Pflegedialog
Weniger Bürokratie – mehr PflegeBundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler will Bürokratie in der Pflege abbauen.
Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler will die Bürokratie im Pflegesystem verringern. Dadurch soll mehr Zeit für die direkte Pflege und Betreuung gewonnen werden. Dies machte Rösler im Gespräch mit Vertretern der Pflegebranche am Freitag deutlich.
In Modellprojekten soll der Einsatz moderner EDV in der ambulanten Pflege erprobt werden, wie er in vielen stationären Pflegeeinrichtungen bereits Standard ist. Dadurch sollen die Pflegekräfte entlastet werden, um mehr Zeit für die Patienten zu haben. Als Beispiele für sinnvolle Technik nannte Rösler Handheld-Computer für die Pflegekräfte und die Nutzung von Transpondern für die Ortung von Patienten, die sich verlaufen haben.
Zudem kündigte Rösler an, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen beim Umgang mit der Bürokratie entlasten zu wollen. Viele von ihnen seien zum Beispiel mit der Beantragung von Leistungen oder einer Pflegestufe überfordert. Er forderte die Krankenkassen auf, ihre Beratungsangebote für Pflegebedürftige auszuweiten.
Um die Ergebnisse Treffens zur Entbürokratisierung zusammenzufassen und die Vorschläge von Experten und Sozialverbänden zu sammeln, will der Gesundheitsminister in Kürze einen Ombudsmann oder eine Ombudsfrau benennen. Er oder sie soll für die Zeit des Gesetzgebungsverfahrens zur Pflegereform Anlaufstelle für Anregungen zum Bürokratieabbau sein und prüfen, welche Vorschläge umsetzbar sind.
Das Treffen zum Thema "Entbürokratisierung" war der dritte Teil des Pflege-Dialogs, der seit Dezember 2010 stattfindet. Zuvor haben bereits Spitzentreffen zu den Themen Pflegeberuf und pflegende Angehörige stattgefunden. Der nächste Pflege-Dialog wird sich Mitte April mit dem Thema Demenz auseinandersetzen. Die Ergebnisse des Pflege-Dialogs sollen in die geplante Pflegereform einfließen.
Quelle: Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums vom 18.03.2011
http://www.bmg.bund.de/pflege/pflegedia ... erung.html
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DPR begrüßt Vorschläge zur Entbürokratisierung in der Pflege
DPR Presseinformation
Berlin (18. März 2011) – Heute fand die dritte Dialogveranstaltung zur pflegerischen Versorgung im Bundesministerium für Gesundheit in Berlin statt. Thematisiert wurden Fragen der „Entbürokratisierung in der Pflege“. An etlichen Beispielen wurde dargestellt, mit welch ausufernder Bürokratie und überbordenden Dokumentationsanforderungen Pflegende vielfach belastet sind. Dies habe zur Folge, dass für die eigentliche Tätigkeit, die Pflege der Patienten und Bewohner, immer weniger Zeit verbleibe, so Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates e.V. (DPR). Hier sei dann auch das Selbstverständnis der Pflegenden betroffen, wenn unangemessene und bürokratische Anforderungen eine „Verunsicherungskultur“ etablieren und von der eigentlichen Pflege abhalten.
Westerfellhaus machte jedoch deutlich, dass Entbürokratisierung dabei keinesfalls eine Abkehr von notwendiger Dokumentation im Rahmen der Qualitätssicherung sein dürfe. Vielmehr verständigte man sich darauf, dass Ziel eine „Harmonisierung“ der unterschiedlichen Rechtsvorschriften, Gesetze und Kontrollen sein müsse.
In der Sache waren sich die Teilnehmer der Dialogveranstaltung einig: Seit Jahren lägen umfangreiche Studien, wie z.B. „Runder Tisch Pflege“, AG 3, zum Thema Entbürokratisierung in der Pflege (September 2005) und Vorschläge zur Entlastung vor. Es komme nun darauf an, diese zu bündeln und umzusetzen. Transparenz müsse geübt, überzogene bürokratische Anforderungen jedoch eingedämmt werden.
