Jahrbuchs SUCHT 2010 - Suchtmittelkonsum bleibt stabil

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Jahrbuchs SUCHT 2010 - Suchtmittelkonsum bleibt stabil

Beitrag von Service » 08.04.2010, 07:13

Pressekonferenz am 07.04.2010 in Berlin

Vorstellung des "Jahrbuchs SUCHT 2010"

Suchtmittelkonsum bleibt stabil - auf extrem hohen Niveau!
http://www.dhs.de/makeit/cms/cms_upload ... mittel.pdf

Hilfen für Suchtkranke haben hohe Qualität
http://www.dhs.de/makeit/cms/cms_upload ... thilfe.pdf

Auf Alkohol folgt Gewalt - auf Gewalt folgt Alkohol
http://www.dhs.de/makeit/cms/cms_upload ... gewalt.pdf

Medikamentenabhängigkeit im Alter erzeugt hohe Mehrkosten im Gesundheitssystem
http://www.dhs.de/makeit/cms/cms_upload ... amente.pdf

Quelle: Mitteilung vom 7.4.2010
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V.
Westenwall 4, 59065 Hamm
Telefon: 02381/9015-0
Telefax: 02381/901530
E-Mail: info@dhs.de
Internet: http://www.dhs.de

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Medikamentenabhängigkeit im Alter - hohe Kosten

Beitrag von Service » 08.04.2010, 07:20

Siehe auch Forum Werner Schell:
viewtopic.php?p=51194#51194


Jahrbuch Sucht 2010
Medikamentenabhängigkeit im Alter erzeugt
hohe Mehrkosten im Gesundheitssystem


Medikamentenmissbrauch und -abhängigkeit stellen besonders
bei älteren Menschen ein wachsendes Problem dar: 1,7 bis 2,8
Mio. der über 60-jährigen Frauen und Männer weisen einen
problematischen Gebrauch psychoaktiver Medikamente bzw.
von Schmerzmitteln auf oder sind gar als medikamentenabhängig
zu bezeichnen. Der Übergang von der medikamentösen Einnahme
aus medizinischen Gründen hin zur dauerhaften missbräuchlichen
Einnahme ist oft fließend – und erfolgt häufig unbewusst.
Medikamentenabhängigkeit ruft bei älteren Menschen
oftmals Stürze hervor, die in der Regel zur Pflegebedürftigkeit
führen. Infolge dessen entstehen enorme Kosten für das Gesundheitssystem.


Steigende Zahl älterer Menschen als „potenzielle" Risikogruppe

Die Anzahl der über 80-Jährigen wird künftig noch deutlich ansteigen. Diese
Altersgruppe weist allgemein ein höheres Risiko auf, pflegebedürftig zu
werden. Zugleich steigt die Notwendigkeit medizinischer Behandlung. Auftretende
Schlafstörungen werden häufig medikamentös mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln,
sog. Benzodiazepinen, behandelt, obwohl Veränderungen
der Schlafmuster mit kürzerem Schlaf zumeist biologisch bedingt sind.
Von diesen Mitteln, deren „Hauptkonsumenten" ältere Menschen sind, geht
ein außerordentlich hohes Suchtpotenzial aus: Sie führen bei langfristiger
regelmäßiger Einnahme nachweislich zu Abhängigkeit.

Nicht fachgerechte ärztliche Versorgung und/oder unsachgemäße
Anwendung führen (un)bewusst in die Abhängigkeit


Ältere Menschen, insbesondere ältere Frauen, konsumieren bis zu drei Mal
mehr Arzneimittel als die Durchschnittsbevölkerung. Die Einnahme der oft
von verschiedenen Fachärzten verschriebenen Medikamente mit diversen
Wirkstoffen führen zu unkalkulierbaren Wechsel- und Nebenwirkungen.
Hinzu kommen auf Privatrezept verschriebene Medikamente. Gerade bei
älteren Menschen ist jedoch die Toleranz gegenüber Wirkungen von Benzodiazepinen
gering ausgeprägt, so dass es zu einer schleichenden Intoxi-
kation kommen kann. Das Auftreten psychotischer und depressiver Zustände
sowie demenzähnliche Ausfälle sind die Regel. Besonders stark
sind diese Folgen in der stationären Altenpflege zu beobachten. Hier wird
der Anteil der von Psychopharmaka abhängigen Bewohner/-innen über 70
Jahre auf mindestens 25% geschätzt.

