Die Pflege wird zum Pflegefall ... Appell ....

Arbeits- und Arbeitsschutzrecht, Allgemeine Rechtskunde (einschließlich Staatsrecht), Zivilrecht (z.B. Erbrecht)

Moderator: WernerSchell

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Die Pflege wird zum Pflegefall ... Appell ....

Beitrag von Service » 16.09.2012, 06:24

Die Pflege wird zum Pflegefall - Appell für mehr Menschlichkeit

Mehr als 13.500 Beschäftigte in Bielefeld sind in den Arbeitsfeldern der Pflege und Betreuung von alten, behinderten und psychisch kranken Menschen beschäftigt. Die Betriebsräte und Mitarbeitendenvertretungen aus diesen Bielefelder Einrichtungen und Diensten wenden sich jetzt mit einem Appell an die Politiker in Bielefeld und im Land. Christian Janßen Vorsitzender der Mitarbeitendenvertretung in Bethel.regional sagte, die Arbeit in Pflege, Betreuung und Begleitung werde immer schwerer, die Personalschlüssel dagegen immer schlechter. „Stationen und Wohngruppen sind immer häufiger unterbesetzt. Die Mitarbeitenden klagen zunehmend unter Arbeitsdruck und werden öfter krank.“ So seien Krankenpflegehelfer und -helferinnen, die häufig zu abgesenkten Löhnen arbeiteten, inzwischen 50 % länger krankgeschrieben, als der Bundesdurchschnitt der Arbeitnehmer. Psychische Erkrankungen haben im Jahresverlauf um 27 % zugenommen bestätigte im Juni auch die DAK Bielefeld. Georg Neumann, Vorsitzender der Gesamtmitarbeitendenvertretung im Dienststellenverbund Johanneswerk, betonte, dass die Personaldecke oft so dünn sei, dass die Kolleginnen bei einer Erkrankung einer Kollegin unvermutet für zwei Stationen und 43 Bewohner zuständig seien.
„In der Altenhilfe wird schon seit Jahren unter schwierigsten Umständen gearbeitet, Kolleginnen müssen häufig aus dem Frei einspringen“, betont Michael Mamat, Stellvertreter im der MAV im DiakonieVerband Brackwede. Diese Entwicklung habe vor 20 Jahren begonnen - so die Betriebsräte - und inzwischen ein solches Ausmaß angenommen, dass die gewählten Interessenvertretungen immer häufiger mit den Auswirkungen psychischer Belastungen in ihrer Arbeit konfrontiert werden.
Die Entwicklung habe auch gesellschaftspolitische Gründe, so die Betriebsräte. Dies betrifft besonders die Frage, wie viel es unserer Gesellschaft wert sei, dass alte, kranke und behinderte Menschen menschenwürdig gepflegt, betreut und begleitet werden (können). „Die Beschäftigten in der Pflege brauchen Arbeitsbedingungen, die nicht krank machen, eine tarifliche Bezahlung und geregelte Arbeitsbedingungen und bestimmt nicht den Druck durch chronische Unterbesetzung, Lohndumping und prekäre Arbeitssituationen“ sagte Annelie Buntenbach, Mitglied des geschäftsführenden DGB-Bundesvorstands.
Bielefeld besitzt mit Bethel, Johanneswerk, Ummeln, den Einrichtungen von AWO, DRK, DiakonieVerband Brackwede und der Gesellschaft für Sozialarbeit eine für Großstädte bundesweit einmalige Vielfalt und Dichte von Einrichtungen und Diensten in Pflege und Betreuung. Deshalb wenden sich einundzwanzig Interessenvertretungen, die insgesamt über 13.500 Beschäftigte vertreten, gerade aus Bielefeld an die Politiker. „Wir verstehen uns in erster Linie nicht als lokale Interessenvertretungen, die sich zu Wort melden, sondern als ein Beispiel für die in der Zukunft gefährliche Entwicklung in der Bundesrepublik“, so Christian Janßen.

