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BeitragVerfasst: 30.04.2008, 12:35 
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Aktuelle Anmerkung der Moderation:
Der Bericht wird am 14.05.2008, 20.15 - 21.45 Uhr, bei Dellings-Woche ausgestrahlt. Siehe dazu die aktuellen Informationen:
Skandalöse Zustände in Pflegeheimen - TV-Tipp 14.05.2008
Werner Schell (11.05.2008)


Mittwoch, 30. April 2008, 20.15 - 21.45 Uhr
Dellings Woche - WDR


u.a. mit dem Thema:

Skandalöse Zustände in Pflegeheimen

Die Horrormeldungen aus nordrhein-westfälischen Altenheimen reißen nicht ab: Alte Menschen werden mit Medikamenten ruhiggestellt, entmündigt, misshandelt und sogar beraubt. Die schlimmsten Verbrechen in Alten- und Pflegeheimen sind die Morde der sogenannten Todesengel. Besonders überfordert sind die Pflegerinnen und Pfleger während der Nachtschicht.

Um zu verhindern, dass Pflegebedürftige im Schutz der Nacht misshandelt werden, fordert Professor Rolf Dieter Hirsch, Leiter der Gerontopsychiatrie der Rheinischen Kliniken Bonn, die Einführung der doppelten Nachtschicht. Ein weiterer Gast im Studio ist die Dortmunder Altenpflegerin Angelika Vogel. Sie hat die Missstände in ihrem Altenheim offen kritisiert und ist nun ihren Job los. In „Dellings Woche“ erzählt die Pflegerin, was sich hinter den Kulissen eines Pflegeheims abspielen kann. ***)

Viele Morde bleiben unentdeckt
Die Dunkelziffer der „Todesengel“ ist nach Ansicht von Professor Hirsch sehr hoch. Er kann sich dabei auf den Bericht eines Rechtsmediziners in München stützen, dessen Obduktionen verstorbener Heimbewohner Erschreckendes ans Tageslicht brachte: Rund 10 Prozent der Verstorbenen waren an Medikamenten gestorben, einige waren gar erwürgt worden.

Professor Hirsch, mittlerweile 62 Jahre alt, würde selbst nie in ein Pflegeheim gehen: „Ich habe meiner Frau gesagt, wenn es so weit ist, soll sie mich in den 10. Stock fahren; springen tu ich dann selber.“ Den Pflegekräften in den Heimen gehe es nicht anders, meint Hirsch.

Handeln statt misshandeln
Etwa 1.000 Pflegebedürftige, Heimbewohner oder deren Angehörige melden sich jährlich beim Verein „Handeln statt misshandeln“, dessen Vorsitzender Professor Hirsch ist. Die Anrufer berichten von Misshandlungen, Vernachlässigung, finanzieller Ausbeutung und ungerechtfertigten Fixierungen. „Um ein Pflegeheim zu eröffnen, müssen Sie geringere Auflagen erfüllen als für ein Tierheim“, bemerkt Professor Hirsch sarkastisch.

Heim-Alternativen: Alt werden in der WG
Nicht nur Studenten leben in selbst organisierten Wohngemeinschaften. Immer mehr Menschen im Vorfeld des Ruhestands interessieren sich für das gemeinschaftliche Altwerden in der „WG“. Die Konzepte sind vielfältig: Mal leben nur ältere Menschen zusammen, mal drei Generationen. Sie wohnen in Miet- oder Eigentumswohnungen, einem Haus oder in einer Wohnanlage. Jeder Bewohner hat sein persönliches Zimmer, die Gemeinschaftsräume werden von allen genutzt. Wohngemeinschaften sind etwas für Menschen, die sich im Alltag und bei Krankheit gegenseitig unterstützen wollen, notfalls mithilfe ambulanter Dienste.

