Zahl der Pflegebedürftigen steigt - GEK-Pflegereport 2009

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Zahl der Pflegebedürftigen steigt - GEK-Pflegereport 2009

Beitrag von Presse » 18.11.2009, 11:32

Zahl der Pflegebedürftigen steigt, altersspezifisches Pflegerisiko sinkt

Die Deutschen leben nicht nur länger, sie altern auch gesünder. Laut GEK-Pflegereport 2009 steigt die Zahl der Pflegebedürftigen insgesamt weiter an. Gleichzeitig ist aber das altersspezifische Risiko, pflegebedürftig zu werden, zwischen 2000 und 2008 bei Männern jährlich um ein Prozent und bei Frauen um 3,6 Prozent gesunken. Das erhöhte Ausmaß an Pflegebedürftigkeit ist damit allein auf die demographische Entwicklung zurückzuführen. Die Studie deckt außerdem regionale Besonderheiten in der Pflegeversorgung auf. So zeigen sich auffällige Unterschiede bei der Entgeldstruktur sowie in der fachärztlichen Versorgung von Pflegeheimen. Angesichts bundesweit einheitlicher Pflegeleistungen hält Autor Professor Heinz Rothgang viele Unterschiede für erklärungsbedürftig: "Warum liegen die Heimentgelte im Osten durchweg um ein Drittel unter dem rheinländischen Niveau? Was rechtfertigt die ambulante Preisspanne von 2,98 bis 14,57 Euro bei Sondennahrung?"

Der Anteil der Pflegebedürftigen innerhalb einer Altersgruppe ist zwischen 1999 und 2007 stabil geblieben. Die Zunahme der Pflegebedürftigenzahl um 231 Tausend von rund 2,1 auf 2,4 Millionen Personen ist damit allein auf die demographische Alterung zurückzuführen. Das Wissenschaftlerteam um Professor Heinz Rothgang vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen (ZeS) konnte außerdem für den Zeitraum zwischen 2000 und 2008 einen Rückgang der altersspezifischen Inzidenzen (Neuzugänge) um zirka acht Prozent bei Männern und zirka 25 Prozent bei Frauen nachweisen.

Die Pflegewahrscheinlichkeit im Lebenslauf bleibt weiterhin hoch: Jeder Zweite wird pflegebedürftig. 42 Prozent der männlichen und 60 Prozent der weiblichen GEK Versicherten, die 2008 verstarben, haben Pflegeleistungen bezogen. Für einen 60-jährigen Mann heißt das konkret: Von durchschnittlich 20,7 Jahren verbleibender Lebenserwartung verbringt er 1,24 Jahre bzw. sechs Prozent in Pflegebedürftigkeit. Bei 60-jährigen Frauen liegt die restliche Lebenszeit bei durchschnittlich 24,6 Jahren, wovon 2,58 Jahre in Pflegebedürftigkeit zugebracht werden. Für die rund 50 Prozent, die tatsächlich pflegebedürftig werden, ist die Zeit in Pflegebedürftigkeit damit viel höher: Für Männer liegt sie bei 2,48 Jahren, für Frauen bei 3,67 Jahren.

Der GEK-Pflegereport 2009 stellt auch regionale Vergleiche an. Angesichts bundesweit einheitlicher Pflegeversicherungsleistungen sind die Unterschiede beachtlich: Bei den Heimentgelten gibt es ein starkes Ost-West-Gefälle. Auch die ambulanten Entgelte variieren erheblich: In einigen Bundesländern wird für dieselbe Leistung ein Vielfaches bzw. das Doppelte gezahlt wie in anderen. So liegt etwa die Preisspanne für das "Zubereiten einer warmen Mahlzeit" zwischen 7,39 (NRW) und 20,90 Euro (Baden-Württemberg). Die "große Morgentoilette" kostet minimal 15,75 (Thüringen), maximal 32,16 Euro (Hessen).

Nicht nur bei den ambulanten Pflegeentgelten zeigt sich ein Ost-Westgefälle, auch die Pflegeheim-Kapazitäten sind im Norden und Süden viel größer als im Osten. Unterschiedliche Auslastungsgrade lassen in Rheinland-Pfalz Überversorgung, in Thüringen und Sachsen Unterversorgung vermuten. Auffällig auch das Stadt-Land-Gefälle der fachärztlichen Versorgung. Pflegeexperte Rothgang: "Im ländlichen Raum sind die Verordnungsraten von Psycholeptika und Antidepressiva signifikant höher als in fachärztlich gut ausgestatteten städtischen Räumen. Wir sehen darin ein Indiz für die Überforderung von Hausärzten bzw. eine fachärztliche Unterversorgung in ländlichen Gebieten."