Quelle: Mitteilung vom 15.09.2012
Verband Kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rheinland-Westfalen-Lippe
Weißenburger Straße 12
44135 Dortmund
Tel.: 0231/ 579743
Fax: 0231/ 579754
E-Mail: info@vkm-rwl.de

PflegeCologne
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Gesetz zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung - ein Flop

Beitrag von PflegeCologne » 22.09.2012, 07:29

Die Pflege ist seit Jahren ein Pflegefall. Der o.a. Bericht suggeriert, dieser Zustand würde erst jetzt in Gang kommen. Nein, der Pflegenotstand ist ein "alter Hut" und wird seit Jahren deutlich beschrieben.
Aber, es interessiert anschneinend niemanden so richtig. Nur die betroffenen Pflegekräfte spüren es am eigenen Leib. Sie orientieren sich beizeiten beruflich anders oder werden krank. Wenn sie aufgrund von Pflegemängeln die Übelstände ansprechen, kann die Arbeitslosigkeit drohen.
Das sind Fakten, die die politisch Verantwortlichen überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen. Die jüngsten Beschlüsse zur Reform des SGB XI ist der Beleg dafür. Das sog. Neuausrichtungsgesetz wird von allen Seiten heftig kritisiert - siehe viewtopic.php?t=17124 - und die Politiker tun so, als hätten sie einen großen Schritt nach vorne gemacht. Nicht einmal die Länder haben im Bundesrat die Kraft aufgebracht, das Neuausrichtungsgesetz zumindest per Einspruch als unzureichenden Aktionismus der Berliner Koalition zu bezeichnen. Ein einziges Trauerspiel!

Pflege Cologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
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Die Pflege ist seit Jahren ein Pflegefall ...

Beitrag von Anja Jansen » 25.09.2012, 06:44

PflegeCologne hat geschrieben: ... Die Pflege ist seit Jahren ein Pflegefall. Der o.a. Bericht suggeriert, dieser Zustand würde erst jetzt in Gang kommen. Nein, der Pflegenotstand ist ein "alter Hut" und wird seit Jahren deutlich beschrieben.
Aber, es interessiert anschneinend niemanden so richtig. Nur die betroffenen Pflegekräfte spüren es am eigenen Leib. Sie orientieren sich beizeiten beruflich anders oder werden krank. Wenn sie aufgrund von Pflegemängeln die Übelstände ansprechen, kann die Arbeitslosigkeit drohen.
Das sind Fakten, die die politisch Verantwortlichen überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen. Die jüngsten Beschlüsse zur Reform des SGB XI ist der Beleg dafür. Das sog. Neuausrichtungsgesetz wird von allen Seiten heftig kritisiert - siehe viewtopic.php?t=17124 - und die Politiker tun so, als hätten sie einen großen Schritt nach vorne gemacht. Nicht einmal die Länder haben im Bundesrat die Kraft aufgebracht, das Neuausrichtungsgesetz zumindest per Einspruch als unzureichenden Aktionismus der Berliner Koalition zu bezeichnen. Ein einziges Trauerspiel! ....
Hallo Pflege Cologne,
Du hast mir mit Deinen Anmerkungen aus dem Herzen gesprochen. Die Pflege ist seit vielen Jahren notleidend und darüber wurde auch vielfach berichtet. Es ist nicht etwa so, dass wir erst jetzt in eine Pflegekrise kommen. Sie ist längst da!
MfG Anja
Es ist mehr Aufmerksamkeit für dementiell erkrankte Menschen nötig. Unser Pflegesystem braucht deshalb eine grundlegende Reform!

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Ausbildung bundesweit organisieren

Beitrag von PflegeCologne » 10.10.2012, 07:09

Arbeitslose werden zu Pflegehelfern ausgebildet - siehe unter
viewtopic.php?t=17920
Dagegen gibt es keine grundsätzlichen Einwände.
Allerdings muss eine Bekämpfung des Pflegenotstandes anders aussehen:
Die Stellenschlüssel für die stationären Einrichtungen müssen zunächst einmal deutlich nach oben verbessert werden.
Dann muss es bundesweit eine Ausbildungs- und Einstellungsoffensive geben.

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Die Pflege ist pflegebedürftig ...