Stürze und Sturzgefahren als gefährliche Konsequenz

Die Abhängigkeit von Benzodiazepinen in Form von Beruhigungs- und
Schlafmitteln im Alter zieht ein um 66% erhöhtes Sturzrisiko durch Schwindel
und Gangunsicherheit nach sich. Allein für Altenpflegeheime wird von
jährlich einer Million Stürzen ausgegangen. Die Folge sind u. a. Oberschenkelhalsbrüche,
welche enorme gesundheitliche Konsequenzen und
hohe Folgekosten für das Gesundheitswesen nach sich ziehen. Die Behandlung
sturzbedingter Verletzungen vor allem bei Hochaltrigen ist langwierig
und nur eingeschränkt erfolgreich. Aber auch ohne Sturz kann die erforderliche
Versorgungs- und Pflegeintensität im Fall einer Überdosierung
von Benzodiazepinen deutlich ansteigen. Durch „Schlafmittel-Hangover" in
der morgendlichen Versorgung fällt der Unterstützungsbedarf deutlich höher
aus, Bewegungsabläufe und Reaktionen sind verlangsamt.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen fordert deshalb:
- Flächendeckende Behebung der bestehenden Qualifikations- und
Kompetenzdefizite bei (Haus-)Ärzten durch die Bundesärztekammer,
bei Pflegekräften durch die verantwortlichen Einrichtungsträger sowie
durch entsprechende Ausbildungsinstitutionen.
- Konsequente Aufklärung älterer Menschen und deren Angehöriger über
Risiken und Folgen einer Medikamentenabhängigkeit durch Benzodiazepine
durch öffentlichkeitswirksame Kampagnen.
- Zur Unterstützung der Pflegeeinrichtungen: Eindeutige Handlungskonzepte
zum Umgang mit Abhängigkeit erzeugenden Arzneimitteln. Hiermit
würde ein wichtiger Beitrag zur Besserung der Gesundheit bzw. der
Lebensqualität im Alter geleistet.
- Erstellung und Verbreitung nichtmedikamentöser Interventionskonzepte
zur Senkung der Medikamentengaben 1. zur Reduzierung des Missbrauchs
psychoaktiver Medikamente, 2. zur Frühintervention bei unsachgemäßem
Gebrauch und 3. zur Erhöhung der Sorgfaltspflicht bei
der Verschreibung psychoaktiver Arzneimittel durch Mediziner unter
Einbeziehung aller beteiligten Berufsgruppen.
- Aus Bundesmitteln geförderte Studie mit validen, nicht auf Schätzungen
basierenden Zahlen und Daten zu Medikamentenkonsum und –abhängigkeit
im Alter und deren Auswirkungen, Konsequenzen sowie Folgekosten.

Kontakt:
DHS, Westenwall 4, 59065 Hamm
Tel. 02381 9015-0, Fax 02381 9015-30
http://www.dhs.de
Armin Koeppe
Tel. 02381 9015-23
koeppe@dhs.de
Christa Merfert-Diete
Tel. 02381 9015-18
mobil: 0173 2920321
merfert-diete@dhs.de

Quelle: Mitteilung vom 7.4.2010
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V.
Westenwall 4, 59065 Hamm
Telefon: 02381/9015-0
Telefax: 02381/901530
E-Mail: info@dhs.de
Internet: http://www.dhs.de

Siehe auch in diesem Forum unter
viewtopic.php?t=13964

PflegeCologne
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Beiträge: 734
Registriert: 23.09.2007, 09:47

Medikamentenabhängigkeit von Senioren

Beitrag von PflegeCologne » 17.04.2010, 07:34

Siehe zum Thema den Titelbericht in CAREkonkret vom 16.04.2010, Die Wochenzeitung für Entscheider in der Pflege:

„Medikamentenabhängigkeit von Senioren steigt – mit schwerwiegenden Folgen – Die Pflege muss gegensteuern“
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

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