wohl grundsätzlich richtig, darf aber nicht zum Selbstzweck werden. Vielfältige soziale Aspekte müssen Berücksichtigung finden (-> Art. 1, 2 und 20 Grundgesetz).

Leider sind aber die einschlägigen Lobbyisten seit vielen Jahren dabei, allein der ökonomischen Ausrichtung des Gesundheits- und Pflegesystems stets mehr Raum zu geben. Die Interessen der Patienten und pflegebedürftigen Menschen kommen dabei immer weniger zur Geltung. Es gelingt z.B. seit Jahren nicht einmal, die "Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Personen" in subjektiv-öffentliche Rechte umzuwandeln und damit einen verbindlichen Rahmen zu geben.

So hat sich auch in den Krankenhäusern das Prinzip breit gemacht, dass Umsätze mittels Fallpauschalen (DRG) höchste Priorität haben (siehe z.B. die große Zahl unnötiger Operationen). Folglich bleiben auch die Interessen der Pflegekräfte auf der Strecke nach dem Motto: "Ärzte bringen Geld, Pflegekräfte kosten Geld." - Das ist eine Entwicklung, hier nur in Kürze skizziert, der in einer Gesundheits- und Pflegereform entschieden entgegen getreten werden muss.

Und dazu der Klartext für den Pflegebereich:

Pflegenotstand der BRD in Zahlen ... Auf 100 zu pflegende Personen ....
... über 80 Jahre kommen nach OECD-Berechnungen in der Langzeitpflege in Schweden 33,2 Vollzeitstellen, in Norwegen 22, in den Niederlanden 19, in der Schweiz 16,5 und in Deutschland lediglich 11,2.
Quelle: Zeitschrift „change“, Das Magazin der Bertelsmann Stiftung, 3/2013 (Seite 46). Titel der Ausgabe "Pflege - Ganz nah bei den Menschen - Große Herausforderungen und neue Wege in der Pflege".

Damit ist eindrucksvoll bestätigt, warum wir in Deutschland von einem Pflegenotstand sprechen müssen.
Wir haben einen Mangel dergestalt, dass für die stationären Pflegeeinrichtungen keine auskömmlichen Stellenschlüssel vorgesehen sind. Folglich fehlt für die gehörige Zuwendung Personal vorne und hinten. Würde man die dadurch eintretende Arbeitsverdichtungen u.a. durch bessere Stellenschlüssel auflösen und ergänzend angemessene Vergütungen vereinbaren, könnten wir uns auch mit Blick auf die Zukunft Diskussionen um einen Fachkräftemangel in der Pflege sparen (zumindest vorerst). Das Thema Pflegenotstand wird am 13.05.2014 Gegenstand eines großen Pflegetreffs in Neuss-Erfttal sein. Siehe dazu die ersten Hinweise unter:
viewtopic.php?t=19125
Zum Pflegenotstand finden Sie u.a. Beiträge unter:
viewtopic.php?t=18558
viewtopic.php?t=18285
Weiterhin richtig: „Mehr Personal, bessere Pflege"
-> http://www.ngz-online.de/neuss/nachrich ... e-1.316561
Quelle: viewtopic.php?t=19668

Ergänzend eine Krankenhausärztin:

"In dem ständig steigenden Arbeitsdruck geht langsam, aber stetig etwas verloren, was wesentlich wäre für eine patientenorientierte Medizin: genug Zeit für Zuwendung, Zuhören, Trost. Man muss es deutlicher sagen: Der Patient steht nicht mehr im Mittelpunkt medizinischer Bemühungen, sondern er, besonders sein kranker Körper, wird zum Störfaktor. Die ökonomisierte Medizin gleicht diese Probleme, die der Patient macht, mit Technik aus, die deutlich weniger Zeit und Personal erfordert:
- Kann ein Patient im Krankenhais nicht mehr genügend trinken und das heißt: nicht mehr genügend schnell, bekommt, bekommt er einen Tropf gelegt. …
- Isst ein Patient zu wenig oder zu langsam, wird ihm eine Magensonde gelegt. …
- Nässt ein Patient immer wieder ein, wird ihm ein Dauerkatheter gelegt. …
- Verhält sich ein Patient unruhig, werden Bettgestelle oder Fixierungen angebracht. …
… Rettet die Medizin vor der Ökonomie …"

Quelle: Werner Bartens "Das sieht aber gar nicht gut aus - War wir von Ärzten nie hören wollen"; Pantheon Verlag, München Oktober 2013 (Seite 82 ff.)
viewtopic.php?t=19688

