„Tag gegen den Schlaganfall“ = Symptome schnell erkennen und 112 wählen!

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„Tag gegen den Schlaganfall“ = Symptome schnell erkennen und 112 wählen!

Beitrag von WernerSchell » 30.04.2017, 06:34

Tag gegen den Schlaganfall 10.05.2017: Symptome schnell erkennen und 112 wählen! Pro Pflege … unterstützt seit Jahren Selbsthilfeaktivitäten bei Schlaganfall. Infos erhältlich beim Neusser Pflegetreff am 10.05.2017:
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =7&t=21887
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=22110

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270.000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland einen Schlaganfall. 70 Prozent der Schlaganfälle wären vermeidbar.

Der 10. Mai ist der „Tag gegen den Schlaganfall“. Kliniken, Ärzte und Selbsthilfegruppen werden bundesweit über die Volkskrankheit aufklären. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie das Thema in Ihre Berichterstattung aufnehmen.
Der Schlaganfall ist und bleibt eine Volkskrankheit. Er ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Mehr als 60 Prozent der Betroffenen bleiben dauerhaft auf Pflege, Therapie oder Hilfsmittel angewiesen.
Dabei wären mindestens 70 Prozent aller Schlaganfälle zu verhindern, wenn sich die Menschen gesünder verhielten. Das Motto des diesjährigen Tags gegen den Schlaganfall lautet „Gesundheit braucht Motivation. So finden Sie Ihren Weg!“. Zum 10. Mai wird die Deutsche Schlaganfall-Hilfe dazu Informationen und einen Test in ihrem Internet-Portal bereitstellen.
Auch darüber hinaus liefert der Schlaganfall viele spannende Aspekte für eine aktuelle Berichterstattung. In unserem Internet-Portal finden Sie Material dazu. Suchen Sie weitere Themenideen oder Ansprechpartner? Wir helfen gern.

Internet > http://www.schlaganfall-hilfe.de/home

Quelle: Pressemitteilung vom 11.04.2017
Mario Leisle
Pressesprecher
Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Schulstraße 22 | 33311 Gütersloh
E-Mail: presse@schlaganfall-hilfe.de
Internet: http://www.schlaganfall-hilfe.de
facebook.com/schlaganfallhilfe
#TagGegenDenSchlaganfall
Tel. 05241 9770-12

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Siehe auch unter:
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... hlaganfall

Video Schlaganfall: Alle Infos rund um den Hirnschlag
>  http://www.rp-online.de/leben/gesundhei ... -1.5717037
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WernerSchell
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Schlaganfall: Symptome schnell erkennen?!

Beitrag von WernerSchell » 10.05.2017, 06:22

Presseinformation der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) vom 10.05.2017

Tag gegen den Schlaganfall: Symptome schnell erkennen?! – Ein neuer Video-Clip macht’s möglich

Berlin, Mai 2017– Gesichtslähmung, Sprachstörungen und Lähmung in den Armen – das sind die wichtigsten Symptome eines Schlaganfalls. Doch nur etwa ein Fünftel der Europäer kennt eines davon. Um dafür zu sensibilisieren, gibt der bundesweit bekannte Cartoonist und Filmemacher Ralph Ruthe nun einen Video Clip heraus. Die Schirmherrschaft für dieses Projekt hat die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) übernommen. Das Video wird erstmals zum Tag gegen den Schlaganfall am kommenden Mittwoch, den 10. Mai um 10 Uhr auf der Facebook-Seite von Ruthe unter https://de-de.facebook.com/ruthe.de/ veröffentlicht sowie als Stream bei Spotify. Auch das bekannte Musik-Label Universal Music unterstützt die Aktion – und stellt den Song als Download bei I-Tunes zur Verfügung. Der Erlös kommt der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zu Gute.

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall. Nach Ansicht von Experten ist eine stärkere Aufklärung über die Erkrankung dringend notwendig: Der Schlaganfall ist die dritt-häufigste Todesursache in Deutschland. Jedes Jahr erkranken hierzulande etwa 260 000 Menschen daran. „Doch trotz zahlreicher Aufklärungsaktionen kennen viele die wichtigsten Symptome nicht“, sagt Professor Dr. med. Wolf Schäbitz, Pressesprecher der DSG und Chefarzt der Klinik für Neurologie am Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) in Bielefeld.

Der neue Video-Clip von Ralph Ruthe, der vom EvKB in Auftrag gegeben wurde, verfolgt einen neuen Ansatz in der medialen Aufklärungsarbeit – denn vergleichbare Aktionen zur Schlaganfall-Prävention gibt es bisher hierzulande noch nicht. Das Besondere daran: Die Symptome des Schlaganfalls werden mit einem kurzen Cartoon-Film einfach und verständlich vermittelt. Der Video-Clip soll über die modernen Kanäle des Web 2.0.wie Netflix, Youtube, Facebook oder Snapchat verbreitet werden und vor allem junge Menschen ansprechen. Dieses ist besonders bedeutsam, da eine aktuelle amerikanische Studie einen dramatischen Anstieg von Krankenhausbehandlungen bei jüngeren Schlaganfallpatienten im Alter von 18 bis 54 Jahren zeigt. Die Rate an Klinikaufenthalten aufgrund eines akuten ischämischen Schlaganfalls bei Männern wie auch Frauen im Alter zwischen 18 und 54 Jahren ist seit 1995 signifikant angestiegen. Bei Männern im Alter zwischen 35 und 44 Jahren war von 2003 bis 2012 sogar ein Anstieg um 41,5 Prozent, bei Frauen immerhin noch um 30 Prozent zu verzeichnen. Parallel dazu verdoppelte sich das Auftreten von drei oder mehr der fünf häufigsten Schlaganfall-Risikofaktoren (Hypertonie, Fettstoffwechselstörung, Diabetes, Rauchen, Adipositas) für Frauen und Männer der Altersgruppe 18 bis 64 Jahre. (Quelle: JAMA Neurology, 10. April 2017).