Beitrag von Pflegefan » 05.11.2012, 08:07

Mein Text - unter viewtopic.php?t=18062 eingestellt:
Pflege und Medienberichte - nicht immer hilfreich
Es war in den zurückliegenden Jahren schon so, dass über die Pflege, vor allem in den Heimen, nur negativ berichtet wurde. Die alten Menschen wurden total verängstigt. Offensichtlich ist diese Medienkampagne noch nicht beendet und findet nun lebhafte Fortsetzung. Dass in den Einrichtungen nicht alles gut sein kann, berichten selbst gestandene Führungskräfte. Allerdings gibt es vielfach gute Bemühungen, gegen die unzureichenden Rahmenvorgaben des Gesetzgebers und der Verbände anzukämpfen und für bestmögliche Versorgungssituationen einzutreten. Solche Aktivitäten erfordern mehr Unterstützung und nicht nur negative Berichte, die kaum Hoffnung auf einigermaßen gute Pflege zulassen. Es sollte in den Medien schnellstens eine Wende geben mit der Vorgabe: Mehr die positiven Aspekte herauszustellen. Es ist kein Wunder, dass viele gute Pflegekräfte in der Vergangenheit ihren Dienst quittiert haben, erschöpft und aus Frust. Es muss bald eine Kehrtwende geben.

Pflegefan

Siehe auch unter
viewtopic.php?t=18052
"Die Menschenwürde ist unanstastbar" (Art. 1 Grundgesetz). Dies muss in der Pflege oberste Handlungsmaxime sein - für alle!

Sabrina Merck
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"Wertschätzung & Anerkennung" - nichts als Wor

Beitrag von Sabrina Merck » 06.11.2012, 18:42

"Wertschätzung & Anerkennung" - nichts als Worte

Es ist mehr als berechtigt, die Medienberichterstattung aufzugreifen und zu kritisieren. Es ist in der Tat so, dass sich die Redaktionen gerne auf Themen stürzen, die in irgendeiner Form reißerisch und skandalisierend wirken. Sie garantieren Aufmerksamkeit und Zuschaltquoten. Es geht bei all dem nicht oder nur am Rande um Informationen für die ZuschauerInnen. Diese sollen einfach nur unterhalten werden. Pflege wird damit zur Show gemacht, obwohl es doch angesichts der demografischen Entwicklung und der unzureichenden Pflege-Rahmenbedingungen viele Familien gewaltig belastet oder belasten wird.
Ich bin auch entsetzt darüber, wie schnell immer wieder der Blick ins Ausland gerichtet wird. Dort ist angeblich "heile Welt". In Thailand stehen drei Pflegekräfte für einen pflegebedürftigen Menschen zur Verfügung. Polinnen und Pflegekräfte aus anderen osteuropäidschen Ländern arbeiten für wenig Geld und werden dieserhalb gelobt. Fatal ist aber doch eigentlich, dass wir die Not der ausländischen Arbeitskräfte ausnutzen. Dies wird m.E. nicht deutlich genug herausgestellt.
Bei Günther Jauch saßen Politiker in der Diskussionsrunde, die wieder nur mit Sprechblasen und "Schönrederrei" ihre Entscheidungen verkaufen wollten. Offensichtlich haben diese Leute keine Ahnung von dem, was im Alltag, sozusagen an der "Pflegefront" los ist. Obwohl Herr Spahn in der vergangenen Diskussionsrunde anmerkte, er habe sich sachkundig gemacht, gingen seine Ausführungen doch meist ins Leere. Er hatte auch wieder die Sprechblase von "Wertschätzung und Anerkennung" im Gepäck. Von solchen Wortungetümen kommt aber in der Praxis nichts an. Unglaublich, dass dies die Verantwortlichen nicht zur Kenntnis nehmen wollen. - Soweit vom Pflege-TÜV die Rede war: Anscheinend ist noch nicht deutlich genug angekommen, dass diese Prüftätigkeit nicht die Ergebnis- und Lebenswirklichkeit widerspiegelt, glatt am Gesetzgebungsauftrag vorbei!
Nach den letzten TV-Sendungen bin ich mehr als gefrustet.

