Hitze und Gesundheit im Alter ... wie Ältere sich schützen können ...

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WernerSchell
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Menschen mit Demenz: Bei Hitze besonders gut schützen

Beitrag von WernerSchell »

Menschen mit Demenz: Bei Hitze besonders gut schützen

Menschen mit Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen sind bei Hitzewellen besonders gefährdet. Ihre Fähigkeit, angemessen auf hohe Temperaturen zu reagieren, ist häufig beeinträchtigt, was im Alltag oft nicht sofort auffällt. Auch wenn sie äußerlich stabil wirken, kann eine Kombination aus Hitze, Flüssigkeitsmangel und eingeschränkter Kommunikation rasch zu einem medizinischen Notfall führen.

Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI) erklärt, warum demenzbedingte Veränderungen die Hitzebelastung verstärken – und wie Angehörige mit einfachen Maßnahmen die Gesundheit und Sicherheit erkrankter Personen schützen können.


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Warum Hitze für Menschen mit Demenz so gefährlich ist

Für Menschen mit Demenz birgt Hitze ein deutlich erhöhtes Risiko für Überhitzung, Hitzschlag und Dehydration. Die wichtigsten Gründe:

1. Flüssigkeitsmangel
Menschen mit Demenz verspüren seltener Durst und/oder vergessen zu trinken. Gleichzeitig verlieren sie bei Hitze vermehrt Flüssigkeit über Schweiß und Atmung. Die Folgen sind Dehydration, ein sinkender Blutdruck und eine schlechtere Durchblutung. Dies kann zu Risiken wie Kreislaufproblemen, Verwirrtheit und im Extremfall zu einem lebensgefährlichen Hitzschlag führen.
2. Eingeschränktes Urteilsvermögen
Viele Erkrankte erkennen die Belastung durch Hitze nicht oder reagieren nicht angemessen, indem sie sich beispielsweise in den Schatten setzen oder ausreichend trinken. Im fortgeschrittenen Stadium fehlt zudem häufig die Fähigkeit, Unwohlsein zu äußern. Symptome bleiben so unbemerkt.
3. Bewegungsdrang und Orientierungsprobleme
Viele Menschen mit Demenz haben einen großen Bewegungsdrang und verlassen manchmal unbemerkt ihr Zuhause. Wer sich an einem heißen Tag in der Sonne verläuft, kann schnell in eine lebensbedrohliche Situation geraten.
4. Gestörte Temperaturregulation
Mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit des Körpers nach, sich an hohe Temperaturen anzupassen. Die Schweißreaktion verzögert sich, Menschen schwitzen weniger und die Blutgefäße erweitern sich langsamer. Dadurch kann sich der Körper bei Hitze schneller gefährlich aufheizen.
5. Medikamente und Vorerkrankungen
Bestimmte Medikamente können die Fähigkeit des Körpers zur Wärmeregulierung beeinträchtigen oder den Flüssigkeitshaushalt zusätzlich einschränken. Auch chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck erhöhen das Risiko.

So kommen Menschen mit Demenz gut durch heiße Tage

Regelmäßig zum Trinken animieren
Um Menschen mit Demenz immer wieder ans Trinken zu erinnern, ist es hilfreich, Getränke gut sichtbar zu platzieren und immer wieder anzubieten. Besonders geeignet sind kalorienarme, alkoholfreie Getränke – etwa Wasser mit Minze oder einem Spritzer Zitrone, Saftschorlen oder leichte Tees. Am besten gehen Angehörige mit gutem Beispiel voran.

Hitzespitzen meiden
Zwischen 10 und 17 Uhr ist es draußen oft besonders heiß. In dieser Zeit sollten Menschen mit Demenz möglichst im Haus bleiben – idealerweise in kühlen, gut gelüfteten Räumen. Früh morgens und abends kann gelüftet werden. Lockere Kleidung und der Verzicht auf körperliche Anstrengung helfen, den Kreislauf zu schonen.