Dass die fachärztliche Versorgung in Pflegeheimen verbessert werden muss, hatte bereits der Vorgängerreport hervorgehoben. GEK Vorstand Dr. Rolf-Ulrich Schlenker erklärt: "Wir haben reagiert und einen eigenen Pflegeheimvertrag mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns geschlossen." Das Vorhaben fördert die Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten in Pflegeheimen und gilt als Alternative zu festen Heimärzten.

Mit Blick auf die pflegepolitischen Passagen im Koalitionsvertrag unterstreicht Schlenker: "Aus unserer Sicht liegt die Beratungskompetenz bei den Pflegekassen." Gleichzeitig kündigt der künftige Vizechef der BARMER GEK den systematischen Ausbau der Versorgungsforschung an. Die Pläne zur zusätzlichen Kapitaldeckung bewertet Schlenker kritisch: "In unseren Augen wäre der massenhafte Abschluss einer privaten Teilkasko-Pflegeversicherung weder nachhaltig noch gerecht. Vorrang hat die zügige Umsetzung des neuen Konzepts zum Pflegebedürftigkeitsbegriff."

Quelle: Pressemitteilung vom 18.11.2009
Ihr Ansprechpartner:
Dr. Kai Behrens
Tel.: (030) 20 61 87 99 - 18
Mobil: 0171- 978 3533
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Jeder Zweite wird pflegebedürftig

Beitrag von Presse » 19.11.2009, 08:09

Jeder Zweite wird pflegebedürftig

Berlin – Jeder Zweite muss damit rechnen, im Laufe seines Lebens pflegebedürftig zu werden. Das geht aus einem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten aktuellen Pflegereport der Gmünder Ersatzkasse (GEK) hervor. Von den Männern, die 2008 starben, benötigten 42 Prozent regelmäßig Hilfe von anderen, bei den Frauen waren es sogar 60 Prozent.

Allerdings altern die Deutschen gesünder: .... (mehr)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/3 ... erftig.htm

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Jeder Zweite wird pflegebedürftig

Beitrag von Presse » 19.11.2009, 08:10

Pflegekassen halten nichts von Kapitaldeckung

Von Thomas Hommel

Die Pflegekassen sind nicht sonderlich erbaut vom Vorhaben der schwarz-gelben Koalition, die Umlagefinanzierung in der sozialen Pflegeversicherung um eine kapitalgedeckte Säule zu erweitern. Dieser Schritt sei weder nachhaltig noch gerecht, kritisieren sie.

BERLIN. Der Chef der Gmünder Ersatzkasse (GEK), Rolf-Ulrich Schlenker, hat die Pläne der neuen Bundesregierung zur zusätzlichen Kapitaldeckung in der gesetzlichen Pflegeversicherung als ungerecht gegeißelt. "Wir wollen das nicht",
.... (mehr)
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... sid=577037

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Leistungen der Pflegeversicherung langfristig stabilisieren

Beitrag von Presse » 20.11.2009, 15:45

Leistungen der Pflegeversicherung langfristig stabilisieren - wie kann das gelingen?
GEK-Pflegereport 2009: Fragen zu Finanzierung und Preisniveaus


Mit der letztjährigen Pflegereform wurden - nach über zehn Jahren seit Einführung der Pflegeversicherung - in drei Stufen höhere Leistungsbeträge festgelegt. Ab 2014 können diese dynamisiert werden. Im Klartext: Es gab Leistungsverbesserungen für Pflegebedürftige in fast allen Bereichen, vor allem in der Betreuung von Demenzkranken, in der häuslichen Pflege sowie in der Tages- und Nachtpflege. Zudem wurde der seit langem erhobenen Forderung Rechnung getragen, die gesetzlich fixierten Pauschalbeträge der Pflegeversicherung schrittweise an das allgemein steigende Preis- und Lohnniveau anzupassen. Kann es aber auf diese Weise gelingen, die Pflege insgesamt mit den notwendigen Ressourcen auszustatten und die Leistungen langfristig zu stabilisieren?

Diese Frage beantwortet Prof. Dr. Heinz Rothgang vom Zentrum für Sozialpolitik an der Uni Bremen mit einem klaren Nein. "Das Ausmaß der Dynamisierung ist unzureichend", sagte der Autor des Pflegereports 2009 der Gmündner Ersatzkasse (GEK) bei der Vorstellung der Studie. Bezogen auf den Zeitraum von 2007 (Festlegung der Dynamisierung im Gesetzesentwurf) bis 2012 (letzte bereits festgelegte Anpassung) liege die durchschnittliche jährliche Anpassungsrate bei 1,4 %. Das sei allenfalls ausreichend, um einen Inflationsausgleich für die Jahre 2007 bis 2012 zu gewährleisten. Eine nachhaltige Dynamisierung sei das nicht. Verfehlt die Reform der Pflegeversicherung damit ihr selbst gestecktes Ziel?