Die Grundlage für den Film mit dem Titel „Lächeln – Sprechen – Hände hoch“ bildet der sogenannte FAST (Face, Arms, Speech, Time) -Test, mit dem sich die meisten Schlaganfälle innerhalb weniger Minuten mit fast 100 prozentiger Empfindlichkeit feststellen lassen. „Der Test gehört mittlerweile auch in Deutschland zur Grundausbildung des Rettungspersonals“, so Professor Dr. med. Martin Dichgans, 1. Vorsitzender der DSG und Direktor des Instituts für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD) am Klinikum der Universität München. „Der erste Schritt besteht darin, den Betroffenen um ein Lächeln zu bitten. Wenn das Gesicht dann einseitig verzogen ist, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.“ Anschließend sollte die Person die Arme nach vorne strecken und dabei die Handflächen nach oben drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, sondern ein Arm sinkt ab und bei dem anderen Arm kann die nach oben gehaltene Handinnenfläche nicht in dieser Position gehalten werden, so dass sich langsam der Handrücken nach oben dreht. Dieses ist dann auch ein Zeichen für eine Halbseitenlähmung, die auch den Arm betrifft.
In einem nächsten Schritt sollte der potentiell Erkrankte gebeten werden, einen einfachen Satz nachzusprechen. „Falls er das nicht kann und die Stimme verwaschen klingt, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor“, erläutert Schäbitz. „Wenn sowohl Lähmungen als auch Sprachschwierigkeiten festgestellt wurden, sollten Beobachter sofort die Notrufnummer 112 wählen und die Symptome schildern.“ Eine schnelle Reaktion ist bei einem Schlaganfall besonders wichtig – in Akutsituationen zählt jede Minute. Je weniger Zeit zwischen den ersten Symptomen und dem Beginn der Behandlung liegt, desto günstiger ist die Prognose für den Patienten – und desto größer die Hoffnung auf ein Leben ohne bleibende Schäden.

Fachlicher Kontakt bei Rückfragen:
Prof. Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz
Pressesprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
Evangelisches Klinikum Bethel
Klinik für Neurologie
Haus Gilead I | Bethel
Burgsteig 13
33617 Bielefeld
Telefon: 0521/77278301

Pressekontakt:
Pressestelle der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft
Friederike Gehlenborg
Tel.: +49 (0)711 8931-295, Fax: +49 (0)711 8931-167
E-Mail: gehlenborg@medizinkommunikation.org
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Schlaganfall: Jede Sekunde zählt

Beitrag von WernerSchell » 10.05.2017, 11:54

Ärzte Zeitung vom 10.05.2017
Schlaganfall: Jede Sekunde zählt
Morgen ist der Tag des Schlaganfalls: Die Zahl der Erkrankungen nimmt zu – der Schlaganfall ist in Deutschland die dritthäufigste Todesursache.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=935 ... all&n=5743
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„Tag gegen den Schlaganfall“ = Symptome schnell erkennen und 112 wählen!

Beitrag von WernerSchell » 06.05.2019, 07:24

Am 10. Mai ist bundesweiter "Tag gegen den Schlaganfall". 270.000 Menschen sind pro Jahr in Deutschland betroffen. Er ist die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter. Was die wenigsten wissen: Noch häufiger hinterlässt der Schlaganfall unsichtbare Folgen. Die Auswirkungen für die Betroffenen sind nicht weniger tragisch – und die ambulante therapeutische Versorgung weist große Lücken auf.


„Ich spüre was, was du nicht siehst“

Ein hinkender Gang, eine gelähmte Hand – solche Merkmale verbinden viele Menschen mit einem Schlaganfall. Doch kaum bekannt ist, dass rund 80 Prozent der Patienten an den unsichtbaren Folgen dieser Krankheit leiden. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe stellt den bundesweiten „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai deshalb unter das Motto „Ich spüre was, was du nicht siehst …“
Patienten-Geschichten wie diese kennt man in jeder neurologischen Rehabilitationsklinik: Ein jüngerer Mensch erleidet einen Schlaganfall, übersteht ihn äußerlich nahezu unbeschadet und kehrt zurück an seinen Arbeitsplatz. Doch wenige Wochen später bricht er zusammen und muss in die Reha. Viele Patienten merken erst im Alltag, dass sie den Anforderungen ihres bisherigen Lebens nicht mehr gewachsen sind.

Das Gehirn braucht viele Pausen
„Das Gehirn braucht in den ersten 18 bis 36 Monaten nach dem Schlaganfall extrem viele Erholungspausen“, sagt Dr. Caroline Kuhn, Leiterin der Neuropsychologischen Lehr- und Forschungsambulanz der Universität des Saarlandes. Die Neuropsychologin ist Autorin eines Ratgebers für Patienten und Angehörige und berät die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.
Zu den häufigsten neuropsychologischen Funktionsstörungen nach Schlaganfall zählen Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefizite, oft einhergehend mit Gedächtnislücken und Planungsstörungen. Nicht selten sind Patienten schon mit der Organisation ihres Einkaufs überfordert. Ebenfalls häufig kommt es zu Sprach- oder Sehstörungen. Hinzu kommen oft emotionale Veränderungen, die vor allem die Beziehung zu Partnern und Angehörigen belasten.

Ambulante Versorgung Mangelware
Betroffene sollten sich unbedingt professionelle Hilfe holen. Außerhalb von neurologischen Rehabilitationskliniken sind niedergelassene Neuropsychologen hier die erste Adresse. Allerdings ist die ambulante Versorgungssituation schlecht, Patienten müssen oft monatelang auf einen Termin warten. Es gibt schlicht viel zu wenige Therapeuten.
Dr. Thomas Guthke, 1. Vorsitzender der Gesellschaft für Neuropsychologie, spricht von einem „extremen Defizit im Angebot neuropsychologischer Leistungen, das insbesondere im ambulanten Bereich sehr deutlich wird.“ Die Fachgesellschaft hat überschlagen, dass es in Deutschland Bedarf für mindestens 1.000 ambulante Neuropsychologen gibt. Aktuell gibt es rund 200.

Kompensation durch Ergotherapie
Das hat zwei wesentliche Gründe: Neuropsychologen haben eine spezielle, umfangreiche Weiterbildung, die sie seit einigen Jahren auch berechtigt, ambulante Behandlungen mit den Kassen abzurechnen. Die Ausbildung ist jedoch sehr langwierig, was viele Interessenten abschreckt. Und die Zulassungsverfahren sind in manchen Regionen sehr langwierig.
Vermutlich wird es noch Jahre dauern, bis sich die Situation entspannt. Dr. Caroline Kuhn empfiehlt Patienten, die keinen Termin bekommen, sich zunächst an einen Ergotherapeuten zu wenden. „Dabei sollte man bei der Auswahl der Praxis darauf achten, dass die Therapeuten auf neurologische Erkrankungen spezialisiert sind“, so die Neuropsychologin.

