Transparenzkriterien - Was ist zu tun, wie geht es weiter?

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

Moderator: WernerSchell

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Transparenzkriterien - Was ist zu tun, wie geht es weiter?

Beitrag von Presse » 08.06.2010, 16:00

Transparenzkriterien - Was ist zu tun, wie geht es weiter?
Tagung am 01.07.2010


Nach ersten Evaluationsergebnissen des MDS und MDK sind die derzeit geltenden Transparenzkriterien grundsätzlich geeignet, Qualitätsunterschiede zwischen Pflegeeinrichtungen darzustellen. Nach Ansicht des KDA sind die Kriterien trotz aller Anfangsschwierigkeiten ein Meilenstein für den Verbraucherschutz. Das KDA plädiert aber auch dafür, die von den Pflegeeinrichtungen vorgebrachte Kritik konstruktiv aufzugreifen...

Diese Tagung soll dazu beitragen Wege aufzuzeigen, wie Pflegeeinrichtungen mit der derzeitigen Prüfungssituation umgehen können. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten diskutiert werden, die zur Weiterentwicklung des Prüfsystems beitragen können.

Programm

9.00 Uhr
Stehkaffee

9.30 Uhr
Begrüßung und Einführung ins Thema
Dr. Peter Michell-Auli, Geschäftsführer Kuratorium Deutsche Altershilfe e.V., Köln

9.40 Uhr
Die Entwicklung der Transparenzkriterien aus Sicht der Leistungsträger
Klaus Dumeier, GKV-Spitzenverband, Berlin

10:00 Uhr
Die Entwicklung der Transparenzkriterien aus Sicht der Leistungserbringer
Claus Bölicke, Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e.V., Berlin

10.20 Uhr
Bisherige Erfahrungen des MDS mit den Prüfungen in Pflegeeinrichtungen
Jürgen Brüggemann, Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Pflegekassen, e.V.

10.40 Uhr
Gelungene Zusammenarbeit bei der Begutachtung durch den MDK
Ulrich Heberger, Hannelore Glück, Wohnstift Betriebsgesellschaft mbH, Maxdorf

11.15 Uhr
Kaffeepause

11.45 Uhr
Podiumsgespräch
Welche Auswirkungen haben die Transparenzkriterien auf die Versorgungsqualität?
Herbert Mauel, Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
Doris Schmidt, Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V.
Sabine Strüder, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
Dirk Ruiss, Verband der Ersatzkassen e.V., Landesvertretung NRW
Moderation: Peter Kolakowski

13.15 Uhr
Mittagessen

14.15 Uhr
Überblick über die internationale Instrumente zur Verbesserung der Versorgungsqualität
Dr. Klaus Wingenfeld, Universität Bielefeld

14.45 Uhr
(Erste) Ergebnisse der Evaluation der Transparenzkriterien
Prof. Dr. Martina Hasseler, Hochschule für angewandte Wissenschaften, Hamburg

15.30 Uhr
Podiumsdiskussion
Wie soll es mit der Verbesserung der Versorgungsqualität in Deutschland weiter gehen?
Dr. Christian Berringer, Bundesgesundheitsministerium für Gesundheit
Klaus Dumeier, GKV-Spitzenverband, Berlin
Franz. J. Stoffer, Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft mbH, Köln
Dr. Klaus Wingenfeld, Universität Bielefeld
Dr. Peter Michell-Auli, Geschäftsführer Kuratorium Deutsche Altershilfe e.V.
Moderation: Peter Kolakowski

16.30 Uhr
Ende der Veranstaltung

Wann: 1. Juli 2010
Wo: Köln
Veranstaltungsort: Komed im MediaPark, Köln
Preis: 229,- Euro


Download: Programm und Anmeldeformular (PDF-Datei)
http://www.kda.de/tl_files/kda/PDF-Date ... terien.pdf

Kontakt: Ursula Kopka
Mail: ursula.kopka@kda.de
Telefon: 0221/ 93 18 47 34

Quelle: KDA-Pressemitteilung vom 8.6.2010 und Internet
http://www.kda.de/termin-detail/events/ ... eiter.html

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Beitrag von ProPflege » 09.06.2010, 08:18

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Initiative - Harffer Straße 59 - 41469 Neuss

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Schirmherr ist Heinz Sahnen, Ratsherr im Stadtrat der Stadt Neuss,
und Mitglied des Landtages NRW (2000 – 2010).
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“


Neuss, den 08.06.2010

An das
Kuratorium Deutsche Altershilfe in Köln


Transparenzkriterien - Was ist zu tun, wie geht es weiter? - Tagung am 1.7.2010

Sehr geehrte Frau Kopka,
sehr geehrte Damen und Herren,

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk, Interessenvertretung der pflegebedürftigen Menschen, hat bereits Ende 2008 und erneut Anfang 2009 die Transparenzvereinbarungen und Bewertungskriterien für die Pflegeeinrichtungen aus der Sicht der Betroffenen massiv kritisiert. Aktuell gibt es von hier eine weitere Erklärung vom 25.05.2010 in Form einer Pressemitteilung - sie ist angefügt.

Es ist grundsätzlich löblich, über die Pflegenotenproblematik zu reden und auf Korrekturen hinzuwirken. Daher habe ich einen Hinweis zu Ihrer Tagung in mein Forum übernommen:
viewtopic.php?t=14296

Allerdings informieren und diskutieren bei dieser Tagung im Wesentlichen die Vertreter der Prüferseite mit den zu Prüfenden. Die Betroffenenseite, nämlich die pflegebedürftigen Menschen selbst bzw. deren Vertreter, die Angehörigen, kommen nicht vor. Das ist ein klarer Mangel bei Ihrer Veranstaltung.