Unbemerktes Weglaufen verhindern
Menschen, die dazu neigen, unbemerkt das Haus zu verlassen, sollten an heißen Tagen besonders gut im Blick behalten werden. Wichtige Gegenstände wie Schlüssel oder Handtaschen am besten aus dem Sichtfeld räumen, da sie den Impuls, loszugehen, verstärken könnten. Ein Notfallausweis, Kontaktinformationen in der Kleidung oder eine Ortungshilfe können im Ernstfall Leben retten.

Körperliche Warnzeichen ernst nehmen
Da viele Menschen mit Demenz ihre Beschwerden nicht richtig äußern können, ist genaues Beobachten wichtig. Warnzeichen wie Benommenheit, Übelkeit, trockene Haut oder starkes Schwitzen sind unbedingt ernst zu nehmen. Erste Hilfe: kühle Umschläge, Schatten und sofortige ärztliche Hilfe.

Regelmäßig Kontakt halten
Wer allein lebt, ist bei Hitze besonders gefährdet – selbst dann, wenn der Alltag ansonsten noch gut funktioniert. Angehörige sollten an heißen Tagen besonders darauf achten, in Kontakt zu bleiben, um die Situation der erkrankten Person im Blick zu haben. Gefährliche Situationen können so frühzeitig verhindert werden.


Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.
Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) fördert seit 1995 Alzheimer- und Demenzforschung. Mit kostenlosen Broschüren und umfassenden Informationen auf der Website www.alzheimer-forschung.de klärt die AFI über Demenzerkrankungen auf. Bis heute konnte der Verein 420 Forschungsaktivitäten mit 17,7 Millionen Euro unterstützen und über 975.000 Ratgeber und Broschüren verteilen. Die AFI finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden und kooperiert nicht mit der Pharmaindustrie. Als Träger des Spendenzertifikats des Deutschen Spendenrates verpflichtet sich der Verein zu einer transparenten Verwendung von Spenden. Die AFI ist Mitglied im Netzwerk Nationale Demenzstrategie. Botschafterin ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel.

Quelle: Pressemitteilung vom 12.06.2025
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Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI)
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40210 Düsseldorf
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Deutschland steht vor einer extremen Hitzewelle mit möglicherweise über 40 Grad.

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Deutschland steht vor einer extremen Hitzewelle mit möglicherweise über 40 Grad. Auch nachts bleibt es ungewöhnlich warm und die Belastung für Mensch und Natur steigt stark an. Ob Gewitter folgen, ist noch unklar. Alle aktuellen Infos zur Entwicklung im Video. ... > https://www.youtube.com/watch?v=PIRamzai-Ms

Die NGZ berichtet am 01.07.2025 in ihrem Newsletter:
Heute und morgen steigen die Temperaturen in NRW massiv an. Wer einen Großteil der Tage in einem klimatisierten Büro verbringen kann, darf sich glücklich schätzen. Ganz anders sieht es leider für Menschen aus, die in Pflegeheimen leben und arbeiten. Viele Häuser sind nicht für extremes Sommerwetter gerüstet, mancherorts gibt es noch nicht einmal ordentliche Jalousien. Patientenschützer Eugen Brysch schlägt Alarm: „Fehlender Hitzeschutz kostet jedes Jahr Menschenleben. Zwar gibt es aktuell viele gut gemeinte Arbeitspapiere von Bund und Ländern. Doch die bringen keinen Grad Abkühlung in den rund 1.600 Krankenhäusern und 12.000 Pflegeheimen.“ - Antje Höning berichtet in NGZ --- > https://newsletter.rp-online.de/d?p0dcw ... 000cw2bncq Wer Angehörige in Einrichtungen hat, muss sich dieses Mal aber wohl keine übermäßig großen Sorgen machen, Donnerstag wird es bereits wieder merklich kühler. Und für alle, die sich um junge Menschen kümmern dürfen: Claudia Hauser hat recherchiert, wie Hitzefrei in Schulen und Kitas rechtlich genau geregelt ist. … > https://newsletter.rp-online.de/d?p0dcw ... 000kboytbu
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Menschen mit Demenz: Bei Hitze besonders gut schützen

Beitrag von WernerSchell »

Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI)


