Medizinischen Versorgung in Pflegeheimen - Optimierung

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

Moderator: WernerSchell

johannes
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Beitrag von johannes » 17.11.2010, 07:38

weiter oben wurde geschrieben:

"Hätten die Pflegekräfte mehr Zeit verfügbar, könnten sie sich nachhaltiger kümmern."

Genau das ist von der Politik nicht gewollt! Anfangs wurde die Behandlungspflege den Pflegekräfte übergangsweise unentgeltlich aufgezwungen aufs Auge gedrückt. Nachdem sich diese Maßnahme als effektiv erwiesen hatte wurde sie, wie befürchtet, zu einer Regelleistung der Pflegeversicherung.

Nun werden allein für die Behandlungspflege nachgewiesenermaßen ohne Vergütung 10 % der Arbeitszeit der Pflegekräfte im Durchschnitt des Jahres gebunden, die zuvor für die grundpflegerische Versorgung zur Verfügung standen.

Es ist schlechterdings unmöglich mit ständig geringer werdenden zeitlichen Ressourcen immer mehr Aufgaben sach- und fachgerecht umzusetzen. Die aus dieser Politik resultierenden Defizite werden billigend in Kauf genommen - sonst würde die Politik ja anders handeln - nach dem Motto:

Wo gehobelt wird, da fallen Späne!
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Lutz Barth
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Auch die Pflege selbst dürfte verantwortlich sein!

Beitrag von Lutz Barth » 17.11.2010, 08:49

Das mag so sein, wenngleich doch die Pflegenden auf dem Weg ihrer Emanzipation nicht unerheblich dazu beigetragen hat, dass die grundpflegerische Versorgung aus dem Blick der Professionellen geraten ist: In dem "Pfannentragen" wurde eben nicht die berufliche Erfüllung gesehen. :wink:
Wir vertreten nicht immer die herrschende Lehre!

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Medizinische Versorgung in Pflegeheimen

Beitrag von WernerSchell » 21.11.2010, 07:52

Der Erfttaler Pflegetreff am 16.11.2010 informierte über die anstehenden Reformen in den Pflegesystemen und die „KV-Initiative Pflegeheim“
Pressemitteilung vom Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk vom 19.11.2010 mit zahlreichen Fotos hier:

http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 161110.php

Auszug:
Medizinische Versorgung im ambulanten Bereich und den Heimen (Hausbesuche etc.)


Ende 2005 wurde eine Buchveröffentlichung von Hallauer / Bienstein / Lehr / Rönsch vorgestellt mit dem Titel: „SÄVIP – Studie zur ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen.“ Ergebnis der Studie war u.a. die Erkenntnis, dass die fachärztliche Versorgung in den Heimen als mangelhaft bezeichnet werden muss. Die Studie rief zum Handeln auf.
Leider hat sich bei einer bundeweiten Betrachtung der medizinischen Versorgung bisher wenig geändert, so dass immer noch von einer nicht ausreichenden ärztlichen Versorgung in den Heimen gesprochen werden muss.
Die Kassenärztlichen Vereinigungen der BRD haben sich nunmehr mit der „KV Initiative Pflegeheim“ an die (Fach)öffentlichkeit gewandt mit dem Ziel, die medizinische Versorgung in den Heimen zu verbessern. Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hatte Gelegenheit, am 14.10.2010 mit dem Vorstand der KV Nordrhein ein Gespräch zu führen. Auf der Grundlage dieses Gespräches wurden am 15.10.2010 von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenversicherung angeschrieben und gebeten, die Initiative aufzugreifen.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Beitrag von WernerSchell » 08.01.2011, 09:07

Im Forum wird über die
Notfalldienstreform in Westfalen-Lippe - Neue Strukturen
viewtopic.php?t=15313
diskutiert.
Die Problematik muss in die weiteren Erörterungen zur medizinischen Versorgung einbezogen werden!