Es ist trotz konkreter Vorschläge von hier nicht gelungen, bei den Bewertungen die Ergebnisqualität als entscheidungserheblich zu verankern. Dies ist auch u.a. darauf zurückzuführen, dass die Trägerseite zu starken Einfluss hat nehmen können. Maßgeblicher Einfluss muss aber auf der Betroffenenseite liegen. Und dies ist bisher nicht gewährleistet, auch nicht ansatzweise. Dafür werden wir aber weiter gezielt eintreten. Dies auch mit gutem Grund, weil im Gesetzestext ausdrücklich auf die Herausstellung der Ergebnisqualität Wert gelegt worden ist.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell - http://www.wernerschell.de


Siehe Forum:
viewtopic.php?t=14213

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Initiative - Harffer Straße 59 - 41469 Neuss


Neuss, den 25.05.2010

Pressemitteilung

Pflege-TÜV und die Schulnoten für Pflegeeinrichtungen
Kritische Anmerkungen von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk

Die Suche nach einer geeigneten (ambulanten oder stationären) Pflegeeinrichtung gestaltet sich oftmals schwierig. Eine solche Einrichtung soll einmal den konkreten Wünschen entsprechen und dann selbstverständlich gute, der Menschenwürde gerecht werdende Pflege, Betreuung und sonstige Versorgung gewährleisten. Verkürzt gesagt geht es um die Suche nach dem sogenannten guten Pflegedienst oder Heim. Und jetzt beginnen die Probleme.

Insoweit nimmt Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk wie folgt Stellung:

Eine wirklich uneingeschränkt gute Pflegeinrichtung zu finden, ist eigentlich nicht möglich. Denn das SGB XI und die sonstigen die Pflege betreffenden bundes- und landesrechtlichen Vorschriften lassen es überhaupt nicht zu, umfassend eine gute / angemessene Pflege zu gewährleisten. Es gibt vielerlei systemische Mängel, vor allem völlig unzureichende Personalausstattungen (Stellenschlüssel), so dass auch bei kompletter Besetzung aller Planstellen nie genügend Personal vorhanden sein kann. Im Volksmund hat sich insoweit bereits die Bezeichnung „Minutenpflege“ durchgesetzt.

Die fachärztliche Versorgung wird in den Heimen seit Jahren als klar mangelhaft bezeichnet. Bundesweit greifende Konzepte für Verbesserungen auf diesem Gebiet kommen, trotz vielfältiger Modellprojekte und Reformankündigungen, nicht voran. Es hapert letztlich an der Honorierung der Ärzte. Insoweit zeigt die Ökonomisierung des Gesundheitswesens volle Wirkung.

Die vor Jahren durchgeführte Föderalismusreform hat die Probleme im Pflegesystem zusätzlich vergrößert, weil es nunmehr ein Durcheinander von bundes- und landesrechtlichen Vorschriften gibt, versehen mit immer größer werdenden bürokratischen Hürden, die kaum nachvollziehbar erscheinen. Die Doppelprüfungen von Heimaufsichten und MDK können als überflüssig angesehen werden. Eine einzige - mit den notwendigen Kompetenzen ausgestatte - Prüfinstanz wäre kostengünstiger und effektiver wirksam. Eingesparte Mittel könnten der direkten Versorgung pflegebedürftiger Menschen zugute kommen.

Bis heute haben es im Übrigen weder der Bund noch die Länder vermocht, die Grundsätze der „Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen“ verbindlich zu machen, d.h. zu subjektiv-öffentlichen Rechten mit Anspruchscharakter auszuformen. Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat wiederholt angesprochen und bemängelt, dass es nicht ausreichend sei, diese Chartagrundsätze in „Sonntagsreden“ als Fortschritt zu preisen. Bezüglich der Chartagrundsätze kann folgerichtig nur von einem "Papiertiger" gesprochen werden.

Bei der Suche nach einer sogenannten guten Einrichtung kann es also im Zweifel nur darum gehen, solche Anbieter ausfindig zu machen, die sich unter den gegebenen schlechten Pflege-Rahmenbedingungen bestmöglich bemühen, den pflegebedürftigen Menschen mit entsprechend gestalteten Pflege-, Betreuungs- und sonstigen Versorgungsangeboten zu unterstützen und beizustehen. Insoweit scheinen gute Führungskräfte (z.B. Heimleitung, Pflegedienstleitung) Schlüsselpositionen zu sein. Wo es insoweit nicht stimmt, gilt möglicherweise der Grundsatz „Der Fisch stinkt vom Kopf“.

Bemühungen, den Pflegebedürftigen bestmögliche Dienstleistungen zu bieten, können sehr unterschiedlich ausfallen, so dass die Ergebnisse solcher Aktivitäten durchaus mit einem Notensystem bewertet werden können. Gelänge dies in nachvollziehbarer Weise, könnte man die „Spreu vom Weizen“ trennen.

Begrüßenswert ist daher, dass der Gesetzgeber bei der Pflegereform 2008 mehr Transparenz und Bewertungen der Pflegeeinrichtungen vorgeschrieben hat, zumal dabei nach dem Gesetzeswortlaut im Wesentlichen auf die Ergebnisqualität der pflegebedürftigen Menschen abgestellt werden soll.

