Ausreichende Finanzierung des Gesundheitswesens

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

Moderator: WernerSchell

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Ausreichende Finanzierung des Gesundheitswesens

Beitrag von Presse » 07.11.2009, 15:33

Marburger Bund - Bundesverband
Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.
Pressemitteilung Nr. 68 vom 7. November 2009


Patienten dürfen nicht unter den Folgen der Wirtschaftskrise leiden

Berlin - Der Marburger Bund fordert die Bundesregierung auf, eine ausreichende Finanzierung des Gesundheitswesens auch für den Fall sicherzustellen, dass die Wirtschaftskrise andauert und die Zahl der Arbeitslosen steigt. Die Hauptversammlung der Ärztegewerkschaft begrüßte ausdrücklich die Absicht der neuen Koalition, krisenbedingte Einnahmeausfälle in der gesetzlichen Krankenversicherung durch gesamtstaatliche flankierende Maßnahmen auszugleichen. „Die Patienten dürfen nicht unter den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise leiden“, heißt es im dem Beschluss der Delegierten.

Notwendig sei mehr Versorgungssicherheit für die Patienten. „Eine Reform der Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Krankenversicherung muss zum Ziel haben, dass der Anspruch aller Menschen auf eine hochwertige gesundheitliche Versorgung besser eingelöst wird als bisher“, fordert die 116. Hauptversammlung des Marburger Bundes. „Die Ergebnisse der Reformbemühungen müssen daran gemessen werden, ob sie die hohe Effizienz und Qualität des heutigen Gesundheitswesens sichern und weiterentwickeln, allen Bürgern die Teilhabe am medizinischen Fortschritt ermöglichen und den Herausforderungen einer Gesellschaft des langen Lebens gerecht werden.“

Das wichtigste Recht der Patienten sei das Recht auf eine der jeweiligen Situation und Indikation gerecht werdende Behandlung im Einklang mit dem Patientenwillen, betonte die MB-Hauptversammlung. Ein umfassender Patientenschutz könne am besten durch ein finanziell ausreichend ausgestattetes und mit weit reichender Beteiligung betroffener Versicherter und Patienten organisiertes Gesundheitssystem gewährleistet werden. Die Rechte der Patienten in Deutschland seien bereits 2003 in einer Charta zusammengefasst worden. „Eine neuerliche Bündelung der Patientenrechte in einem eigenen Patientenschutzgesetz, wie es der Koalitionsvertrag vorsieht, wirft die Frage auf, welchen Mehrwert diese Kodifizierung erfüllen soll“, heißt es in dem Beschluss der Delegierten.
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Cicero
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Medizinischer Fortschritt nur in Grenzen finanzierbar !

Beitrag von Cicero » 07.11.2009, 15:44

Medizinischer Fortschritt nur in Grenzen finanzierbar -
Priorisierung und Rationierung werden ernsthaft zu diskutieren sein!


Dass eine ausreichende Finanzierung des Gesundheitswesens sicher gestellt werden muss (sollte), versteht sich. Allerdings ist es wohl für eine konkrete Einschätzungen dessen, was wir von der großen Koalition zu erwarten haben, noch zu früh. Es soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden.
Aufpassen müssen wir als BürgerInnen, damit es nicht zu einer breiten Entsolidarisierung kommt. Gleichwohl sehe ich die Notwendigkeit, die Themen "Priorisierung und Rationierung" zu diskutieren und Lösungen zu finden. Dass der gesamte medizinische Fortschritt einschließlich der ständig zunehmenden "Wohltaten der Pharmaindustrie" nicht mehr zu solidarischen Bedingungen zu schultern sein wird, dürfte eigentlich allen Experten klar sein. Die demografische Entwicklung setzt zusätzlich Grenzen.
Man darf auf die demnächst zu erwartenden Vorschläge für eine Reform des Gesundheitssystems gespannt sein.

Cicero
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Anja Jansen
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Re: Medizinischer Fortschritt nur in Grenzen finanzierbar !

Beitrag von Anja Jansen » 13.11.2009, 08:36

Cicero hat geschrieben:.... Medizinischer Fortschritt nur in Grenzen finanzierbar -
Priorisierung und Rationierung werden ernsthaft zu diskutieren sein! .....
Aufpassen müssen wir als BürgerInnen, damit es nicht zu einer breiten Entsolidarisierung kommt. Gleichwohl sehe ich die Notwendigkeit, die Themen "Priorisierung und Rationierung" zu diskutieren und Lösungen zu finden. Dass der gesamte medizinische Fortschritt einschließlich der ständig zunehmenden "Wohltaten der Pharmaindustrie" nicht mehr zu solidarischen Bedingungen zu schultern sein wird, dürfte eigentlich allen Experten klar sein. Die demografische Entwicklung setzt zusätzlich Grenzen. . ....
Hallo,
ich plädiere auch dafür, dass wir die Augen nicht verschließen und eine vernünftige Reform anstreben. Allerdings müssen solidarische Aspekte ausreichend bedacht werden.
MfG Anja
Es ist mehr Aufmerksamkeit für dementiell erkrankte Menschen nötig. Unser Pflegesystem braucht deshalb eine grundlegende Reform!

Hildegard Kaiser
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Medizinischer Fortschritt - Solidarität beachten

Beitrag von Hildegard Kaiser » 13.11.2009, 12:53

Anja Jansen hat geschrieben:ich plädiere auch dafür, dass wir die Augen nicht verschließen und eine vernünftige Reform anstreben. Allerdings müssen solidarische Aspekte ausreichend bedacht werden. ....
So hätte ich das auch sagen können. Stimme voll zu.

H.K.
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