Werner Schell
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Ärztliche Versorgung alter Menschen - Probleme & Polemik

Beitrag von Presse » 10.01.2011, 10:58

Dtsch Arztebl 2011; 108(1-2)

Hibbeler, Birgit
Ärztliche Versorgung alter Menschen: Reale Probleme und viel Polemik
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/art ... p?id=80137

Sechster Bericht zur Lage der älteren Generation
http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Ab ... b=true.pdf
Ärztliche Versorgung in Heimen: Besser als ihr Ruf
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/art ... p?id=64336
Potenziell inadäquate Medikation für ältere Menschen: Die PRISCUS-Liste
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/art ... p?id=77776
Vorsorge und Rehabi­litation: Kassen legen erstmals Statistik vor
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/art ... p?id=79630
Ärztliche Versorgung in Pflegeheimen: Von Kooperationen profitieren alle
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/art ... p?id=57760

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Honorar für Haus- und Heimbesuche steigt - Priscus-Liste

Beitrag von Presse » 26.01.2011, 19:47

Arzneimittelsicherheit: Techniker Krankenkasse klärt mit neuem Service auf

Hamburg, 25. Januar 2011. Morgens zwei, mittags eine, abends drei: Pillenalltag für viele Senioren. Sechs verschiedene Medikamente pro Tag nehmen ältere Menschen in Deutschland durchschnittlich ein. Obwohl die über 60-Jährigen nur ein Viertel der Bevölkerung ausmachen, entfallen zwei Drittel aller verschriebenen Arzneimittel auf diese Altersgruppe. Der bunte Pillenmix ist eine tickende Zeitbombe, gerade für die Generation "60 Plus". Der Grund: Besonders Senioren sind anfällig für Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten. Ihre Organe arbeiten nicht mehr so schnell, Wirkstoffe können nicht mehr so gut aufgenommen beziehungsweise abgebaut werden. Mögliche Folgen: Sturzgefahr, Nierenschäden, Magenblutungen. Deswegen hat die Techniker Krankenkasse (TK) jetzt ihren Arzneimittelkontoauszug um einen Service speziell für Senioren erweitert, der auf Medikamente hinweist, die mögliche Neben- oder Wechselwirkungen hervorrufen können.

"Nach einer aktuellen Analyse der TK hat im ersten Halbjahr 2010 jeder sechste über 65-Jährige mindestens ein Medikament erhalten, das gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen kann", erklärt Tim Steimle, Apotheker und Fachbereichsleiter Arzneimittel bei der TK. "Um die Therapiesicherheit zu erhöhen, haben wir unseren Arzneimittelkontoauszug-Service TK-ViA deswegen jetzt um einen Hinweis auf die sogenannte 'Priscus-Liste' erweitert. Damit wollen wir informieren, nicht verunsichern. Patienten, die ein entsprechendes Medikament erhalten, sollen es auf keinen Fall eigenmächtig absetzen, sondern stattdessen die weitere Therapie mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.“

Diese Liste enthält eine Aufstellung von 83 Arzneimittelwirkstoffen, die für Senioren ab 65 Jahren nur eingeschränkt zu empfehlen sind und deswegen nur nach einer genauen Nutzen-Risiko-Bewertung vom Arzt verordnet werden sollten. Darunter fallen zum Beispiel Medikamente gegen Bluthochdruck, Depressionen und Schmerzmittel. Um die Arzneimitteltherapie von älteren Patienten sicherer zu machen, haben Wissenschaftler im Auftrag des Bundesforschungsministeriums diese Liste erstmalig für Deutschland erstellt. Neben der Aufstellung der Wirkstoffe erläutert die 'Priscus-Liste' die Risiken dieser Medikamente sowie mögliche Therapiealternativen.