Die daraufhin unter Federführung des GKV-Spitzenverband Bund erarbeiteten Transparenzvereinbarungen und Bewertungskriterien als Grundlage für die Bewertung von Pflegeeinrichtungen mit Schulnoten genügen aber in keiner Weise den gesetzlichen Anforderungen. Dies vor allem deshalb nicht, weil die Ergebnis- und Lebensqualität nicht in der gebotenen Weise entscheidend ausschlaggebend für die Notengebung gemacht wurde. Die Schulnoten werden nach den augenblicklichen Vorschriften aus einer Gemengelage von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität ermittelt.

Dies ist aber nicht das, was diejenigen, die sich im Wesentlichen ergebnisorientiert informieren wollen, erfahren wollen. So kann es z.B. sein, dass eine gut geführte Dokumentation oder eine gerade durchgeführte Fortbildung für Mitarbei­terInnen einen handfesten Mangel in der Pflege (z.B. Durchliegegeschwür, Verbrühung, Sturz, mangelnde Mobilisation, keine Unterstützung bei der Nahrungseinnahme, „pflegeerleichternde Maßnahmen“) per Notenquerschnitt ausgleichen kann. Pflegerische Mängel können also letztlich im Notendschungel untergehen und somit wichtige Botschaften klar verfälschen.

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist der Meinung, dass für die Bewertung einer Einrichtung allein die Ergebnisqualität ausschlaggebend sein muss. Struktur- und Prozessqualität können allenfalls am Rande interessant und vor allem für die innerbetriebliche Managementarbeit von Bedeutung sein.

Die Notengebung auf der Grundlage einer Angehörigenbefragung zu ergänzen kann in der jetzigen Form als kontraproduktiv angesehen werden. Wenn überhaupt, muss auf die Befragung der Betroffenen selbst oder ihrer Rechtsvertreter abgestellt werden. Entscheidend muss aber insoweit auf jeden Fall sein, dass bei der Befragung Abhängigkeitserwägungen auf jeden Fall ausgeschlossen werden können. Welcher Betroffene wird seinen Vertragspartner ohne Not kritisieren, wenn er befürchten muss, dass ihm solche Bekundungen heimgezahlt werden können? Bislang bekannt gewordene Ergebnisse über Angehörigenbefragungen bestätigen die Zweifel.

Die Verbände der zu prüfenden Einrichtungen sind bei der Erarbeitung der maßgeblichen Prüfkriterien beteiligt worden, konnten also gezielt Einfluss nehmen. Bereits Anfang 2009 wurde in diesem Zusammenhang von einem führenden Vertreter des MDS kritisiert, dass hier der „Bock zum Gärtner“ gemacht worden sei. Wenn sich demnach heute Träger von Pflegeeinrichtungen gegen schlechte Benotungen zur Wehr setzen, sogar die Sozialgerichte anrufen, scheint das auch ein wenig widersprüchlich.

Nicht beteiligt wurden bei der Abfassung von Transparenzvereinbarungen und Bewertungskriterien die insoweit kompetenten Selbsthilfevertreter. Damit ist in eklatanter Weise gegen die Vorschriften des SGB XI verstoßen worden. So gesehen sind die berechtigten Belange der Betroffenenseite weder in den Prüfkriterien ausreichend gewahrt, noch konnten sie im Rahmen der Vorbereitung der Prüfkriterien vorgetragen und diskutiert werden. Zu beklagen ist, dass sich der GKV-Spitzenverband Bund bislang weigert, Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk an der gebotenen Überarbeitung der Prüfvorschriften zu beteiligen.

Im Übrigen geht Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk davon aus, dass eine wirkliche und nachhaltige Verbesserung der Pflege, Betreuung und Versorgung in den Pflegeeinrichtungen nur durch eine umfassende Reform der Pflege-Rahmenbedin­gungen erreicht werden kann. Dabei müsste vor allem durch eine auskömmliche Ausstattung der Pflegeeinrichtungen mit (Fach)personal gewährleistet werden, dass für die vielfach gewünschte bzw. geforderte Zuwendung deutlich mehr Zeit zur Verfügung steht. Solche Personalausstattungen sollten mittels bundeseinheitlicher Personalbemessungssysteme ermittelt werden.

Mit einem Pflege-TÜV und Schulnoten auf der jetzigen Vorschriftenbasis erhöht man nur den Druck auf die ohnehin durch personelle und organisatorische Unzulänglichkeiten gebeutelten Pflegekräfte und schafft zusammen mit den viel beklagten Arbeitsverdichtungen nur weiteren Frust. Und dies wird die Pflegequalität nicht verbessern, sondern eher verschlechtern!

Werner Schell,
Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk

+++
Die vorstehende Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung frei!
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Initiative
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/

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Pflegetransparenzvereinbarungen - keine Änderungen

Beitrag von Presse » 09.06.2010, 16:16

Vorerst keine kurzfristige Änderung der Pflegetransparenzvereinbarungen

Berlin. Der GKV-Spitzenverband kommt mit seinen Plänen, die Pflegetransparenzvereinbarungen kurzfristig zu ändern, nicht weiter. Wie berichtet, will der Verband die Bewertungen bestimmter Risikokriterien, wie z. B. Ernährungszustand und Flüssigkeitsversorgung oder auch die Dekubitusprophylaxe, stärker gewichten. "Leider verweigern die Träger der Einrichtungen und Dienste ihre Zustimmung. Statt das Machbare jetzt anzugehen, verweisen sie auf die gemeinsame ausführliche Evaluation, deren Diskussion aber voraussichtlich nicht zu kurzfristigen Ergebnissen führen wird", heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes.
Wegen der Verweigerungshaltung der Trägerorganisationen musste bereits die gemeinsame Arbeitsgruppe ergebnislos beendet werden, schreibt der Verband weiter. Sie sollte kurzfristige Änderungen erarbeiten.

