Medikamentenabhängigkeit im Alter - hohe Kosten

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Moderator: WernerSchell

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Medikamentenabhängigkeit im Alter - hohe Kosten

Beitrag von Service » 08.04.2010, 07:20

Siehe auch Forum Werner Schell:
viewtopic.php?p=51194#51194


Jahrbuch Sucht 2010
Medikamentenabhängigkeit im Alter erzeugt
hohe Mehrkosten im Gesundheitssystem


Medikamentenmissbrauch und -abhängigkeit stellen besonders
bei älteren Menschen ein wachsendes Problem dar: 1,7 bis 2,8
Mio. der über 60-jährigen Frauen und Männer weisen einen
problematischen Gebrauch psychoaktiver Medikamente bzw.
von Schmerzmitteln auf oder sind gar als medikamentenabhängig
zu bezeichnen. Der Übergang von der medikamentösen Einnahme
aus medizinischen Gründen hin zur dauerhaften missbräuchlichen
Einnahme ist oft fließend – und erfolgt häufig unbewusst.
Medikamentenabhängigkeit ruft bei älteren Menschen
oftmals Stürze hervor, die in der Regel zur Pflegebedürftigkeit
führen. Infolge dessen entstehen enorme Kosten für das Gesundheitssystem.


Steigende Zahl älterer Menschen als „potenzielle" Risikogruppe

Die Anzahl der über 80-Jährigen wird künftig noch deutlich ansteigen. Diese
Altersgruppe weist allgemein ein höheres Risiko auf, pflegebedürftig zu
werden. Zugleich steigt die Notwendigkeit medizinischer Behandlung. Auftretende
Schlafstörungen werden häufig medikamentös mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln,
sog. Benzodiazepinen, behandelt, obwohl Veränderungen
der Schlafmuster mit kürzerem Schlaf zumeist biologisch bedingt sind.
Von diesen Mitteln, deren „Hauptkonsumenten" ältere Menschen sind, geht
ein außerordentlich hohes Suchtpotenzial aus: Sie führen bei langfristiger
regelmäßiger Einnahme nachweislich zu Abhängigkeit.

Nicht fachgerechte ärztliche Versorgung und/oder unsachgemäße
Anwendung führen (un)bewusst in die Abhängigkeit


Ältere Menschen, insbesondere ältere Frauen, konsumieren bis zu drei Mal
mehr Arzneimittel als die Durchschnittsbevölkerung. Die Einnahme der oft
von verschiedenen Fachärzten verschriebenen Medikamente mit diversen
Wirkstoffen führen zu unkalkulierbaren Wechsel- und Nebenwirkungen.
Hinzu kommen auf Privatrezept verschriebene Medikamente. Gerade bei
älteren Menschen ist jedoch die Toleranz gegenüber Wirkungen von Benzodiazepinen
gering ausgeprägt, so dass es zu einer schleichenden Intoxi-
kation kommen kann. Das Auftreten psychotischer und depressiver Zustände
sowie demenzähnliche Ausfälle sind die Regel. Besonders stark
sind diese Folgen in der stationären Altenpflege zu beobachten. Hier wird
der Anteil der von Psychopharmaka abhängigen Bewohner/-innen über 70
Jahre auf mindestens 25% geschätzt.

