Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk

Forum Werner Schell
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BeitragVerfasst: 11.03.2009, 12:57 
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phpBB God

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Qualtitätsprüfung für Pflegeheime - Massive Kritik

Siehe auch in diesem Forum unter
Schulnotensystem für ambulante Pflegedienste
viewtopic.php?t=10594
Noten für Heime - Bewertung mit 82 Prüfkriterien
viewtopic.php?t=10287

Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 10.03.2009 über die Kritik am Qualitätsprüfungssystem für Pflegeheime:
http://www.sueddeutsche.de/politik/583/461210/text/
.....
Den jüngsten Vorstoß unternahm am Dienstag Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU). Sie übte massive Kritik an der Ausgestaltung der von Union und SPD beschlossenen Qualitätsprüfung für Pflegeheime. Der Pflege-TÜV soll bis Ende 2010 allen 11000 Pflegeheimen in Deutschland ein im Internet einsehbares Zeugnis ausstellen.

"Das Konzept verfehlt seinen Zweck", sagte Haderthauer der Süddeutschen Zeitung. Es sei das Ziel der Pflegereform gewesen, durch mehr Transparenz und Vergleichbarkeit der Leistungen Missstände abzustellen. "Der jetzt von Kassen und Einrichtungsträgern beschlossene Pflege-TÜV leistet das nicht." Sie forderte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) deshalb auf, die Vereinbarung der Selbstverwaltung zu ändern und die Mängel des Pflege-TÜVs schnellstmöglich abzustellen.

Der gewählte Ansatz bei der Überprüfung sei völlig falsch, begründete Haderthauer ihre Kritik. So könne beispielsweise eine schlechte Beurteilung bei der Vergabe von Medikamenten ausgeglichen werden mit einer positiven Bewertung bei der Fortbildung der Pflegekräfte. "Damit können die Schwarzen Schafe unter den Heimen über schlimme Mängel hinwegtäuschen", sagte Haderthauer. Die Sozialministerin verwies dabei auf den von der Landesregierung entwickelten Prüfleitfaden, der dies ausschließe.


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BeitragVerfasst: 11.03.2009, 12:59 
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phpBB God

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Beiträge: 14259
Sehr geehrte Damen und Herren,

Christine Haderthauer, bayerische Sozialministerin, hat sich heute u.a. in der Süddeutschen Zeitung sehr kritisch zu dem neuen Prüfungs- und Bewertungssystem für stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen und -dienste geäußert. Sehen Sie dazu zur weiteren Verwendung eine Pressemitteilung von Elisabeth Scharfenberg MdB, pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen.

Mit freundlichen Grüßen
i.A. Christian Hans
Christian Hans
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Abgeordnetenbüro Elisabeth Scharfenberg MdB
Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen

Tel.: ++49 (0)30 227 -74532, Fax: -76655
E-Mail: elisabeth.scharfenberg.ma01@bundestag.de
Web: http://www.elisabeth-scharfenberg.de

Postanschrift:
Deutscher Bundestag, 11011 Berlin

Pressemitteilung vom 11. März 2009

Pflege: Frau Haderthauer hadert mit sich selbst
Zur Kritik der bayerischen Sozialministerin Christine Haderthauer am neuen Verfahren zur Prüfung der Qualität in der Pflege erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflegepolitik:

Allmählich nervt der Gestus der CSU als Rächer der Enterbten gewaltig. Zuerst wollen sie die Ärzte retten, dann das gesamte Gesundheitswesen und jetzt auch noch die Pflege. Dieses Schmierentheater ist Populismus der zynischsten und widerlichsten Sorte.

Uns ist jedenfalls nicht erinnerlich, dass Frau Haderthauer – damals immerhin noch CSU-Generalsekretärin – im Jahr 2008 lautstark mit der Pflegereform gehadert hätte.
Im Gegenteil: All das, auf das die CSU nun in Oppositionsmanier einhaut, hat sie selbst als Partnerin der großen Koalition mitbeschlossen. All das hätte die CSU selbst besser machen können. All das hat die CSU vor kurzem noch gegen jede Kritik in Schutz genommen.