Hintergrund: Die Gesetzeslage sieht vor, dass Änderungen an den Pflegenoten nur im Einvernehmen von GKV-Spitzenverband und den Trägerorganisationen möglich sind. Um alleine aktiv zu werden, sind dem GKV-Spitzenverband die Hände gebunden.

Quelle: Pressemitteilung vom 09.06.2010
Vincentz Network, Hannover, http://www.vincentz.net

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Pflege-TÜV

Beitrag von Presse » 09.06.2010, 17:06

Zum Streit zwischen Krankenkassen und Trägern der Pflegeeinrichtungen um die notwendige Weiterentwicklung des so genannten Pflege-TÜVs erklärt der Geschäftsführende Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung, Eugen Brysch:

"Wenn Krankenkassen und Träger von Pflegeeinrichtungen über die Interessen von pflegebedürftigen Menschen bestimmen, ohne dass diese angemessen beteiligt werden, dann darf man sich über ein schlechtes Ergebnis nicht wundern. Einmal mehr wird das beim so genannten Pflege-TÜV deutlich. Gesundheitsminister Rösler ist dringend aufgerufen, hier nachzuarbeiten und die Betroffenen selbst endlich ausreichend einzubeziehen. Um den Pflege-TÜV davor zu bewahren, zur bloßen Beruhigungspille zu verkommen, die Traum-Noten wie am Fließband erzeugt, sind jetzt vom Minister entschlossenes Handeln und politischer Gestaltungswillen gefragt.

Im Augenblick kostet das Notensystem die Versicherten Jahr für Jahr 100 Millionen Euro, ohne dafür von praktischem Nutzen zu sein. Anhand der Endnoten lässt sich nicht erkennen, ob ein Heim oder Pflegedienst geeignet ist. Schlechte Noten in wichtigen Bereichen können durch eine Vielzahl von Weichspülkriterien wieder ausgeglichen werden: beispielsweise dadurch, dass von Zeit zu Zeit jahreszeitliche Feste veranstaltet werden oder der Speiseplan gut lesbar gedruckt wird. Das ist ein Irrweg. Um echte Transparenz zu gewährleisten, sind K.o.-Kriterien unabdingbar. In der Schule kann man eine Sechs in Mathe auch nicht durch eine Eins beim Singen wettmachen."

Quelle: Pressemitteilung vom 9. Juni 2010
Bei Rückfragen und Interview-Wünschen:
Matthias Hartmann: Tel.: 030 / 2 84 44 84 - 2
hartmann@patientenschutzorganisation.de http://www.patientenschutzorganisation.de

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Pflegenoten - Statement der Trägerseite

Beitrag von Presse » 09.06.2010, 17:26

Pflege: Zeit für die pflegebedürftigen Menschen steht im Vordergrund, nicht die Dokumentation für den MDK
Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigungen der Träger der Pflegeeinrichtungen

Mit der Einführung der Pflegenoten haben alle Vertragspartner - ausdrücklich auch die Pflegekassen - eine schnelle wissenschaftliche Überprüfung und Auswertung vereinbart, deren Ergebnisse in drei Wochen, noch im Juni 2010, vorliegen werden. Zwischen der ersten Veröffentlichung und dem Ergebnis der wissenschaftlichen Überprüfung liegt somit nur etwas mehr als ein halbes Jahr.

"Absoluten Vorrang haben die pflegebedürftigen Menschen. Unsere Pflegekräfte sollen genau das dokumentieren, was notwendig ist für eine gute Pflege und Betreuung. Hieran zeigt sich, ob der pflegebedürftige Mensch zufrieden ist. Die jetzigen Erwartungen des GKV-Spitzenverbandes an die lückenlose Dokumentation in der Altenpflege würde den Betrieb in jedem Krankenhaus zum Erliegen bringen", so Bernd Meurer, Präsident des bpa.

Kurzfristigen Veränderungsbedarf sehen die Verbände der Pflegeeinrichtungen bei der unterschiedlichen Umsetzung in verschiedenen Bundesländern durch den MDK. Die sehr stark abweichenden Ergebnisse drücken keine Qualitätsunterschiede aus, sondern unterschiedliches Vorgehen der Prüfer.

Die Verbände der Pflegeeinrichtungen haben fünf Prüfsteine zur Weiterentwicklung der Pflegenoten vorgeschlagen. Für die Anpassung ist es notwendig, dass der GKV-Spitzenverband als Vertragspartner zustimmt. In den bisherigen Verhandlungen wurde diese Zustimmung verweigert.

- Schwerpunkt Ergebnisqualität Derzeit liegen keine neuen Erkenntnisse vor, die den Zustand und die Zufriedenheit der pflegebedürftigen Menschen besser abbilden können. Auftrag des Gesetzgebers war und ist es, das Ergebnis der Pflege als Qualität darzustellen. Auftrag des Gesetzgebers war es nicht, einem System Vorschub zu leisten, welches die Zeit für die praktische Pflege und Betreuung weiter reduziert, um zusätzlichen und verzichtbaren Dokumentationsanforderungen den Weg zu bereiten. Entscheidend für die Bewertung muss die Untersuchung des pflegebedürftigen Menschen sein.