Stürze und Sturzgefahren als gefährliche Konsequenz

Die Abhängigkeit von Benzodiazepinen in Form von Beruhigungs- und
Schlafmitteln im Alter zieht ein um 66% erhöhtes Sturzrisiko durch Schwindel
und Gangunsicherheit nach sich. Allein für Altenpflegeheime wird von
jährlich einer Million Stürzen ausgegangen. Die Folge sind u. a. Oberschenkelhalsbrüche,
welche enorme gesundheitliche Konsequenzen und
hohe Folgekosten für das Gesundheitswesen nach sich ziehen. Die Behandlung
sturzbedingter Verletzungen vor allem bei Hochaltrigen ist langwierig
und nur eingeschränkt erfolgreich. Aber auch ohne Sturz kann die erforderliche
Versorgungs- und Pflegeintensität im Fall einer Überdosierung
von Benzodiazepinen deutlich ansteigen. Durch „Schlafmittel-Hangover" in
der morgendlichen Versorgung fällt der Unterstützungsbedarf deutlich höher
aus, Bewegungsabläufe und Reaktionen sind verlangsamt.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen fordert deshalb:
- Flächendeckende Behebung der bestehenden Qualifikations- und
Kompetenzdefizite bei (Haus-)Ärzten durch die Bundesärztekammer,
bei Pflegekräften durch die verantwortlichen Einrichtungsträger sowie
durch entsprechende Ausbildungsinstitutionen.
- Konsequente Aufklärung älterer Menschen und deren Angehöriger über
Risiken und Folgen einer Medikamentenabhängigkeit durch Benzodiazepine
durch öffentlichkeitswirksame Kampagnen.
- Zur Unterstützung der Pflegeeinrichtungen: Eindeutige Handlungskonzepte
zum Umgang mit Abhängigkeit erzeugenden Arzneimitteln. Hiermit
würde ein wichtiger Beitrag zur Besserung der Gesundheit bzw. der
Lebensqualität im Alter geleistet.
- Erstellung und Verbreitung nichtmedikamentöser Interventionskonzepte
zur Senkung der Medikamentengaben 1. zur Reduzierung des Missbrauchs
psychoaktiver Medikamente, 2. zur Frühintervention bei unsachgemäßem
Gebrauch und 3. zur Erhöhung der Sorgfaltspflicht bei
der Verschreibung psychoaktiver Arzneimittel durch Mediziner unter
Einbeziehung aller beteiligten Berufsgruppen.
- Aus Bundesmitteln geförderte Studie mit validen, nicht auf Schätzungen
basierenden Zahlen und Daten zu Medikamentenkonsum und –abhängigkeit
im Alter und deren Auswirkungen, Konsequenzen sowie Folgekosten.

Kontakt:
DHS, Westenwall 4, 59065 Hamm
Tel. 02381 9015-0, Fax 02381 9015-30
http://www.dhs.de
Armin Koeppe
Tel. 02381 9015-23
koeppe@dhs.de
Christa Merfert-Diete
Tel. 02381 9015-18
mobil: 0173 2920321
merfert-diete@dhs.de

Quelle: Mitteilung vom 7.4.2010
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V.
Westenwall 4, 59065 Hamm
Telefon: 02381/9015-0
Telefax: 02381/901530
E-Mail: info@dhs.de
Internet: http://www.dhs.de

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Medikamentenabhängigkeit von Senioren

Beitrag von PflegeCologne » 17.04.2010, 07:34

Siehe zum Thema den Titelbericht in CAREkonkret vom 16.04.2010, Die Wochenzeitung für Entscheider in der Pflege:

„Medikamentenabhängigkeit von Senioren steigt – mit schwerwiegenden Folgen – Die Pflege muss gegensteuern“
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

Presse
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Mehr Alte mit Suchtproblemen

Beitrag von Presse » 29.12.2011, 07:33

Mehr Alte mit Suchtproblemen

Ein Gläschen in Ehren - sollte man im Alter hin und wieder verwehren. Denn die Zahl abhängiger Senioren steigt. Die Drogenbeauftragte liefert "alarmierende Zahlen": Jeder siebte Pflegebedürftige soll Probleme mit Alkohol und Tabletten haben. mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=684 ... ten&n=1580

Anja Jansen
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Immer mehr Abhängigkeiten im Alter

Beitrag von Anja Jansen » 29.12.2011, 08:08

Presse hat geschrieben: ..... Ein Gläschen in Ehren - sollte man im Alter hin und wieder verwehren. Denn die Zahl abhängiger Senioren steigt. Die Drogenbeauftragte liefert "alarmierende Zahlen": Jeder siebte Pflegebedürftige soll Probleme mit Alkohol und Tabletten haben. ....
Ja, diese Probleme sehen wir in der Pflege seit Jahren, mit zunehmender Tendenz. Manchmal ist es "vor Ort" arg schwierig, mit diesen Situationen umzugehen. Ich denke, dass die Abhängigkeiten der Senioren diskutiert gehören. Was soll eigentlich noch werden, wenn die nachrückenden Generationen, die ohnehin noch freier mit Alkohol (siehe Komasaufen) und Medikamenten umgehen, in das Seniorenalter kommen? Andererseits wird darüber diskutiert, dass die älteren Menschen mangelernährt sind. Was ist eigentlich los? Brauchen wir nicht bald eine Analyse all dieser Problemsituationen und vor allem Lösungskonzepte?