Die CSU mag so einen Politikstil amüsant finden, uns aber bleibt das Lachen im Halse stecken. Denn es geht um etwas sehr Ernstes – die bestmögliche Versorgung von Pflegebedürftigen, Patientinnen und Patienten. Wer auch immer den Eindruck gewinnen mag, die CSU setze sich für die Interessen der Menschen ein, sollte sich nicht täuschen lassen. Die CSU interessiert sich nur für sich selbst, ihren eigenen Machterhalt und sonst für nichts. Wenn es der CSU ernst wäre, würde sie nicht töricht in der Gegend herumschwadronieren, sondern handeln und vernünftige Politik machen.


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BeitragVerfasst: 11.03.2009, 13:16 
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Beiträge: 15817
Sehr geehrte Frau Scharfenberg,
sehr geehrter Herr Hans,

ich bin auch der Meinung, dass die CSU mit Ihrer Rundumkritik zur Zeit "von der Bahn abgekommen" ist. Gleichwohl halte ich die Kritik am Qualitätsprüfungsverfahren für Pflegeheime für mehr als berechtigt. V.a. das Schulnotenverfahren ist so nicht akzeptabel. Es gibt von hier eine umfangreiche Eingabe beim GKV-Spitzenverband Bund:
Verfahren zur Vergabe von „Schulnoten“ an ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen nach § 115 Abs. 1a SGB XI - Brief vom 23.02.2009 an den GKV – Spitzenverband Bund
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... eilung.php
Daraus ergibt sich, dass das Verfahren korrigiert werden muss. Darauf wird jedenfalls von hier massiv eingewirkt. Es wäre begrüßenswert, wenn Sie solche Korrekturen mit einfordern würden. Parteipolitischer Streit darf hier nicht dominieren!

Der Text wird auch ins Forum eingestellt:
Qualtitätsprüfung für Pflegeheime - Massive Kritik
viewtopic.php?t=11284

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell - http://www.wernerschell.de

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BeitragVerfasst: 12.03.2009, 07:47 
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phpBB God

Registriert: 10.11.2006, 12:44
Beiträge: 14259
CSU stellt neuen Pflege-TÜV in Frage

Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) hat heftige Kritik an der Ausgestaltung der von Union und SPD beschlossenen Qualitätsprüfung für Pflegeheime geübt. „Das Konzept verfehlt seinen Zweck“, sagte die Ministerin der „Süddeutschen Zeitung“. Das Ziel nach mehr Transparenz und Vergleichbarkeit der Leistungen könne so nicht erreicht werden. Sie kritisierte insbesondere, dass schlechte Bewertungen durch gute ausgeglichen werden können. Haderthauer forderte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) auf, die von der Selbstverwaltung getroffene Vereinbarung zu ändern.
Bereits seit Wochen kritisieren CSU-Politiker die Gesundheitspolitik der Bundesregierung. So forderte Bayerns Gesundheitspolitiker Dr. Markus Söder, die zum 1. Januar in Kraft getretene Honorarreform rückgängig zu machen.

Quelle: Pressemitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vom 11.3.2009


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.03.2009, 19:53 
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Registriert: 20.04.2008, 11:41
Beiträge: 59
Ich stimme Frau Haderthauer zu, was ihre Kritik an der MDK Bewertung von Pflegeheimen betrifft.
Mich würde allerdings brennend interessieren, was Frau Haderthauer und das bayerische Sozialministerium ihrerseits vorschlagen, um die Qualität der Versorgung unserer pflegebedürftigen Angehörigen, Freunde und Mitbürger zu verbessern bzw. transparenter zu machen??

Brigitte Bührlen
Forum Pflege aktuell


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BeitragVerfasst: 16.03.2009, 08:10 
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Registriert: 29.07.2008, 12:37
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Brigitte Bührlen hat geschrieben:
.... Mich würde allerdings brennend interessieren, was Frau Haderthauer und das bayerische Sozialministerium ihrerseits vorschlagen, um die Qualität der Versorgung unserer pflegebedürftigen Angehörigen, Freunde und Mitbürger zu verbessern bzw. transparenter zu machen?? ...


