Pflegenotstand: ´Gelbe Karte an die Bundeskanzlerin`

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

Moderator: WernerSchell

Presse
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Pflegenotstand: ´Gelbe Karte an die Bundeskanzlerin`

Beitrag von Presse » 29.07.2010, 07:41

Personalmangel : Verband fordert Pflege-Gipfel
Berlin. Die privaten Alten-Pflegeeinrichtungen schlagen Alarm und fordern einen Pflege-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), berichtet die Nachrichtenagentur dpa. "Es herrscht Pflegenotstand", sagte der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, Bernd Meurer, der Nachrichtenagentur in Berlin. In den nächsten zehn Jahren würden rund 300.000 zusätzliche Betreuer für Pflegebedürftige gebraucht. Aber der Markt sei leer gefegt. Nur mit einer verstärkten Umschulung und einer gesteuerten Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland sei die Situation noch in den Griff zu bekommen.
Quelle: Pressemitteilung vom 28.07.2010
Vincentz Network, Hannover, http://www.vincentz.net

Pflegenotstand: "Gelbe Karte an die Bundeskanzlerin" !
Siehe Aufruf vom 22.10.2010!

Bild
http://www.dbfk.de/wDefault/gelbekarte/
Zuletzt geändert von Presse am 12.11.2010, 11:03, insgesamt 2-mal geändert.

thorstein
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Beitrag von thorstein » 29.07.2010, 08:04

Insgesamt kann derzeit nicht von einem akuten Fachkräftemangel gesprochen werden.
Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der SPD Ende Juni!

PflegeCologne
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Pflege-Personalmangel allerorten

Beitrag von PflegeCologne » 29.07.2010, 08:19

Hallo,
einen Pflege-Personalmangel gibt es seit Jahren. Diesen zu bestreiten, spricht für mangelhafte Kenntnisse. Selbst wenn alle eingerichteten Stellen besitzt sind, mangelt es immer noch an Personal, weil die Stellendotierung selbst unzureichend ist.
Wann kapieren die Verantwortlichen dies endlich?
Mit großer Sorge!
MfG Pflege Cologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

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Pflegenotstand: Versorgung Pflegebedürftiger gefährdet

Beitrag von Service » 31.07.2010, 06:52

Vollbeschäftigung und Pflegenotstand: Versorgung Pflegebedürftiger gefährdet
bpa: Pflegediensten und Heimen fehlen die Fachkräfte, deshalb stehen Betten leer und Pflegeanfragen müssen abgelehnt werden


Berlin (ots) - Die Bundesagentur für Arbeit (BA) weist darauf hin, dass besonders die Pflegebranche unter einem Fachkräftemangel leidet. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung über die Folgen der Globalisierung für den deutschen Arbeitsmarkt bestätigt das. Dort heißt es: "Zu den Berufen, die in den vergangenen Jahren (...) quantitativ besonders zugenommen haben und weiterhin gute Zukunftsaussichten haben, zählen zum Beispiel Gesundheitsberufe wie Altenpfleger, Krankenschwester und Sprechstundenhilfe oder sozialpflegerische Berufe wie Heimleiter." "Die deutsche Wirtschaft startet durch und dem Jobmotor Pflege fehlen bereits jetzt die Fachkräfte", so der Kommentar von Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa). "Der Arbeitsmarkt für Pflegefachkräfte ist bereits heute wie leergefegt. Wir haben hier Vollbeschäftigung."

Nach Angaben der BA weist die Statistik (Stand: April 2010) für examinierte Altenpfleger/innen mit dreijähriger Ausbildung 4.166 Arbeitslose aus. Dieser Zahl stehen 8.617 gemeldete Stellen gegenüber. Dies zeigt: Die Nachfrage nach Pflegefachkräften ist eindeutig höher als das Angebot.

Als größter Verband von Pflegediensten und Pflegeheimen in Deutschland vertritt der bpa mit seinen über 6.500 Mitgliedern mehr als jede vierte Pflegeeinrichtung in Deutschland. Der bpa-Präsident schlägt Alarm: er weist darauf hin, dass es bereits diverse Heime in vielen Bundesländern gibt, die ganze Stationen schließen müssen, um mit den verbleibenden Fachkräften das gesetzlich geforderte Verhältnis von Bewohnern zu Fachkräften noch erfüllen zu können. Ambulante Dienste müssen aufgrund fehlenden Personals die Versorgung ablehnen. "Es herrscht Pflegenotstand. Die Sicherstellung der Versorgung von pflegebedürftigen Menschen ist in Gefahr. Den Einrichtungen fehlen die Mitarbeiter", sagt Meurer. "Deshalb fordert die Branche einen Pflegegipfel. Zentrales Problem ist der Fachkräftemangel."