Werner Schell - Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk - http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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WernerSchell
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Pflegenotstand - mehr Personal - bessere Pflege

Beitrag von WernerSchell » 31.10.2013, 12:50

Vgl. auch:
Pflegereform ist ein Thema der Koalitionsverhandlungen : Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk votiert gegenüber der "Arbeitsgruppe Gesundheit" und fordert die Auflösung des Pflegenotstandes:
Ohne deutlich mehr Personal wird es keine bessere Pflege geben!
Brief vom 30.10.2013 hier (PDF) http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... Pflege.pdf
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Pflegenotstand - mehr Personal - bessere Pflege

Beitrag von Sabrina Merck » 06.11.2013, 08:12

WernerSchell hat geschrieben: Koalitionsverhandlungen : Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk votiert gegenüber der "Arbeitsgruppe Gesundheit" und fordert die Auflösung des Pflegenotstandes:[/b][/color]
Ohne deutlich mehr Personal wird es keine bessere Pflege geben! ....
Guten Morgen allerseits!
Ich begrüße diesen erneuten "Klartext" sehr. Denn an mehr Personal geht kein Weg vorbei. Wenn es bei den jetzigen Verhältnissen bleiben sollte und nur ein wenig Geld neu verteilt wird, kann es mit dem Pflegesystem nur weiter abwärts gehen. Die politisch Verantwortlichen müssen sich beim Teilleistungssystem Pflegeversicherung auf die wichtigen "Baustellen" konzentrieren. Nur das wird uns voran bringen. Und insoweit liegt Pro Pflege ... goldrichtig.
Lb. Grüße Sabrina Merck
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk!
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

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Die Pflegekräfte haben in der Bevölkerung hohes Ansehen

Beitrag von KPHNeuss » 10.11.2013, 14:24

Gaby Modig hat geschrieben: Die Pflegekräfte haben in der Bevölkerung hohes Ansehen
Das jetzige Befragungsergebnis wäre also Anlass genug, die Wertschätzung und Anerkennung für die Pflege umzusetzen in bessere Arbeitsbedingungen und höhere Vergütungen!
Hallo Gaby,
ich denke auch, dass es nicht an Wertschätzung und Anerkennung in der Bevölkerung mangelt. Es fehlen die poltischen und arbeitsrechtlichen Folgerungen aus den gegebenen Verhältnissen.
LB Gruß KPH Neuss
Für eine uneingeschränkt gute Pflege müssen wir alle eintreten - die Verfassung enthält die entscheidenden Wertegrundsätze: Die Menschenwürde ist unantastbar!

Gaby Modig
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Altenpfleger ist ein harter Job mit Perspektive

Beitrag von Gaby Modig » 15.12.2013, 08:03

Die Rheinische Post vom 14. Dezember 2013 - Rubrik "Beruf & Karriere" berichtet:

Altenpfleger ist ein harter Job mit Perspektive
Bad. Weil die Gesellschaft immer stärker altert, sind die Fachkräfte gefragt – künftig noch mehr als bereits jetzt
Von Nicola Schmahl
Bevensen (dpa) Mit 28 Jahren krempelte Informatik-Student Christoph Hamar sein Leben um. Der Lüneburger hängte sein Studium an den Nagel, begann eine Ausbildung zum Altenpfleger. Seitdem fühlt sich der heute 30-Jährige endlich am richtigen Platz, wurde in einem bundesweiten Wettbewerb des Vereins zur Förderung pflegerischer Qualität Deutschlands "Bester Schüler in der Kranken- und Altenpflege 2013". Inzwischen ist er im dritten Lehrjahr.
…. (weiter lesen unter) …. http://www.rp-online.de/leben/beruf/alt ... -1.3881454

Siehe auch in der Rheinischen Post vom 09.12.2013
Wie werde ich... ? Altenpfleger – Knochenjob mit Perspektive
Bad Bevensen. Sie sind für alte Menschen da, wenn diese nicht mehr allein zurechtkommen: Altenpfleger helfen beim Waschen, Anziehen und Essen. Weil die Gesellschaft immer stärker altert, sind die Fachkräfte gefragt - künftig noch mehr als bereits jetzt.
… (weiter lesen unter) …. http://www.rp-online.de/leben/beruf/ber ... -1.3875031
http://www.i-w-k.de/cms/beitrag/10011636/1564932/

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