Medizinische Versorgung in Pflegeheimen ... Initiative ...

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Medizinische Versorgung in Pflegeheimen ... Initiative ...

Beitrag von Presse » 29.04.2010, 12:01

Gemeinsame "Bundesinitiative Pflegeheim": Kassenärztliche Vereinigungen machen sich zusammen für eine bessere medizinische Versorgung in Pflegeheimen in Deutschland stark

München, 27. April 2010: Bundesweit haben sich dreizehn der insgesamt siebzehn Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) auf ein gemeinsames Rahmenkonzept geeinigt, mit dem die medizinische Versorgung von Menschen in Pflegeheimen künftig deutschlandweit nachhaltig verbessert werden soll. "Wir haben mit dem Rahmenkonzept eine einheitliche Basis für Verhandlungen mit den Krankenkassen geschaffen", erklärte dazu der Initiator der Bundesinitiative Pflegeheim, Dr. Gabriel Schmidt, erster stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB). Bereits seit Jahren ist es Schmidt ein persönliches Anliegen, die Versorgung Pflegebedürftiger zu optimieren. "Wir niedergelassenen Haus- und Fachärzte stellen uns unserer Verantwortung gegenüber unseren Patienten. Insbesondere für unsere älteren Patienten sind wir nicht nur Arzt, sondern auch Anwalt." Umso mehr habe es ihn gefreut, dass so viele KVen in dieser Sache an einem Strang ziehen. "Nur durch den Abschluss eines Pflegeheimvertrags mit allen Krankenkassen kann man auf die bevorstehenden Herausforderungen der demografischen Entwicklung und den damit verbundenen Anstieg der Zahl Pflegebedürftiger adäquat reagieren", so Schmidt.

Grundlage solcher Pflegeheimverträge der Länder-KVen mit allen Krankenkassen soll nun deutschlandweit das Rahmenkonzept der Bundesinitiative Pflegeheim sein, das ein Basismodul und darauf aufbauend individuell kombinierbare Zusatzmodule vorsieht. Kern des interdisziplinären Konzepts ist eine strukturell verbesserte Kooperation von niedergelassenen Ärzten untereinander sowie mit den Pflegeverantwortlichen in Heimen. Dabei stehen Ziele wie eine verbesserte Versorgungsqualität, eine abgestimmte Steuerung der Versorgung, Wirtschaftlichkeit sowie Transparenz im Vordergrund.

Über das Basismodul hinaus können nach dem Baukastenprinzip verschiedene Module den regionalen Bedürfnissen entsprechend ergänzt werden. Neben Servicemodulen der Haus- und Fachärzte, die beispielsweise regelmäßige Visitendienste, Rufbereitschaft und besondere Vertretungsregelungen umfassen, gibt es auch spezielle Qualitätsmodule, bei denen die Qualitätssicherung im Sinne einer optimalen Rundum-Betreuung der Patienten in Pflegeheimen im Fokus steht.

Das von der KVB initiierte bundeseinheitliche Pflegeheimkonzept basiert auf den bereits erfolgreich etablierten Modellprojekten der KV Berlin, der KV Nordrhein und der KV Bayerns. Im Rahmen des Berliner Pflegeheimprojekts beispielsweise kooperieren schon heute Pflegeheime mit niedergelassenen oder angestellten Ärzten. "Ich freue mich, dass wir unser Know-how aus Berliner Projekten in die Bundesinitiative Pflegeheim einbringen konnten", erklärte die Vorstandsvorsitzende der KV Berlin, Dr. Angelika Prehn. Nun gelte es, aus einzelnen Leuchtturmprojekten Grundsätze und Strukturen für eine bundesweit flächendeckend verbesserte medizinische Versorgung von Pflegebedürftigen abzuleiten.