Sehr geehrte Frau Bührlen,
wir haben Frau Haderthauer - E-Mail: christine.haderthauer@csu.de - informiert und um Rückmeldung gebeten.
Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell

Sehr geehrte Frau Haderthauer,
ich hatte Sie schon in der Angelegenheit per E-Mail informiert. In meinem Forum gibt es nunmehr zu Ihrer Kritik eine Rückmeldung (aus Bayern):
"Ich stimme Frau Haderthauer zu, was ihre Kritik an der MDK Bewertung von Pflegeheimen betrifft. Mich würde allerdings brennend interessieren, was Frau Haderthauer und das bayerische Sozialministerium ihrerseits vorschlagen, um die Qualität der Versorgung unserer pflegebedürftigen Angehörigen, Freunde und Mitbürger zu verbessern bzw. transparenter zu machen?? "
Quelle: viewtopic.php?t=11284
Die von hier gestartete Initiative an den GKV-Spitzenverband Bund
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... eilung.php
ist bislang nicht voran gekommen. Es gibt nur eine Bestätigung des Verbandes, dass die Zuschrift dort eingegangen ist. Sehen Sie eine Möglichkeit, unsere Initiative zu unterstützen? Wir werden auf jeden Fall in allernächster Zeit gegenüber dem GKV-Spitzenverband Bund erneut Änderungen einfordern.
Eine Rückmeldung Ihrerseits würde ich sehr begrüßen.
Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell - http://www.wernerschell.de

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BeitragVerfasst: 17.03.2009, 14:44 
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phpBB God

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Zeitung: Schmidt fordert Änderung der Bewertungskriterien für Heime / Haderthauer: "Bewertungssystem eine einzige Kompromisssülze"

Berlin/München. Das Bewertungssystem für Pflegeheime durch Schulnoten sorgt weiter für Aufregung. Nach der massiven Kritik einiger Experten in den letzten Wochen hat sich nun auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt zu Wort gemeldet. Nach Informationen der Münchner Zeitung TZ bezeichnete Schmidt das geplante Notensystem als "undurchsichtig und unzureichend". Die SPD-Politiker dringt laut Zeitungsbericht nun darauf, dass die zwischen Krankenkassen und Heimträgern vereinbarten Kriterien verändert werden. "Die Menschen müssen schlechte Pflege-Noten klar erkennen können. Eine mildere Gesamtnote darf das nicht übertünchen", sagte Schmidt.
Erste politische Reaktionen kamen prompt. "Es freut mich, dass nun auch Ulla Schmidt erkennt, dass das Bewertungssystem der Pflegekassen eine einzige Kompromisssülze ist, und nicht das Papier wert ist, auf dem es steht. Dieser Pflege-TÜV verfehlt völlig seinen Zweck, hilft schwarzen Schafen, über schlimme Mängel in Heimen hinwegzutäuschen und trägt zur Verbraucherverwirrung statt zur Klarheit bei", kommentierte etwa Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer harsch. "Ich erwarte von Frau Schmidt, dass sie wenigstens jetzt schnell handelt. Im Interesse der Betroffenen muss in Zukunft die Ergebnisqualität in den Mittelpunkt gestellt werden. Dies war auch der eindeutige Auftrag der Koalition", so Harderthauer.

Kommt das Schulnotensystem wieder auf den Prüfstand? CAREkonkret wird in den Print-Ausgaben weiter über dieses Thema berichten.

Quelle: Pressemitteilung vom 17.3.2009
Vincentz Network, Hannover, http://www.vincentz.net/


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BeitragVerfasst: 17.03.2009, 15:03 
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Sr. Member

Registriert: 29.07.2008, 12:37
Beiträge: 262
Zuschrift an die Redaktion von Zeitschrift "CAREkonret", Vincentz-Verlag:

Sehr geehrter Herr Schrader,
sehr geehrte Damen und Herren,

gut, dass Sie weiter berichten wollen. In der Tat müssen die Bewertungskriterien geändert werden. Das war auch das Ergebnis des Pflegetreffs am 17.02.2009 in Neuss-Erfttal. Uwe Brucker, MDS-Vertreter, sprach gar davon, dass der "Bock zum Gärtner" gemacht worden sei.
Siehe die Pressemitteilung zum Treff:
Der Neuss-Erfttaler Pflegetreff am 17.02.2009 mit dem Thema „Pflegesysteme in der Krise?“ stieß auf große Resonanz - Pressemitteilung inklusive Bildergalerie und NGZ-Bericht (22.02.2009)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... eilung.php