Menschen mit Demenz: Bei Hitze besonders gut schützen

Bild

Wenn in den kommenden Tagen die Temperaturen steigen, rückt auch der Hitzeschutz wieder in den Fokus. Menschen mit Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen sind bei Hitzewellen besonders gefährdet. Ihre Fähigkeit, angemessen auf hohe Temperaturen zu reagieren, ist häufig beeinträchtigt, was im Alltag oft nicht sofort auffällt. Auch wenn sie äußerlich stabil wirken, kann eine Kombination aus Hitze, Flüssigkeitsmangel und eingeschränkter Kommunikation rasch zu einem medizinischen Notfall führen.

Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI) erklärt, warum demenzbedingte Veränderungen die Hitzebelastung verstärken – und wie Angehörige, Pflegende und das soziale Umfeld mit einfachen Maßnahmen die Gesundheit und Sicherheit erkrankter Personen schützen können.

Warum Hitze für Menschen mit Demenz so gefährlich ist

Für Menschen mit Demenz birgt Hitze ein deutlich erhöhtes Risiko für Überhitzung, Hitzschlag und Dehydration. Die wichtigsten Gründe:

1. Flüssigkeitsmangel
Menschen mit Demenz verspüren seltener Durst oder vergessen zu trinken. Gleichzeitig verlieren sie bei Hitze vermehrt Flüssigkeit über Schweiß und Atmung. Die Folgen sind Dehydration, ein sinkender Blutdruck und eine schlechtere Durchblutung. Dies kann zu Risiken wie Kreislaufproblemen, Verwirrtheit und im Extremfall zu einem lebensgefährlichen Hitzschlag führen.
2. Eingeschränktes Urteilsvermögen
Viele Menschen mit Demenz erkennen die Belastung durch Hitze nicht oder reagieren nicht angemessen, indem sie sich beispielsweise in den Schatten setzen oder ausreichend trinken. Im fortgeschrittenen Stadium fehlt zudem häufig die Fähigkeit, Unwohlsein zu äußern. Warnzeichen können dadurch unbemerkt bleiben.
3. Bewegungsdrang und Orientierungsprobleme
Viele Menschen mit Demenz haben einen großen Bewegungsdrang und verlassen manchmal unbemerkt ihr Zuhause. Wer sich an einem heißen Tag in der Sonne verläuft, kann schnell in eine lebensbedrohliche Situation geraten.
4. Gestörte Temperaturregulation
Mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit des Körpers nach, sich an hohe Temperaturen anzupassen. Die Schweißreaktion verzögert sich, Menschen schwitzen weniger und die Blutgefäße erweitern sich langsamer. Dadurch kann sich der Körper bei Hitze schneller gefährlich aufheizen.
5. Medikamente und Vorerkrankungen
Bestimmte Medikamente können die Fähigkeit des Körpers zur Wärmeregulierung beeinträchtigen oder den Flüssigkeitshaushalt zusätzlich einschränken. Auch chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck erhöhen das Risiko.