MfG Anja
Es ist mehr Aufmerksamkeit für dementiell erkrankte Menschen nötig. Unser Pflegesystem braucht deshalb eine grundlegende Reform!

WernerSchell
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Medikamentenabhängigkeit im Alter - hohe Kosten

Beitrag von WernerSchell » 28.11.2014, 10:16

Verordnet süchtig
Tablettenabhängige Senioren gelten oft als dement: Mehr als eine Million deutsche Rentner sind nach offiziellen Schätzungen süchtig nach Medikamenten.
Die Dunkelziffer liegt wohl höher, denn Sucht ist bei Senioren ein Tabuthema.
>>>> http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=47650
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Volksdroge Valium - TV-Tipp für den 20.04.2016

Beitrag von WernerSchell » 20.04.2016, 06:26

Am 20.04.2016 bei Facebook gepostet:
Volksdroge Valium - TV-Tipp für den 20.04.2016, 21:00 - 21:45 - RBB Fernsehen: > viewtopic.php?f=7&t=21595 10,4 Millionen Packungen gehen heute jährlich in Deutschlands Apotheken über den Ladentisch. Ohne es zu ahnen, geraten Menschen in einen Teufelskreis aus Abhängigkeit und Entzug. Rund 1,4 Millionen Deutsche sind nach Schätzungen tablettenabhängig. Die Nebenwirkungen sind fatal, der Entzug ist hart. Viele wurden abhängig auf Rezept. Wie sieht die Verschreibungspraxis dieser hochwirksamen Medikamente aus? Ist die Aufklärung über das Suchtpotential ausreichend? Der Film "Deutschland auf Droge" geht diesen Fragen nach und erzählt den Leidensweg von Menschen, deren Leben durch die Tablettensucht aus den Fugen geriet.
Dies und vieles mehr ist Grund genug, beim Pflegetreff am 27.04.2016 über die Arzneimittelversorgung zu sprechen: > viewtopic.php?f=7&t=21371
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Online-Hilfe gegen Pillensucht

Beitrag von WernerSchell » 10.09.2016, 06:27

Pressemitteilung vom 8. September 2016

Online-Hilfe gegen Pillensucht

Berlin - In Deutschland sind rund 1,5 Millionen Menschen abhängig von Medikamenten. Die größte Suchtgefahr geht von Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln aus. „Einige Medikamente können schnell abhängig machen, bei manchen geschieht dies binnen drei bis vier Wochen“, erklärt Andrea Jakob-Pannier, Psychologin bei der BARMER GEK. Wie Ärzte, Patienten und Angehörige problematischen Medikamentenkonsum erkennen und frühzeitig gegensteuern können, darüber informieren jetzt die BARMER GEK und die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. mit einem gemeinsam entwickelten Online-Angebot.

Hinweise des Arztes oder Apothekers beachten
Damit es nicht zu einer Abhängigkeit kommt, erklärt das neue Online-Angebot, welche Warnzeichen auf einen riskanten Medikamentenkonsum hindeuten. So werde mit der Zeit häufig die Dosis erhöht, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Versuchten die Patientinnen und Patienten die Mittel hingegen schlagartig abzusetzen, litten sie unter Entzugserscheinungen. Das sei ein Teufelskreis in die Abhängigkeit. Es stehe aber außer Frage, dass viele Medikamente sinnvoll und notwendig seien. Allerdings sollte eine sorgfältige Diagnose vorausgehen. „Medikamente sollten exakt nach den Hinweisen des Arztes oder Apothekers eingenommen werden”, so Jakob-Pannier.