Bestellt ein über 65 Jahre alter Versicherter jetzt TK-ViA und seine Übersicht enthält ein 'Priscus-Medikament', wird die entsprechende Verordnungszeile fett hervorgehoben. In einem Begleitbrief informiert die TK zum Thema. Bei Fragen können sich die Versicherten an den telefonischen Beratungsservice TK-ÄrzteZentrum wenden. TK-ViA listet alle verordneten Medikamente der letzten zwei Jahre auf.

Die aktuelle Priscus-Liste ist online abrufbar unter: http://www.priscus.net
TK-Versicherte können TK-ViA telefonisch oder im Internet bestellen: http://www.tk.de

Hinweis für die Redaktionen
Die TK bezieht sich auf den Arzneiverordnungsreport 2010 und aktuelle Daten der Ruhr-Uni Bochum. Dort wurden in einer telefonischen Befragung 2.500 Patienten über 70 Jahren zu ihrem Arzneimittelgebrauch befragt.


Quelle: Pressemitteilung vom 25.01.2011
TK-Pressestelle
Telefon 040 - 69 09-17 83
Fax 040 - 69 09-13 53
E-Mail pressestelle@tk.de


Honorar für Haus- und Heimbesuche steigt

Berlin – Eine deutlich bessere Vergütung für Haus- und Heimbesuche hat die Kassen­ärztliche Bundesvereinigung (KBV) im Bewertungsausschuss von Ärzten und Krankenkassen durchgesetzt. Die Leistungen werden ab Anfang April aus den Regel­leistungsvolumen heraus genommen und zum vollen Preis der Euro-Gebührenordnung honoriert. +)
„Hiermit unterstützen wir vor allem die Hausärzte, die in der überwiegenden Zahl solche Besuche absolvieren – aber auch die betroffenen Fachärzte gewinnen“, sagte der KBV-Vorstand Carl-Heinz Müller. .... (weiter lesen)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/4 ... steigt.htm

+) Pressemitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vom 26.01.2011:

Einigung im Sinne der Patienten und Ärzte
Bewertungsausschuss – Haus- und Heimbesuche werden künftig besser vergütet. Fachärzte der Grundversorgung sollen vor Honorarverlusten geschützt werden.


Berlin, 26. Januar 2011 – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat sich am Dienstag mit den Krankenkassen auf Maßnahmen geeinigt, die sowohl Patienten als auch Haus- und Fachärzten zugute kommen.

Besuche von Ärzten in Alten- und Pflegeheimen sowie Hausbesuche werden ab dem 1. April deutlich besser vergütet. Zudem werden Haus- und Heimbesuche aus den Regelleistungsvolumen heraus genommen und zum vollen Preis der Euro-Gebührenordnung honoriert. Dazu erklärte KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller: „Wir haben erreicht, dass insbesondere die wachsende Zahl älterer Patienten profitiert, aber auch die Ärzte, die diese versorgen. Hiermit unterstützen wir vor allem die Hausärzte, die in der überwiegenden Zahl solche Besuche absolvieren – aber auch die betroffenen Fachärzte gewinnen. Insgesamt bedeutet diese Einigung eine deutliche und zukunftsweisende Verbesserung für die Versorgung, da im Zuge der demografischen Entwicklung immer mehr alte und multimorbide Menschen zu Hause und in entsprechenden Einrichtungen versorgt werden müssen.“ Bereits abgeschlossene regionale Vereinbarungen zur Förderung von Heimbesuchen bleiben von der neuen Regelung unberührt.

Des Weiteren vereinbarten KBV und Kassen, bestimmte Arztgruppen bei überproportionalen Honorarverlusten zu stützen. „Wir sind zufrieden mit den Ergebnissen dieses Bewertungsausschusses“, betonte der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Köhler. Ab sofort können Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen einen Ausgleich vereinbaren, wenn bei bestimmten Facharztgruppen überproportionale Honorarverluste festgestellt werden. Zu diesen Gruppen der fachärztlichen Grundversorgung gehören unter anderem Orthopäden, Augenärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Pädaudiologen. Für sie können die Vertragspartner auf Landesebene Vorwegabzüge aus dem Honorarzuwachs für 2011 beschließen. „Dies bedeutet eine Besserstellung der in der Grundversorgung tätigen Fachärzte, ohne dass andere Arztgruppen verlieren“, erklärte Köhler.