Auch im Bereich der KV Nordrhein arbeiten Krankenkassen, Pflegeheime, Krankenhäuser und niedergelassene Haus- und Fachärzte bereits intensiv zusammen. Diese Kooperation umfasst unter anderem konkrete Behandlungspfade, abgestimmte Arzneimittellisten und die gesicherte Überleitung der Patienten vom Pflegeheim ins Krankenhaus. Die KV Bayerns hatte bereits vor Jahren das Konzept der Geriatrischen Praxisverbünde entwickelt und in vielen Regionen erfolgreich etabliert. Dabei übernehmen Haus- und Fachärzte gemeinsam die Betreuung einzelner Heime und stellen über eine besondere Rufbereitschaftsregelung sicher, dass die Patienten während, aber auch außerhalb der Sprechstunden optimal versorgt werden.

Einige Länder-KVen haben hingegen bislang weniger Erfahrungen mit übergreifenden Konzepten zur Pflegeheimversorgung gemacht. "Letztlich stehen wir alle vor den gleichen Herausforderungen bei der künftigen Versorgung von Pflegebedürftigen", so Sanitätsrat Dr. Günter Gerhardt, Vorstandsvorsitzender der KV Rheinland-Pfalz. "Durch den intensiven Austausch von Erfahrungen und Ideen und die gemeinsame Entwicklung des bundeseinheitlichen Rahmenkonzepts für einen Pflegeheimvertrag haben wir viel voneinander gelernt", so Gerhardt. Dieses Wissen wolle man nun gemeinsam zum Wohle der Patienten nutzen.

Mit der Bundesinitiative Pflegeheim haben die KVen jetzt einen Meilenstein in der medizinischen Versorgung in Pflegeheimen gesetzt, der bei allen Beteiligten - vor allem bei den Patienten, aber auch bei Ärzten und Pflegeverantwortlichen - für mehr Sicherheit und Transparenz sorgt. Damit eine verbesserte Versorgungsqualität im Heim ankommen kann, gilt es nun, mit den Kassen gemeinsame Verträge zu schließen und die entsprechenden Strukturen aufzubauen.

Die Presseinformation vom 27.04.2010 als PDF-Datei:
http://www.kvb.de/fileadmin/data/dokume ... geheim.pdf

Presseinformationen im Überblick auf unserer Webseite:
http://www.kvb.de/de/presse/presseinformationen.html

Quelle: Pressemitteilung vom 27.04.2010

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Versorgung von Heimbewohnern verbessern

Beitrag von Presse » 29.04.2010, 12:05

Kassenärztliche Vereinigungen wollen Versorgung von Heimbewohnern verbessern

München. Bundesweit haben sich dreizehn der insgesamt siebzehn Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) auf ein gemeinsames Rahmenkonzept geeinigt, mit dem die medizinische Versorgung von Menschen in Pflegeheimen künftig deutschlandweit nachhaltig verbessert werden soll. "Wir haben mit dem Rahmenkonzept eine einheitliche Basis für Verhandlungen mit den Krankenkassen geschaffen", erklärte dazu der Initiator der Bundesinitiative Pflegeheim, Dr. Gabriel Schmidt, erster stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB).
Dieses Rahmenkonzept soll nun Grundlage von Pflegeheimverträgen der Länder-KVen mit allen Krankenkassen werden. Das Konzept sieht ein Basismodul und darauf aufbauend individuell kombinierbare Zusatzmodule vor. Kern des interdisziplinären Konzepts ist eine strukturell verbesserte Kooperation von niedergelassenen Ärzten untereinander sowie mit den Pflegeverantwortlichen in Heimen.
Neben Servicemodulen der Haus- und Fachärzte, die beispielsweise regelmäßige Visitendienste, Rufbereitschaft und besondere Vertretungsregelungen umfassen, gibt es auch spezielle Qualitätsmodule, bei denen die Qualitätssicherung im Sinne einer optimalen Rundum-Betreuung der Patienten in Pflegeheimen im Fokus steht.