So können Angehörige und das Umfeld Menschen mit Demenz bei Hitze schützen

Regelmäßig zum Trinken animieren
Um Menschen mit Demenz immer wieder ans Trinken zu erinnern, ist es hilfreich, Getränke gut sichtbar zu platzieren und immer wieder anzubieten. Besonders geeignet sind kalorienarme, alkoholfreie Getränke – etwa Wasser mit Minze oder einem Spritzer Zitrone, Saftschorlen oder leichte Tees. Am besten gehen Angehörige mit gutem Beispiel voran.
Hitzespitzen meiden
Zwischen 10 und 17 Uhr ist es draußen besonders heiß. In dieser Zeit sollten Menschen mit Demenz möglichst im Haus bleiben – idealerweise in kühlen, gut gelüfteten Räumen. Früh morgens und abends kann gelüftet werden. Lockere Kleidung und der Verzicht auf körperliche Anstrengung helfen, den Kreislauf zu schonen.
Unbemerktes Losgehen vermeiden
Menschen, die dazu neigen, unbemerkt die Wohnung oder das Haus zu verlassen, sollten an heißen Tagen besonders gut im Blick behalten werden. Um den Impuls, loszugehen, nicht unnötig zu verstärken, sollten Gegenstände wie Schlüssel, Jacke oder Handtasche möglichst nicht im Sichtfeld liegen. Ein Notfallausweis, Kontaktinformationen in der Kleidung oder eine Ortungshilfe erleichtern es, die Person im Ernstfall schneller zu finden.
Körperliche Warnzeichen ernst nehmen
Da viele Menschen mit Demenz ihre Beschwerden nicht richtig äußern können, ist genaues Beobachten wichtig. Warnzeichen wie Benommenheit, Übelkeit, trockene Haut oder starkes Schwitzen sind unbedingt ernst zu nehmen. Erste Hilfe: kühle Umschläge, Schatten und sofortige ärztliche Hilfe.
Regelmäßig Kontakt halten
Wer allein lebt, ist bei Hitze besonders gefährdet – selbst dann, wenn der Alltag ansonsten noch gut funktioniert. Angehörige sollten an heißen Tagen besonders darauf achten, in Kontakt zu bleiben, um die Situation der erkrankten Person im Blick zu haben. Hilfreich sind feste Absprachen: Wer ruft morgens an? Wer schaut nachmittags kurz vorbei? Wer achtet darauf, ob genug getrunken wurde und die Wohnung nicht überhitzt ist? Auch Nachbarn, Freunde, ambulante Dienste oder lokale Unterstützungsangebote können einbezogen werden. Gefährliche Situationen können so frühzeitig verhindert werden.


Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.
Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein gemeinnütziger Verein, der das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. trägt. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Demenzforscherinnen und -forscher. Seit 2025 stellt die AFI auch Fördergelder für Pflegeforschung bereit. Mit kostenlosen Broschüren und auf der Website informiert die AFI über die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen. Seit seiner Gründung konnte der Verein mehr als 470 Forschungsaktivitäten mit über 20,7 Millionen Euro unterstützen und rund eine Million Ratgeber und Broschüren verteilen. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel. Weitere Informationen zur Arbeit des Vereins und zu Spendenmöglichkeiten finden Sie auf www.alzheimer-forschung.de.


Quelle: Pressemitteilung vom 16.06.2026
Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI)
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Durchschnittlich knapp 1 400 Krankenhausbehandlungen im Jahr bedingt durch Hitze und Sonnenlicht

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PRESSEMITTEILUNG des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) Nr. N045 vom 02.07.2026

Durchschnittlich knapp 1 400 Krankenhausbehandlungen im Jahr bedingt durch Hitze und Sonnenlicht

• Sterbefälle in Hitzewochen der vergangenen Jahre teilweise mehr als 20 % über dem Vergleichswert der Vorjahre
• Hitzeperioden führen laut RKI-Schätzungen zu mehreren tausend hitzebedingten Sterbefällen


WIESBADEN – Extreme Hitze geht für die Menschen in Deutschland mit gesundheitlichen Problemen einher. Hitzschläge, Sonnenstiche und andere durch Hitze oder Sonnenlicht verursachte Schäden führten im Schnitt in den Jahren
2004 bis 2024 zu knapp 1 400 Krankenhausbehandlungen. Als direkte Todesursache lässt sich Hitze bei durchschnittlich 21 Fällen in den Jahren 2004 bis 2024 allerdings selten feststellen. Sehr hohe Temperaturen lassen die Sterblichkeit jedoch insgesamt steigen, da in vielen Fällen die Kombination aus Hitze und Vorerkrankungen das Sterberisiko erhöht. So stiegen in von Hitzeperioden geprägten Wochen die Sterbefallzahlen zum Teil deutlich an: Es gab bereits mehrfach Sommerwochen mit Hitzewellen, deren Sterbefallzahlen um mehr als 20 % über den Vergleichswerten der Vorjahre lagen – zuletzt betraf dies eine Juliwoche im Jahr 2022.

+++

Die vollständige Pressemitteilung sowie weitere Informationen und Funktionen sind im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter https://www.destatis.de/pressemitteilungen zu finden.

