Pflegesystem vor dem Kollaps - Geeignete Reformen sind nicht in Sicht

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe
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WernerSchell
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Pflegesystem vor dem Kollaps - Geeignete Reformen sind nicht in Sicht

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Pflegesystem vor dem Kollaps - Geeignete Reformen sind nicht in Sicht. - Das Bundesgesundheitsministerium - und andere - verbreiten nun Nachrichten (Sprechblasen), wonach es im Pflegesystem wirkungsvolle Verbesserungen geben soll. Dazu ergibt sich:

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Sämtliche Bundesregierungen der letzten 20 Jahre haben immer mal kleine Reförmchen bei der Pflegeversicherung in Gang gebracht. Geholfen hat es nicht, den vielfach beschriebenen Pflegenotstand abzuwenden; im Gegenteil, es ist alles schlimmer geworden und eine Pflegekatastrophe ist wohl nicht mehr abzuwenden. Und jetzt soll wieder an kleinen Schräubchen gedreht werden. Nein, das wird nichts. Die Pflegekatastrophe werden im Wesentlichen die Babyboomer zu spüren bekommen. - Ich habe über 20 Jahre mit Bundes- und Landesministern, Pflegebeauftragten und sonstigen Experten u.a. bei über 30 Pflegetreffs diskutiert und zahlreiche Handlungsempfehlungen, auch mittels schriftlicher Statements, präsentiert. Dies alles war u.a. gestützt auf eine über 40 Jahre lange Lehrtätigkeit an Kranken- und Altenpflegeschulen. Im Übrigen haben mir regelmäßige Besuche in Pflegeheimen und auf Krankenstationen die Betreuungssituationen und Fehlentwicklungen verdeutlicht. - Sämtliche Bundesregierungen der letzten 25 Jahre haben immer mal kleine Reförmchen bei der Pflegeversicherung in Gang gebracht. Geholfen hat es aber nicht, den Pflegenotstand abzuwenden; im Gegenteil, es ist alles schlimmer geworden. Und jetzt soll wieder an kleinen Schräubchen gedreht werden. Nein, das wird nichts. - Ich bin über das Totalversagen der mit der Pflege und dem Gesundheitswesen befassten Politiker maßlos enttäuscht und sehe zur Zeit keine Besserung. Offensichtlich gibt es keine wirklichen Konzepte für die notwendigen Reformschritte. Reformerwägungen irgendwelchen Kommissionen zu überlassen, zeugt von der Unfähigkeit der zur Zeit amtierenden Personen. Es sollte auch endlich allen Beteiligten klar werden, dass eine halbwegs brauchbare Sanierung der Pflege viele Milliarden Euro erfordert. Und wer nicht bereit ist, diese Finanzmittel in die Hand zu nehmen, der sollte auch aufhören, den Bundesbürgerinnen und Bürgern irgendwelche Verbesserungen vorzugaukeln. – Werner Schell – https://www.wernerschell.de

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Pflegenotstand auflösen - Pflegekatastrophe vermeiden! – Mit diesem Tenor habe ich mich am 06.01.2026 in einem umfänglichen Schreiben an das Bundesgesundheitsministerium, die Pflegebevollmächtige der Bundesregierung, den Patientenbeauftragten der Bundesregierung und zahlreiche weitere Adressaten gewandt und nochmals eindringlich auf die seit vielen Jahren bestehenden pflegerischen Versorgungsdefizite aufmerksam gemacht und erneut Handlungsempfehlungen vorgestellt. … > viewtopic.php?f=5&t=1515 - Mit Sprechblasen und den bislang bekannten politischen Planungen wird es keine hilfreichen Verbesserungen geben können.
WernerSchell
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Pflegesystem ist in einem katastrophalen Zustand - so Nina Warken

Beitrag von WernerSchell »

Pflegesystem ist in einem katastrophalen Zustand - so Nina Warken

Das Pflegesystem in Deutschland ist laut Gesundheitsministerin Nina Warken in einem "katastrophalen Zustand": zu wenig Personal, mehr Pflegebedürftige, zu hohe Kosten. Alleine im kommenden Jahr fehlten der Pflegeversicherung sechs Milliarden Euro, sagte die CDU-Politikerin. Deshalb will Warken möglichst schnell einen Gesetzentwurf für eine Pflegereform vorlegen. Für die Versicherten könnte das höhere Beiträge und für die Betroffenen einen höheren Eigenanteil bedeuten.