Bundesgesundheitsminister Dr. Rösler hat angekündigt, zu Fragen der Entbürokratisierung in der Pflege zeitnah eine beim Bundesministerium für Gesundheit (BMG) angesiedelte Ombudsstelle einzurichten. Diese soll - zeitlich befristet - als Stabsstelle im BMG die unterschiedlichen Anregungen und Vorschläge sammeln und für ein avisiertes Gesetzgebungsverfahren entsprechend aufbereiten. Westerfellhaus begrüßte die Vorgehensweise und äußerte insbesondere die Erwartung, dass man in dieser wichtigen Frage zügig zur Umsetzung gelange.
Quelle: Pressemitteilung des DPR vom 18.03.2011
http://www.deutscher-pflegerat.de/dpr.n ... 30007AC864
Entbürokratisierung in der Pflege ...
Moderator: WernerSchell
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PflegeCologne
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Bürokratieabbau wird seit Jahren versprochen
Ich kann nicht erkennen, dass die bisherigen Pflegedialog-Veranstaltungen des Herrn Rösler, BMG, irgendwelche wesentlichen Erkenntnisse gebracht haben. Man muss den Eindruck haben, das auch hier den anstehenden Wahlkämpfen geschuldet, mit netten Sprechblasen agiert wird, um gute, der Pflege zugewandte Politikarbeit zu suggerieren. Vielleicht will / muss Herr Rösler für die FDP Punkte gut machen?
Die aktuellen Berichte zur Entbürokratisierung halte ich für besonders abwegig. Denn seit Jahren, nein seit Jahrzehnten, versprechen uns die Politiker in Berlin in allen möglichen Bereichen eine Entbürokratisierung. Nichts wurde daraus. Im Gegenteil, es gab immer mehr Vorschriften und schriftliche Drangsal.
Ich kann daher nur dafür plädieren, sich pflegereformerisch um die Dinge zu kümmern, die auch wirklich veränderbar sind. Dazu gehört, wie vielfach beschrieben, die Behebung des Pflegenotstandes. Ohne mehr Personal geht nichts wirklich besser! Wer sagt das endlich dem Herrn Rösler?
MfG Pflege Cologne
Die aktuellen Berichte zur Entbürokratisierung halte ich für besonders abwegig. Denn seit Jahren, nein seit Jahrzehnten, versprechen uns die Politiker in Berlin in allen möglichen Bereichen eine Entbürokratisierung. Nichts wurde daraus. Im Gegenteil, es gab immer mehr Vorschriften und schriftliche Drangsal.
Ich kann daher nur dafür plädieren, sich pflegereformerisch um die Dinge zu kümmern, die auch wirklich veränderbar sind. Dazu gehört, wie vielfach beschrieben, die Behebung des Pflegenotstandes. Ohne mehr Personal geht nichts wirklich besser! Wer sagt das endlich dem Herrn Rösler?
MfG Pflege Cologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de
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Rösler will Pflege von Papierkram entlasten
Rösler will Pflege von Papierkram entlasten
Millionen pflegende Angehörige stöhnen angesichts von Anträgen und bürokratischen Hürden. Pfleger müssen ihre Arbeit stundenlang dokumentieren. Minister Rösler verspricht Erleichterungen.
Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will Millionen Pfleger und pflegende Angehörige durch weniger Bürokratie entlasten. «Wir wollen, dass die Pflegekräfte wieder mehr Zeit haben für die Pflege», sagte Rösler nach einem Spitzentreffen mit Vertretern der Pflegebranche am Freitag in Berlin. «So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig» müsse das Leitmotiv bei der Pflegedokumentation sein, forderte auch der Vorstand des Verbandes der Pflegekassen, Gernot Kiefer.