- Klare Kriterien Aus den Pflegeeinrichtungen wird massive Kritik laut an der Umsetzung der Qualitätsprüfungen vor Ort. Es kann nicht sein, dass die Dokumentation der Marke der Zahnpasta wichtiger ist als eine ordnungsgemäße Mund- und Zahnpflege, um nur ein Beispiel zu nennen. Keinesfalls ist akzeptabel, dass weitere unsinnige Dokumentationsanforderungen entstehen. In der Qualitätsprüfung muss eine gute Bewertung erfolgen, wenn die praktische Leistung korrekt erbracht wurde. Gefordert wird eine klare Vorfahrtsregelung in der Bewertung für eine gut erbrachte Leistung.

- Aussagekräftige Stichprobe Die betroffenen pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen können erwarten, dass die Pflegenoten die geleistete Pflege und Betreuung in ihren tatsächlichen Schwerpunkten wiedergeben. Es würde zu einer völlig verzerrenden Information führen, wenn die Bewertung vorrangig Bewohner/Patienten aus insgesamt sehr kleinen Risikogruppen berücksichtigt und hieraus ein Ergebnis für die Gesamteinrichtung ableiten möchte.

- Gesamtnote abschaffen Die Gesamtnote soll der schnellen Orientierung gelten. Kritisiert wird, dass die 64 Prüfkriterien in der stationären Pflege und die 37 Prüfkriterien in der ambulanten Pflege in die Durchschnittsberechnung einfließen. Damit diese zusätzliche Information den Blick auf die zentralen Einzelergebnisse nicht einschränken, soll auf die Gesamtnote verzichtet werden.

- Darstellung in Form von Noten Um Ergebnisse vergleichbar darzustellen, dienen momentan Noten von sehr gut bis mangelhaft. Statt der Verwendung von Noten ermöglicht das vereinbarte System auch eine Darstellung nach einem Punktesystem von 1 bis 10 Punkten. Bestehende Irritationen in der Bevölkerung wären damit aufgelöst.

Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender AWO Bundesverband, rät allen, die auf der Suche nach einem passenden, qualitativ hochwertigen Pflegeangebot für sich selbst oder für einen pflegebedürftigen Angehörigen sind: "Richten Sie den Blick nicht nur auf die Benotung und die Gesamtbewertung. Weit aussagekräftiger für den individuellen Pflege- und Betreuungsbedarf sind die Einzelbenotungen der unterschiedlichen Leistungsbereiche." Und weiter: "Gehen Sie in die Einrichtungen, machen Sie sich selbst ein Bild von der Situation vor Ort, und reden Sie mit den dort ein- und ausgehenden Menschen."

Quelle: Pressemitteilung vom 09.06.2010
Pressekontakt:
Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa)
Herbert Mauel, Tel.: 030 - 30 87 88 60
Arbeiterwohlfahrt Bundesverband
Wolfgang Stadler, Tel. 030 - 26 30 9-213

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Pflegenoten: Kassen wollen schnelle Änderung

Beitrag von Presse » 10.06.2010, 12:32

Pflegenoten: Kassen wollen schnelle Änderung
Der GKV-Spitzenverband drängt auf Änderungen bei der Systematik der Pflegenoten und wirft Pflegeverbänden eine Verweigerungshaltung vor. Es könne vorkommen, dass "trotz schlechter Detailbewertungen in mehreren Risikokriterien wie etwa der Flüssigkeitsversorgung eine gute Note herauskommt. mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=606 ... lege&n=210

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Verweigerungstaktik bei Anpassung der Pflegenoten an

Beitrag von Presse » 10.06.2010, 12:51

GKV prangert Verweigerungstaktik bei Anpassung der Pflegenoten an

Berlin – Die Überarbeitung der umstrittenen Pflegenoten liegt vorerst auf Eis. Wie der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) heute mitteilte, hätten die Einrichtungsträger ihre Zustimmung zu den vom Verband geforderten Änderungen verweigert. „Ich rufe die Träger erneut dazu auf, konstruktiv daran mitzuwirken, dass die Qualität der Pflegeeinrichtungen noch besser abgebildet wird“, appellierte GKV-Verbandsvorstand Gernot Kiefer. .... [mehr]
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/lette ... m&id=35940

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Pflegenoten: Caritas wehrt sich gegen Vorwürfe

Beitrag von Presse » 10.06.2010, 13:04

Pflegenoten: Caritas wehrt sich gegen Vorwürfe des GKV-Spitzenverbandes

Berlin. Der deutsche Caritasverband (DCV) wehrt sich gegen die Behauptung des GKV-Spitzenverbandes, die Träger der Pflegeeinrichtungen würden sich einer Weiterentwicklung des Bewertungsverfahrens für Pflegeeinrichtungen verweigern. „Die Ergebnisse der gemeinsam vereinbarten wissenschaftlichen Untersuchung sind in vier Wochen zu erwarten“, so der Verband. Diese wolle man abwarten, ehe Änderungen an den Pflege-Transparenzvereinabrungen vorgenommen werden. „ Der DCV möchte gemeinsam mit den anderen Leistungserbringern in der Pflege an der Entwicklung der Pflege-Transparenzvereinbarung auf der Grundlage valider wissenschaftlicher Daten weiterarbeiten. Dies kann geschehen, sobald die wissenschaftliche Evaluierung vorliegt. Der Deutsche Caritasverband ist zusammen mit den anderen Pflegeverbänden jederzeit zu weiteren Gesprächen bereit“, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes.