Sabrina Merck
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk!
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

Rita Reinartz
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Sprechblasen ....

Beitrag von Rita Reinartz » 07.11.2012, 07:53

Sabrina Merck hat geschrieben:"Wertschätzung & Anerkennung" - nichts als Worte
Es ist mehr als berechtigt, die Medienberichterstattung aufzugreifen und zu kritisieren. Es ist in der Tat so, dass sich die Redaktionen gerne auf Themen stürzen, die in irgendeiner Form reißerisch und skandalisierend wirken. Sie garantieren Aufmerksamkeit und Zuschaltquoten. Es geht bei all dem nicht oder nur am Rande um Informationen für die ZuschauerInnen. Diese sollen einfach nur unterhalten werden. Pflege wird damit zur Show gemacht, obwohl es doch angesichts der demografischen Entwicklung und der unzureichenden Pflege-Rahmenbedingungen viele Familien gewaltig belastet oder belasten wird.
Ich bin auch entsetzt darüber, wie schnell immer wieder der Blick ins Ausland gerichtet wird. Dort ist angeblich "heile Welt". In Thailand stehen drei Pflegekräfte für einen pflegebedürftigen Menschen zur Verfügung. Polinnen und Pflegekräfte aus anderen osteuropäidschen Ländern arbeiten für wenig Geld und werden dieserhalb gelobt. Fatal ist aber doch eigentlich, dass wir die Not der ausländischen Arbeitskräfte ausnutzen. Dies wird m.E. nicht deutlich genug herausgestellt.
Bei Günther Jauch saßen Politiker in der Diskussionsrunde, die wieder nur mit Sprechblasen und "Schönrederrei" ihre Entscheidungen verkaufen wollten. Offensichtlich haben diese Leute keine Ahnung von dem, was im Alltag, sozusagen an der "Pflegefront" los ist. Obwohl Herr Spahn in der vergangenen Diskussionsrunde anmerkte, er habe sich sachkundig gemacht, gingen seine Ausführungen doch meist ins Leere. Er hatte auch wieder die Sprechblase von "Wertschätzung und Anerkennung" im Gepäck. Von solchen Wortungetümen kommt aber in der Praxis nichts an. Unglaublich, dass dies die Verantwortlichen nicht zur Kenntnis nehmen wollen. - Soweit vom Pflege-TÜV die Rede war: Anscheinend ist noch nicht deutlich genug angekommen, dass diese Prüftätigkeit nicht die Ergebnis- und Lebenswirklichkeit widerspiegelt, glatt am Gesetzgebungsauftrag vorbei!
Nach den letzten TV-Sendungen bin ich mehr als gefrustet.
Hallo Sabrina, mir geht es ähnlich wie Dir. Die zurückliegenden Sendungen konnten nur den bereits vorhandenen Frust verstärken. Die elenden Sprechblasen der Politiker ... ich kann sie nicht mehr hören ....
Lb. Grüße Rita
Menschenwürdegarantie bedarf bei der Umsetzung entsprechender Rahmenbedingungen. Insoweit gibt es aber Optimierungsbedarf!

Sabrina Merck
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Pflegenotstand ist der Hauptknackpunkt

Beitrag von Sabrina Merck » 05.12.2012, 08:51

WernerSchell hat geschrieben: Damit ist erneut verdeutlicht, dass nicht mehr Prüfungen, sondern allein mehr Pflegepersonal (und damit die Verbesserung der Stellenschlüssel) hilfreich sind. Wann endlich werden diese Erkenntnisse aufgegriffen???
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Alle, die sich irgendwie über die schlechte bzw. mängelbehaftete Pflege mokieren, kommen letztlich immer zu dem Ergebnis, dass es an Personal mangelt. Die vereinbarten Stellen sind zwar formal besetzt, aber das reicht hinten und vorne nicht, um den wirklichen Pflegebedarf abzudecken.
S.M.
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk!
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

Nursing-Neuss
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Pflege - Reformen von ganz "oben" überfä

Beitrag von Nursing-Neuss » 07.12.2012, 07:38

Pflege - Reformen von ganz "oben" überfällig
siehe auch unter
viewtopic.php?t=18208
viewtopic.php?t=16644

