Arbeitnehmerumfrage: Mehrheit ungenügend für Pflegefall abgesichert - Einfluss durch staatliche Förderung dennoch begrenzt
Berlin (ots) - Fast zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer fühlen sich für den Pflegefall nicht hinreichend abgesichert. Trotzdem ist der Einfluss der staatlichen Förderung für private Pflegezusatzversicherung überschaubar. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter Arbeitnehmern, die von der IW Consult, einer Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche (WiWo) durchgeführt wurde.
Demnach fühlen sich 64,4 Prozent der Befragten nicht hinreichend abgesichert (13,6 Prozent stimmen überhaupt nicht zu und 50,8 Prozent eher nicht). Mit 35,6 Prozent empfindet sich nur etwas mehr als jeder Dritte für den Fall der Pflegebedürftigkeit gut und ausreichend abgesichert.
Trotz der zu geringen Absicherung zeigt die ab 2013 geltende staatliche Förderung privater Pflegezusatzversicherung mit monatlich fünf Euro nur begrenzt Wirkung. Lediglich 52 Prozent der Befragten geben an, dass die staatliche Förderung ihre Versicherungsentscheidung beeinflusst. Im Umkehrschluss ist die staatliche Förderung für 48 Prozent irrelevant.
"Der Pflege-Bahr ist kein ausreichender Anreiz, die notwendige private Vorsorge zu stärken", so Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM. "Fünf Euro führen bestenfalls zu Mitnahmeeffekten, die wir uns in Zeiten der Schuldenkrise besser gespart hätten."
Die Umfrage zeigt außerdem, dass für Arbeitnehmer mit Haupt- beziehungsweise Volksschulabschluss der Förderung unwichtigsten ist:
In dieser Gruppe gibt die Mehrheit an, von der Förderung unbeeinflusst zu sein.
Im Rahmen des IW-Arbeitnehmervotums wurden 1.000 Arbeitnehmer zwischen dem 20. Juli und 02. August 2012 online befragt. Die Stichprobe der Arbeitnehmer zwischen 16 und 65 Jahren ist repräsentativ für Deutschland und nach Schulbildung, Geschlecht und Altersgruppen unterteilt. Arbeitnehmer ohne Schulbildung sind nicht berücksichtigt. Die Umfrage ist Teil des Deutschland-Checks, einer Dauerstudie im Auftrag der INSM und der WirtschaftsWoche.
Gesamte Umfrage inklusive Grafiken finden Sie unter http://www.deutschland-check.de
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist ein überparteiliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
Sie wirbt für die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland und gibt Anstöße für eine moderne marktwirtschaftliche Politik. Die INSM wird von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie finanziert.
Quelle: Pressemitteilung vom 18.08.2012 Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)
Pressekontakt: Florian von Hennet, Tel. 030-27877-174, hennet@insm.de
Mehrheit ungenügend für Pflegefall abgesichert
Moderator: WernerSchell
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Gaby Modig
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Pflegeform statt Zusatzversicherung
Ich denke, dass die übergroße Mehrheit der Bevölkerung auf die staatliche Absicherung im sozialen Netz vertraut. Pflegebedürftigkeit ist im Übrigen nur unzureichend als Lebensrisiko erkannt und wird von den meisten Menschen komplett verdrängt. Daher erscheint es mehr als wichtig, dass der Staat die Pflegeversicherung auskömmlich ausgestaltet. Eigeninitiative ist zwar nicht falsch. Aber erst einmal müssen die sozialen Netze funtionieren. Und dies erfordert bei der Pflegebedürftigkeit eine Reform, die diesen Namen verdient. Davon ist aber zur Zeit weit und breit nichts zu sehen. Die kürzlich gefassten Beschlüsse des Bundestages, die man als Neuausrichtung verkauft, sind völlig unzureichend.
Gaby Modig
Gaby Modig
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!
Pflegezusatzversicherung vor Jahresmitte abschließen
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Wer in diesem Jahr den vollen Staatszuschuss für die neue private Pflegezusatzversicherung haben möchte,
sollte nach einem Pressebericht bis zur Jahresmitte einen Vertrag abschließen.
Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung ... »
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„Pflege-Bahr“: Experten streiten über die Qualität
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/50629
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