Daraufhin habe ich für Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk an den GKV-Spitzenverband Bund geschrieben:
Verfahren zur Vergabe von „Schulnoten“ an ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen nach § 115 Abs. 1a SGB XI - Brief vom 23.02.2009 an den GKV – Spitzenverband Bund (23.02.2009)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... eilung.php

Ich würde es sehr begrüßen, wenn Sie unsere Hinweise und Statements berücksichtigen könnten. Inzwischen hat der GKV - Spitzenverband - Bund den Eingang der hiesigen Zuschrift vom 23.02.2009 ausdrücklich bestätigt. Die Politik ist zunächst nicht gefordert, da der Bewertungsauftrag vorläufig im "Feld der GKV" liegt. Die Politik wird sich allerdings einmischen müssen, wenn die GKG nichts verändert, stillehält. Die Statements von Frau Haderthauer sind zwar im Ergebnis richtig, sind aber parteipolitisch ausgerichtet. Die CSU kämpft in Bayern um Wählergunst und muss Punkte machen. Leider gibt es von Bayern keine konkreten Vorschläge, was und wie geändert werden soll.

Für weitere Informationen stehe ich gerne zur Verfügung. Nach dem Verständnis von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk muss es darum gehen, pflegekritisch anzutreten, aber dabei wollen wir uns auch - entgegen anderer Kritiker - kontruktiv einbringen.

In diesem Zusammenhang sind wir für angemessene Kritik in den Medien und lehnen die Skandalisierungsberichte ab. Siehe dazu im Forum:
Pflege in den Medien ´Völlig unstrukturierte Diskussion`
viewtopic.php?t=11227
Vorwurf: Pfleger behandelte Behinderten menschenunwürdig
viewtopic.php?t=11303
Empörung über Nacktfotos von Demenzkranken !
viewtopic.php?t=11150&highlight=nachtfotos

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell - http://www.wernerschell.de

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 Betreff des Beitrags: Zeugnisausgabe mit Hindernissen
BeitragVerfasst: 18.03.2009, 17:09 
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phpBB God

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Beiträge: 14259
Hintergrund
Zeugnisausgabe mit Hindernissen

Heime bekommen künftig Zeugnisse: Noten gibt´s für Pflege und medizinische Versorgung, Umgang mit demenzkranken Bewohnern, soziale Betreuung, Verpflegung und Hygiene. Kritiker fürchten nun, schlechte Noten könnten durch gute übertüncht und Verbraucher auf die falsche Fährte gesetzt werden.

Von Thomas Hommel

BERLIN. Vertreter des GKV-Spitzenverbandes und des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) hatten sich zuletzt ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt. Wofür Pflegebedürftige und pflegende Angehörige bisher viel Zeit und Mühe hätten aufwenden müssen, werde schon bald auf einen Blick für jeden verfügbar sein: zuverlässige Informationen über die Qualität in Heimen - dargestellt mit Hilfe von Noten von sehr gut bis mangelhaft.
... (mehr)
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... sid=538289

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Notensystem nicht zerreden!
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... sid=538290


Zuletzt geändert von Presse am 19.03.2009, 07:56, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 18.03.2009, 17:12 
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Beiträge: 14259
Schmidt will Notensystem für Pflegeheime verändern

Berlin. Wie Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) am 14. März gegenüber dem Onlineportal „bild.de“ betonte, will sie die Kriterien für das geplante Pflegeheim-Notensystem verändern. Die zwischen Krankenkassen und Heimträgern vereinbarten Regeln hält sie für undurchsichtig und unzureichend. Die Menschen müssten schlechte Pflege-Noten klar erkennen können. Eine mildere Gesamtnote darf das nicht übertünchen, so Schmidt. Über Verbesserungen sei man bereits mit den Heimbetreibern und den Pflegekassen im Gespräch.