Überforderung vermeiden
Familie, Freunde und Arbeitskollegen sollten insbesondere in der ersten Zeit nach dem Schlaganfall besonders einfühlsam mit den Betroffenen umgehen. Patienten rät Caroline Kuhn, „offen zu kommunizieren, dass meine Belastungsgrenzen reduziert sind. Dann kann auch mein Umfeld besser damit umgehen. Das ist kein Grund, sich zu schämen“.

Tag gegen den Schlaganfall
1999 rief die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe erstmals den „Tag gegen den Schlaganfall“ aus. Seither veranstalten Kliniken, Ärzte und Selbsthilfegruppen bundesweit rund um den 10. Mai Gesundheitsaktionen und Vorträge. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe stellt in ihrem Internet-Portal umfangreiche Informationen zum Umgang mit neuropsychologischen Funktionsstörungen bereit: www.schlaganfall-hilfe.de.

Quelle: Pressemitteilung vom 06.05.2019
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Zehn Fakten über Schlaganfälle, die jeder kennen sollte

Beitrag von WernerSchell » 06.05.2019, 16:59

Zehn Fakten über Schlaganfälle, die jeder kennen sollte

Frankfurt am Main/Nittendorf (pts/06.05.2019/12:17) Depression, soziale Isolation, Familienzusammenbruch, finanzielle Schwierigkeiten und Unfähigkeit, Hilfe zu erhalten - neben den körperlichen Folgen sind das häufige "Nebenwirkungen" eines Hirninfarkts oder einer Hirnblutung, landläufig auch als Schlaganfall bezeichnet. Aus Anlass des am 10. Mai stattfindenden "Tag des Schlaganfalls" haben wir wichtige Fakten zusammengestellt, welche die Tragweite dieser Erkrankung zeigen, aber auch ein Licht auf den Umstand werfen, dass ein Großteil der Fälle vermeidbar wäre und die Folgen bei intensiver Therapie für Betroffene wie Gesellschaft deutlich verbessert werden könnten.

1. Pro Jahr erleiden weltweit 15 Millionen Menschen laut Zahlen der WHO einen Schlaganfall, den fünf Millionen Patienten nicht überleben und der fünf Millionen Menschen dauerhaft beeinträchtigt zurücklässt.
2. Bei 270.000 Schlaganfällen pro Jahr in Deutschland ereignet sich alle 116,8 Sekunden einer hierzulande. Während Sie diesen Text lesen, wahrscheinlich zwei. In ganz Europa sind es rd. 600.000 - bis zum Jahr 2035 sagen Experten einen Zuwachs auf über 820.000 Fälle im Jahr voraus.
3. 70 % der Schlaganfälle, die sich hierzulande ereignen, wären nach Schätzungen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zu verhindern, wenn eine entsprechende Vorsorge getroffen würde.
4. Zu den primären Risikofaktoren für Schlaganfälle gehören Bluthochdruck, zu hohe Blutfett- und Blutzuckerwerte, übermäßiger Alkohol- und Tabakkonsum, Bewegungsmangel, Übergewicht, unausgewogene Ernährung und Stress - also Faktoren, die sich durch geändertes Verhalten und/oder medikamentöse Behandlung beeinflussen lassen.
5. Studien legen nahe, so die WHO , dass eine Reduzierung des systolischen Blutdrucks um je 10 mmHg das Schlaganfallrisiko für Menschen zwischen 60 und 79 Jahren um ungefähr ein Drittel senkt.
6. Etwa jeder vierte Schlaganfallpatient in Deutschland ist im erwerbsfähigen Alter. Auch Kinder sind betroffen: Pro Jahr treten hierzulande bei 200 bis 300 Kindern Schlaganfälle auf, wie im Jahr 2007 das Universitätsklinikum Münster (UKM) verlautbarte.
7. Nach Analysen des Erlanger Schlaganfall-Registers verursacht ein Hirninfarkt im ersten Jahr Behandlungskosten von durchschnittlich ca. 15.000 Eur, auf die gesamte verbleibende Lebenszeit gerechnet ca. 43.000 Eur.
8. Die geschätzten jährlichen Gesamtkosten von Schlaganfällen in der EU (Gesundheits- und Nicht-Gesundheitskosten) von über 45 Mrd. Eur steigen auch aufgrund der seit 20 Jahren stetig steigenden Überlebensraten.
9. Die höchste Rate von Schlaganfällen je 100.000 Einwohner weisen innerhalb der EU mit 180 bis 200 Fällen laut Daten des King's College Lettland, Bulgarien und Rumänien auf, die niedrigsten Raten (unter 50 Fälle) Spanien, Zypern und Großbritannien. Deutschland liegt mit knapp über 50 Fällen pro Jahr im vorderen Mittelfeld.
10. Für die erfolgreiche Rehabilitation gilt heute die frühe Mobilisation des Patienten als wesentlicher Erfolgsfaktor. Das "Zurück in die Senkrechte" dient dem vordringlichen Ziel, die Körperfunktionen des Patienten zu erhalten.

Mobilisation einer der Schlüssel für die erfolgreiche Therapie
"Die Auswirkungen eines Schlaganfalls sind weit mehr als nur ökonomisch", so Alexandra Stegmayr, Geschäftsführerin der faber Biomechanik GmbH. Überlebende leiden häufig an einer Langzeitbehinderung, einschließlich Problemen bei der Mobilität, Sehvermögen, Sprache, Gedächtnis, dazu kommen Persönlichkeitsveränderungen, Müdigkeit und Depression. "Die schnelle Mobilisation ist einer der Schlüssel für die erfolgreiche Rehabilitation. Da ist es aus unserer Sicht nicht hinnehmbar, dass die Umsetzung der Therapie zu häufig an zu wenig Personal scheitert." Das Start-up aus der Nähe von Regensburg arbeitet daher an der Markteinführung eines Multitherapiewagens - der Adiuvad soll die existierende Lücke zwischen Rollstuhl und Rollator schließen.
"Wenn es nicht gerade eine Spezialklinik ist, stehen gerade in der Akutphase häufig zu wenig Fachtherapeuten zur Verfügung, um intensiv mit den Patienten zu arbeiten", so Physiotherapeutin Christina Schmid. "Das bedeutet, mehr als eine halbe Stunde Therapie am Tag ist häufig nicht möglich, aber eigentlich viel zu wenig. Die Ursachen für diese zu geringe individuelle Betreuung liegen einerseits in den damit verbundenen Kosten, gleichzeitig ist Fachpersonal nur schwer verfügbar."
Der Adiuvad will als medizinisches Hilfsmittel genau dieses Problem adressieren. Er erlaubt es, das Gehtraining zu intensivieren, ohne dass dafür die ständige Begleitung eines Fachtherapeuten erforderlich wäre. Ein eingewiesener Betreuer, ob Pflegekraft oder Angehöriger, kann den Betroffenen beim Einstieg unterstützen und dabei begleiten, eigenständig Übungen durchzuführen so oft es seine Kraft zulässt. Damit wird zugleich ein weiteres wichtiges Ziel der Therapie verfolgt: das Wiedererlangen der Selbstständigkeit, die eine erhöhte Lebensqualität ermöglicht.

faber Biomechanik führt Crowdinvesting durch
Derzeit führt faber Biomechanik auf der auf Unternehmen der Gesundheitsbranche spezialisierten Plattform aescuvest ein Crowdinvesting durch. Deren Ziel ist es, 200.000 Euro von Investoren einzusammeln, um die Zulassung als medizinisches Hilfsmittel zu erlangen und die Serienproduktion zu starten.