Um dem Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen, müssten alle Möglichkeiten genutzt werden. "Die Politik ist gefordert, unverzüglich für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen. Wir brauchen mehr Auszubildende, die Länder müssen die Finanzierung der Schulplätze sicherstellen, wir brauchen eine angemessene Entlohnung und Refinanzierung der Auszubildenden. Wir brauchen deutlich mehr Umschulung, anstatt der konkreten erheblichen Kürzungen, wie etwa der Streichung des dritten Ausbildungsjahres. Berufsbegleitende Qualifizierungsmaßnahmen zu Fachkräften sind ebenso erforderlich wie die Anpassungsqualifizierung arbeitsuchender pflegenaher Berufsgruppen durch die Bundesanstalt für Arbeit. Aber auch ausländische Fachkräfte werden gebraucht, hierzu benötigen wir eine Greencard für Menschen aus Ländern außerhalb Europas. Im Ausland erworbene Berufsabschlüsse und Berufserfahrung muss unbürokratisch anerkannt werden und die Definition von Fachkraft muss angepasst werden", so Meurer abschließend.

Quelle: Pressemitteilung vom 30.07.2010
Für Rückfragen:
Herbert Mauel, Bernd Tews, 030 / 30 87 88 60.

Gaby Modig
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Pflegenotstand - Bundesregierung Kenntnis erhalten

Beitrag von Gaby Modig » 01.08.2010, 09:13

Hallo,

ja der Bundesregierung, der Kanzlerin, muss der Pflegenotstand endlich einmal näher erläutert werden. Aber dabei sollten diejenigen beteiligt werden, die auch für die Pflegeberufe sprechen. Das sind mit Sicherheit nicht die Heimträgerverbände. Dort sehe ich eher die Tendenz zur Billigpflege. Daher sind diese Heimträgerverbände nicht geeignet, für den Pflegenotstand zu sprechen und sich der Anliegen der Pflegeberufe anzunehmen.

MfG Gaby
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

Cicero
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Pflegenotstand - Bundesregierung muss tätig werden

Beitrag von Cicero » 04.08.2010, 07:23

Gaby Modig hat geschrieben: ... ja der Bundesregierung, der Kanzlerin, muss der Pflegenotstand endlich einmal näher erläutert werden. Aber dabei sollten diejenigen beteiligt werden, die auch für die Pflegeberufe sprechen. Das sind mit Sicherheit nicht die Heimträgerverbände. Dort sehe ich eher die Tendenz zur Billigpflege. Daher sind diese Heimträgerverbände nicht geeignet, für den Pflegenotstand zu sprechen und sich der Anliegen der Pflegeberufe anzunehmen. ...
Hallo,
ich begrüße es sehr, dass Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk mittels seiner Pressemitteilung vom 03.08.2010 erneut auf den Pflegenotstand und die erforderlichen Maßnahmen aufmerksam gemacht hat. Hoffentlich kapieren die Verantwortlichen, was zu tun ist!
Siehe auch meinen Text unter
viewtopic.php?t=14568
Es grüßt
Cicero
Politisch interessierter Pflegefan!
Im Gleichklang: Frieden - Ausgleich - Demokratie - und: "Die Menschenwürde ist unantastbar"!

Monika Petzold
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Pflegebedürftige und Pflegende beteiligen

Beitrag von Monika Petzold » 05.08.2010, 07:25

Zur Pressemitteilung vom 03.08.2010 habe ich unter
viewtopic.php?t=14568
einen kleinen Text geschrieben / eingestellt. Ich denke, dass dieser Text auch hier passt. Wenn es einen "Pflege-Gipfel" geben sollte, gehören die Ausführungen von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk mit auf den Tisch. Überhaupt scheint es mir wichtig, dass die pflegebedürftigen Menschen und die Pflegenden mehr zu Wort kommen. Es kann nicht sein, dass die Trägerverbände allein bestimmen wollen, wo es lang zu gehen hat.