Quelle: http://www.kbv.de/presse/38256.html

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Haus- und Heimbesuche - mehr Geld !

Beitrag von Presse » 27.01.2011, 07:55

Ab 1. April mehr Geld für Haus- und Heimbesuche
Haus- und Heimbesuche von Ärzten sollen ab dem 1. April deutlich besser vergütet werden als bisher. Darauf hat sich der Bewertungsausschuss aus Ärzten und Krankenkassen in Berlin verständigt. mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=638 ... tung&n=862

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Bessere ärztliche Versorgung in Pflegeheimen ....

Beitrag von Presse » 04.02.2011, 17:50

Jetzt bessere ärztliche Versorgung in Pflegeheimen in Baden-Württemberg
Neue regionale Netzwerke stellen Arztbesuche sicher


Stuttgart (ots) - Um die medizinische Versorgung von älteren Menschen in Pflegeheimen zu verbessern, haben AOK, Ärzteverbände und Pflegeheime einen bisher landesweit einmaligen Vertrag mit Modellcharakter geschlossen. "Wegen des hohen zeitlichen und organisatorischen Aufwands und der in vielen Fällen nicht kostendeckenden Honorierung leidet derzeit die ärztliche Versorgung in Pflegeheimen", so Dr. Christopher Hermann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Abhilfe schaffen sollen jetzt regionale Netzwerke von Ärzten und Pflegeheimen, über die regelmäßige Arztbesuche organisiert werden.

"Uns allen war klar, wir müssen schnell und vor allem gemeinsam handeln, um die derzeitige Situation der ärztlichen Versorgung dauerhaft verbessern zu können. Was wir jetzt vorlegen, kann als Blaupause dienen und ist auf die Zukunft ausgerichtet. Wenn sich die Zahl der derzeit 84.000 Pflegeheimbewohner in Baden-Württemberg nach statistischen Berechnungen in den nächsten 20 Jahren fast verdoppeln wird, kann das Problem nur dezentral gelöst werden. Das soll in den Netzwerken, die wir in Stuttgart und Esslingen erproben, geschehen", so Hermann weiter. Mit dem Vertrag wolle die AOK mit dazu beitragen, dass vermeidbare Krankentransporte und Krankenhausaufenthalte, die die Patienten belasten und z.T. auch unnötige Kosten verursachen, reduziert werden. Nach eigenen Angaben hat die AOK Baden-Württemberg in den ersten 9 Monaten 2010 rund 140 Millionen Euro für die Krankenhausbehandlungen von Pflegeheimbewohnern ausgegeben.

"Der Vertrag setzt aus hausärztlicher Sicht genau an den richtigen Stellschrauben an und schafft dadurch die notwendigen Rahmenbedingungen für teilnehmende Hausärzte, um die Versorgungsqualität nachhaltig zu verbessern", sagt Dr. Berthold Dietsche, Landesvorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg. AOK-Versicherte, die sich in das neue Programm einschreiben, bekommen mindestens alle 14 Tage Besuch von ihrem Arzt. Bei den Besuchen ist eine Pflegekraft dabei, die den Heimbewohner kennt. Die Heime organisieren außerdem regelmäßige Fallbesprechungen mit den Ärzten und dokumentieren Pflege und Krankheit. "In Not- und Vertretungsfällen verfügt der behandelnde Arzt dadurch über sämtliche Informationen, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten", so Dietsche. "Die beteiligten Ärzte organisieren außerdem einen Vertretungs- und Bereitschaftsdienst, der montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr zu erreichen ist und verpflichten sich - wie auch die Pflegeeinrichtungen - zu regelmäßigen geriatrischen Fortbildungen."