Mehr zum Konflikt zwischen den Trägerverbänden und dem GKV-Spitzenverband lesen Sie in der Print-Ausgabe von CAREkonkret am 18. Juni.

Quelle: Pressemitteilung vom 10.06.2010
Vincentz Network, Hannover, http://www.vincentz.net

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Pflegenoten für Heime - Systeme korrigieren

Beitrag von WernerSchell » 11.06.2010, 15:04

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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Schirmherr ist Heinz Sahnen, Ratsherr im Stadtrat der Stadt Neuss
und Mitglied des Landtages NRW (2000 – 2010).
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Neuss, den 11.06.2010

Pressemitteilung

Schulnoten für Pflegeeinrichtungen müssen ausschließlich auf die Bedürfnisse der pflegebedürftigen Menschen bzw. der Heimplatz-suchenden ausgerichtet werden

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hat sich (2008 beginnend) wiederholt kritisch zu den Transparenzvereinbarungen und Bewertungskriterien für die Pflegeeinrichtungen zu Wort gemeldet und u.a. eingefordert, dass die pflegebedürftigen Menschen bzw. ihre Rechtsvertreter (Angehörigen) an der überfälligen Neugestaltung der maßgeblichen Vorschriften beteiligt werden. Zuletzt hat sich Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk am 25.05.2010 mit einem diesbezüglich eindringlichen Statement zu Wort gemeldet.

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist danach der Meinung, dass für die Bewertung einer Einrichtung allein die Ergebnisqualität ausschlaggebend sein muss. Struktur- und Prozessqualität können allenfalls am Rande interessant und vor allem für die innerbetriebliche Managementarbeit von Bedeutung sein.

Die Verbände der zu prüfenden Einrichtungen sind bei der Erarbeitung der maßgeblichen Prüfkriterien beteiligt worden, konnten also gezielt Einfluss nehmen. Nicht beteiligt wurden bei der Abfassung von Transparenzvereinbarungen und Bewertungskriterien die insoweit kompetenten Selbsthilfevertreter. Damit ist in eklatanter Weise gegen die Vorschriften des SGB XI verstoßen worden. So gesehen sind die berechtigten Belange der Betroffenenseite weder in den Prüfkriterien ausreichend gewahrt, noch konnten sie im Rahmen der Vorbereitung der Prüfkriterien vorgetragen und diskutiert werden. Zu beklagen ist, dass sich der GKV-Spitzenverband Bund bislang weigert, Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk an der gebotenen Überarbeitung der Prüfvorschriften zu beteiligen.

Im Übrigen geht Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk davon aus, dass eine wirkliche und nachhaltige Verbesserung der Pflege, Betreuung und Versorgung in den Pflegeeinrichtungen nur durch eine umfassende Reform der Pflege-Rahmenbedingungen erreicht werden kann. Dabei müsste vor allem durch eine auskömmliche Ausstattung der Pflegeeinrichtungen mit (Fach)personal gewährleistet werden, dass für die vielfach gewünschte bzw. geforderte Zuwendung deutlich mehr Zeit zur Verfügung steht. Solche Personalausstattungen sollten mittels bundeseinheitlicher Personalbemessungssysteme ermittelt werden.

Mit einem Pflege-TÜV und Schulnoten auf der jetzigen Vorschriftenbasis erhöht man nur den Druck auf die ohnehin durch personelle und organisatorische Unzulänglichkeiten gebeutelten Pflegekräfte und schafft zusammen mit den viel beklagten Arbeitsverdichtungen nur weiteren Frust. Und dies wird die Pflegequalität nicht verbessern, sondern eher verschlechtern!

Werner Schell
Dozent für Pflegerecht, Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk

Die vorstehende Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung frei!

Medienberichte zum Thema u.a.:
http://www.pflegen-online.de/nachrichte ... ichten.htm
http://www.presseanzeiger.de/meldungen/ ... 354725.php
http://www.openpr.de/news/437616.html
http://www.heide-bote.de/index.php?name ... &sid=14585
http://www.openbroadcast.de/artikel/491 ... erden.html
Zuletzt geändert von WernerSchell am 21.08.2010, 07:31, insgesamt 4-mal geändert.
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Brigitte Bührlen
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Kosten/Nutzen der Veranstaltung am 01.07.2010 in Köln?