Mein Text:
Ich bin eifrige Leserin im Forum, halte ich mich aber mit einer schriftlichen Beteiligung zurück.
Jetzt aber möchte ich doch eine kurze Wortmeldung abgeben: Die Mitteilung vom 03.08.10 entspricht genau - ohne Abstriche - meinen Vorstellungen. Ich möchte sie daher gerne unterstützen und hoffe doch sehr, dass die Politiker endlich begreifen, was zu tun ist. Besonders das Pflegepersonal muss dringend Entlastung erfahren. Der Krankenstand in der Pflege ist nicht von ungefähr ganz hoch.
Wer gute Pflege will, muss auch ausreichend und gut bezahltes Personal auf den Weg bringen.
Prüfen, dokumentieren, Besprechungen abhalten .... etc. bringen uns allein nicht weiter. Die Pflege am Menschen ist allein entscheidend!

Liebe Grüße
Monika
Mehr Zuwendung bei der Patientenversorgung und Pflege. Dafür ist aber mehr Personal erforderlich. Fordern wir es ein!

WernerSchell
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Eingreiftruppe gegen Missstände in der Pflege

Beitrag von WernerSchell » 07.08.2010, 18:50

Die Landesgesundheitsministerin NRW will angesichts der Mönchengladbacher Pflegemängel – siehe Forum: viewtopic.php?t=14377 – prüfen lassen, ob eine Eingreiftruppe gegen Missstände in der Pflege eingesetzt werden soll. Dazu berichtete die Rheinische Post am 23.07.2010:

Nach Vorfällen in Mönchengladbach -Ministerin für härtere Kontrolle der Pflegeheime
VON E. QUADBECK UND T. REISENER - zuletzt aktualisiert: 23.07.2010 - 08:05
(RP) Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hält die Kontrolle der Alten- und Pflegeheime in NRW für unzureichend. Das Ministerium bereitet eine Eingreiftruppe gegen Missstände in der Pflege vor.
…. (mehr)
http://www.rp-online.de/landtagswahl/na ... 85240.html

Für deutlich mehr Prüfungen hatte sich auch Willi Zylajew, MdB und pflegepolitischer Sprecher der Union im Bundestag, ausgesprochen. Aufgrund dieser Forderungen hat Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk am 03.08.2010 eine Pressemitteilung herausgegeben, in der deutlich gemacht wird, dass es vorrangig um mehr Pflegepersonal und weniger um noch mehr Prüfungen gehen muss. Die Pressemitteilung ist nachlesbar unter
viewtopic.php?t=14565 – Die Diskussionen dazu werden unter viewtopic.php?t=14568 geführt.

Am 19.07.2010 hat Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk der Landesregierung vorgeschlagen, einen „Beauftragten für die Belange der pflegebedürftigen Menschen“ (Ombudsmann /-frau) einzusetzen. Dies wäre aus vielerlei Gründen eine angemessene Maßnahme, ohne gleich mit der „Keule“ zu drohen.

Die Deutsche Hospiz Stiftung hat denn auch gleich nach der Einrichtung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften gerufen. Eine absurde Vorstellung: Pflegemängel muss man nur analysieren. Dann wird man unschwer herausfinden, dass sie im Wesentlichen auf unzureichenden Personalausstattungen der Einrichtungen beruhen. Also kann die Lösung nur in besserer Personalbemessung bestehen. – Wer auf strafrechtliche Verfolgung statt auf Verbesserung der Pflege-Rahmenbedingungen setzt, ist auf dem Holzweg!

Werner Schell
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Pflege muss zur Chefsache werden

Beitrag von Presse » 13.08.2010, 07:21

Interview: "Frau Merkel muss Pflege zur Chefsache machen"
Pflegeverbände schlagen Alarm. Perspektivisch müssten mindestens 300.000 zusätzliche Fachkräfte her, um den steigenden Bedarf abzudecken. Die aber fehlen. Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), sieht die Politik am Zug. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse das Thema zur Chefsache erklären und einen nationalen "Pflege-Gipfel" einberufen, fordert er im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=614 ... lege&n=443

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Fachkräftemangel in der Pflege

Beitrag von Presse » 16.08.2010, 14:48

Ärzte Zeitung, 16.08.2010
"Wir könnten sofort bis zu 10.000 Pflegekräfte einstellen"
Gegen den Fachkräftemangel in der Pflege wirkt der Ärztemangel wie ein Sturm im Wasserglas. In den kommenden zehn Jahren müssen in Deutschland 300.000 zusätzliche Pflegefachkräfte her. Die aber fehlen, warnen Experten. Die Suche um das beste Konzept hat begonnen.