Portal liefert Adressen von Anlaufstellen
Das Portal informiert übersichtlich über Hintergründe, Risiken, Vorbeugung und Behandlung einer Medikamentenabhängigkeit. „Wenn Patienten mit einem Medikament nicht klarkommen, sind der verordnende Arzt, der Hausarzt oder ein niedergelassener Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie erste Ansprechpartner“, rät Jakob-Pannier. Das Onlineportal bietet zusätzlich Adressen von Beratungsstellen, Therapieeinrichtungen und Selbsthilfegruppen. Es enthält außerdem vielfältiges Infomaterial für verschiedene Zielgruppen, zum Beispiel für Interessierte und Betroffene oder für Behandler und Fachleute sowie für Medienschaffende.

Weitere Informationen unter www.medikamente-und-sucht.de.

______________________________________________
Presseabteilung der BARMER GEK
Athanasios Drougias (Leitung), Telefon: 0800 33 20 60 99 1421
Sunna Gieseke, Telefon: 0800 33 20 60 44-30 20
E-Mail: presse@barmer-gek.de
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Medikamente und Sucht: Neue Internetplattform ...

Beitrag von WernerSchell » 21.09.2016, 17:24

Medikamente und Sucht: Neue Internetplattform zu Risiken beim Arzneimittelkonsum

In Deutschland sind etwa 1,4 bis 1,5 Millionen Menschen abhängig von Medikamenten. Manche Schätzungen sprechen sogar von 1,9 Millionen Betroffenen. Damit sind ebenso viele Menschen von Arzneimitteln abhängig wie von Alkohol. Spitzenreiter der Medikamente mit Suchtpotenzial sind Schlaf- und Beruhigungsmittel. Die Internetplattform http://www.medikamente-und-sucht.de der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) und der BARMER GEK klärt über die Risiken beim Medikamentenkonsum auf, erläutert Hintergründe und weist auf die Unterstützungsangebote hin.

Wir sind es gewohnt, für fast alle Leiden sofort ein Mittel zur Hand zu haben. Wenn wir nicht schlafen können, an Kopfschmerzen leiden, erschöpft oder schlechter Stimmung sind, gehen wir zum Arzt oder in die Apotheke. Ein geeignetes Medikament soll die Beschwerden lindern oder verschwinden lassen. Neben den erwünschten Wirkungen bergen viele Medikamente jedoch auch die Gefahr einer Abhängigkeit in sich. Von allen verordneten Arzneimitteln können bis zu fünf Prozent zu Missbrauch und Abhängigkeit führen. Allein unter den 20 meistverkauften Präparaten in deutschen Apotheken befinden sich 11 mit Missbrauchspotenzial. An erster Stelle stehen dabei Schlaf- und Beruhigungsmittel (Benzodiazepine), die zur kurzfristigen Behandlung von Spannungs- und Erregungszuständen, bei Ängsten, Schlafstörungen und Depressionen verschrieben werden. Oft bleibt es aber nicht bei der zeitlich begrenzten Einnahme dieser Medikamente. Viele Menschen, die von Benzodiazepinen abhängig sind, nehmen über eine lange Zeit hinweg das Medikament in der gleichen niedrigen Dosierung ein. Davon jedoch sind sie abhängig, oftmals ohne dies zu wissen oder zu erkennen.

http://www.medikamente-und-sucht.de informiert und klärt auf

Das neue Online-Portal http://www.medikamente-und-sucht.de gibt ausführlich Auskunft über alle Fragen, die mit Medikamenten und einer möglichen Abhängigkeit zusammenhängen. Die Internetseite ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) und der Barmer GEK und wendet sich an Betroffene und Interessierte, an Behandler und Berater, Experten aus der Forschung sowie an Journalisten und Pressevertreter. Basisinformationen und Hintergründe werden gut verständlich aufbereitet, es gibt zahlreiche Hinweise auf ergänzende Literatur, Kontaktdaten von Beratungsstellen, Einrichtungen der Suchthilfe und von Selbsthilfeverbänden.

„Das neue Online-Angebot bietet einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu dem Thema Medikamentenmissbrauch und Abhängigkeit“, erklärt Peter Raiser, Referent für Projekte und Internationales der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. „Für Gefährdete und deren Angehörige kann es eine Ergänzung zum Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin sein und den Kontakt zu Einrichtungen der Suchthilfe erleichtern“, so Raiser weiter.