Mehr zum Thema lesen Sie in den Print-Ausgaben von CAREkonkret

Vincentz Network, Hannover, http://www.vincentz.net

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Ärztliche Versorgung in den Heimen weiterhin mangelhaft

Beitrag von Sabrina Merck » 30.04.2010, 09:37

Hallo,
es ist grundsätzlich zu begrüßen, dass die Kassenarztseite Initiativen ergreifen will, um die medizinische Versorgung von HeimbewohnerInnen zu verbessern. Es wird dabei u.a. auf die Situation der KV Nordrhein verwiesen.
Trotz aller Modellvorstellungen kann aber keineswegs gesagt werden, dass sich in der medizinischen Versorgung Entscheidendes verändert / verbessert hätte. Alle Erklärungen, auch seitens der Kassen, sínd bisher im Ankündigungsstadium stecken geblieben. Die fachärztliche Versorgung ist auf jeden Fall weiterhin uneingeschränkt notleidend / mangelhaft.
Daher sind m.E. schnellstmöglich geeignete Maßnahmen zur Behebung dieser unguten Situation zu ergreifen. Dafür müssen die Kassen wohl endlich auch mehr Geld in die Hand nehmen.
Bedauerlich finde ich auch, dass die Heimverantwortlichen die Mangelsituation nicht deutlich genug beschreiben, sogar teilweise herunterspielen. Dabei sind bei näherem Hinsehen Marketingerwägungen maßgeblich.
Angehörige, die sich einmischen, sind nicht gerne gesehen und werden zum Teil gemobbt.
MfG Sabrina
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk!
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

G. Fröhlich- Rockmann
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Beitrag von G. Fröhlich- Rockmann » 09.05.2010, 00:25

Ich freu mich ja über jedes neue Papier, dass wir haben, weil der Wald die Weitsicht stört, aber können wir daraus auch die Ärzte und Fachärzte basteln die wir dafür brauchen???

Interessant wäre zu erfahren was plötzlich in Heimen geschafft werden soll was wir in Krnakenhäusern schon nicht mehr hin bekommen...

Und war da nich noch was mit Streiks von Ärzten im Mai in kommunalen Einrichtungen.... ?

Mit freundlichen Grüßen
Gerd Fröhlich-Rockmann
Es ist der Mensch und nicht die Krankheit

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Ärztliche Versorgung in Heimen verbessern

Beitrag von Presse » 15.05.2010, 11:29

Dtsch Arztebl 2010; 107(19)

hil
Kassenärztliche Vereinigungen: Initiative für bessere Versorgung in Heimen
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/art ... p?id=74904

ausführlichere Informationen zur Bundesinitiative
http://www.kvb.de/fileadmin/data/dokume ... geheim.pdf

Rita Reinartz
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Fachärzte in den Heimen Mangelware ! - Es geht um Geld !

Beitrag von Rita Reinartz » 16.05.2010, 07:11

Fachärzte in den Heimen Mangelware ! - Es geht um Geld !

Wer sich in den stationären Pflegeeinrichtungen umschaut, sieht, dass vor allem die fachärztliche Versorgung komplett unzureichend ist (Ausnahmen bestätigen die Regel). Dass die Kassenärzteschaft jetzt zur Abschaffung dieses Zustandes aufruft, erscheint anerkennenswert.
Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber die Tatsache, dass die Ärzte, auch die Hausärzte, kaum Spaß daran haben, in die Heime zu gehen, weil es ihnen nicht reichlich genug vergütet wird. Es geht also um`s Geld. Solange dieses Geld von den Kassen nicht bereitgestellt wird, läuft meiner Meinung nichts wirklich besser.
Zu all dem kommen Kommunikations- bzw. Kooperationsprobleme zwischen den Pflegenden und den Ärzten dazu.
Die Leidtragenden sind in erster Linie die pflegebedürftigen Menschen. Sie sind zum Teil fachärztlich total unterversorgt, werden dann, wenn es nicht mehr anders geht, durch die Gegend gekarrt oder landen direkt im Krankenhaus. Die dafür aufzuwendenden Mittel sind enorm, von der menschlichen Belastung abgesehen.
Wer legt nun wirklich den "Hebel" rum???

R.R.
Menschenwürdegarantie bedarf bei der Umsetzung entsprechender Rahmenbedingungen. Insoweit gibt es aber Optimierungsbedarf!