Autor: Gunter Person

Quelle: WDR - Mitteilung (nach Absetzung / Verschiebung des Beitrages nicht mehr aktivi!)
http://www.wdr.de/tv/dellings_woche/sen ... kandal.jsp

***) Siehe auch unter
http://www.sozialbetrug.org/print.php?t ... 9e84056104
http://agora.free.de/sofodo/themen/do-s ... iesen-echo
http://www.derwesten.de/nachrichten/sta ... etail.html
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/d ... 930,207231
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/d ... 930,208286
http://www.muensterschezeitung.de/lokal ... 930,206218

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Zuletzt geändert von WernerSchell am 24.12.2009, 10:22, insgesamt 12-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 01.05.2008, 07:52 
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WDR hat geschrieben:
.... Professor Hirsch, mittlerweile 62 Jahre alt, würde selbst nie in ein Pflegeheim gehen: „Ich habe meiner Frau gesagt, wenn es so weit ist, soll sie mich in den 10. Stock fahren; springen tu ich dann selber.“ Den Pflegekräften in den Heimen gehe es nicht anders, meint Hirsch. ...


Diese Aussage von Prof. Hirsch ist m.E. nicht akzeptabel. Darin steckt eine Diskriminierung aller Pflegeheime, die so nicht gerechtfertigt erscheint. Prof. Hirsch soll lieber die strukturellen Probleme rügen und vor allem konkrete Alternativen einfordern. Insoweit hört man aber von ihm wenig bis garnichts. Schade!

Herbert Kunst

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 Betreff des Beitrags: Prof. Hirsch auf Abwegen oder was?
BeitragVerfasst: 02.05.2008, 06:45 
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WernerSchell hat geschrieben:
... Professor Hirsch, mittlerweile 62 Jahre alt, würde selbst nie in ein Pflegeheim gehen: „Ich habe meiner Frau gesagt, wenn es so weit ist, soll sie mich in den 10. Stock fahren; springen tu ich dann selber.“ Den Pflegekräften in den Heimen gehe es nicht anders, meint Hirsch. ...


Auwa, das ist aber ein gewaltiger Ausrutscher Herr Prof. Hirsch. Sie haben doch sonst meist vernünftige Äußerungen parat. Jetzt liegen Sie aber völlig daneben. Ich denke, dass Sie die getane Äußerung erläutern oder besser, zurücknehmen sollten. Denn darin liegt eine unbeschränkte Schlechtrede bezüglich aller Pflegeeinrichtungen versteckt. Das kann so aber nicht stehen bleiben. Wir können uns gerne über Pflegemängel unterreden. Aber die Pauschalierungen der hier vorgestellten Art sind nicht akzeptabel!
MfG Karl Büser

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BeitragVerfasst: 02.05.2008, 16:43 
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Herbert Kunst hat geschrieben:
.... Professor Hirsch, mittlerweile 62 Jahre alt, würde selbst nie in ein Pflegeheim gehen: „Ich habe meiner Frau gesagt, wenn es so weit ist, soll sie mich in den 10. Stock fahren; springen tu ich dann selber.“ Den Pflegekräften in den Heimen gehe es nicht anders, meint Hirsch. ...

Diese Aussage von Prof. Hirsch ist m.E. nicht akzeptabel. Darin steckt eine Diskriminierung aller Pflegeheime, die so nicht gerechtfertigt erscheint. Prof. Hirsch soll lieber die strukturellen Probleme rügen und vor allem konkrete Alternativen einfordern. Insoweit hört man aber von ihm wenig bis garnichts. Schade! ...


Hallo Herbert,
ich bin auch der Meinung, dass Prof. Hirsch mit seinem Statement wohl von allen guten Geistern verlassen war. Er hat doch sonst meist einigermaßen vernünftige Meinungen parat. Warum macht er nun solche Sprüche? Warum hat er es nötig, sich in dieser uangenehmen Weise öffentlich zu äußern?
MFG
Gaby


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 Betreff des Beitrags: Pflegemissstände nicht streitig
BeitragVerfasst: 09.05.2008, 17:17 
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Dass es skandalöse Zustände in Pflegeeinrichtungen (ambulant und stationär) gibt, kann eigentlich nicht streitig sein. Es geht nur um die Frage, wie man diese Zustände öffentlich macht und darüber redet. Eine ganze Branche niederzumachen, kann nicht angehen. Denn getroffen werden von den kritischen Äußerungen meistens nur die Pflegekräfte, die sollen die "bösen Buben" sein. Verantwortlich sind aber in Wirklichkeit die Politiker, die Rahmenbedingungen zulassen, die dann solche skandlösen Zustände zur Folge haben. Trägerverantwortliche und andere sind auch mitverantwortlich, weil sie oft nur beschönigen und nicht den Mut aufbringen, klare Worte zu finden - andere, bessere, Bedingungen einzufordern. Auch jetzt wieder ganz aktuell: Die Pflegereform wird gefeiert, es gebe gute Ansätze, man könne jetzt etwas bewegen usw. Richtiger wäre, die Pflegereform mit einer argumentativen Kritik zu bedenken. Aber, aber, --- da gibt es wohl eine Menge Kompanei mit der Politik- und einige verdienen auch noch an dem Reförmchen! Als Paradespeispiel kann man die Pflegestützpunkte nehmen. Überflüssig wie ein Kropf, aber jetzt plötzlich werden sie doch angenommen. Natürlich weil es Geld aus dem Topf der Versicherten gibt.