Mehr lesen Sie hier:
http://www.bild.de/BILD/politik/2009/03 ... heime.html

Quelle: Mitteilung vom 18.3.2009
Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB)
Nicole Meermann
Presse
Im Teelbruch 132
45219 Essen
Fon 0 20 54/ 95 78 15
Fax 0 20 54/ 95 78 40
E-Mail nicole.meermann@vdab.de oder presse@vdab.de


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BeitragVerfasst: 20.03.2009, 07:10 
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phpBB God

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LESERMEINUNG
Schärfere Kontrollen schaffen keine bessere Pflege

„Während die Kreispflegekonferenz tagte, haben Mitarbeiter der St. Elisabeth-Stift gGmbH sich zum Thema „Verantwortlicher Umgang mit schwierigen Situationen in der Altenpflege“ beschäftigt. Mit Hilfe so genannter „Ethik-Koordinatoren“ möchten wir gemeinsam mit allen Mitarbeitern nach besten Lösungen für schwierige Fragen (zum Beispiel Ernährung und Fixierung) suchen.
... (weiter)
http://www.ahlener-zeitung.de/lokales/k ... flege.html


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BeitragVerfasst: 21.03.2009, 07:57 
Prüfungs- und Bewertungssystem für Pflegeeinrichtungen in der Kritik

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der vergangenen Woche hat die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer scharfe Kritik an dem neuen Prüfungs- und Bewertungssystem für stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen und -dienste geäußert.
Für uns bot dies Anlass, der Bundesregierung im Rahmen der parlamentarischen Fragestunde am 18. März 2009 einige Fragen zu dem neuen Bewertungssystem zu stellen. Die Antworten der Bundesregierung dürfen wir Ihnen anbei in einem Protokollauszug zukommen lassen (BT-Plenarprotokoll 16/210, S. 22681-22683). *)
Aus den Antworten geht u.a. hervor, dass die Bundesregierung - genau wie wir Grüne - erstaunt ist ob des Angriffs der CSU, die immerhin an dem Gesetzgebungsverfahren zur Pflegereform beteiligt war.
Die vielerseits geäußerte Befürchtung, Einrichtungen/Dienste könnten im neuen System negative Bewertungen durch positive an anderer Stelle ausgleichen, hat die Bundesregierung nach Ihrer Aussage aufgegriffen und die Selbstverwaltung um eine entsprechende Klarstellung der Systematik gebeten. Wir begrüßen dies grundsätzlich, müssen jedoch zunächst das Ergebnis der Nacharbeiten der Selbstverwaltung abwarten.Wir werden überdies in den kommenden Monaten sehr genau beobachten, ob diese Befürchtungen in der Praxis dadurch wirklich entkräftet werden.
Wenig befriedigend fiel die Antwort auf unsere Frage hinsichtlich der Einbindung der Betroffenen-, Selbsthilfe- und VerbraucherInnen-Organisationen in das Verfahren aus. Hierzu verweist die Bundesregierung lediglich auf das gesetzlich vorgeschriebene Stellungnahmerecht der entsprechenden Verbände (§ 115 SGB XI). Sie äußert sich jedoch nicht dazu, ob eben dieses Stellungnahmerecht nicht bereits im Gesetz unzureichend ist. Im Gegensatz zu uns Grünen teilt die Bundesregierung diese Ansicht offensichtlich nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Elisabeth Scharfenberg
--
Abgeordnetenbüro Elisabeth Scharfenberg MdB
Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen
Tel.: ++49 (0)30 227 -74531, Fax: -76655
E-Mail: elisabeth.scharfenberg@bundestag.de
Web: http://www.elisabeth-scharfenberg.de
Postanschrift:
Deutscher Bundestag, 11011 Berlin

*) Der Auszug ist zu finden unter
http://www.wernerschell.de/Rechtsalmana ... litaet.pdf


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BeitragVerfasst: 21.03.2009, 08:30 
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Sr. Member

Registriert: 29.07.2008, 12:37
Beiträge: 262
E. Scharfenberg hat geschrieben:
... Prüfungs- und Bewertungssystem für Pflegeeinrichtungen in der Kritik .... Anlass, der Bundesregierung im Rahmen der parlamentarischen Fragestunde am 18. März 2009 einige Fragen zu dem neuen Bewertungssystem zu stellen. ...