Die Reformvorschläge der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken für den Umbau der sozialen Pflegeversicherung erscheint in weiten Teilen völlig ungeeignet mit der Folge, dass die Kritik an den Reformplänen breit und deutlich ausfällt. … > viewtopic.php?p=17812#p17812 / … > viewtopic.php?p=17366#p17366


Siehe auch
>>> Pflegesystem vor dem Kollaps - Geeignete Reformen sind nicht in Sicht … > viewtopic.php?f=4&t=1452
>>> „Mehr Personal bedeutet bessere Pflege“ ... > viewtopic.php?f=4&t=1551


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WernerSchell
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Pflegesystem vor dem Kollaps - Geeignete Reformen sind nicht in Sicht

Beitrag von WernerSchell »


„Mehr Personal bedeutet bessere Pflege“ … > viewtopic.php?f=4&t=1551

Die Zeitschrift „carekonkret“ machte in ihrer Ausgabe vom 20.02.2026 darauf aufmerksam: „Mehr Personal bedeutet bessere Pflege“ (Beitrag mit dem Titel „Pflege braucht Entscheidungen – nicht noch mehr Modelle“). Dort wird im Übrigen Prof. Rothgang wie folgt zitiert: „Die Hütte brennt und alle gucken zu“. Zugucken und nicht das Richtige tun, scheint die Devise seit Jahrzehnten. Denn bereits 2010 habe ich in einem Interview mit der NGZ die klare Botschaft geäußert: „Mehr Personal – bessere Pflege“. Die politisch Verantwortlichen haben aus den damaligen – offensichtlich bis heute fortgeltenden - Handlungsempfehlungen keine hilfreichen Folgerungen gezogen. Die Leidtragenden sind die alten und pflegebedürftigen Menschen.

Eine Reform der Pflege wird heiß diskutiert. Elke Bunjes arbeitet seit über 20 Jahren in der Seniorenpflege. Im Interview mit der NGZ erklärt sie, wie die Zukunft ihres Berufs aussehen muss – und was gute Pflege ausmacht. Die NGZ / RP berichtete am 28.02.2026 über das Interview unter dem Titel „Pflegekräfte müssen selbstbewusster auftreten“. Ein Hinweis zu diesem Text wurde auch bei Facebook eingestellt (> https://www.facebook.com/ngz.neuss ). Dazu wurde von hier angemerkt: Die Arbeitsbedingungen in der Pflege müssen dringend verbessert werden. Dies liegt nicht nur im Interesse der Pflegenden, sondern v.a. im Interesse der pflegebedürftigen Menschen. Bereits vor über 20 Jahren habe ich daher formuliert: „Mehr Personal bedeutet bessere Pflege“ … > viewtopic.php?f=4&t=1551 Dem ist bis heute nicht entsprochen worden, obwohl sich die Vergütungen der Pflegekräfte deutlich verbessert haben. Gleichwohl gibt es zunehmend Probleme in der pflegerischen Versorgung. Die Menschen in NRW, aber auch in anderen Ländern, verlieren das Vertrauen in die Pflegeversorgung. Eine aktuelle Allensbach-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit zeigt Erwartungen an eine große Pflegereform. … > viewtopic.php?f=4&t=1542 Insoweit gab es von hier am 06.01.2026 ein umfängliches Schreiben an das Bundesgesundheitsministerium u.a. - Die Forderung: Pflegenotstand auflösen - Pflegekatastrophe vermeiden! … > viewtopic.php?f=5&t=1515 – Es besteht nach all dem keine Veranlassung, irgendetwas schön zu reden. Vielmehr müssen alle Kräfte gebündelt werden, um die zunehmende Zahl pflegebedürftiger Menschen gut zu versorgen. Die NGZ / RP wurde wiederholt auf die Mängel im System aufmerksam gemacht und angeregt, im Rahmen eines Interwies mit mir darüber zu berichten.
WernerSchell
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Pflegesystem vor dem Kollaps - Geeignete Reformen sind nicht in Sicht

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Im kommenden Jahr droht der gesetzlichen Pflegeversicherung ein Minus von knapp 5 Mrd. Euro. Angesichts der von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken geplanten Pflegereform hat der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) nun ein eigenes "Fünf-Punkte-Sofortprogramm" für die Pflegeversicherung mit weitreichenden Änderungsvorschlägen vorgelegt. Plädiert wird darin u.a. für die Einführung eines Pflegebudgets, das an die Stelle der heutigen stationären und ambulanten Sachleistungen treten soll. Dies soll flexibel für Pflegekosten im Heim als auch für die bisherigen Sachleistungen genutzt werden können. Der PKV-Verband regt außerdem an, den Leistungsumfang des Pflegegrades 1 zu überprüfen und schlägt vor, dass der Anspruch auf den sogenannten Entlastungsbetrag entfallen könne. Reformen wie eine verpflichtende Erstberatung für Pflegebedürftige, die Schaffung eines zentralen Pflegeportals und eine vereinfachte Dokumentation für Pflegekräfte komplettieren das Sofortprogramm.

Seit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs im Jahr 2017 ist die Zahl der Pflegebedürftigen in der sozialen Pflegeversicherung (SPV) stärker gestiegen als erwartet. Das zeigt eine Studie des IGES-Instituts, die der GKV-Spitzenverband heute veröffentlichen will.

Quelle: PKV-Newsletter vom 05.05.2026
WernerSchell
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Kassen warnen vor Pflege-Kollaps

Beitrag von WernerSchell »

Kassen warnen vor Pflege-Kollaps
NGZ-Bericht vom 11.05.2026


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