Weitere Informationen unter: https://www.aescuvest.de/adiuvad
Bildmaterial stellen wir gerne zur Verfügung.

Quellen:
Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
https://www.schlaganfall-hilfe.de
The Atlas of Heart Disease and Stroke, WHO
https://www.who.int/cardiovascular_dise ... e.pdf?ua=1
The Burden of Stroke in Europe; King's College London for the Stroke Alliance of Europe (SAFE)
https://www.stroke.org.uk/sites/default ... makers.pdf
UKM Westfälische Wilhelms-Universität Münster
https://idw-online.de/de/news191539

Über aescuvest
aescuvest ist die erste europäische Crowdinvesting-Plattform, die sich auf den äußerst innovativen und nachhaltig wachsenden Gesundheitsmarkt spezialisiert hat. aescuvest eröffnet privaten wie institutionellen Anlegern die Möglichkeit, unternehmerische Investitionen in diesem chancenreichen Wirtschaftszweig zu tätigen. Unternehmen präsentieren auf der Plattform ihre smarten Ideen, patenten Produkte oder digitalen Konzepte, um sie mit Hilfe der Crowd zu finanzieren. Dabei erreichen sie ein Netzwerk von über 15.000 registrierten Nutzern sowie mehr als 220.000 Branchenexperten und platzieren ihre Idee direkt in der Zielgruppe. aescuvest bietet Start-up- und Wachstumsunternehmen aus den Sektoren Medizintechnik, Biotechnologie, Digitale Gesundheit, Gesundheitsimmobilie oder Dienstleistung Finanzierungs-, Marketing- und Vertriebsunterstützung aus einer Hand und dient so als Sprungbrett in einen der dynamischsten deutschen Wirtschaftszweige. http://www.aescuvest.de

Pressekontakt:
aescuvest GmbH
Frank Schwarz, Head of Media & Investor Relations
Telefon: +49 611 580 2929 0, E-Mail: f.schwarz@aescuvest.de
faber Biomechanik GmbH
Alexandra Stegmayr, Geschäftsführerin
Telefon: +49 94 04 5 03 81 53, E-Mail: a.stegmayr@faber-biomechanik.de

Mitteilung vom 06.05.2019
Aussender: aescuvest GmbH
Ansprechpartner: Frank Schwarz
E-Mail: presse@aescuvest.de
Tel.: +49 611 580 2929 0
Website: www.aescuvest.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Tag gegen den Schlaganfall: DSG-Experten sehen vorbildliche Versorgung als bedroht an

Beitrag von WernerSchell » 07.05.2019, 16:19

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DSG: Tag gegen den Schlaganfall: DSG-Experten sehen vorbildliche Versorgung als bedroht an

Jährlich erleiden rund 260.000 Menschen hierzulande einen Schlaganfall. Aufgrund der qualitativ hochwertigen Versorgung in Deutschland haben sie aber gute Chancen, keine oder nur geringe dauerhafte Schäden davonzutragen. Anlässlich des Tages gegen den Schlaganfall am Freitag, den 10. Mai 2019, bekräftigt die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), wie wichtig für schwer betroffene Patienten eine zeitnahe Versorgung in exzellenten Spezialkliniken – den sogenannten Stroke Units – ist.

Die Experten warnen jedoch davor, dass dieser hohe Qualitätsstandard nun durch mögliche Veränderungen in der Vergütung gefährdet ist und Patienten sich eventuell wieder auf Versorgungslücken einstellen müssen.


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Bei einem Schlaganfall heißt es „Time is brain“, denn schnelle und qualifizierte Hilfe bewahrt Patienten vor Behinderung, Pflegebedürftigkeit und dem Tod. „Die Versorgung von Schlaganfallpatienten hierzulande ist international vorbildlich, da regionale Schlaganfallzentren (sogenannte Stroke Units) eng mit überregionalen Stroke Units vernetzt sind“, erklärt Professor Dr. med. Armin Grau, 1. Vorsitzender der DSG. Alle Schlaganfallpatienten sollen in einer der 328 zertifizierten Stroke Units in Deutschland behandelt werden, dann bestehen gute Behandlungschancen.

Meistens handelt es sich um einen ischämischen Schlaganfall, das heißt ein Gefäß im Gehirn wird durch ein Gerinnsel verschlossen und Blut und Sauerstoff können bestimmte Gehirnbereiche nicht mehr erreichen. In leichteren Fällen lösen die Ärzte das Gerinnsel rein medikamentös auf. Dieses Verfahren wird als Lysetherapie bezeichnet. Bei schweren Fällen werden die Patienten in eine Stroke Unit mit Katheter-Option verlegt. „Für den Therapieerfolg ist es hier entscheidend, dass Spezialisten aus verschiedenen Disziplinen – also vor allem Neurologen und Neuroradiologen – innerhalb kurzer Zeit die optimale Therapie einleiten“, sagt Professor Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der DSG. Bei schwer betroffenen Patienten kann dann, in der Regel in einer der überregionalen Stroke Units, von denen es in Deutschland aktuell 117 durch die DSG zertifizierte gibt, eine sogenannte Thrombektomie durchgeführt werden: Die Spezialisten führen dabei einen Katheter über ein Beingefäß bis in das Gehirn und entfernen das Gerinnsel. Die Thrombektomie gilt seit einigen Jahren als die bestwirksamste Therapie bei schwerem Hirninfarkt. „Bis zu 90 Prozent der verschlossenen Schlagadern können so wieder geöffnet werden, was häufig zu einer deutlichen Verbesserung der Schlaganfallsymptome führt. “, berichtet Schäbitz. Um der gestiegenen Behandlungskomplexität Rechnung zu tragen, konstituieren sich gerade in Deutschland überregionale Neurovaskuläre Netzwerke, von denen kürzlich fünf durch die DSG zertifiziert wurden, weitere zehn befinden sich im Zertifizierungsverfahren. Zu einem neurovaskulären Netzwerk schließen sich große Einrichtungen mit Spezialabteilungen wie Neurochirurgie, Neurointensivstation, Neuroradiologie und Gefäßchirurgie mit kleineren, regionalen Zentren zusammen. „Auf diese Weise ist es möglich, komplizierte und spezielle Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten täglich rund um die Uhr stabil anzubieten“, erläutert Schäbitz. „Für eine gute Qualität erscheint uns eine Bündelung der Kompetenzen geboten. Dies muss allerdings auf die regionalen Bedürfnisse angepasst werden und erfordert daher individuelle Lösungen“, erläutert Schäbitz.