Risiken vermeiden, 4-K-Regel beachten

Medikamente sind sinnvoll und unentbehrlich, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen und um die Linderung von Beschwerden geht. Ein kritischer Umgang mit dem Gebrauch von Medikamenten und die Beachtung einiger Regeln für den Konsum können helfen, nicht unbemerkt und ungewollt in eine Abhängigkeit zu geraten. Abhängigkeit lässt sich vermeiden, wenn Arzt und Patient beim Umgang mit Benzodiazepinen (und verwandten Substanzen wie Zolpidem, Zopiclon und Zaleplon) die sogenannte 4-K-Regel beachten:

• Klare Indikation
• Kleinste notwendige Dosis
• Kurze Anwendung
• Kein schlagartiges Absetzen des Medikaments

Wer vermutet, von einem Medikament abhängig zu sein, sollte nicht zögern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und sich mit seinem Arzt oder seiner Ärztin besprechen, wie der Teufelskreis zu lösen ist. Suchtberatungsstellen halten spezielle Angebote für Menschen mit Medikamentenproblemen bereit. Und auch Selbsthilfegruppen bieten sich für Unterstützung und Erfahrungsaustausch Betroffener und Angehöriger an.

Informationen im Netz:
http://www.medikamente-und-sucht.de
http://www.dhs.de

Quelle: Pressemitteilung vom 21.09.2016
Kontakt: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS)

Peter Raiser
Referent für Projekte und Internationales
Westenwall 4 59065 Hamm
Tel. +49 2381 9015-21
Fax +49 2381 9015-30
Raiser@dhs.de

Barbara Kunz
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Westenwall 4
59065 Hamm
Tel. +49 2381 9015-22
Fax +49 2381 9015-30
Kunz@dhs.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Kampagne zur Suchtprävention im Alter

Beitrag von WernerSchell » 11.12.2016, 08:38

„STARK BLEIBEN“– Steffens startet Kampagne zur Suchtprävention im Alter
Düsseldorf, 09.12.2016

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Suchtprobleme werden in der Regel jungen Menschen zugeschrieben. Aber: Etwa 25 % der 60- bis 69-jährigen Männer (17% der 50- bis 59-jährigen Frauen) trinken riskante Mengen Alkohol. Bei geschätzt etwa 5% der über 60-Jährigen besteht die Gefahr, dass sie eine Abhängigkeit von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln entwickeln. Die neue Kampagne „STARK BLEIBEN – für ein Leben ohne Sucht“ richtet sich deshalb speziell an Menschen ab 55 Jahre. „Suchtprobleme im Alter werden häufig verharmlost,
Anzeichen für Missbrauch von Alkohol oder Medikamenten als Alterserscheinung abgetan. Mit der Kampagne wollen wir Ältere dabei unterstützen, stark zu bleiben und sich den Herausforderungen des Alterns ohne Medikamenten- oder Alkoholabhängigkeit zu stellen“ so Ministerin Barbara Steffens.

Zur Pressemitteilung http://www.mgepa.nrw.de/ministerium/pre ... /index.php
http://www.stark-bleiben.nrw.de
zur Broschüre http://www.mgepa.nrw.de/publikationen

Die Rheinische Post (Düsseldorf) berichtete am 10.11.2016:
Jeder Vierte über 60 trinkt zu viel Alkohol
Düsseldorf. Mit dem Ausscheiden aus dem Beruf stürzen viele Menschen in die Sinnkrise. Außerdem schadet Alkohol Senioren stärker als Jüngeren. NRW will jetzt über das höhere Suchtrisiko im Alter aufklären.
Von Lisa Kreuzmann und Thomas Reisener
96 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland trinken Alkohol. Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren gelten 1,7 Millionen von ihnen als abhängig. Was wenig bekannt ist: Das größte Risiko, zum Alkoholiker zu werden, haben Senioren.
Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums trinken fast ein Viertel der 60- bis 69-jährigen Männer und 17 Prozent aller 50- bis 59-jährigen Frauen Alkohol in riskanter Menge. Weil die Toleranz im Alter abnimmt, gelten in diesen Altersgruppen bereits kleine Mengen als gefährlich. "Weil sich der Stoffwechsel und das Verhältnis von Fett und Wasser im Alter verändern, geht der Alkohol schneller ins Blut", sagt Christine Sowinski, Psychologin beim Kuratorium Deutsche Altershilfe.
Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) warnt: "Suchtprobleme im Alter werden oft verharmlost oder als normale Alterserscheinungen missverstanden."
… (weiter lesen unter) … http://www.rp-online.de/politik/jeder-v ... -1.6455340
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Kampagne zur Suchtprävention im Alter