Herausgeber:
DESTATIS | Statistisches Bundesamt
Gustav-Stresemann-Ring 11
65189 Wiesbaden
Telefon: +49 611 75 3444
www.destatis.de/kontakt
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Hitzeschutz für die pflegebedürftigen Menschen, v.a. in den Pflegeeinrichtungen

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Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss


02.07.2026

An den
Rhein-Kreis Neuss
Heimaufsicht

Nachrichtlich:
An die NGZ / RP und Kreispolizeibehörde



Hitzeschutz für die pflegebedürftigen Menschen, v.a. in den Pflegeeinrichtungen

Hitze in Dormagener Heim Feuerwehr im Einsatz.jpg
Hitze in Dormagener Heim Feuerwehr im Einsatz.jpg (142.06 KiB) 42 mal betrachtet

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe bereits vor einigen Jahren auf den gebotenen Hitzeschutz für die pflegebedürftigen Menschen, v.a. in den Pflegeeinrichtungen, aufmerksam gemacht. Angesichts der zunehmenden Tage / Wochen mit hohen Temperaturen besteht Veranlassung, erneut auf die Schutzerfordernisse hinzuweisen und geeignete Maßnahmen einzufordern. Das Hitze-Desaster im Alloheim in Dormagen wurde folgerichtig von den Medien aufgegriffen und die gegebenen Lücken aufgezeigt (NGZ am 01.07.2026: „Keine Protokolle zu Temperaturen“ und „SPD fordert Hitzeschutz für Pflegeeinrichtungen“). Offensichtlich gibt es auch polizeiliche Ermittlungen.

Ich halte es für erforderlich, angesichts der gegebenen Klimaentwicklung darauf hinzuwirken, dass sämtliche Pflegeeinrichtungen kurzfristig ein nachvollziehbares Hitzekonzept entwickeln und so gewährleisten, dass die Bewohnerinnen und Bewohner, meist hochaltrige Menschen mit mehreren Gesundheitsbeeinträchtigungen (u.a. Demenz), möglichst umfänglich vor Hitzeschäden geschützt werden. Das wird Investitionen nicht ausschließen. Insofern macht es u.U. Sinn, das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Düsseldorf einzubeziehen.

Um die Handlungserfordernisse zu verdeutlichen, habe ich im Netz einige Informationen aufgerufen und dieser Zuschrift angefügt. Es sind offensichtlich zahlreiche Anregungen / Empfehlungen dabei, die auch für den Rhein-Kreis Neuss bzw. die Pflegeeinrichtungen hilfreich sein können.

Bitte teilen Sie mir mit, wie Sie nun verfahren wollen.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell
Diplom-Verwaltungswirt - Oberamtsrat a.D. - Buchautor/Journalist - Dozent für Pflegerecht
Mitglied im Verband der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten e. V.- https://www.vmwj.de
https://www.wernerschell.de - Pflegerecht und Gesundheitswesen
Infos auch bei https://www.facebook.com/werner.schell.7



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Anregungen und Empfehlungen:

Hitzeaktionstag am 11. Juni: Interessierte können sich im Kreishaus >>> https://www.rhein-kreis-neuss.de/de/ver ... formieren/
News aus Dormagens Politik & Stadtleben . Junggeburth fordert Klima-Sonderprogramm für Altenheime >>> https://dormago.de/dormagen-nachrichten ... Altenheime

Längere und intensivere Hitzeperioden belasten vor allem auch ältere und vorerkrankte Menschen – Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen und zu Hause gepflegte Menschen sind hier besonders betroffen, aber auch das Pflegepersonal. Um die Belastung so gering wie möglich zu halten und besser auf Hitzeperioden vorbereitet zu sein, hat das Pflegenetzwerk Deutschland wichtige Hinweise zum Hitzeschutz zusammengestellt. >>>> https://pflegenetzwerk-deutschland.de/thema-hitzeschutz