Diagnose und Therapie in einer spezialisierten, multidisziplinären Stroke Unit unterliegen höchsten Qualitätsstandards. Bislang zahlten die Krankenkassen eine gesonderte Vergütung für diesen apparativen und personellen Aufwand. Doch ein Urteil des Bundessozialgerichts vom Juni 2018 gefährdet die exzellente Versorgung in Deutschland: Zukünftig soll eine gesonderte Vergütung nur noch an Krankenhäuser entrichtet werden, die den Transport eines Patienten innerhalb von 30 Minuten ab der Entscheidung für eine Verlegung in eine Spezialeinheit garantieren können; bisher galt eine reine Transportzeit von 30 Minuten. Wenn diese Regelung umgesetzt werden muss, ist die wirtschaftliche Existenz vieler entlegenerer Stroke Units bedroht, weil sie dann für keinen ihrer Schlaganfallpatienten – auch wenn sie ihn gar nicht verlegen müssen– die gesonderte Vergütung mehr erhalten. Aufgrund des genannten Urteils ist weiterhin eine hohe Zahl an Klagen von Krankenkassen gegen Krankenhäuser anhängig. „Die DSG erwartet, dass die Krankenkassen auf Forderungen an die Krankenhäuser, die auf dem Urteil beruhen, verzichten. Ansonsten können Versorgungslücken zum Nachteil der Patienten entstehen“, so Professor Grau, 1. Vorsitzender der DSG. „Weiterhin hoffen wir darauf, dass für das kommende Jahr neue Regelungen für die Schlaganfallvergütung getroffen werden, die das Problem der Transportzeit nicht mehr entstehen lassen.“.

Auch bei der Nachsorge nach einem Schlaganfall gibt es aus Sicht der DSG Handlungsbedarf. Zahlreiche Risikofaktoren wie etwa Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Rauchen, Bewegungsmangel oder ungesunde Ernährung tragen zum Risiko bei und werden nach einem Schlaganfall nicht immer ausreichend behandelt oder abgestellt. Außerdem treten nach Schlaganfällen häufig Komplikationen auf wie Depressionen oder Angstzustände, Stürze oder Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit. Diese müssen rechtzeitig erkannt und behandelt werden beziehungsweise muss ihnen vorgebeugt werden. „Wir sollten einen Schlaganfall nicht nur als Notfall, sondern auch als eine chronische Krankheit einstufen“, fordert Professor Schäbitz vom Evangelischen Klinikum Bethel in Bielefeld. Eine engere Zusammenarbeit zwischen Klinik- und Hausärzten ist in der Nachsorge von Schlaganfällen sehr wichtig. „Die Betroffenen können aber auch selbst viel zur Vorbeugung eines zweiten Schlaganfalls beitragen, indem sie die medikamentöse Behandlung des Hausarztes konsequent befolgen und ihren Lebensstil ändern“, so Schäbitz. Maßnahmen zur Verbesserung dieses Teils der Schlaganfallbehandlung werden gesundheitspolitisch unterstützt und durch den Innovationsfonds gefördert. Ein Projekt („Stroke-OWL“) kommt aus Ostwestfalen-Lippe (OWL) in Nordrhein-Westfalen: Unter Schirmherrschaft der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe kommen Schlaganfalllotsen zum Einsatz , die Schlaganfall-Betroffene und Angehörige ein Jahr nach einem Hirninfarkt betreuen, sie etwa zu Arztbesuchen begleiten, den Hilfsmittelbedarf überprüfen und die sekundärprophylaktischen Maßnahmen unterstützen. Ein zweites Projekt unter dem Titel „SANO“ (Strukturierte ambulante Nachsorge nach einem Schlaganfall) steht unter der Leitung von Herrn Professor Grau aus Ludwigshafen und Herrn Professor Heuschmann aus Würzburg. In enger Zusammenarbeit zwischen Klinik und Hausärzten werden die Risikofaktoren und mögliche Folgekrankheiten nach einem Schlaganfall ein Jahr lang eng überwacht und die Patienten dazu motiviert, selbst dazu beizutragen, ihr Erkrankungsrisiko zu verringern. „Es ist sehr wichtig, jetzt auch die Nachsorge nach einem Schlaganfall in den Fokus zu nehmen und die Patienten im ersten Jahr nach der Erkrankung intensiv zu betreuen“, so Professor Grau abschließend.

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Fachlicher Kontakt bei Rückfragen:
Prof. Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz
Pressesprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
Evangelisches Klinikum Bethel
Klinik für Neurologie
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Wissenschaftliche Ansprechpartner:
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Pressesprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
Telefon: 0521/77278301

Weitere Informationen:
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Quelle: Pressemitteilung vom 07.05.2019
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Mehrere Risikofaktoren lassen die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls um das 20-Fache steigen

Beitrag von WernerSchell » 08.05.2019, 15:30

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Mehrere Risikofaktoren lassen die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls um das 20-Fache steigen

Der 10. Mai ist der „Tag gegen den Schlaganfall“. Ein Schlaganfall kann jeden treffen, es ist daher wichtig, Krankheitssignale zu kennen und bei Bedarf schnell zu handeln. Die DGN möchte an diesem Tag aber auch auf die Bedeutung der Prävention aufmerksam machen, auch weil die Rate ischämischer Schlaganfälle seit 2010 um mehr als 10% gestiegen ist: Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes, Bewegungsmangel, Vorhofflimmern und Fettstoffwechselstörungen – all das erhöht das Schlaganfallrisiko. Kommen mehrere Risikofaktoren zusammen, steigt die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden, sogar um das 20-Fache. Weist ein Patient zehn Risikofaktoren auf, beträgt sein Schlaganfallrisiko 90%!