Antwort an Frau E. Scharfenberg (nachrichtlich an weitere Adressaten, z.B. BMG, GKV-Spitzenverband Bund):

Sehr geehrte Frau Scharfenberg,

ich habe Ihr Statement ins Forum übernommen. Den Text finden Sie unter:
viewtopic.php?t=11284

Die Auskunft der Bundesregierung (siehe BT-Plenarprotokoll 16/210, S. 22681-22683) ist zum Teil unrichtig: Es trifft nämlich nicht zu, dass die Verbände der Selbsthilfe ausreichend beteiligt worden sind. Es mag sein, dass die Träger von Pflegeeinrichtungen und vielleicht einige ausgewählte Institutionen befragt worden sind. Die wirklichen Vertreter der pflegebedürftigen Menschen sind aber nicht beteiligt worden. Auch Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist nicht informiert und gehört worden, obwohl es von hier aus zeitgerecht eine Wortmeldung zum Thema gab und ausreichend Erfahrungen vorliegen, um sachgerecht Stellung nehmen zu können.
Inzwischen gibt es ein Statement von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk vom 23.02.2009, mit der u.a. ausdrücklich eine Beteiligung bei der Neuordnung des Bewertungssystems verlangt wird:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... eilung.php
Bislang hat der GKV-Spitzenverband Bund lediglich eine Eingangsbestätigung übermittelt.

Das Bundesgesundheitsministerium ist mit Schreiben vom 18.03.2009 (E-Mail) auf die Angelegenheit aufmerksam gemacht worden. Dabei wurde u.a. ausgeführt:
"Wir halten es z.B. für dringend geboten, die Grundsätze der "Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen" in das Bewertungssystem einzubinden. Siehe auch unsere Stellung zum Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz - WBVG:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... eilung.php "
Insoweit gibt es aus dem Ministerium noch keine Antwort.

Es erscheint dringend geboten, den GKV-Spitzenverband Bund anzuhalten, den gesetzlich vorgegebenen Beteiligungspflichten nachzukommen und vor allem zu gewährleisten, dass die Bewertungskriterien allein an den Bedürfnissen der pflegebedürftigen Menschen ausgerichtet werden und die Ergebnisqualtität ohne jegliche Einschränkungen Anerkennung findet. Auf ein angemessene Beteiligung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk muss in diesem Zusammenhang bestanden werden!

Sollte es nicht kurzfristig zu einer zielgerichteten Veränderung der Bewertungskriterien kommen, ist m.E. das Bundesgesundheitsministerium gefordert, die notwendigen aufsichtsrechtlichen Maßnahmen in Gang zu bringen.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell, Oberamtsrat a.D. / Dozent für Pflegerecht - http://www.wernerschell.de

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BeitragVerfasst: 21.03.2009, 12:33 
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Beiträge: 14259
Mehr Betreuer in Pflege -
doch Ampel-Farben für Heime im Gespräch