Von Thomas Hommel
....
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... sid=615104

Anja Jansen
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Pflegemängel überall - Mehr Personal muss her!

Beitrag von Anja Jansen » 20.08.2010, 10:03

Pflegemängel überall - Mehr Personal muss her!

Nur ein kleiner Auszug - zahlreiche weitere Beiträge belegen die desolate Personalsituation:

Pflegefehler / Missstände in einem Altenheim ....
viewtopic.php?t=14377
Pflegeheime in Mönchengladbach - Staatsanwalt aktiv
viewtopic.php?t=14612
Pflegemängel in einer Pflegeeinrichtung ....
viewtopic.php?t=14536
Pflegeheim in Hopsten - Ermittlungen wegen Fehler
viewtopic.php?t=14611
Personalmangel : Verband fordert Pflege-Gipfel
viewtopic.php?t=14538
Schärfere Kontrollen der Pflegeheime in NRW?
viewtopic.php?t=14583
Zu wenig Pfleger im Seniorenheim
viewtopic.php?t=14529&highlight=pflegem%E4ngel
Pflegemängel in MG-Giesenkirchen - TV-Tipp 27.07.2010
viewtopic.php?t=14514&highlight=pflegem%E4ngel
Pflegemängel - Schwerpunktstaatsanwaltschaften gefordert
viewtopic.php?t=13954&highlight=pflegem%E4ngel
Pflegemängel - würdevolle Pflege angemahnt
viewtopic.php?t=12151&highlight=pflegem%E4ngel
Es ist mehr Aufmerksamkeit für dementiell erkrankte Menschen nötig. Unser Pflegesystem braucht deshalb eine grundlegende Reform!

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Fachkräftemangel in der Pflege

Beitrag von Presse » 24.08.2010, 13:34

Die Wirtschaft sagt einen Fachkräftemangel voraus - in der Pflege existiert er bereits
bpa-Präsident fordert Greencard für Pflegekräfte zur Fachkräftesicherung


Berlin (ots) - "Die Wirtschaft rechnet zukünftig mit einem Fachkräftemangel - in der Pflege existiert er bereits", sagt bpa-Präsident Bernd Meurer. Aus Anlass der heutigen Pressekonferenz zur Fachkräftesicherung von DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann, Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und Bundesinnenminister Thomas de Maizière erinnert der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) daran, dass bereits heute vielerorts in Altenheimen und bei ambulanten Pflegediensten freie Stellen nicht mehr besetzt werden können.

"Der Arbeitsmarkt für Pflegefachkräfte ist wie leergefegt. Es fehlen bereits jetzt 30.000 Fachkräfte, bis 2020 werden es rund 300.000 sein." Um dem Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen, müssten alle Möglichkeiten genutzt werden - dazu gehöre auch die Einführung einer Greencard. "Im Ausland erworbene Berufserfahrung und Berufsabschlüsse müssen unbürokratisch anerkannt werden", so Meurer. "Wir werden unseren Bedarf an Fachkräften und Mitarbeitern nicht nur mit deutschen Mitarbeiter/innen decken können. Bereits heute könnten wir 10.000 Fachkräfte einstellen."

Das würde bedeuten, dass in zehn Jahren jeder dritte Schulabgänger in die Pflege ginge. Das sei unrealistisch. Es werde auch nicht ausreichen, allein die Attraktivität der Arbeitsplätze zu steigern. Der Anteil der jungen Menschen in der deutschen Bevölkerung gehe zurück. Meurer wiederholte seine Forderung nach einer Greencard für Pflegekräfte aus Nicht-EU-Staaten. "Wer glaubt, dass er den eklatanten Fachkräftemangel, der sich heute schon abzeichnet, allein mit deutschen oder europäischen Pflegekräften lösen kann, der irrt."

Die Pflege bietet mit mehr als 1,1 Millionen Arbeitsplätzen in Deutschland mehr Jobs als Mercedes, VW, Opel & Co. und ist ein wichtiger Jobmotor und Wachstumsmarkt.

Für Rückfragen:
Herbert Mauel, Bernd Tews, 030 / 30 87 88 60.