Laut Deutscher Schlaganfall-Hilfe erleiden in Deutschland etwa 270.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. 83% aller Schlaganfälle sind ischämischer Natur, das heißt, es kommt durch den Verschluss oder die Verengung eines hirnversorgenden Blutgefäßes zur Minderversorgung eines Hirnareals mit Sauer- und Nährstoffen. Diese Schlaganfälle werden auch „Hirninfarkt“ genannt. Eine aktuelle, im Open Access Journal der DGN, „Neurological Research and Practice“, erschienene Studie [1] hat gezeigt, dass sich allein die Anzahl der ischämischen Schlaganfälle zwischen 2010 und 2016 in Deutschland um 10,2% erhöht hat (von 206.688 auf 227.687). „In Sachen Schlaganfallprävention bleibt viel Luft nach oben“, erklärt Professor Dr. Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Bewegungsmangel und Übergewicht führen zu Bluthochdruck, Hypercholesterinämie und Diabetes mellitus. Diese „Wohlstandserkrankungen“ ziehen dann Gefäßverkalkungen nach sich, die wiederum langfristig zu ischämische Schlaganfällen führen können. Was ebenfalls Gefäßverkalkung begünstigt und damit das Risiko ischämischer Schlaganfällen erhöht, ist Rauchen. Ein weiterer Risikofaktor für ischämische Schlaganfälle ist eine bestimmte Form der Herzrhythmusstörung, die absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern. Auch Alkoholkonsum, ein hoher Taille-Hüft-Quotient, psychischer Stress oder Depression können zum Schlaganfallrisiko beitragen. Die INTERSTROKE-Studie [2] hat bereits 2010 die wichtigsten Risikofaktoren identifiziert.

Die Risikofaktoren für den ischämischen Schlaganfall addieren sich nicht nur, sondern potenzieren sich: Diabetes mellitus erhöht das Risiko um den Faktor 2-3, ebenso Zigarettenrauchen. Bluthochdruck schlägt sogar mit dem Faktor 6-8 zu Buche. Je höher die Blutdruckwerte sind, desto mehr steigt auch das Schlaganfallrisiko – bis zum 12-Fachen. Die absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern führt ebenfalls zu einem mindestens 5-fach erhöhten Schlaganfallrisiko. Wenn neben dem Vorhofflimmern noch eine koronare Herzerkrankung oder eine Herzinsuffizienz bestehen, erhöht sich das Risiko zusätzlich um den Faktor 2-3. Wer unbehandelt zu hohe Blutdruckwerte und eine absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern hat, setzt sich einem bis zu 20-fach erhöhten Schlaganfallrisiko aus [3]. „Das ist eine enorme Risikoerhöhung, die in anderen Lebensbereichen niemand in Kauf nehmen würde. Keiner würde in ein Flugzeug steigen, dessen Absturzgefahr um das 20-Fache höher liegt als normal. Dennoch nehmen viele Menschen mit absoluter Arrhythmie bei Vorhofflimmern keine Blutverdünner ein oder Patienten mit Diabetes oder Bluthochdruck nehmen es mit den Diätvorschriften oder der Blutdruckeinstellung nicht so genau oder rauchen. Den wenigsten ist bewusst, in welchem hohen Ausmaß sie sich damit gefährden,“ so der DGN-Generalsekretär.

Wir hoch diese Gefährdung ist, hat ebenfalls die INTERSTROKE-Studie [2] erhoben. „Wenn zehn Risikofaktoren vorliegen, beträgt die Schlaganfallwahrscheinlichkeit 90%“, erklärt Professor Dr. Hans-Christoph Diener, deutscher Studienleiter der INTERSTROKE-Studie und Pressesprecher der DGN. „Wir möchten daher zum Tag gegen den Schlaganfall für die Prävention sensibilisieren: Jeder kann durch einen gesunden Lebensstil und Medikamententreue sein persönliches Schlaganfallrisiko deutlich senken. “

Neben den ischämischen Schlaganfällen gibt es die hämorrhagischen Schlaganfälle, auch Hirnblutungen genannt, die etwa einen Anteil von 17% an allen Schlaganfällen haben. Bei der Entstehung dieser Schlaganfälle ist Bluthochdruck der wichtigste Risikofaktor. Die Behandlung von erhöhten Blutdruckwerten beugt somit beiden Formen des Schlaganfalls vor.

Ob hämorrhagisch oder ischämisch: Bei einem Schlaganfall kommt es zu neurologischen Ausfällen wie etwa Sprachstörungen, Schwindel oder Lähmungserscheinungen. Um Folgeschäden zu vermeiden, ist es von zentraler Bedeutung, dass schnell eine Behandlung eingeleitet wird. Ein akuter Schlaganfall muss mit der gleichen Notfall-Priorität behandelt werden wie ein akuter Herzinfarkt – im Klartext heißt das, sofort den Rettungsdienst (112) zu rufen, nicht erst den Hausarzt.

Literatur
[1] Ralph Weber, Jens Eyding, Martin Kitzrow et al. Distribution and evolution of acute interventional ischemic stroke treatment in Germany from 2010 to 2016. Neurological Research and Practice20191:4
https://doi.org/10.1186/s42466-019-0010-8
[2] Martin J O’Donnell, Denis Xavier, Lisheng Liu et al. Risk factors for ischaemic and intracerebral haemorrhagic
stroke in 22 countries (the INTERSTROKE study):a case-control study. Lancet 2010: 376; 112–23
[3] Berlit P. Klinische Neurologie. Springer Heidelberg 2011

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Tag des Schlaganfalls

Beitrag von WernerSchell » 11.05.2019, 06:28

Rhein-Kreis Neuss
Tag des Schlaganfalls

(Meldung vom 10.05.2019 12:44 Uhr)
Jedes Jahr erleiden über 1000 Menschen bei uns im Rhein-Kreis Neuss einen Schlaganfall. Das hat der Rhein-Kreis Neuss für den heutigen Tag des Schlaganfalls ...
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Neue Daten zur Prävention nach Schlaganfällen ungeklärter Ursache

Beitrag von WernerSchell » 16.05.2019, 17:11

Aktuelle Studie
Neue Daten zur Prävention nach Schlaganfällen ungeklärter Ursache


Berlin, 16. Mai 2019 - Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Rauchen – die Ursachen für ischämische Schlaganfälle, die oft bei älteren Patienten mit Arterienverkalkung auftreten, sind meistens bekannt. Bei kryptogenen Schlaganfällen, die oft jüngere Menschen betreffen, ist die Ursache unbekannt. Expertenvermutungen zufolge verbergen sich dahinter häufig Embolien unbekannten Ursprungs. Da sie sich wiederholen können, bedürfen sie einer medikamentösen Rückfall-Prophylaxe. Welches Medikament dafür optimal geeignet ist, sollte eine internationale Studie klären. Sie ist gestern erschienen. Experten der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) äußern sich dazu.