Berlin (dpa) - Mehr Betreuung und Beratung: Knapp neun Monate nach
dem Start der Pflegereform werden neben den Leistungserhöhungen
weitere Kernpunkte allmählich umgesetzt. Doch vieles kommt nur
stockend voran. Um Nachbesserungen bei der geplanten Qualitätsprüfung
der Pflegeheime wird noch gerungen.
Von insgesamt bis zu 10 000 möglichen neuen Pflege-Assistenten
seien 5000 eingestellt worden, berichtete Gesundheitsministerin Ulla
Schmidt (SPD) am Freitag in Berlin. Während Pflegeheime hier
schneller vorangingen, würden Familien von Pflegebedürftigen Hilfe
durch solche Assistenten nur zögerlich beantragen. Schmidt rief
Betroffene dazu auf, die weit verbreitete Zurückhaltung aufzugeben.
Von 600 Millionen Euro, die für den ambulanten Bereich zur Verfügung
stünden, sei nur ein kleiner Teil abgerufen worden. Da der Bedarf
steige, erwarte sie weitere Einstellungen. Auch unter
Langzeitarbeitslosen wurden Bewerber angeworben - ihren Anteil konnte
Schmidt nicht beziffern.
Drei Wochen nach der Präsentation eines neuen Bewertungssystems
mit Schulnoten von «sehr gut» bis «mangelhaft» für alle rund 10 000
Pflegeheime im Kampf gegen Missstände sind Nachbesserungen in Sicht.
Nachdem der Vorschlag einer Ampelkennzeichnung wegen des Widerstands
der Pflege-Anbieter vom Tisch war, sind nun wieder Signalfarben im
Gespräch. Kritiker hatten bemängelt, dass schlechte Noten etwa bei
der Pflegequalität in der Gesamtnote nicht ausreichend
widergespiegelt würden, wenn andere Teilnoten gut seien.
«Ein aktuell diskutierter Entwurf enthält Rot als Signalfarbe für
besonders schlechte Bewertungen», sagte Florian Lanz, Sprecher des
Spitzenverbands der Krankenkassen, der Deutschen Presse-Agentur dpa.
«Je klarer und eindeutiger die Aussage, desto besser.» Schmidt sprach
von einer Kombination des Notensystems mit dem zuvor verworfenen
Ampelsystem zur Bewertung der Pflegeeinrichtungen.
Absehbar sei zudem, dass bundesweit knapp 300 Pflegestützpunkte
eingerichtet werden. Union und SPD hatten monatelang über solche
Beratungs- und Koordinierungsstellen gestritten. Die Union hatte
Schmidt vorgeworfen, ein bundesweit gefördertes Netz dieser Stellen
sei zu zentralistisch. Bei Ausschöpfen der Förderung könnten 1200
Stützpunkte geschaffen werden, doch den Ländern steht dies frei.
Statt ein Stützpunkt pro 30 000 Einwohner werde vielfach nur einer
pro 100 000 oder mehr eingerichtet, sagte Schmidt.
Längerfristig sollten die Stützpunkte zum Mittelpunkt der
Weiterentwicklung der Kommunen zur «Sozialen Stadt» mit besser
vernetzten Betreuungs-, Pflege- und Medizin-Angeboten für die immer
zahlreicheren Älteren werden. «Hier sehe ich die Zukunft», sagte
Schmidt.

Quelle: Mitteilung GKV-Spitzenverband Bund vom 20.3.2009
https://www.gkv-spitzenverband.de/News_ ... NewsID=607


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BeitragVerfasst: 23.03.2009, 18:12 
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Registriert: 14.09.2006, 07:10
Beiträge: 1831
Korrektur am Notensystem: Kommt nun doch die Ampel?

Berlin. Das neue Bewertungssystem für Pflegeheime steht offenbar vor der ersten Korrektur. Nachdem der Vorschlag einer Ampelkennzeichnung wegen des Widerstands der Pflege-Anbieter vom Tisch war, sind nun wieder Signalfarben im Gespräch. Kritiker hatten bemängelt, dass schlechte Noten etwa bei der Pflegequalität in der Gesamtnote nicht ausreichend widergespiegelt würden, wenn andere Teilnoten gut seien.
"Ein aktuell diskutierter Entwurf enthält Rot als Signalfarbe für besonders schlechte Bewertungen", sagte Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbands der Krankenkassen.

Nach Informationen von CAREkonkret hatte das Bundesgesundheitsministerium noch tiefgreifendere Veränderungen angeregt. Geplant war die Einführung von Ausschlusskriterien. Das bedeutet: Wenn in einem zentralen Bereich – etwa der Pflege – das Ergebnis mangelhaft ist, darf dass nicht durch andere Bereiche kompensiert werden. In diesem Fall hätte auf eine Gesamtnote ganz verzichtet werden sollen. Dieser Vorstoß ist bisher aber auf den Widerstand der Selbstverwaltung gestoßen.

Welche Korrekturen wird es geben? Lesen Sie mehr zum Thema in der CAREkonkret am kommenden Freitag.

Quelle: Mitteilung vom 23.03.2009
Vincentz Network, Hannover, http://www.vincentz.net


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