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) hat bereits im Hinblick auf den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und FDP deutlich gemacht: Eine Veränderung in der Pflege-Finanzierung wird notwendig sein, um die in der letzten Legislaturperiode verbesserten Leistungen langfristig zu stabilisieren. bpa-Präsident Bernd Meurer: "Wir brauchen mehr Zeit für die direkte Pflege sowie mehr qualifizierte Fachkräfte. Beides ist nicht zum Nulltarif und ohne ein Mindestmaß an Eigenverantwortung zu haben. Deshalb muss eine Finanzierungsreform jetzt angepackt werden. Zum einen ist wichtig, dass die Pflegeversicherung als eigenständiger Zweig der sozialen Sicherung erhalten bleibt. Zum anderen ist die Einbeziehung von ergänzenden, kapitalgedeckten Elementen erforderlich. Und es wird sehr genau darauf zu achten sein, dass nicht unter der Überschrift der Einführung eines modernen Pflegebegriffs still und heimlich eine Kürzung der Leistungen durchgeführt wird."

Der GEK-Pflegereport 2009 stellt auch regionale Preisvergleiche bei Pflegeversicherungsleistungen an und hinterfragt ein "starkes Ost-West-Gefälle". Bernd Meurer: "Man darf hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Allerdings gibt es erheblichen Nachbesserungsbedarf in den 'neuen' Bundesländern." Unterschiedliche Lohn- und Kaufkraftniveaus seien nur ein Teil der Erklärung für unterschiedliche Preise, so Meurer. Viel entscheidender wirkten sich die je nach Bundesland insbesondere im ambulanten Bereich stark voneinander abweichenden Leistungsverzeichnisse und Leistungsinhalte sowie der hinterlegte Zeitaufwand, ebenso Abrechnungsmodalitäten und Personalanforderungen, aus.

Quelle: Pressemitteilung vom 20.11.2009
Pressekontakt:
Für Rückfragen: Herbert Mauel, Bernd Tews, 030 / 30 87 88 60.

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GEK-Pflegereport belegt: Prävention zahlt sich aus

Beitrag von Presse » 25.11.2009, 08:03

GEK-Pflegereport belegt: Prävention zahlt sich aus
Deutsche altern gesünder / Kritik an fachärztlicher Versorgung in Heimen
BERLIN (hom). Haus- und Fachärzte spielen eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, Pflegebedürftigkeit im Alter zu vermeiden oder aufzuschieben. Diesen Schluss legt der neue Pflegereport 2009 der Gmünder Ersatzkasse (GEK) nahe.
.... (mehr)
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... sid=577945

Gerhard Schenker
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Pflegereform dringend notwendig

Beitrag von Gerhard Schenker » 25.11.2009, 10:02

Der Pflegereport bringt es noch einmal auf den Punkt. Angesichts der steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen muss eine vernünftige Pflegereform gestaltet werden.
Ich hoffe, dass der Pflegetreff am 27.04.2010 insoweit Impulse geben kann. Das Thema stimmt: Welche Pflege wollen wir (uns leisten)?
viewtopic.php?t=12279

G.Sch.
Das Pflegesystem bedarf einer umfassenden Reform - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung zukunftsfest machen!

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GEK-Report: Jeder Zweite wird pflegebedürftig

Beitrag von Presse » 30.11.2009, 11:55

Dtsch Arztebl 2009; 106 ( 48 ):

afp
GEK-Report: Jeder Zweite wird pflegebedürftig
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/art ... p?id=66887

Pflegereport 2009
https://www.gek.de/x-medien/dateien/mag ... t-2009.pdf
Kurzfassung Pflegereport 2009
https://www.gek.de/x-medien/dateien/pre ... t-2009.pdf

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GEK-Report zeigt regionale Unterschiede

Beitrag von Presse » 23.12.2009, 08:00

GEK-Report zeigt regionale Unterschiede in der Pflegequalität

Berlin – Bundesweit gibt es gravierende Unterschiede in der Pflegelandschaft. Das ist ein Ergebnis des Pflegereports 2009 der Gmünder Ersatzkasse (GEK). Danach liegt der Anteil der über 75-Jährigen Pflegebedürftigen in der brandenburgischen Uckermark bei rund 50 Prozent, während sich in den bayerischen Landkreisen Anteile von rund 23 bis 24 Prozent finden. Auch die regionalen Angebots- und Beschäftigungsstrukturen unterscheiden sich. So liegt der Anteil der in Heimen versorgten [mehr]
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/lette ... m&id=33820

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