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.05.2008, 02:04 
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Claus Fussek hat vor kurzem in einem Radiointerview gesagt: wenn sich in der Altenpflege nicht bald was ändert, müssen wir über aktive Sterbehilfe nachdenken.
Ich glaube, dass Menschen wie Herrn Fussek und Herrn Hirsch, die mit ihrer Kritik ständig gegen Wände laufen, irgendwann auch solche Äußerungen herausrutschen müssen.
Und sagen wollen sie eigentlich nur: bei den derzeitigen katastrophalen Rahmenbedingungen kann man niemandem wünschen, in einem deutschen Pflegeheim verwahrt zu werden.
Argumentative Kritik wäre mir zwar auch lieber, aber in der Öffentlichkeit gibt es darauf einfach keine Resonanz.


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BeitragVerfasst: 10.05.2008, 06:57 
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Sr. Member

Registriert: 05.12.2005, 08:38
Beiträge: 410
Mein Text unter:
viewtopic.php?p=34279#34279

Gaby Modig hat geschrieben:
.... Dass es Pflegemissstände, strukturelle Unzulänglichkeiten, gibt, ist ernstlich nicht streitig. Allerdings kann und muss darüber gestritten werden, wie diese Mängel im System öffentlich beschrieben werden. Ausdrücke wie "Pflege-Mafia" usw. halte ich auch nicht für gerechtfertigt. Daher kann man für Herrn Schmidt durchaus Verständnis aufbringen. ...


Ich trete auch dafür ein, dass die Unzulänglichkeiten im Pflegesystem in aller Klarheit öffentlich gemacht werden. In der Hauptsache müssen aber die Aktionen die Politiker treffen, und nicht die Pflegekräfte. So manche Kritik läuft heute in einer Art und Weise ab, dass sich die Pflegekräfte angegriffen fühlen müssen. Sie sind eigentlich mit die Opfer des schlechten Systems, und bekommen noch Prügel ab und sollen sich auch noch beim KDA-Jammerportal Rat einholen, wenn etwa schief läuft.
Ich kann daher dem Statement von Gaby uneingeschränkt zustimmen.

Anja


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BeitragVerfasst: 13.05.2008, 12:26 
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Der Bericht wird am 14.05.2008, 20.15 - 21.45 Uhr, bei Dellings-Woche ausgestrahlt. Siehe dazu die aktuellen Informationen:

Skandalöse Zustände in Pflegeheimen - TV-Tipp 14.05.2008
viewtopic.php?p=34331#34331

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BeitragVerfasst: 13.05.2008, 20:21 
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Beiträge: 1
Wohnort: Giengen
Hallo Herbert und Gaby,
ich kann Prof. Hirsch´s Gedanken nachvollziehen, denn
meine persönliche Alten´WG ist es mit einer Freundin im Alter im Wald eine Hütte zu bauen und uns selbst versorgen mit dem Recht dass wir tun und lassen können so lange wir es wollen. Ob wir es dann tun ist eine andere Sache aber, wenn ich meinen Arbeitsalltag im Heim täglich verrichte kann ich entweder depressiv werden und schweigen oder ich muss es herrausschreien.
Gaby Modig hat geschrieben:
Herbert Kunst hat geschrieben:
.... Professor Hirsch, mittlerweile 62 Jahre alt, würde selbst nie in ein Pflegeheim gehen: „Ich habe meiner Frau gesagt, wenn es so weit ist, soll sie mich in den 10. Stock fahren; springen tu ich dann selber.“ Den Pflegekräften in den Heimen gehe es nicht anders, meint Hirsch. ...

