Brand im Caritas-Seniorenheim in Marienheide

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Brand im Caritas-Seniorenheim in Marienheide

Beitrag von Presse » 14.08.2011, 09:39

Bei einem Brand in einem Seniorenzentrum in Marienheide ist heute Nacht (13.08.2011) eine 75-jährige Frau ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, hatte es aus bisher ungeklärter Ursache in dem Zimmer der Frau gebrannt. Beim eintreffen der Feuerwehr fanden sie die leblose Frau. Außerdem wurden zwei Mitarbeiter des Heims durch Rauchvergiftung leicht verletzt.
Quelle: WDR-Bericht vom 14.08.2011

Ausführlicher Medienbericht:

Seniorin stirbt bei Altenheimbrand

Marienheide – Ein Zimmerbrand im Caritas Seniorenzentrum löste den größten Rettungseinsatz in der Geschichte des Oberbergischen Kreises aus – 250 Helfer rückten an – 75-Jährige verstirbt, elf Personen verletzt.
Von Christian Herse

Es ist das Horrorszenario eines jeden Helfers: Ein Feuer in einem Altenheim mitten in der Nacht. Am frühen heutigen Morgen wurden diese Befürchtungen Realität. Um 1:37 Uhr wurden sämtliche Feuerwehren der Gemeinde Marienheide in die Hermannsbergstraße alamiert. In dem dortigen Caritas Seniorenwohnheim hatten Mitarbeiter auf der vierten Ebene den Brand bemerkt und auch selbst erste Löschversuche gestartet. Als die Rettungswagencrew der nahen Wache am Einsatzort eintraf, war das gesamte Stockwerk bereits so sehr verraucht, dass keine Hilfe mehr möglich war.
.... Weiter lesen unter
http://www.oberberg-aktuell.de/index.ph ... dc5477ae55

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Brände in Pflegeheimen - Konsequenzen fällig

Beitrag von Presse » 14.08.2011, 14:54

Brände in Pflegeheimen müssen Konsequenzen haben - Bauminister von Bund und Ländern sind gefordert - Pflegeheime ohne Brandmeldeanlagen müssen nachrüsten oder schließen

Berlin/Marienheide (NRW). Wieder hat es in einem Pflegeheim gebrannt. Im nordrhein-westfälischen Marienheide kam eine 75-jährige Bewohnerin zu Tode und elf Personen wurden verletzt. Eine zur Feuerwehr aufgeschaltete Brandmeldeanlage hatte die Einrichtung nicht. Für die Deutsche Hospiz Stiftung sind diese wiederkehrenden Szenarien unerträglich. "Jeden Monat zählen wir neue Brandopfer und Brandtote. Jeden Monat die gleichen entsetzlichen Bilder und nichts geschieht. Es scheint als wollen Politik und Betreiber der Öffentlichkeit vorgaukeln, dass Brandtote in Pflegeeinrichtungen ein unausweichliches Lebensrisiko sind. Das ist aber falsch. Denn die laschen Brandschutzvorschriften sind oft die eigentliche Ursache für die Opferzahlen. Diese Erkenntnis wird aber von der Politik und den Betreibern ignoriert", kritisiert der Geschäftsführende Vorstand, Eugen Brysch. So wie der nordrhein-westfälische Bauminister, Harry K. Voigtsberger (SPD), verhalten sich alle Bauminister der Länder. Brysch wörtlich: "Nichts hören, nichts sehen, nichts tun. Die Opferzahlen zeigen, dass diese Ignoranz Menschenleben kostet. Pflegeeinrichtungen ohne aufgeschaltete Brandmeldeanlage müssen deshalb bis zum Ende des Jahres nachgerüstet oder geschlossen werden. Es dürfe nicht sein, dass wegen einer fehlenden Brandmeldeanlage ein Feuer erst viel zu spät bemerkt wird."

Wertvolle Zeit verstreicht - Ramsauer muss handeln

So verstreicht wertvolle Zeit, ohne dass eine Menschenrettung vorgenommen werden kann. Nach Entstehung des Brandes haben die Retter nur acht Minuten Zeit. Danach ist es kaum möglich Menschenleben zu schützen", beschreibt Brysch die wissenschaftlichen Erkenntnisse. In Marienheide sei der Brand erst bemerkt worden, als sich die Brandschutztüren des Abschnittes selbsttätig schlossen. Für pflegebedürftige Menschen, die sich selbst nicht retten können, und für die wenigen Pflegekräfte, die helfen wollen, eine entsetzliche Situation. Das kann vermieden werden. Voraussetzung ist aber, dass verpflichtende Mindeststandards eingeführt werden. Die Patientenschützer nehmen deshalb auch Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) in die Pflicht. Brysch: "Andere Bundesminister, die keine direkte Zuständigkeit haben, greifen bei allgemeiner Gefahr auch ein. Ramsauer kann in der Bund-Länder-Konferenz Druck machen, um einheitliche Sicherheitsbestimmungen zu erlassen. Bisher geschieht aber nichts." Auch die Träger von Pflegeeinrichtungen sind hier in der Pflicht. "Die Patientenschutzorganisation fordert die Betreiber auf, nicht darauf zu warten, bis die Politik ihnen Richtlinien vorgibt, sondern selbst für Sicherheit zu sorgen. Erst wenn Todesopfer zu verzeichnen sind, werden die meisten Träger aktiv. Das ist zu spät", so Brysch.

Die Patientenschützer der Schwerstkranken und Schwerstpflegebedürftigen kämpfen für technische Nachrüstungen und mehr Kontrollen. "Jedes Pflegeheim sollte über eine aufgeschaltete Brandmeldeanlage verfügen, so dass bei einem Feuer automatisch die Feuerwehrleitstelle benachrichtigt wird", verlangt Brysch. Ebenso braucht jedes Zimmer einen automatischen Rauchmelder, der mit der Brandmeldeanlage verbunden ist. Darüber hinaus müssen die Betreiber zwingend eine Sprinkleranlage auf jedem Stockwerk installieren und diese muss den gesamten Sicherheitsbereich abdecken. Jedes Jahr sterben nach Angaben der Patientenschützer bei Bränden in Pflege- und Altenheimen 20 Personen, 100 Menschen werden verletzt.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Hospiz Stiftung vom 14.08.2011

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