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Medizinischen Versorgung in Pflegeheimen - Optimierung

Beitrag von ProPflege » 18.10.2010, 09:16

Medizinischen Versorgung in Pflegeheimen - Optimierung
Siehe im Forum Werner Schell unter
viewtopic.php?t=14771

Zum Thema gibt es die nachfolgende Pressemitteilung:

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Initiative - Harffer Straße 59 - 41469 Neuss
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“


Pressemitteilung vom15.10.2010

Medizinische Versorgung in Pflegeeinrichtungen

Seit Jahren wird bundesweit darüber informiert, dass vor allem die ärztliche Versorgung in den Heimen mangelhaft ist. Ergänzend gibt es beträchtliche Mängel in der Arzneimittelversorgung. Eine neue Studie der Universität Witten / Herdecke informiert über Durchliegegeschwüre und Mangelernährung. Die medizinische Versorgung der Demenzkranken wird ebenfalls als katastrophal schlecht beschrieben. Und so könnte man mit einschlägigen Erkenntnissen fortfahren.

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist daher seit Jahren bemüht, den hier nur kurz angedeuteten Missständen entgegen zu treten und für angemessene Versorgungsstrukturen einzutreten. Bedauerlicherweise haben sich aber bisher keine entscheidenden Verbesserungen bewirken lassen. Trotz immer wieder aufkeimender Hoffnungen mit Rücksicht auf Projektbeschreibungen, Versuche mit Heimarztmodellen usw. ist die Versorgungssituation in zahlreichen Pflegeeinrichtungen anhaltend beklagenswert. Bedauerlicherweise werden solche Unzulänglichkeiten von manchen Verantwortlichen aus Marketingerwägungen in Abrede gestellt.

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk begrüßt, dass nunmehr die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) zu einer „Initiative Pflegeheim“ aufgerufen haben und einen Beitrag leisten wollen, „gemeinsam für eine gute medizinische Versorgung“ tätig werden zu wollen. Die entsprechenden programmatischen Hinweise dazu sind u.a. auf der Internetseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und im Forum Werner Schell abrufbar.

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hat in einem Statement vom 24.09.2010 zur Initiative u.a. jedoch kritisch auch angemerkt:

„Die Initiative hat u.a. einen "Schönheitsfehler": Die pflegebedürftigen Menschen bzw. ihre Interessenvertretung, v.a. Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk, wurden bei der Initiative wohl nicht beteiligt. Dies, obwohl wir seit Anfang 2006 bundesweit für eine bessere Versorgung der HeimbewohnerInnen durch Ärzte eintreten. Hier vor Ort gibt es diesbezüglich sogar einen von mir initiierten Arbeitskreis der Gesundheitskonferenz, in dem u.a. mit Ärzten und Krankenkassenvertretern über eine Verbesserung der ärztlichen Versorgung diskutiert wurde.

Was bei der jetzigen KV-Initiative auf den ersten Blick fehlt, ist die Vorgabe, dass zwischen den Heimträgern und Ärzten Kooperationsvereinbarungen geboten sind. Ärzte, die in die Heime gehen, sind z.B. keine weisungsberechtigten Vorgesetzte der Pflegekräfte. Das Zusammenwirken zwischen Pflegekräften und Arztpraxen muss daher aus Rechtsgründen (Sorgfaltsgebot, Haftung) abgeklärt sein. Ärzte müssen ihre Verordnungen immer schriftlich hinterlassen oder in Eilfällen später abzeichnen. Bislang sind solche Zeichnungen vielfach verweigert worden nach dem Motto: Das wird nicht honoriert.“

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk fordert die Krankenkassen auf, die Initiative der Kassenärztlichen Bundesvereinigung aufzugreifen und gemeinsam mit der Ärzteschaft die seit Jahren überfälligen Strukturen zu schaffen, damit endlich die medizinische Versorgung der hilfe- und pflegebedürftigen Menschen in allen Regionen ausreichend gewährleistet werden kann. Damit bietet Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk seine Mitwirkung im Sinne des o.a. Statements an.