.... (mehr)
http://www.journalmed.de/newsview.php?id=33405
Millionen pflegende Angehörige stöhnen angesichts von Anträgen und bürokratischen Hürden. Pfleger müssen ihre Arbeit stundenlang dokumentieren. Minister Rösler verspricht Erleichterungen.
Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will Millionen Pfleger und pflegende Angehörige durch weniger Bürokratie entlasten. «Wir wollen, dass die Pflegekräfte wieder mehr Zeit haben für die Pflege», sagte Rösler nach einem Spitzentreffen mit Vertretern der Pflegebranche am Freitag in Berlin. «So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig» müsse das Leitmotiv bei der Pflegedokumentation sein, forderte auch der Vorstand des Verbandes der Pflegekassen, Gernot Kiefer.
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PflegeCologne
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- Beiträge: 733
- Registriert: 23.09.2007, 09:47
Pflege von Papierkram entlasten = Sprechblase
Auch wenn, wie in zurückliegender Zeit gehabt, die Medien die Entbürokratisierungs-Sprechblase gerne aufgreifen: Es wird nichts. Vielerlei Erwägungen, Planung, Abrechnung, Haftung usw., lassen es überhaupt nicht zu, in einer komplexen Pflegewelt weniger Papierkram zu bearbeiten. Die Pflege muss endlich personell aufgerüstet werden.Presse hat geschrieben: ... Rösler will Pflege von Papierkram entlasten ....
Wer sagt das Herrn Rösler?
Pflege Cologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
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Lutz Barth
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"Wer sagt das Herrn Rösler" ...
und den "Berufsverbänden der Pflege", die im Begriff sind, weitere Bürokratiemonster ins Leben zu rufen? 
Wir vertreten nicht immer die herrschende Lehre!
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Gaby Modig
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- Beiträge: 1292
- Registriert: 13.11.2005, 13:58
"Wer sagt das Herrn Rösler" ... und anderen
Das BMG, Herr Rösler, und der DPR sind zur Zeit offensichtlich auf Schmusekurs. Man kann ernstlich nicht erkennen, was durch die aktuellen Ankündigungen erreicht werden soll. Oder ist das auch nur den Landtagswahlkämpfen geschuldet?Lutz Barth hat geschrieben: ....und den "Berufsverbänden der Pflege", die im Begriff sind, weitere Bürokratiemonster ins Leben zu rufen? ....
G.M.
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!
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Rauel Kombüchen
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- Beiträge: 542
- Registriert: 15.11.2005, 15:04
Pflege von Papierkram entlasten = Sprechblase
Hallo,PflegeCologne hat geschrieben: ... Rösler will Pflege von Papierkram entlasten .... Auch wenn, wie in zurückliegender Zeit gehabt, die Medien die Entbürokratisierungs-Sprechblase gerne aufgreifen: Es wird nichts. Vielerlei Erwägungen, Planung, Abrechnung, Haftung usw., lassen es überhaupt nicht zu, in einer komplexen Pflegewelt weniger Papierkram zu bearbeiten. Die Pflege muss endlich personell aufgerüstet werden.
Wer sagt das Herrn Rösler? ....
ich bin auch der Meinung, dass die Entbürokratisierungsdebatte zu nichts führen wird. Solche Statements - wir wollen Bürokratie abbauen - kennt man seit Jahrzehnten. Nichts ist daraus geworden. Es wird auch in der Pflegelandschaft nichts werden.
Ich plädiere daher auch dafür, die richtigen Reformschritte zu tun, nämlich eine Personaloffensive zu starten! Alle anderen Vorschläge erscheinen mir weniger hilfreich und lenken nur von der gebotenen Personalaufrüstung ab.
MfG Rauel
Pflegeversicherung - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung nachhaltig sichern! BürgerInnen müssen mehr Informationen erhalten - z.B. wg. Individualvorsorge!