Diese Aussage von Prof. Hirsch ist m.E. nicht akzeptabel. Darin steckt eine Diskriminierung aller Pflegeheime, die so nicht gerechtfertigt erscheint. Prof. Hirsch soll lieber die strukturellen Probleme rügen und vor allem konkrete Alternativen einfordern. Insoweit hört man aber von ihm wenig bis garnichts. Schade! ...


Hallo Herbert,
ich bin auch der Meinung, dass Prof. Hirsch mit seinem Statement wohl von allen guten Geistern verlassen war. Er hat doch sonst meist einigermaßen vernünftige Meinungen parat. Warum macht er nun solche Sprüche? Warum hat er es nötig, sich in dieser uangenehmen Weise öffentlich zu äußern?
MFG
Gaby


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BeitragVerfasst: 14.05.2008, 07:19 
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Beiträge: 83
Prof. Hirsch ist im Allgemeinen für seine sachlichen und besonnenen Äußerungen bekannt und geschätzt. Allerdings ist er mit seiner Selbsttötungstheorie über`s Ziel hinaus geschossen. Er hat dies auch sicherlich nicht so ganz ernst gemeint. Er wollte damit sicherlich etwas zugespitzt formulieren, um auf die Probleme in der Pflege aufmerksam zu machen. Daher neige ich dazu, die Bemerkung nicht so ganz für voll zu nehmen.
Natürlich will eigentlich niemand ins Heim. Klar, dass man lieber Zuhause bleibt. Aber, es kann Pflegesituationen geben, die nur in einer stationären Einrichtung gemeistert werden können. Insoweit müssen wir dafür eintreten, dass sich die Zustände in den Heime zum Bessern wenden, schnellstens!

Pfegefan

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"Die Menschenwürde ist unanstastbar" (Art. 1 Grundgesetz). Dies muss in der Pflege oberste Handlungsmaxime sein - für alle!


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BeitragVerfasst: 15.05.2008, 07:01 
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Skandalöse Zustände in Pflegeheimen

Der WDR - Dellings Woche - hat seine Internetinformationen erweitert. Nachlesbar unter:
http://www.wdr.de/tv/dellings_woche/sen ... kandal.jsp

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BeitragVerfasst: 15.05.2008, 07:16 
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Pflegemissstände in Dellings Woche - Infos supotimal!

Guten Morgen allerseits!

Ich danke für die Hinweise zur Sendung per Mailingliste. Leider war ich über die Behandlung des Themas mehr als enttäuscht. Es wurde m.E. viel zu viel Zeit vertan, ohne die ZuschauerInnen wirklich optimal zu informieren. Dies lag im Wesentlichen wohl daran, dass die Gäste, Frau Mallek und Prof. Hirsch, nicht die Informanten waren, die ich mir mit mehr Kompetenz gewünscht hätte. Die Aussagen von Frau Mallek wiederholten sich auch, im Vorspannfilm und dann in der Befragung. Wie kann man diese Dame fragen, ob sie das Pflegepersonal für ausreichend bemessen hält? Woher soll sie das wissen? Dementsprechend war auch die Antwort. Prof. Hirsch mag über die ärztliche Versorgung älterer Menschen gut Bescheid wissen, aber wegen der Heimsituation und vor allem über die rechtlichen Vorschriften dazu, Pflegeversicherungsrecht, Heimgesetz, Betreuungsrecht, sollten sich eigentlich andere Person mit erheblich mehr Kompetenz äußern dürfen. Die Pflegemängeldiskussion mit dem Thema Patiententötungen zu verbinden, war überhaupt nicht sachgerecht. Da wurden "Äpfel mit Birnen" verwechselt.
Die Sendung war insgesamt wenig geeignet, gut zu informieren. Ich denke, dass nun die Verunsicherung bei den Zuschauer Innen noch zugenommen hat - leider!