Diese Leistungen werden von der AOK über gesonderte Pauschalen honoriert: "Die Ärzte erhalten pro Versicherten und Quartal durchschnittlich 80 Euro", so Hermann. Bei 1.000 Teilnehmern seien dies rund 320.000 Euro pro Jahr. "Durch die verbesserte ärztliche Versorgung erwarten wir Einsparungen durch Vermeidung unnötiger Klinikeinweisungen und Krankentransporte, die diese Kosten kompensieren werden."

Die angemessene Honorierung ist auch im Sinne des Stuttgarter Allgemeinmediziners und Vorsitzenden des Ärzteverbundes MEDI, Dr. Werner Baumgärtner: "Momentan bekommt ein Hausarzt pro Patient und Quartal von den gesetzlichen Kassen rund 35 Euro. Auch wenn ich zehn Mal im Quartal einen Hausbesuch machen muss oder jede Woche ins Pflegeheim gehe, wird das mit 35 Euro vergütet." Der neue Vertrag sei daher ein Schritt in die richtige Richtung. "Er sichert die Hausarztpraxen und lässt uns mehr Zeit für unsere Patienten in Pflegeheimen."

Vom Vertrag überzeugt ist auch Bernhard Schneider von der Evangelischen Heimstiftung, demzufolge mit den bestehenden ambulanten Strukturen die ärztliche Versorgung nicht mehr zu bewältigen ist. "In die Verhandlungen sind unsere gesamten praktischen Erfahrungen eingeflossen. Am Ende ist ein Vertrag entstanden, der bundesweit Zeichen setzt. Durch die regelmäßigen Besuche der Ärzte im Pflegeheim, die abgestimmten Vertretungsregelungen und die telefonische Bereitschaft können die vielen unnötigen Krankenhauseinweisungen verhindert werden. Die Zumutung, dass alte Menschen sinnlos herumkutschiert werden, wird damit ein Ende haben."

Sowohl im AOK-Hausarztprogramm eingeschriebene Ärzte als auch AOK-Versicherte können sich in den nächsten Wochen einschreiben. Für den Herbst ist eine Evaluation geplant. Ist das Programm erfolgreich, "wollen wir ab Januar 2012 weitere Pflegeeinrichtungen einbeziehen und das Konzept flächendeckend in Baden-Württemberg einführen", so Hermann.

Die AOK Baden-Württemberg versichert über 3,8 Millionen Menschen im Land und zahlt rund 11 Milliarden Euro pro Jahr an Leistungen in der Kranken- und Pflegeversicherung.

Weitere Infos zur AOK Baden-Württemberg: http://www.aok-bw.de

Hinweis an die Redaktionen:
Die Digitale Pressemappe mit weiteren Informationen gibt es unter http://www.aok-bw-presse.de .

Quelle: Pressemitteilung vom 02.02.2011
Pressekontakt: Pressestelle der AOK Baden-Württemberg
Tel.: 0711 / 2593 - 229
Fax: 0711 / 2593 - 300
E-Mail: presse@bw.aok.de

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Netzwerke sollen Versorgung in Pflegeheimen verbessern

Beitrag von Presse » 05.02.2011, 07:26

Stuttgart: Netzwerke sollen Versorgung in Pflegeheimen verbessern

Stuttgart (dpa). Um die medizinische Versorgung von Menschen in Pflegeeinrichtungen zu verbessern, sind in einem Pilotprojekt regionale Netzwerke von Ärzten und Pflegheimen an den Start gegangen. Darauf haben sich Ärzteverbände, Pflegeheime und die AOK geeinigt, teilte die Krankenkasse jetzt in Stuttgart mit. Rund 1.000 AOK-Versicherte in 20 Pflegeheimen in Stuttgart und Esslingen sollen so künftig regelmäßigere Besuche von Fachärzten erhalten, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Christopher Hermann.
Die zusätzlichen Kosten sollen nach Angaben der Krankenkasse durch unnötige Klinikeinweisungen ausgeglichen werden. Bei einem positiven Verlauf sei geplant, die regionalen Netzwerke auf das ganze Land auszuweiten.