Die häufigste Form eines Hirninfarkts ist der Ischämische Schlaganfall. Er entsteht durch den Verschluss eines Blutgefäßes. Der dahinterliegende Gehirnbezirk wird dann gar nicht mehr oder nicht mehr ausreichend durchblutet. Es werden verschiedene Ursachen (Ätiologien) unterschieden: Erkrankungen großer Arterien (Makroangiopathie), Erkrankungen kleiner und kleinster Arterien (Mikroangiopathie), deren Verschluss zu kleinen, unterhalb der Hirnrinde gelegen Infarkten führt (sogenannte lakunäre Infarkte) sowie kardiale Embolien, bei denen kleine Blutgerinnsel (Emboli) vom Herz mit dem Blutstrom in die Gehirnarterien gelangen und es verstopfen (Embolisierung).

Eine der häufigsten Ursachen für Schlaganfälle ist eine Arteriosklerose, also eine Gefäßverkalkung. „Ältere Menschen haben oft Gefäßerkrankungen durch Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Rauchen“, erklärt Professor Dr. med. Hans-Christoph Diener von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg Essen. „Bei sogenannten kryptogenen Schlaganfällen ist die Ursache dagegen unbekannt. Sie machen 20 bis 30 Prozent der ischämischen Schlaganfälle aus und betreffen oft schon jüngere Menschen unter 55 bis 60 Jahren.“ Bei fünf Prozent der Patienten mit einem kryptogenem Schlaganfall kommt es in den zwölf Monaten nach der ersten Erkrankung zu einem erneuten Schlaganfall.

Unter der Annahme, dass der Löwenanteil der „kryptogenen“ Schlaganfälle eine embolische Ursache hat (mit jedoch unbekanntem Ursprung des Embolus), wurde ein neuer Terminus eingeführt: ESUS („embolic stroke of undetermined source“ = embolischer Schlaganfall ungeklärter Ätiologie). Bei Patienten mit ESUS kommt daher der Prophylaxe erneuter Schlaganfälle eine besondere Bedeutung zu. Die Sekundärprävention erfolgt bisher mit Acetylsalicylsäure (ASS), einem Thrombozytenaggregationshemmer, der die Verklumpung – also die sogenannte Aggregation – von Blutplättchen/Thrombozyten hemmt.

Experten hoffen, mit Gerinnungshemmern – die auch als Antikoagulanzien bezeichnet werden – aus der Gruppe der sogenannten Nicht-Vitamin-K oralen Antikoagulantien (NOAK) einen noch besseren Schutz vor weiteren Schlaganfällen zu erreichen. „Die Wirkweise der NOAK beruht nicht wie bei ASS auf der Hemmung der Thrombozytenaggregation, stattdessen hemmen sie direkt bestimmte Blutgerinnungsfaktoren“, erläutert Professor Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG).

Bisherige Untersuchungen – wie etwa die NAVIGATE ESUS-Studie [1] – haben gezeigt, dass gerinnungshemmende Mittel wie Rivaroxaban bei Patienten mit ESUS nicht wirksamer sind als ASS, um einen wiederkehrenden Schlaganfall nach einem embolischen Schlaganfall ungeklärter Ätiologie zu verhindern. Unter der Leitung von DGN-Pressesprecher Professor Dr. med. Hans-Christoph Diener von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg Essen wurde eine weitere große randomisierte Studie durchgeführt [2], welche die Wirkung einer Antikoagulation mit Dabigatran (einem direkten Faktor IIa-beziehungsweise Thrombinhemmer) im Vergleich zu ASS auf wiederkehrende (rezidivierende) Schlaganfälle nach ESUS untersuchte. Die Ergebnisse der Studie wurden gestern in der renommierten Fachzeitschrift The New England Journal of Medicine [2] publiziert.

Bei der Studie „RE-SPECT ESUS („Dabigatran Etexilate for Secondary Stroke Prevention in Patients With Embolic Stroke of Undetermined Source“) handelte es sich um eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde Studie, die Dabigatran 150 mg oder 110 mg zweimal täglich mit ASS 100 mg einmal täglich bei Patienten mit ESUS untersuchte. Der primäre Endpunkt war ein rezidivierender Schlaganfall. Wichtigster Sicherheitsparameter war das Auftreten schwerwiegender Blutungen als Nebenwirkung beziehungsweise Komplikation der Behandlung.

Insgesamt wurden 5.390 Patienten an 564 Standorten in 46 Ländern randomisiert. Alle hatten vor kurzem einen ESUS erlitten. Zur Rezidiv-Prophylaxe erhielten 2.695 Dabigatran und 2.695 ASS. Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 19 Monaten trat ein rezidivierender Schlaganfall bei 177 (6,6 Prozent) der mit Dabigatran behandelten Patienten und bei 207 (7,7 Prozent) der mit ASS behandelten Patienten auf. Dabigatran verhinderte somit das Auftreten von Rezidiv-Schlaganfällen nach ESUS nicht signifikant besser als ASS 100. Schwere Blutungen als Therapienebenwirkung traten bei 77 (2,9 Prozent) Patienten mit Dabigatran und bei 64 (2,4 Prozent) Patienten mit ASS auf. Dabigatran hatte statistisch kein signifikant erhöhtes Risiko für schwerwiegende Blutungen verglichen mit ASS.

„Auch wenn die Studie keine Überlegenheit der Therapie mit Dabigatran gegenüber ASS zeigte, so konnte erfreulicherweise die Sorge um durch eine überschießende Gerinnungshemmung ausgelöste schwere Blutungskomplikationen ausgeräumt werden“, resümiert Professor Schäbitz, Neurologe am Evangelischen Klinikum Bethel in Bielefeld. Dabigatran und andere Substanzen der NOAK/DOAK-Gruppe bieten gegenüber den klassischen „alten“ Antikoagulanzien wie Heparin und Vitamin-K-Antagonisten, wie zum Beispiel Marcumar, verschiedene Vorteile für die Patienten. Sie sind im Gegensatz zu Heparin, welches täglich unter die Haut gespritzt werden muss, oral verfügbar und bedürfen keines strengen Therapiemonitorings wie die Vitamin-K-Antagonisten (deren Wirkung relativ schwer vorhersagbar ist und daher streng mit Blutkontrollen überwacht werden muss).