MfG
Rob Hüser


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 Betreff des Beitrags: Pflege und die Berichte darüber
BeitragVerfasst: 15.05.2008, 07:35 
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Beiträge: 410
Hallo,

angeregt durch die Äußerung von von Rob melde ich mich auch kurz zu Wort:
Ich habe die Sendung "Dellings Woche" gestern ebenfalls gesehen und bin mehr als enttäuscht. Es war wieder einmal ein Beitrag, mit dem schlicht auf die Heimpflege eingedroschen wurde, mit eher weniger Kompetenz (siehe Rob). Die Vermenung mit dem Thema Patiententötungen fand ich auch unmöglich.
Ich wünsche mir mehr Berichte, in denen die Missstände auch mit ihrem Hintergrund offen gelegt gelegt werden. Wieso kommt es zu den Missständen? Wer trägt Verantwortung? Was kann / muss geändert werden? Dazu kann doch wohl eine Menge gesagt werden.
Dazu müssen aber, vielleicht unabhängig von irgendeinem Showcharakter, andere Gäste eingebunden werden. Diese müssen nicht nur Missstände beschreiben, sondern auch Lösungsmöglichkeiten aufzeigen können. Die jetzt im Internet angebotenen Adressen allein reichen nicht aus.

Viele Grüße
Anja


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BeitragVerfasst: 15.05.2008, 08:45 
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phpBB God

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Beiträge: 1292
Aus
viewtopic.php?t=8848
nach hier übernommen:

Skandalöse Zustände in Pflegeheimen

Der TV-Betrag bei Dellings Woche, WDR, am 14.5.2007 ist m.E. klar misslungen. Beiträge dazu unter:
viewtopic.php?t=8756

Der vorgestellte Betreuungsfall war wohl gut gewählt. Aber die Vorstellung dieser Betreuungsgeschichte und die Studiobefragung bzw. -beantwortung hätte wesentlich kürzer und mit mir sachlichen Argumenten, auch rechtlicher Art, untermauert werden müssen. Die Dame, die sich ansich lobenswert engagiert hat, war sichtlich überfordert, kompetent Rede und Antwort zu stehen.
Die Diskussionen mit Prof. Hirsch waren eher durch das Bemühen geprägt, die Pflege nur schlecht aussehen zu lassen. Wie kann es sonst sein, dass Prof. Hirsch statt Pflegeheim die Selbsttötung in Aussicht nimmt? Eine schlimme Botschaft für alle Menschen, die an das Alter und eine mögliche Pflegebedürftigkeit denken. Wir müssen in der Tat die Mängel aufzeigen, dürfen aber nicht vergessen, dass vielfach zufriedenstellend gepflegt wird und vor allem Dingen Aktivitäten vorgestellt werden, schnellstens Veränderungen herbeizuführen. Ich bin sehr erfreut darüber, dass der Pflege-SHV - http://www.pflege-shv.de - im Juni 2008 mit einem Gütesiegel ("Sterne") eine wichtige Orientierungshilfe geben wird. Warum wurde darüber und ähnliche Bemühungen nicht geredet??? Passten positive Entwicklungen nicht ins Sendeschema???
MfG
Gaby Modig


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.05.2008, 10:57 
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Beiträge: 40
thorstein hat geschrieben:
Claus Fussek hat vor kurzem in einem Radiointerview gesagt: wenn sich in der Altenpflege nicht bald was ändert, müssen wir über aktive Sterbehilfe nachdenken.
Ich glaube, dass Menschen wie Herrn Fussek und Herrn Hirsch, die mit ihrer Kritik ständig gegen Wände laufen, irgendwann auch solche Äußerungen herausrutschen müssen.
Und sagen wollen sie eigentlich nur: bei den derzeitigen katastrophalen Rahmenbedingungen kann man niemandem wünschen, in einem deutschen Pflegeheim verwahrt zu werden.
Argumentative Kritik wäre mir zwar auch lieber, aber in der Öffentlichkeit gibt es darauf einfach keine Resonanz.



Prof.Dr.Hirsch hat hier etwas zum Ausdruck gebracht, das ohnehin viele Menschen denken, wenn sie ihr eigenes Alter vorstellen. Ansonsten beschäftigte er sich mit Mißständen, lange bevor Pflegekräfte den Mut aufbrachten, sich wenigstens anonym zu äußern (KDA und andere Foren).
Allein die Vielzahl der anonymen Beiträge spricht für sich. Solange allerdings die Öffentlichkeit weiterhin vorrangig durch engagierte Ehrenamtliche und Vereine informiert wird, darf man sich nicht beklagen. Die Bewegung, die hierdurch ingang gesetzt wurde, kommt allen zugute, die Verbesserungen wünschen. Dank an Leute wie Prof.Hirsch und Hrn.Fussek!!!


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