Immer häufiger auftretende Hitzeperioden stellen eine zunehmende Herausforderung für die Pflege dar – insbesondere für ältere, pflegebedürftige Menschen. Um Einrichtungen dabei zu unterstützen, wirksame Maßnahmen zum Schutz vor Hitze zu etablieren, hat der Qualitätsausschuss Pflege auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) eine bundesweit einheitliche Empfehlung erarbeitet. Diese wurde am 24. Mai 2024 veröffentlicht und im Dezember 2024 noch einmal leicht überarbeitet.
Die „Bundeseinheitliche Empfehlung zum Einsatz von Hitzeschutzplänen in Pflegeeinrichtungen und -diensten“ richtet sich an vollstationäre Pflegeeinrichtungen sowie auch ambulante Pflege- und Betreuungsdienste und Einrichtungen der Tages- und Kurzzeitpflege. Ziel ist es, pflegerische Einrichtungen bei der Vorbereitung auf die wachsenden klimatischen Belastungen und bei der Entwicklung individueller Hitzeschutzpläne vor Ort zu unterstützen.
Die Empfehlung gibt dabei nicht nur fachliche Orientierung, sondern enthält konkrete Handlungshilfen zur Erstellung, Umsetzung und Evaluation hitzebezogener Schutzmaßnahmen. Dabei werden sowohl organisatorische als auch pflegefachliche Aspekte berücksichtigt – von der Sensibilisierung des Personals über die Kommunikation mit Angehörigen bis hin zur praktischen Versorgung der Pflegebedürftigen an Hitzetagen. - Die bundeseinheitliche Empfehlung können Sie hier herunterladen. >>> https://www.gs-qsa-pflege.de/wp-content ... SGB-XI.pdf
Im Rahmen eines digitalen Praxisdialogs stellten Dr. Heidi Oschmiansky vom Deutschen Roten Kreuz und Jörg Schemann vom GKV-Spitzenverband am 3. Juni 2025 die Inhalte der Empfehlung vor und erläuterten, wie Einrichtungen das Thema systematisch angehen können. - Hier gelangen Sie zur Aufzeichnung des Praxisdialogs. >>> https://pflegenetzwerk-deutschland.de/p ... itzeschutz
Bereits aus dem Jahr 2024 gibt es die Aufzeichnung eines Praxisdialogs zum Thema. Diese steht ebenfalls auf der Webseite des Pflegenetzwerk Deutschland zur Verfügung. Hier gelangen Sie zur Aufzeichnung des Praxisdialogs von 2024. >>> https://pflegenetzwerk-deutschland.de/p ... zeitpflege
Neben der „Bundeseinheitlichen Empfehlung zum Einsatz von Hitzeschutzplänen in Pflegeeinrichtungen und -diensten“ gibt es mittlerweile eine Fülle an weiteren Informationen, Empfehlungen und Materialien. Ein Überblick hier >>> https://pflegenetzwerk-deutschland.de/t ... egedienste

Was tut die Politik für den Hitzeschutz? Dies hat die Tagesschau untersucht und über den Sachstand am 26.06.2026 informiert >>> https://www.tagesschau.de/inland/innenp ... n-100.html

Empfehlungen zum Hitzeschutz in Alten- und Pflegeheimen in Kleve (Modell?) >>> https://www.kreis-kleve.de/system/files ... tungen.pdf

Musterhitzeschutzplan für stationäre Pflegeeinrichtungen, Tages- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen und Pflege-Wohngemeinschaften >>> https://hitzeschutz-berlin.de/wp-conten ... ionaer.pdf

Verbände: Hitzeschutz in Heimen gesetzlich verankern >>> https://www.epd.de/fachdienst/epd-sozia ... -verankern
WernerSchell
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Pflegeheime unzureichend auf Hitze vorbereitet

Beitrag von WernerSchell »

In der Zeitschrift „care konkret“, Ausgabe vom 03.07.2026, wird die Hitzeproblematik in Pflegeeinrichtungen ebenfalls angesprochen. Der Titel des Beitrages „Wissenschaftlerin: Pflegeheime unzureichend auf Hitze vorbereitet.“ - Die Ausführungen sind wichtig und sollten bei den erbetenen Maßnahmen Berücksichtigung finden.

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