Literatur
[1] Hart RG, Sharma M, Mundl H et al.; NAVIGATE ESUS Investigators. Rivaroxaban for Stroke Prevention after Embolic Stroke of Undetermined Source. N Engl J Med 2018; 378(23): 2191-201
[2] Diener HC, Sacco RL, Easton JD et al. Dabigatran for Prevention of Stroke after Embolic Stroke of Undetermined Source. N Engl J Med 2019; 380:1906-1917. DOI: 10.1056/NEJMoa1813959

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) vom 16.05.2019

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Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) wurde im Dezember 2001 gegründet. Ziel der Gesellschaft ist es, die Forschung und Weiterbildung im Bereich des Schlaganfalls zu koordinieren, zu qualifizieren und zu fördern. Gewünscht ist auch eine politische Einflussnahme, um der Erkrankung „Schlaganfall" eine angemessene Bedeutung zu geben.
Mit ihren Aktivitäten spricht die DSG alle Ärzte und Leistungserbringer im Gesundheitswesen an, die in die Versorgung von Schlaganfall-Patienten eingebunden sind.
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Der FAST-Test: Schnell und verlässlich einen Schlaganfall erkennen!

Beitrag von WernerSchell » 18.05.2019, 06:10

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Der FAST-Test: Schnell und verlässlich einen Schlaganfall erkennen!
Mithilfe des aus dem englischen Sprachraum stammenden FAST-Tests kann man wichtige und typische Schlaganfallsymptome schnell überprüfen. Die Buchstaben stehen für „Face – Arms – Speech – Time“ (Gesicht – Arme – Sprache – Zeit).
Bei dem Verdacht, dass eine Person einen Schlaganfall erlitten hat, kann man anhand folgender drei Übungen schnell und verlässlich einen Schlaganfall erkennen. Wenn der Betroffene mit einer Aufgabe Probleme hat, besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall – wählen Sie sofort den Notruf 112!

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Neue Herz-EKG-basierte Vorhersagemethode für Schlaganfall-Risiko

Beitrag von WernerSchell » 21.06.2019, 17:01

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Neue Herz-EKG-basierte Vorhersagemethode für Schlaganfall-Risiko

Forscher des Universitäts-Herzzentrums Freiburg · Bad Krozingen haben eine Methode entwickelt, mit der sich das Schlaganfallrisiko potentiell deutlich präziser ermitteln lässt als bisher. Erste vielversprechende Ergebnisse wurden ausgezeichnet.

Eine der häufigsten Ursachen für Schlaganfall ist der plötzliche Verschluss einer Hirnarterie durch Blutgerinnsel, entweder bei Verengung der hirnversorgenden Arterien oder bei Vorhofflimmern. Die Gerinnselbildung kann durch Medikamente stark reduziert werden. Weil diese Gerinnungshemmer als Nebenwirkung ein erhöhtes Blutungsrisiko haben, werden sie nur bei Personen mit hohem Schlaganfallrisiko eingesetzt. Nun haben Forscher des Universitäts-Herzzentrums Freiburg · Bad Krozingen (UHZ) eine Methode entwickelt, mit der sich das Schlaganfallrisiko deutlich früher als bisher ermitteln lassen könnte. Sie zeigten, dass ein erhöhtes Schlaganfallrisiko oft mit einer elektrischen Leitungsverzögerung des Herzens einhergeht, die mittels Elektrokardiogramm (EKG) ermittelt werden kann. Die Studie wurde Ende März auf dem europäischen Herzrhythmuskongress in Lissabon vorgestellt und als zweitbeste von 1.000 eingereichten Arbeiten ausgezeichnet.

„Wir hoffen, bei an sich unauffälligen Patienten ohne nachgewiesenes Vorhofflimmern ein erhöhtes Schlaganfallrisiko identifizieren zu können. Dadurch könnten mehr gefährdete Personen als bislang eine präventive Therapie erhalten“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Thomas Arentz, Leiter der Abteilung Rhythmologie der Klinik für Kardiologie und Angiologie II am UHZ.

Denn die Gerinnselbildung kann durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, welche die Blutgerinnung hemmen, stark reduziert werden. Doch gleichzeitig fördern sie das Blutungsrisiko. Darum werden bislang nur Patienten auf diese Weise behandelt, bei denen aufgrund von Vorhofflimmern und weiteren Risikofaktoren wie Alter, Diabetes und Hypertonie das Risiko eines Schlaganfalls besonders hoch ist.

Vernarbtes Herzgewebe gibt Hinweis auf Schlaganfallrisiko

Das Verfahren basiert auf der Erkenntnis zahlreicher vorangegangener Forschungsarbeiten, dass besonders Patienten mit krankhaft vernarbtem Vorhof von einer Blutgerinnsel-Bildung und einem daraus entstehenden Schlaganfall betroffen sind. Die neue EKG-Analyse misst die mit Vorhofvernarbung einhergehende elektrische Leitungsverzögerung und kann dadurch betroffene Patienten mit hoher Treffsicherheit identifizieren.

„Bei vier von fünf Patienten zeigten sich die krankhaften Vorhofvernarbungen im EKG bereits zwei Jahre vor dem Schlaganfall“, sagt Studienautor Dr. Amir Jadidi, Oberarzt der Abteilung Rhythmologie der Klinik für Kardiologie und Angiologie II am UHZ. „Im Gegenzug blieben Patienten mit einem unauffälligem EKG in den nächsten fünf Jahren von einem Schlaganfall verschont“, so Jadidi weiter.

Für ihre auf dem europäischen Herzrhythmuskongress in Lissabon vorgestellte Studie hatte das Forschungsteam Daten von mehr als 150 Patienten ausgewertet. „Ausschlaggebend bleibt nun zu zeigen, ob durch diese neue Methode der Einsatz von blutverdünnenden Medikamenten auch wirklich besser auf den individuellen Patienten abgestimmt werden kann. Dafür werden derzeit, unter Führung des Universitäts-Herzzentrums in Bad Krozingen, Vorbereitungen für eine europaweite Studie getroffen“, berichtet Arentz.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Arentz
Leiter der Abteilung für Rhythmologie
Klinik für Kardiologie und Angiologie II
Universitäts-Herzzentrum Freiburg · Bad Krozingen
Telefon: 07633 402-4322
thomas.arentz@universitaets-herzzentrum.de

Quelle: Pressemitteilung vom 21.06.2019
Benjamin Waschow Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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https://idw-online.de/de/news717930
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