Beitrag von WernerSchell » 12.12.2016, 07:57

Am 12.12.2016 bei Facebook gepostet:
Kampagne zur Suchtprävention im Alter: „Suchtprobleme im Alter werden häufig verharmlost,
Anzeichen für Missbrauch von Alkohol oder Medikamenten als Alterserscheinung abgetan. Mit der Kampagne wollen
wir Ältere dabei unterstützen, stark zu bleiben und sich den Herausforderungen des Alterns ohne Medikamenten- oder
Alkoholabhängigkeit zu stellen“ so Ministerin Barbara Steffens (Gesundheitsministerin NRW).

>>> viewtopic.php?f=6&t=21901
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Kampagne zur Suchtprävention im Alter

Beitrag von WernerSchell » 12.12.2016, 07:58

Am 12.12.2016 bei Facebook gepostet:
Kampagne zur Suchtprävention im Alter: „Suchtprobleme im Alter werden häufig verharmlost,
Anzeichen für Missbrauch von Alkohol oder Medikamenten als Alterserscheinung abgetan. Mit der Kampagne wollen
wir Ältere dabei unterstützen, stark zu bleiben und sich den Herausforderungen des Alterns ohne Medikamenten- oder
Alkoholabhängigkeit zu stellen“ so Ministerin Barbara Steffens (Gesundheitsministerin NRW).

>>> viewtopic.php?f=6&t=21901
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Sucht im Alter: Kampagne soll informieren

Beitrag von WernerSchell » 19.12.2016, 07:27

Ärzte Zeitung vom 19.12.2016
Sucht im Alter: Kampagne soll informieren
Zahlreiche ältere Menschen sind alkohol- oder medikamentenabhängig. Mit einer Kampagne will NRWGesundheitsministerin Steffens
über Gefahren und Auswege informieren.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=926 ... ten&n=5448
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Riskante Langzeitverordnungen von Schlaf- und Beruhigungsmitteln betreffen vor allem Senioren

Beitrag von WernerSchell » 29.05.2018, 11:36

Suchtmedizin:
Riskante Langzeitverordnungen von Schlaf- und Beruhigungsmitteln betreffen vor allem Senioren


Bild
Vor allem ältere Menschen erhalten Schlaf- und Beruhigungsmittel zu lange oder zu hoch dosiert auf Rezept. © Fotolia/ Andreas F.

fzm, Stuttgart, Mai 2018 – Schlaf- und Beruhigungsmittel werden in Deutschland nicht immer so zurückhaltend verschrieben, wie es die Leitlinien vorsehen: Vor allem ältere Patienten bekommen sogenannte Benzodiazepine und Z-Substanzen oft zu lange und in zu hoher Dosierung verordnet. Wissenschaftler haben nun untersucht, wie häufig problematische Verschreibungsmuster vorkommen und wie sich die Verordnung der Mittel anschließend weiterentwickelt. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Suchttherapie“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2018) erschienen.
Zur ausführlichen Pressemitteilung > https://www.thieme.de/de/presse/schlaf- ... 131753.htm

U. Verthein et al.:
Langzeitverordnungen von Benzodiazepinen und Z-Substanzen – deskriptive Analysen über einen 3-jährigen Zeitraum
Suchttherapie 2018; 19 (2); S. 99–106

Quelle: Mitteilung vom 29.05.2018
Thieme Kommunikation
in der Thieme Gruppe

www.thieme.de/presse | www.facebook.com/georgthiemeverlag | www.twitter.com/ThiemeMed

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