Details zu diesem Projekt lesen Sie in der nächsten Print-Ausgabe von CAREkonkret am 11. Februar.

Quelle: Pressemitteilung vom 04.02.2011
Vincentz Network, Hannover, http://www.vincentz.net

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Gefährdet neue Besuchs-Vergütung das RLV?

Beitrag von Presse » 08.02.2011, 07:27

Gefährdet neue Besuchs-Vergütung das RLV?

Die KV Westfalen-Lippe warnt: In KVen, in denen die RLV ohnehin knapp sind, lässt das höhere Honorar für Haus- und Heimbesuche die RLV weiter sinken. mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=639 ... tung&n=885

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Mehr Geld für Haus- und Heimbesuche - Trick ...

Beitrag von Presse » 09.02.2011, 08:01

Mehr Geld für Haus- und Heimbesuche – nur ein Taschenspielertrick der KBV
Berufsverband der Deutschen Urologen fordert spezielle Struktur- und Modellverträge


Düsseldorf. Die Unzufriedenheit bei den Urologen ist groß: "Die bessere Vergütung für Haus- und Heimbesuche zum 01. April 2011, auf die sich der Bewertungsausschuss aus Ärzten und Kassen jetzt in Berlin verständigt hat, ist alles andere als ein Verhandlungserfolg", so Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Urologen e.V. (BDU e.V.) .

"Die halbstaatliche Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in Berlin verspricht mehr Honorar für Haus- und Heimbesuche außerhalb des Regelleistungsvolumens (RLV). Eine extrabudgetäre, freie Leistung außerhalb der Medizinischen Gesamtvergütung ist das mitnichten", urteilt Dr. Schroeder. Das RLV werde künftig in jedem Versorgungsbereich um das bisherige Honorar der Haus- und Heimbesuche „bereinigt“, damit Vertragsärzte diese dann als „Einzelleistung“ wieder erbringen sollen, so Schroeder weiter. Das werde auch dadurch nicht attraktiver, wenn der Besuch um fast 40 Prozent aufgewertet werde.

„Das ist keine vertrauensbildende Maßnahme der ärztlichen Selbstverwaltung in Berlin“, kritisiert der BDU-Präsident. „Hier wird die KBV zum billigen Erfüllungsgehilfen einer verfehlten Gesundheits- und Verhandlungspolitik. Haus- und Heimbesuche zum Ausgleich von Versorgungsdefiziten sind nur als Zusatzverträge (Add-on) eine Lösung.“ Der BDU-Präsident geht noch weiter: „Wenn freie Leistungen im Vorwegabzug die RLV schmälern, machen sie keinen Sinn. Denn es gibt kein zusätzliches Geld. Im Gegenteil es wird jetzt mehr aus dem RLV herausgenommen als vorher drin war!“ Die Urologen seien gut beraten, die Leistungen der Haus- und Heimbesuche nicht auszuweiten, solange den Vertragsärzten dafür nicht effektiv mehr Geld zur Verfügung stehe. Der BDU-Präsident: "Freie Leistungen in der Mengenbegrenzung zu Lasten des Fallwertes lehnen wir ab.“

Dr. Axel Schroeder fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung beziehungsweise die Kassenärztlichen Vereinigungen auf, die Haus- und Heimbesuche über Strukturverträge zu stützen und nicht zu Lasten der Regelversorgung vermeintliche Anreize zu schaffen.

Der BDU e.V. bietet den Kostenträgern in Kooperation mit der urologischen Genossenschaft Bund der Urologen eG Gespräche und Verhandlungen zu Selektivverträgen auch im Bereich Haus- und Heimbesuche an.