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hat vorgesehen, die KV-Initiative beim Pflegetreff am 16.11.2010 durch einen Vertreter der Kassenärztlichen Nordrhein vorstellen zu lassen. Vertiefend wird das Thema aber beim nachfolgenden Pflegetreff Anfang 2011 aufgegriffen, und zwar zusammen mit den Themen Arzneimittelversorgung (siehe PRISCUS-Liste, „weniger ist oft mehr“), Durchliegegeschwüre und Mangelernährung (siehe u.a. neue Studie der Universität Witten/Herdecke vom 13.10.2010), Mangelversorgung der Demenzkranken. Diese Themen werden, wie immer, auch im Zusammenhang mit dem Pflegenotstand zu beleuchten sein.

Werner Schell - Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
+++
Die vorstehende Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung frei!
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Initiative
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/

Lutz Barth
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Bitte keine "Sonntagsreden" mehr!

Beitrag von Lutz Barth » 18.10.2010, 09:40

Es ist keine Frage: alle Initiativen sind begrüßenswert, wenngleich doch ein bitterer Nachgeschmack bleibt.

Dies vor allem deshalb, weil es die beklagenswerten Defizite nicht erst seit Jahren, sondern vielmehr seit Jahrzehnten gibt!

Genug der "Sonntagsreden": Die Ursachenforschung dürfte doch mittlerweile abgeschlossen sein und die Gründe für die teilweise nicht nachvollziehbaren Gesundheitsbeeinträchtigungen sind hinlänglich bekannt.

Lutz Barth
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Medizinische Versorgung in Heimen

Beitrag von WernerSchell » 21.11.2010, 07:54

Der Erfttaler Pflegetreff am 16.11.2010 informierte über die anstehenden Reformen in den Pflegesystemen und die „KV-Initiative Pflegeheim“
Pressemitteilung vom Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 19.11.2010 mit zahlreichen Fotos hier:

http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 161110.php

Auszug:
Medizinische Versorgung im ambulanten Bereich und den Heimen (Hausbesuche etc.)


Ende 2005 wurde eine Buchveröffentlichung von Hallauer / Bienstein / Lehr / Rönsch vorgestellt mit dem Titel: „SÄVIP – Studie zur ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen.“ Ergebnis der Studie war u.a. die Erkenntnis, dass die fachärztliche Versorgung in den Heimen als mangelhaft bezeichnet werden muss. Die Studie rief zum Handeln auf.
Leider hat sich bei einer bundeweiten Betrachtung der medizinischen Versorgung bisher wenig geändert, so dass immer noch von einer nicht ausreichenden ärztlichen Versorgung in den Heimen gesprochen werden muss.
Die Kassenärztlichen Vereinigungen der BRD haben sich nunmehr mit der „KV Initiative Pflegeheim“ an die (Fach)öffentlichkeit gewandt mit dem Ziel, die medizinische Versorgung in den Heimen zu verbessern. Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hatte Gelegenheit, am 14.10.2010 mit dem Vorstand der KV Nordrhein ein Gespräch zu führen. Auf der Grundlage dieses Gespräches wurden am 15.10.2010 von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenversicherung angeschrieben und gebeten, die Initiative aufzugreifen.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Priscus-Liste und Medikamentenversorgung

Beitrag von WernerSchell » 07.03.2011, 08:08

Texte zum Thema Priscus-Liste und Medikamentenversorgung für Senioren unter
viewtopic.php?t=14576
viewtopic.php?t=6880
viewtopic.php?t=14771
viewtopic.php?t=13375

Arzneimittelsicherheit: Techniker Krankenkasse klärt mit neuem Service auf
http://www.tk.de/tk/pressemitteilungen/ ... ice/275352