Guten Morgen Hr. Walter,
wenn es bei der ärztlichen Versorgung Probleme gab, sollten Sie die Ärzte direkt ansprechen und ggf. die Kassenärztliche Vereinigung bzw. die Ärztekammer einschalten. Strafverfahren bringen, wie bereits ausgeführt, wohl eher nichts.
Wenn Sie allgemein die Mängel in der stationären Pflege ansprechen, gäbe es viel zu erklären und vor allem einzufordern. Diesbezüglich ist aber Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk seit einigen Jahren sehr aktiv und sollte Gehör finden. Wie immer wieder ausgeführt wurde, fehlt es an Personal, weil die Stellenschlüssel nicht mehr hergeben. Die diesbezügliche Verantwortung liegt vornehmlich ganz "oben". Darauf wurde ja auch schon hingewiesen.
Ich stimme mit den Neusser Initiativen komplett überein und würde mir insoweit mehr Unterstützung wünschen.
Lb. Grüße Nursing Neuss
Das Pflegesystem muss grundlegend reformiert werden. U.a. ist deutlich mehr Pflegepersonal erforderlich!

walter70
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Re: Pflege - Reformen von ganz "oben" überfä

Beitrag von walter70 » 07.12.2012, 09:40

Nursing-Neuss hat geschrieben:Pflege - Reformen von ganz "oben" überfällig
siehe auch unter
viewtopic.php?t=18208
viewtopic.php?t=16644

Guten Morgen Hr. Walter,
wenn es bei der ärztlichen Versorgung Probleme gab, sollten Sie die Ärzte direkt ansprechen und ggf. die Kassenärztliche Vereinigung bzw. die Ärztekammer einschalten. Strafverfahren bringen, wie bereits ausgeführt, wohl eher nichts.
Wenn Sie allgemein die Mängel in der stationären Pflege ansprechen, gäbe es viel zu erklären und vor allem einzufordern. Diesbezüglich ist aber Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk seit einigen Jahren sehr aktiv und sollte Gehör finden. Wie immer wieder ausgeführt wurde, fehlt es an Personal, weil die Stellenschlüssel nicht mehr hergeben. Die diesbezügliche Verantwortung liegt vornehmlich ganz "oben". Darauf wurde ja auch schon hingewiesen.
Ich stimme mit den Neusser Initiativen komplett überein und würde mir insoweit mehr Unterstützung wünschen.
Lb. Grüße Nursing Neuss
Hallo, Nursing Neuss,

wenn man es denn vorher mitbekommt kann man die Probleme natürlich mit den Ärzten besprechen. Jedoch hat der Zustand, in dem ich meine Frau im Heim vorgefunden habe, meine Reaktion ausgelöst. Der Strafverfolgungsantrag wie auch das damit ausgelöste Ermittlungsverfahren soll ja gerade die Staatsorgane auf die prekäre Situation mit allen ihren Fasetten (Überlastung des Pflegepersonal sowie strafbare 'Hilfeleistung' in medikamentöser 'Ruhigstellung' durch Ärzte, wenngleich sie sich damit in einen Gewissenskonflikt begeben haben) hinweisen. Das ist doch das Thema um das es sich hier handelt: 'Pflegenotstand' mit den vielfältigen Folgen; nicht allein bei den Pflegebedürftigen.

Freundliche Grüße
Walter

Nursing-Neuss
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Pflege - Reformen von ganz "oben" überfä