Beitrag von Brigitte Bührlen » 12.06.2010, 18:57

Einige Fragen zur Veranstaltung am 1. Juli 2010 in Köln:
1
An welchen Personenkreis richtet sich die Veranstaltung?
2
"Diese Tagung soll dazu beitragen Wege aufzuzeigen, wie Pflegeeinrichtungen mit der derzeitigen Prüfungssituation umgehen können. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten diskutiert werden, die zur Weiterentwicklung des Prüfsystems beitragen können. "
Wer soll bei dieser Veranstaltung Wege aufzeigen? Die Vertreter von Organisationen oder Regierungsorganen die diesen Pflegetüv im wesentlichen auf den Weg gebracht bzw seine Einführung unterstützt haben?
Die Vertreter von Dienstleistungsorganisationen, die mit er Pflege ihr Geld verdienen?
3
Warum sitzen bei diesem Thema keine Vertreter der Auftraggeber von Pflege, also von Pflegebedürftigen oder ihren Stellvertretern (meist Angehörigen) auf dem Podium?
4
Warum kostet die Tagungsgebühr 229.- € ohne Anreise und ev. Übernachtungsgebühren?
5
Wer bezahlt diese Unkosten aus welchen Geldtöpfen? Wer bezahlt die Referentenhonorare?
6
Wer setzt etwaige Diskussionsergebnisse um? Ist das eigentlich konkret erwünscht?
7
Werden Kosten/Nutzen Überlegungen angestellt bei der Planung solcher Tagungen?
8
Kann es sein, dass solche Tagungen eher an einem gewissen Aktionismus im Elfenbeinturm als an wirklichen konkreten praxisangebundenen und -orientierten Verbesserungen interessiert sind?

ProPflege
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Transparenzkriterien ... KDA-Tagung am 01.07.2010 in Köln

Beitrag von ProPflege » 13.06.2010, 06:36

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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
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und Mitglied des Landtages NRW (2000 – 2010).
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“



Neuss, den 13.06.2010

Transparenzkriterien - Was ist zu tun, wie geht es weiter?
Tagung am 01.07.2010


An das Kuratorium Deutsche Altershilfe

Sehr geehrte Frau Kopka,

ich hatte bereits mitgeteilt, dass ich einen Hinweis zur Tagung am 01.07.2010 ins Forum übernommen habe:
viewtopic.php?t=14296
Mit Schreiben vom 08.06.2010 habe ich Sie angeschrieben und einige Fragen zur Veranstaltung bzw. zum Thema aufgeworfen. Eine Rückmeldung ist bis heute nicht eingegangen.
Mittlerweile gibt es zum Schulnotenthema weitere öffentliche Erklärungen, teilweise im Forum nachlesbar, die deutlich machen, dass Ihre Tagung, so, wie sie geplant ist, offensichtlich ins Leere laufen wird.
Ich mache daher auch auf einen Fragenkatalog aufmerksam, der gestern von Frau Brigitte Bührlen ins Forum gepostet wurde.
Es wäre zu begrüßen, wenn Sie eine Stellungnahme übermitteln könnten. Im Voraus vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell - http://www.wernerschell.de
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Pflege-TÜV - ein Debakel

Beitrag von Presse » 21.06.2010, 15:08

Pflege-TÜV
Sozialministerin Christine Haderthauer: "Ein Debakel für die Verbraucher!"


"Wenn der GKV-Spitzenverband die Pflege-Transparenzvereinbarungen nicht bis zum 30.6. kündigt, wird es weiterhin keine echten Verbesserungen für die Pflegequalität geben," so Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer heute in München.

Der sogenannte "Pflege-TÜV", der eine einheitliche Benotung der ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen vorsieht, steht seit seiner Einführung von allen Seiten unter scharfer Kritik. Sowohl die Länder als auch die Verbände, die Wissenschaft und die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung haben auf Schwachstellen in dem zwischen den Leistungserbringern und dem GKV-Spitzenverband vereinbarten System hingewiesen. Bis zum 30. Juni müsste nun die Kündigung ausgesprochen werden, um die Vereinbarungen zum Jahresende aufzukündigen. Der GKV-Spitzenverband spricht zwar selbst von einer Blockadehaltung der Leistungserbringer, lehnt aber die Konsequenz daraus ab. "Der GKV Spitzenverband ist nicht glaubwürdig mit seinen Beteuerungen, das ist alles weiße Salbe, solange nicht gehandelt wird. Der GKV Spitzenverband will an dem unter der damaligen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt völlig falsch aufgesetzten und viel zu dokumentationslastigen Pflege-TÜV festhalten und gibt die Möglichkeit einer Veränderung aus der Hand. Die Hoffnung, die noch nicht vorliegenden aber angekündigten Ergebnisse einer Evaluation auf dem Verhandlungswege umzusetzen, sind naiv. Der Verbraucher wird weiterhin hingehalten! Er kann sich auf die derzeitigen Noten nicht verlassen. Wenn der GKV-Spitzenverband weiterhin als einzige Verbesserungsvorschläge untaugliche Luftnummern und Rechenspielchen macht, werden die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen bald gar nicht mehr nachvollziehen können, wie die Note zu Stande kommt. Ich hoffe, dass der Bundesgesetzgeber diesen bereits seit über einem halben Jahr andauernden Zustand nun endlich beendet und durch die Änderung des SGB XI klare Vorgaben in diesem emotional, sittlich und rechtlich sensiblen Bereich macht. Bis dahin bleibe ich bei meiner Forderung nach sofortiger Aussetzung des Notensystems," so Haderthauer abschließend.

Quelle: Pressemitteilung vom 20.06.2010
Bayerisched Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen

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Verbesserung von Transparenz und Qualität in der Pflege

Beitrag von Presse » 24.06.2010, 06:27

Experten unterstützen Verbesserung von Transparenz und Qualität in der Pflege
AG Gesundheit

Anlässlich des heutigen Fachgesprächs im Gesundheitsausschuss zu den Qualitätstests von Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten erklärt die stellvertretende Sprecherin der Arbeitsgruppe Gesundheit der SPD-Bundestagsfraktion Hilde Mattheis:

Die Prüfungen von Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten sind ein Meilenstein für die Pflegequalität in Deutschland - sie bedürfen aber noch der Nachbesserung. Mit dieser Einschätzung bestätigten Experten bei dem heutigen Fachgespräch im Gesundheitsausschuss den Antrag der SPD-Bundestagsfraktion zur Weiterentwicklung von Transparenz und Qualität in der Pflege.

