Wohl des Betreuten & die Eignung des Betreuers

Rechtsbeziehung Patient – Therapeut / Krankenhaus / Pflegeeinrichtung, Patientenselbstbestimmung, Heilkunde (z.B. Sterbehilfe usw.), Patienten-Datenschutz (Schweigepflicht), Krankendokumentation, Haftung (z.B. bei Pflichtwidrigkeiten), Betreuungs- und Unterbringungsrecht

Moderator: WernerSchell

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Hansi

Wohl des Betreuten & die Eignung des Betreuers

Beitrag von Hansi » 11.04.2010, 06:43

Guten Morgen Forum,

ich stelle in meinem Umfeld fest, dass einige Rechtliche Betreuer (Familienangehörige), die sich sehr um die betroffene pflegebedürftige Person im Heim kümmern, erheblichen Ärger mit den Trägerverantwortlichen haben. Das geht bis zum Anschwärtzen bei der Betreuungsbehörde und Betreuungsgericht. Es wird dann suggeriert, die Eignung der Betreuer sei nicht mehr gegeben, das Wohl der Pflegebedürftigen sei gefährdet.
Ist das eine Beobachtung, die nur ich mache oder ist das anderenorts so ähnlich? Mich interessiert das schon zu wissen, weil die Behörden / Gerichten nicht selten, die streitigen Diskussionen einfach dadurch beenden, dass sie einen neuen fremden Betreuer einsetzen. Damit sind die Situationen aber keineswegs befriedet.

MfG Hansi

Rob Hüser
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Betreuer, sich sich kümmern, haben schlechte Karten

Beitrag von Rob Hüser » 11.04.2010, 07:19

Hallo Hansi,
es ist wohl vielfach so, dass Rechtliche Betreuer, die sich in die Versorgung, Betreuung und Pflege einmischen, nicht selten als Störenfriede angesehen werden. Es kommt dann schnell zu Auseinandersetzungen, die man dann von der Heimseite dazu benutzen kann, den Betreuer als ungeeignet zu qualifizieren. Wenn es dann Dicke kommt, tritt man an die Behörden heran und regt die Einsetzung eines anderen, neutralen, Betreuers an. Das scheint dann nicht selten aus Gerichtssicht eine gute Lösung, die Streitsituation zu befrieden. Fatal, denn jetzt kommt nur noch weiterer Ärger auf alle Beteiligten zu. Es wird auch noch mit dem Gericht gestritten.
Nach meinen Beobachtungen können sich in solchen Fällen engagierte (abgelöste) Betreuer meist nicht durchsetzen. Es sei denn, man war gut vertreten.
Gruß Rob
Das Pflegesystem muss dringend zukunftsfest reformiert werden!

Anja Jansen
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Angehörigenarbeit stärken und nicht schwächen

Beitrag von Anja Jansen » 12.04.2010, 07:53

Hansi hat geschrieben: .... ich stelle in meinem Umfeld fest, dass einige Rechtliche Betreuer (Familienangehörige), die sich sehr um die betroffene pflegebedürftige Person im Heim kümmern, erheblichen Ärger mit den Trägerverantwortlichen haben. Das geht bis zum Anschwärtzen bei der Betreuungsbehörde und Betreuungsgericht. Es wird dann suggeriert, die Eignung der Betreuer sei nicht mehr gegeben, das Wohl der Pflegebedürftigen sei gefährdet. ....
Hallo Hansi,
ich habe auch wiederholt von Situationen erfahren, dass Angehörige, die sich um ihre Familienmitglieder in der Heimversorgung engagiert kümmern, Fragen stellen, Wünsche äußern .... (usw.), nicht selten Ärger bekommen. Diese Angehörigen sind schnell als schwierig bis ungeeignet im Sinne des Betreuungsrechtes abgestempelt. Eine ungute Entwicklung, vorsichtig gesagt. Denn eigentlich müsste man dankbar dafür sein, dass sich jemand intensiv um die Familienmitglieder bemüht.
MfG Anja
Es ist mehr Aufmerksamkeit für dementiell erkrankte Menschen nötig. Unser Pflegesystem braucht deshalb eine grundlegende Reform!

Cicero
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Angehörigenarbeit stärken und nicht schwächen

Beitrag von Cicero » 13.04.2010, 06:36

Die hier beschriebenen Situationen zeigen, dass die Stellung und Dotierung der (pflegenden und vertretenden) Angehörigen gestärkt werden muss. Es kann und darf nicht sein, dass Angehörige in der Wahrnehmung ihrer Aufgaben pro Familie behindert oder gar ihrer Rechte beraubt werden.

Cicero
Politisch interessierter Pflegefan!
Im Gleichklang: Frieden - Ausgleich - Demokratie - und: "Die Menschenwürde ist unantastbar"!

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