Beitrag von Nursing-Neuss » 07.12.2012, 09:51

walter70 hat geschrieben: .... Der Strafverfolgungsantrag wie auch das damit ausgelöste Ermittlungsverfahren soll ja gerade die Staatsorgane auf die prekäre Situation mit allen ihren Fasetten (Überlastung des Pflegepersonal sowie strafbare 'Hilfeleistung' in medikamentöser 'Ruhigstellung' durch Ärzte, wenngleich sie sich damit in einen Gewissenskonflikt begeben haben) hinweisen. Das ist doch das Thema um das es sich hier handelt: 'Pflegenotstand' mit den vielfältigen Folgen; nicht allein bei den Pflegebedürftigen.
Guten Morgen Herr Walter,

wir haben es vielfach diskutiert und öffentlich gemacht: Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht helfen Strafverfahren nicht, wenn es darum geht, im Pflegesystem Mängel aufzulösen. Die Staatsanwälte führen im Zweifel nach Recht und Ordnung entsprechende Verfahren durch und dann heißt es: Aktendeckel zu. Staatsanwälte oder Richter wenden sich nicht etwa an Abgeordnete und werben für Gesetzeskorrekturen.
Ich habe soeben an anderer Stelle gelesen, dass Herr Schell nochmals aufgezeigt hat, wie man bezüglich der Pflegemängel usw. vorgehen sollte. Dazu gibt es auch eine Buchveröffentlichung "100 Fragen zum Umgang mit Mängeln in Pflegeeinrichtungen" http://www.wernerschell.de/Buchtipps/10 ... tungen.php .
Zum Thema Pflegemängelbuch hat es von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk zwei Pressemitteilungen gegeben, die weiter informieren:
Pflegemängel – schnelle Hilfe für den Notfall – Mitteilung vom 16.05.2011 hier http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... otfall.php
Pflegemängel – Mehr Pflegekräfte an die Pflegebetten – Strafanzeigen und Imagekampagnen helfen nicht weiter – Mitteilung vom 03.06.2011 hier http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... betten.php

Liebe Grüße
Nursing Neuss
Das Pflegesystem muss grundlegend reformiert werden. U.a. ist deutlich mehr Pflegepersonal erforderlich!

Gaby Modig
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Benennung von Mängeln in Pflegeeinrichtungen

Beitrag von Gaby Modig » 07.12.2012, 10:03

Dass die bloße Benennung von Mängeln in Pflegeeinrichtungen
Komplikationen mit sich bringen kann, zeigen die Beiträge unter
viewtopic.php?t=17585

Gaby
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

Herbert Kunst
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Pflegenotstand & Behandlungsfehler

Beitrag von Herbert Kunst » 08.12.2012, 08:26

Wegen der Anfrage von Herrn Walter Mette habe ich im Forum eine Stellungnahme eingestellt.
Sie ist nachlesbar unter:
viewtopic.php?t=18208
H.K.
Für menschenwürdige Pflege sind wir alle verantwortlich! - Dazu finde ich immer wieder gute Informationen unter http://www.wernerschell.de

WernerSchell
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Mangel an Pflegekräften - TV-Tipp für den 11.12.2012

Beitrag von WernerSchell » 11.12.2012, 08:10

11.12.2012, 21.00 - 21.45 Uhr, ZDF, Frontal21

Thema u.a.:
Mangel an Pflegekräften
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

Herbert Kunst
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Dementiell erkrankte Menschen profitieren vom PNG

Beitrag von Herbert Kunst » 31.12.2012, 08:08

Dementiell erkrankte Menschen profitieren vom Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNG)
Allerdings blieb eine umfassende Reform des Pflegeversicherungsrechtes aus.

----- Siehe auch unter Neuausrichtung der Pflegeversicherung ... ein Flop?
viewtopic.php?t=17124
viewtopic.php?t=17429 ----

Mit dem Jahreswechsel tritt das Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNG) in Kraft. Damit erhöhen sich einige Leistungen aus der Pflegeversicherung.
Besonders begünstigt sind dementiell erkrankte Menschen
-> http://www.eva-stuttgart.de/fileadmin/r ... b_2013.pdf
Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft e.V. informiert in einem Beiblatt über für die Menschen mit Demenz bedeutsamen Änderungen
des Pflege-Neuausrichtungsgesetzes (PNG). -> http://www.deutsche-alzheimer.de/filead ... e-2012.pdf
Es handelt sich um eine Beilage zu "Leitfaden der Pflegeversicherung". -> http://www.deutsche-alzheimer.de/index. ... &detail=10
Für menschenwürdige Pflege sind wir alle verantwortlich! - Dazu finde ich immer wieder gute Informationen unter http://www.wernerschell.de

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