Quelle: Pressemitteilung vom 24.08.2010

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Pflege - Arbeitgeber in der Verantwortung

Beitrag von Presse » 25.08.2010, 11:23

Greencard entbindet Arbeitgeber nicht von der Verantwortung für die Pflege

(NORDWEST/HANNOVER) Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe Nordwest e.V. begrüßt die Initiative zur Einrichtung eines Pflegegipfels und untermauert damit die Forderung des Bundesverbandes privater Anbieter und sozialer Dienste (bpa), die Kanzlerin möge sich persönlich um die Pflege kümmern. Die Forderung nach einer Greencard für Pflegende aus den Reihen der Arbeitgeberverbänden verkleistert aber die Verantwortung der Arbeitgeber an der Misere, in der sich die Pflege in Deutschland befindet. Der Abbau von Ausbildungsplätzen und die schlechten Arbeitsbedingungen gehen auch auf das Konto der Arbeitgeber. Nun nach Pflegenden aus dem Ausland zu rufen, manifestiert die schlechten Arbeitsbedingungen in Deutschland und provoziert zudem einen Pflegenotstand in den Herkunftsländern der Pflegenden, die nun hierzulande die Pflege leisten sollen. Der demografische Wandel und seine Herausforderungen sind kein exklusives Problem in Deutschland. Nach Berechnungen des ifo Institutes schrumpft die erwerbsfähige Bevölkerung z.B. in Polen in den kommenden 40 Jahren um 29%, während in Deutschland mit einem Rückgang um 20% zu rechnen ist. In den meisten anderen Osteuropäischen Ländern sieht die Situation sogar noch dramatischer aus. Es kann nicht dem europäischen Gedanken entsprechen, wenn die pflegerische Versorgung in Deutschland nur gerettet werden kann, wenn anderenorts dafür Familien auseinander gerissen werden und Versorgungsnöte entstehen. Die Arbeitgeber sollen sich vielmehr dem Wettbewerb um Auszubildende im eigenen Land stellen und die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen den Anforderungen der Gesellschaft anpassen. Die Politik möge zudem dafür sorgen, dass in einem Mangelberuf wie der Altenpflege die dringend benötigten Interessenten nicht durch Schulgeld abgeschreckt werden.

Quelle: Pressemitteilung vom 25.08.2010
Kontakt: Dipl.-Sozialwissenschaftler Burkhardt Zieger
-Referent für öffentliche Kommunikation-
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe Nordwest e.V.
Lister Kirchweg 45 - 30163 Hannover
Tel.: 0511-696844171
Mobil: 0176-229 559 43
Fax: 0511-696844176
zieger@dbfk.de
http://www.dbfk.de

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Pflegemängel überall - Mehr Personal muss her!

Beitrag von Rita Reinartz » 26.08.2010, 07:08

Anja Jansen hat geschrieben:Pflegemängel überall - Mehr Personal muss her!
Nur ein kleiner Auszug - zahlreiche weitere Beiträge belegen die desolate Personalsituation:
Hallo,
genau so ist die Situation. Pflegekräfte könnten wirkungsvoller und zuwendungsorientierter tätig werden. Nur, die Zeit fehlt. Der Grund: zu wenig Personal. Wenn die Arbeitsverdichtungen Kolleginnen/Kollegen in die Krankheit führt, wird die Lage dramatisch.
Will das denn wirklich keiner wissen und tätig werden?
Mfg RR
Menschenwürdegarantie bedarf bei der Umsetzung entsprechender Rahmenbedingungen. Insoweit gibt es aber Optimierungsbedarf!

cordarexchen
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Gute Fachkräfte braucht das Land

Beitrag von cordarexchen » 27.08.2010, 20:52

Provokative Frage:

Wo gibt es Pflegenotstand? Die Betreiber von Krankenhäusern, Altenheimen, u.a. wissen das zwar und dennoch kostet es nunmal viel zu viel Geld mehr Personal einzustellen.

Dadurch verkraulen viele AG Fachkräfte die nicht ewig frei auf dem Markt herumhuschen, da sie einfach nicht in die Pötte kommen. Sie brauchen ja kein Personal, weil dies ja zu viel Geld kostet. Ich bin fassungslos über diese Art von fehlender betriebswirtschaftlichen Denkweise. Es ist doch klar, dass nur Investionen in die Zukunft und zwar zu 100% mehr Geld bringen. Faszit: Gute Fachkräfte braucht das Land und die gibt es durchaus, aber sie werden häufiger verkrault durch Unentscheidungsfreudigkeiten der AGler.

Dies ist der Kasus Knacktus.

:wink:

Nur mal so zum Nachdenken an alle Arbeitgeber.

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