Hessischer Pflegemonitor aktualisiert
Daten 2008 jetzt online unter http://www.hessischer-pflegemonitor.de /
Staatsminister Banzer: „Die Entscheidung für einen Beruf im Pflegesektor ist eine zukunftsorientierte und sichere Berufswahl“
Wiesbaden. „Gerade im Hinblick auf die demographische Entwicklung wird der Arbeitsmarkt für Pflegekräfte in den kommenden Jahrzehnten eine immer größere Bedeutung gewinnen. Deshalb hat das Land Hessen den Hessischen Pflegemonitor entwickelt“, erklärte Jürgen Banzer, Hessischer Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit, heute anlässlich der Freischaltung der aktuellen Zahlen auf der Internetplattform in Wiesbaden. Der Pflegemonitor ist ein System, das den Arbeitsmarkt für Pflegekräfte kontinuierlich beobachtet. Die Ergebnisse werden auf der Internetseite http://www.hessischer-pflegemonitor.de veröffentlicht.
Aktuell bestehe in Hessen ein Mangel an Fachkräften in der Alten- und Krankenpflege. „Das Land Hessen hat das Problem erkannt und mit dem Hessischen Pflegemonitor eine wissenschaftlich abgesicherte Datengrundlage geschaffen, um Maßnahmen und Interventionen zu treffen, damit dem Fachkraftmangel entgegengewirkt werden kann“, so der Minister.
Maßnahmen
Im Jahre 2008 waren insgesamt 564 Arbeitsplätze als Altenpfleger/in und 2.167 als Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen in den hessischen ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie in den Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken unbesetzt. „Der Fachkräftemangel hat zur Folge, dass in den verschiedenen Versorgungssektoren teilweise erhebliche Probleme bestehen, offene Stellen mit passenden Bewerbern zu besetzen“, teilte der Minister mit.
Zudem werde bis zum Jahr 2020 im Versorgungsbereich der ambulanten Dienste und stationären Einrichtungen der Altenpflege – so zeigen die Vorausschätzungen des Hessischen Pflegemonitors – 2.878 Altenpflegerinnen und Altenpfleger und 2.241 Gesundheits- und Krankenpflegekräfte mehr benötigt. Dies ist ein Zuwachs von einem Drittel des derzeitigen Beschäftigtenbestands des ambulanten und stationären Altenpflegesektors.
Das Land Hessen wird in Zusammenarbeit mit den hessischen Landkreisen und Kreisfreien Städten Regionaltagungen durchführen, um passgenaue Maßnahmen und Interventionsmöglichkeiten zu entwickeln und umzusetzen.
Außerdem plant die Landesregierung ihre arbeitsmarktpolitischen Programme stärker auf die Bedarfe in den Altenpflegeberufen auszurichten. Ein erster Ansatz wird sein, Modellprojekte zu fördern, um auch sozial benachteiligten Jugendlichen Chancen auf dem Pflegekräftearbeitsmarkt zu eröffnen. „Ziel muss es sein, Bevölkerungsgruppen, die bisher bei ihrer Berufswahl die Pflege nicht in den Blick genommen haben, für den Beruf zu motivieren und durch vielfältige sozialpädagogische Unterstützungsleistungen erfolgreich zum Abschluss einer Ausbildung zu führen“, so Jürgen Banzer. Auch Berufsrückkehrer und Migranten sollen bei den arbeitmarktpolitischen Ansätzen stärker als bisher berücksichtigt werden.
„Wir haben die Ausbildung in der Altenpflege in den letzten Jahren konsequent gefördert und einiges erreicht. Auch in Zukunft werden wir als Landesregierung alles dafür tun die Altenpflege in Hessen sicherzustellen“, teilte der Minister mit. So wurden im Jahr 2009 13.900.000 Euro bereitgestellt, um die Erstattung der Kosten für die Ausbildung an staatlich anerkannten Altenpflegeschulen zu gewährleisten. Anfang Oktober 2009 befanden sich 3.626 Altenpflegeschüler und –schülerinnen in der Ausbildung. 762 Schüler haben im vergangenen Jahr ihre Ausbildung in der Altenpflege beendet.
„Die Entscheidung für einen Beruf im Pflegesektor ist eine zukunftsorientierte und sichere Berufswahl. Der steigenden Fachkraftbedarf muss zu verstärkten Anstrengungen führen, die Ausbildungszahlen zu erhöhen“, sagte der Minister abschließend.
Hessischer Pflegemonitor
Eine Besonderheit des Hessischen Pflegemonitors besteht in seiner starken regionalen Ausrichtung. Neben einer Analyse der Situation für Gesamthessen richtet sich der Blick vor allem auf die aktuellen und zukünftigen Pflegekräftebedarfe in den einzelnen hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten. „Dieser regionale Fokus ist wichtig, da die unterschiedlichen hessischen Regionen vielfach spezifische demografische, wirtschaftliche und infrastrukturelle Bedingungen aufweisen, die zu unterschiedlichen Bedarfe führen. Nur bei einer Berücksichtigung dieser regionalen Besonderheiten können zielführende Lösungsansätze zur Milderung des Fachkraftmangels entwickelt und umgesetzt werden“, so Jürgen Banzer.
Der Hessische Pflegemonitor wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und dem Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe erhoben und alle zwei Jahre fortgeschrieben. Die Ergebnisse der Datenerhebung 2008 sind jetzt für alle Interessierten online unter http://www.hessischer-pflegemonitor.de verfügbar.
Quelle: Pressemitteilung vom 23.03.2010
Pressestelle: Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit
Pressesprecherin: Gesa Krüger
Telefon: (0611) 817 34 08, Fax: (0611) 89 0 84 - 666
E-Mail: presse@hmafg.hessen.de
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Moderator: WernerSchell