Hamburg, 25. Januar 2011. Morgens zwei, mittags eine, abends drei: Pillenalltag für viele Senioren. Sechs verschiedene Medikamente pro Tag nehmen ältere Menschen in Deutschland durchschnittlich ein. Obwohl die über 60-Jährigen nur ein Viertel der Bevölkerung ausmachen, entfallen zwei Drittel aller verschriebenen Arzneimittel auf diese Altersgruppe. Der bunte Pillenmix ist eine tickende Zeitbombe, gerade für die Generation "60 Plus". Der Grund: Besonders Senioren sind anfällig für Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten. Ihre Organe arbeiten nicht mehr so schnell, Wirkstoffe können nicht mehr so gut aufgenommen beziehungsweise abgebaut werden. Mögliche Folgen: Sturzgefahr, Nierenschäden, Magenblutungen. Deswegen hat die Techniker Krankenkasse (TK) jetzt ihren Arzneimittelkontoauszug um einen Service speziell für Senioren erweitert, der auf Medikamente hinweist, die mögliche Neben- oder Wechselwirkungen hervorrufen können.

"Nach einer aktuellen Analyse der TK hat im ersten Halbjahr 2010 jeder sechste über 65-Jährige mindestens ein Medikament erhalten, das gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen kann", erklärt Tim Steimle, Apotheker und Fachbereichsleiter Arzneimittel bei der TK. "Um die Therapiesicherheit zu erhöhen, haben wir unseren Arzneimittelkontoauszug-Service TK-ViA deswegen jetzt um einen Hinweis auf die sogenannte 'Priscus-Liste' erweitert. Damit wollen wir informieren, nicht verunsichern. Patienten, die ein entsprechendes Medikament erhalten, sollen es auf keinen Fall eigenmächtig absetzen, sondern stattdessen die weitere Therapie mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.“

Diese Liste enthält eine Aufstellung von 83 Arzneimittelwirkstoffen, die für Senioren ab 65 Jahren nur eingeschränkt zu empfehlen sind und deswegen nur nach einer genauen Nutzen-Risiko-Bewertung vom Arzt verordnet werden sollten. Darunter fallen zum Beispiel Medikamente gegen Bluthochdruck, Depressionen und Schmerzmittel. Um die Arzneimitteltherapie von älteren Patienten sicherer zu machen, haben Wissenschaftler im Auftrag des Bundesforschungsministeriums diese Liste erstmalig für Deutschland erstellt. Neben der Aufstellung der Wirkstoffe erläutert die 'Priscus-Liste' die Risiken dieser Medikamente sowie mögliche Therapiealternativen.

Bestellt ein über 65 Jahre alter Versicherter jetzt TK-ViA und seine Übersicht enthält ein 'Priscus-Medikament', wird die entsprechende Verordnungszeile fett hervorgehoben. In einem Begleitbrief informiert die TK zum Thema. Bei Fragen können sich die Versicherten an den telefonischen Beratungsservice TK-ÄrzteZentrum wenden. TK-ViA listet alle verordneten Medikamente der letzten zwei Jahre auf.

Die aktuelle Priscus-Liste ist online abrufbar unter: http://www.priscus.net
TK-Versicherte können TK-ViA telefonisch oder im Internet bestellen: http://www.tk.de

Hinweis für die Redaktionen
Die TK bezieht sich auf den Arzneiverordnungsreport 2010 und aktuelle Daten der Ruhr-Uni Bochum. Dort wurden in einer telefonischen Befragung 2.500 Patienten über 70 Jahren zu ihrem Arzneimittelgebrauch befragt.

Quelle: Pressemitteilung vom 25.01.2011
TK-Pressestelle
Telefon 040 - 69 09-17 83
Fax 040 - 69 09-13 53
E-Mail pressestelle@tk.de
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https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Beitrag von WernerSchell » 10.03.2011, 07:47

Das Thema "Medizinische Versorgungen in stationären Pflegeeinrichtungen" wird am 20.04.2011 beim Neusser Pflegetreff ausführlich erörtert.
Die stets aktuellen Informationen zum Pflegetreff sind in diesem Forum nachlesbar unter
viewtopic.php?t=15134
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https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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WernerSchell
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Medizinische Versorgung und die Hilfeleistungspflicht