Quelle: Pressemitteilung vom 08.02.2011
Weitere Informationen:
Dr. Axel Schroeder
Haart 87-89
23534 Neumünster
Tel. 04321/922528
Fax 04321/2792
E-Mail: office@bdu-praesident.de
oder
Pressestelle des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V.
Bettina-C. Wahlers
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17
21149 Hamburg
Tel.: 040 - 79 14 05 60
Mobil: 0170 - 4827287
E-Mail: redaktion@bettina-wahlers.de

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Honorarvereinbarung zu Haus- und Heimbesuchen

Beitrag von Presse » 09.02.2011, 08:13

Urologen kritisieren Honorarvereinbarung zu Haus- und Heimbesuchen

Düsseldorf – Der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) http://www.urologenportal.de/ hat die Entscheidung des Bewertungsausschusses von Ärzten und Krankenkassen kritisiert, nach der Haus- und Heimbesuche zukünftig deutlich höher honoriert werden. Die Leistungen werden ab Anfang April aus den Regelleistungsvolumen (RLV) heraus genommen und zum vollen Preis der Euro-Gebührenordnung honoriert.
... (mehr)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/4 ... suchen.htm

aerzteblatt.de
Haus- und Heimbesuche: Honorar steigt

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=44432

Gerhard Schenker
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Hausbesuche sollen besser vergütet werden - gut so !

Beitrag von Gerhard Schenker » 21.02.2011, 09:09

Die Botschaft erscheint zunächst erfreulich. Für Heim- und Hausbesuche gibt es mehr Geld. Das wäre ja eigentlich vernünftig. Aber nun gibt es dem Vernehmen nach bereits heftigen Widerstand innerhalb der Ärzteschaft, weil die angekündigte Erhöhung zu Lasten des insgesamt zu verteilenden Honorars geht. Also mit anderen Worten: Diejenigen, die nicht kräftig am Besuchsdienst beteiligt sind, werden Federn lassen.
Man darf gespannt sein, wie sich dies weiter entwickelt und ob die Hausbesuchssituation wirklich verbessert werden kann.

G.Sch.
Das Pflegesystem bedarf einer umfassenden Reform - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung zukunftsfest machen!

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Hausbesuche - 80 Euro gefordert

Beitrag von Presse » 01.03.2011, 07:55

Kammer Hamburg fordert 80 Euro für Hausbesuche
Hamburg – Eine angemessene Vergütung für die Hausbesuche in Hamburg verlangt die Ärztekammer der Stadt. „Wir fordern ab sofort für einen normalen geplanten Hausbesuch tagsüber 80 Euro (plus adäquate Anfahrtpauschale), und für alle Besuche zur Unzeit oder mit Verlassen der Sprechstunde im akuten Notfall 120 Euro zu zahlen“, heißt es in einer Resolution der Kammer. Die Leistung müssten die Kassen außerhalb der gedeckelten Gesamtvergütung übernehmen. Anderenfalls könnten Hausbesuche in Hamburg nur noch in deutlich reduzierter Zahl erfolgen.
.... (mehr)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/4 ... esuche.htm

Gaby Modig
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Priscus-Liste - Medikamentenwarnung

Beitrag von Gaby Modig » 07.03.2011, 07:33

Die Rheinische Post berichtete am 27.01.2011 zum Thema:

Priscus-Liste mit 83 Arzneien
Forscher warnen vor Medikamenten für Ältere

zuletzt aktualisiert: 27.01.2011
Düsseldorf (RPO). Schmerztabletten, Blutdrucksenker, Beruhigungsmittel – Medikamente, die älteren kranken Menschen helfen sollen und das Gegenteil bewirken können: Forscher der Universität Herdecke haben eine Liste mit 83 Arzneimitteln veröffentlicht, die Ärzte Senioren verschreiben, obwohl sie im schlimmsten Fall mehr schaden als nutzen. ..... weiter lesen unter
http://www.rp-online.de/gesundheit/medi ... 57730.html

Heute, 07.03.2011, greift die Rheinische Post das Thema erneut auf und warnt Senioren!

Gaby
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

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