Die Experten des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband), des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) und des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) erläuterten: Die Kriterien zur Qualitätsprüfung seien ein geeignetes Instrument, brauchten aber noch Verbesserungen. Es könne nicht sein, dass Heime, die bei wichtigen Prüfkriterien wie Ernährung, Flüssigkeitsversorgung oder Prophylaxe gegen Wundliegen ein "mangelhaft" bekommen, in der Endnote aber trotzdem mit "gut" oder "sehr gut" abschließen. Außerdem müssten die Stichproben modifiziert werden.

Es liegt in der Verantwortung der Vertragspartner (GKV-Spitzenverband, Vereinigung der Träger der Pflegeeinrichtungen auf Bundesebene, Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe und Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände), die Gewichtung der wichtigen "Risikokriterien" bei der Benotung entsprechend zu ändern.

Im Interesse der Pflegebedürftigen müssen sich die Vertragspartner zeitnah auf Verbesserung einigen.

Grundlage für die Qualitätstest in Pflegeheimen ist die 2008 in Kraft getretene Pflegereform der Großen Koalition. Sie sieht vor, dass alle Pflegeheime und ambulanten Pflegedienste in Deutschland einmal im Jahr unabhängig geprüft werden und die Note veröffentlicht wird. Auf Initiative der SPD-Bundestagsfraktion war dies so ins Gesetz aufgenommen worden.

Quelle: Pressemitteilung vom 09.06.2010
SPD-Bundestagsfraktion

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Pflegenoten: Selbsthilfevertreter nicht beteiligt

Beitrag von WernerSchell » 26.06.2010, 16:54

>> Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk <<
Pflegenoten: Selbsthilfevertreter nicht beteiligt
Bericht in »CAREkonkret« vom 25.6.2010
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... eiligt.php
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Pflegenoten verfehlen ihr Ziel

Beitrag von Presse » 01.07.2010, 11:46

Pressemitteilung vom 01.07.2010:

Pflegenoten verfehlen ihr Ziel

(KÖLN/HANNOVER) Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest e.V. stellt den vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) durchgeführten Qualitätsprüfungen der Pflegeeinrichtungen ein schlechtes Zeugnis aus. Das gaben Vertreter des Berufsverbandes am Rande der vom Kuratorium Deutsche Altenhilfe am 01. Juli in Köln durchgeführten Veranstaltung „Transparenz-Kriterien - Was ist zu tun – wie geht es weiter?“ bekannt.

Seit Dezember 2009 werden Pflegeeinrichtungen vom MDK im Rahmen der Transparenz-Vereinbarungen in der Pflege benotet. Die Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht. Erste Erfahrungen zeigen, das die Prüfungen das Ziel verfehlen, pflegerische Versorgung transparent und Qualität nachvollziehbar zu machen. Vertreter des DBfK kritisieren, dass die Prüfergebnisse in erster Linie die ordnungsgemäße Dokumentation einer Pflegetätigkeit wiedergeben – aber eben nicht die fachgerechte Ausführung der Pflege.

Es kann nicht im Interesse der von Pflegebedürftigkeit betroffenen Menschen liegen, per Schnellschuss Prüfergebnisse zu erzwingen, die bei näherem Hinsehen nur begrenzten Aussagewert haben.

„Unsere Profession versteht sich als Fürsprecher der pflegebedürftigen Menschen. In dieser Rolle fordern wir dazu auf, die Schwächen des Pflegetransparenzverfahrens offen zu benennen. Sowohl pflegebedürftige Menschen als auch deren Angehörige haben ein Recht darauf zu erfahren, dass die derzeitig veröffentlichten „Pflegenoten“ im Wesentlichen eine Bewertung der Pflegedokumentation darstellen und nicht der Qualität der Pflegeergebnisse.“ führt Patricia Drube, Referentin für Altenpflege und ambulante Pflege beim DBfK Nordwest, aus.

Der DBfK Nordwest bietet bei der Entwicklung eines wirksamen Verfahrens zur Erhebung der Pflegequalität seine Unterstützung an. Für kosmetische Maßnahmen, z.B. bei der Interpretation der Bewertungssystematik, zeigt der DBfK Nordwest kein Verständnis. „Solche Maßnahmen sind Augenwischerei und tragen eher zu einer Verschleierung bei als zu der geforderten Transparenz.“ so Drube.

Die Meldung liegt Ihnen als PDF im Pressebereich des DBfK Nordwest vor.
http://dbfk.de/regionalverbaende/nw/presse/presse.php

Kontakt:
DBfK Nordwest e.V.
Patricia Drube
Lister Kirchweg 45
30164 Hannover
drube@dbfk.de
Tel.: 0511/696844-0
Fax: 0511/696844-176

Für Anfragen an die Pressestelle wenden Sie sich bitte an:
Burkhardt Zieger
Referent für öffentliche Kommunikation
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe
DBfK Nordwest
Lister Kirchweg 45
30163 Hannover
zieger@dbfk.de
Tel.: 0511/696844-171
Fax: 0511/696844-176
Mobil: 0176/229 559 43
http://www.dbfk.de
http://www.good-care.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke können Sie auf der Homepage http://www.dbfk.de nachlesen.

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