Beitrag von WernerSchell » 12.03.2011, 07:50

In den letzten Tagen hat es bei Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk mehrere Anrufe gegeben, mit denen darüber geklagt wurde, dass angesprochene Ärzte nicht zu einer dringlichen Versorgung eines Patienten ins Heim kamen. Daraufhin musste jeweils der Notdienst alarmiert werden. Die Folge war in nahezu allen Fallen, dass eine Krankenhauseinweisung erfolgte. Offensichtlich auch deshalb, weil die Notärzte den Krankheitsverlauf nicht kannten und auf "Nummer sicher" gehen wollten.
Siehe dazu auch die Beiträge in diesem Forum unter
viewtopic.php?t=8367
Die geschilderten Fälle zeigen erneut, dass eine Diskussion über die medizinische Versorgung in den Pflegeeinrichtungen dringlich ist. Das Thema steht daher beim Pflegetreff am 20.04.2011 auf der Tagesordnung.
Näheres (mit Fotos) im Forum Werner Schell:
viewtopic.php?t=15134
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Herbert Kunst
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Medizinische Versorgung - Mängel im Fokus -Treff 20.04.2011

Beitrag von Herbert Kunst » 14.03.2011, 07:59

Guten Morgen Herr Schell!

Ich begrüße es sehr, dass die medizinische Versorgung in den Pflegeeinrichtungen beim nächsten Pflegetreff am 20.04.2011 in den Mittelpunkt gerückt wird.
Auch nach meinen andauernden Erfahrungen ist die Versorgung durch Ärzte in den stationären Pflegeeinrichtungen als kritisch einzuschätzen. Wenn auch die Hausärzte vielfach ihren Besuchspflichten nachkommen, gibt es hinsichtlich der fachärztlichen Versorgung doch arge Lücken. Eine Verbesserung dieser Situation ist auch nicht wirklich in Sicht, weil nach wie vor über die unzureichende Honorierung solcher Besuche in den Heimen, aber auch sonst in ambulanten Strukturen, gestritten wird. Offensichtlich kann das Problem nur mit deutlich mehr Geld für die Besuche durchführenden Ärzte behoben werden.

Gruß
Herbert Kunst
Für menschenwürdige Pflege sind wir alle verantwortlich! - Dazu finde ich immer wieder gute Informationen unter http://www.wernerschell.de

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Klinikärzte bei Versorgung in Heimen einbinden

Beitrag von Presse » 28.05.2011, 06:57

AOK will Klinikärzte bei Versorgung in Heimen einbinden

KÖLN (iss). Die AOK Rheinland/Hamburg hält eine Einbeziehung der Krankenhäuser in die ambulante Behandlung von Patienten in Alten- und Pflegeheimen für sinnvoll.

"Der Rückgriff auf die Klinikärzte würde es ermöglichen, eine flächendeckende Versorgung der Heimbewohner sicherzustellen", sagt der Vorstandsvorsitzende der Kasse Wilfried Jacobs der "Ärzte Zeitung".
.... (mehr)
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... sid=655650

Gaby Modig
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Modellprojekt „Pflegeheim Plus“ ....

Beitrag von Gaby Modig » 27.09.2011, 18:40

Bessere Arztversorgung lt. Ärzteblatt vom 27.09.2011 ? - Siehe:
http://www.kvmv.info/aerzte/15/30/Pfleg ... index.html

Mehr AOK-versicherte Heimbewohner sollen Sonderbetreuung bekommen
Schwerin – Mehr Heimbewohner als bisher sollen vom Modellprojekt „Pflegeheim Plus“ der AOK Nordost und der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern profitieren. Bis Ende des Jahres sollten in landesweit 60 der 231 Pflegeheime feste Hausarztteams als permanente Ansprechpartner für AOK-Versicherte bereitstehen ....
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/4 ... kommen.htm

Wir brauchen gute Lösungen zur ärztlichen Versorgung in ganz Deutschland!

G.M.
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

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