Vereinbarkeit-Pflege-und-Beruf - Forderungen und Lösungen pflegender Angehörigen

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Vereinbarkeit-Pflege-und-Beruf - Forderungen und Lösungen pflegender Angehörigen

Beitrag von WernerSchell » 13.02.2019, 07:16

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Quelle: https://www.wir-pflegen.net/projekte/ve ... und-beruf/

WIESO? WESHALB? WARUM?

Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ist von großer Bedeutung. 94 Prozent der Erwerbstätigen wollen im Falle einer Pflegesituation im Familienkreis berufstätig bleiben (ZQP, 2016). Aktuell sind viele Arbeitgeber*innen jedoch nicht darauf eingestellt und auch die sozialrechtliche Unterstützung ist gering. So sind die Pflegezeit und Familienpflegezeit für viele Betroffene unattraktiv. Berufstätige mit Pflegeverantwortung können ein zinsloses Darlehen aufnehmen, müssen dieses aber nach der Pflege wieder zurückzahlen. Hier gilt also das Prinzip „Vereinbarkeit gegen Verschuldung“. Eine Lohnersatzleistung wie das Elterngeld, gibt es für pflegende Angehörige bisher nicht. Dies sind nur einige der vielen Schwachstellen im jetzigen System. Es braucht also einen Neustart in der Vereinbarkeitspolitik und mehr Arbeitgeber*innen, die pflegende Angehörige als wichtige Gruppe ihrer Belegschaft erkennen. Der Verein wir pflegen e.V. hat über Jahre hinweg Überlegungen angestellt und Diskussionen zum Thema geführt. In unserem Positionspapier finden Sie nun die Ergebnisse!

UNSERE FORDERUNGEN…
-> An die Politik: Pflegende Angehörige brauchen mehr zeitliche und finanzielle Flexibilität. Unser Vorschlag? Das Vereinbarkeitsbudget!

DAS VEREINBARKEITSBUDGET SICHERT…

Mehr Zeitliche Flexibilität: Der zeitliche Anspruch beträgt insgesamt 36 Monate. Entscheidend ist, dass diese 36 Monate flexibel genutzt werden können. Denkbar sind sowohl einige längere als auch mehrere kürzere Auszeiten oder Arbeitszeitreduzierungen. Da der Pflegeverlauf meist starken Veränderungen unterliegt, kann so ein passendes Modell für die jeweilige Lebenssituation gefunden werden. Es sollen dabei maximal 12 Monate für Vollfreistellungen zur Verfügung stehen.
Finanzielle Entlastung: Wie beim Elterngeld gibt es für 36 Monate einen Lohnersatz von mindestens 65 Prozent des Nettoeinkommens. Sofern das Einkommen nicht ausreicht um Armut zu verhindern, muss eine armutsfeste Mindestsicherung greifen.
Dabei gilt: Mehrere Personen können das Vereinbarkeitsbudget nutzen und dies unabhängig von der Betriebsgröße. Weitere Forderungen finden Sie in unserem Positionspapier.


————————————————-

-> An alle Arbeitgeber*innen: Berufstätige mit Pflegeverantwortung brauchen dringend Unterstützung durch pflegesensible innerbetriebliche Rahmenbedingungen!

Unsere Forderungen an alle Arbeitgeber*innen…

Wahrnehmung der sozialen Verantwortung und Fürsorgepflichten durch eine pflegesensible Unternehmenskultur;
Sensibilisierung von Führungskräften und Teams für pflegebedingte Belastungen;
Pflegesensible flexible Arbeitszeitregelungen, die sich den wandelnden Aufgaben im Pflegeverlauf anpassen;
Bereitstellung moderner technischer Möglichkeiten zur Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort;
(teilweiser) finanzieller Ausgleich bei pflegebedingter Arbeitszeitreduzierung;
Kooperation mit und Unterstützung von lokalen Angeboten zur Entlastung pflegender Angehöriger;
Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg nach der Pflege

Unsere Position!
https://www.wir-pflegen.net/wp-content/ ... -Beruf.pdf
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Pflegegeld für Angehörige findet in Befragung große Zustimmung

Beitrag von WernerSchell » 20.06.2019, 06:36

Aus Forum:
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... 11#p109311

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Pflegegeld für Angehörige findet in Befragung große Zustimmung

Forschungsprojekt zum Gesundheitswesen der alternden Gesellschaft präsentiert erste Ergebnisse / Mehrheit der Befragten erachtet professionelle Unterstützung, Beratung auf kommunaler Ebene und eine flächendeckende Prävention als wichtig

Ein „Pflegegeld“ als Lohnersatz für Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, findet große Zustimmung in der Bevölkerung. Ähnlich wie Eltern beim Elterngeld würden berufstätige pflegende Angehörige einen Anspruch auf ein Pflegegeld erhalten. 89 Prozent von etwa 1700 gesellschaftlichen Stakeholdern in verschiedenen Bereichen mit Bezug zum Gesundheitswesen befürworten eine solche Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige. Dies geht aus einer Online-Befragung des Forschungsverbundes „Normen im demographischen Wandel“ hervor, der von der Kölner Ethikerin Professorin Dr. Christiane Woopen geleitet wird.

„Lohnersatzleistungen für pflegende Angehörige können gesellschaftliche Wertschätzung ausdrücken und zusammen mit professioneller Unterstützung eine breitere Pflegebereitschaft fördern. Besonders Frauen würden davon profitieren, da sie noch immer den Großteil der Pflege leisten und dadurch in Einkommen und Rente benachteiligt werden“, sagt Professorin Woopen.

Neben einem „Pflegegeld“ unterstützt eine große Mehrheit der Befragten die Forderung nach frühzeitiger professioneller Unterstützung von pflegenden Angehörigen in häuslichen Pflegearrangements. Auch der kommunalen Beratung und Unterstützung bei Lebensübergängen sowie bei beginnender Pflegebedürftigkeit finden die Befragten wichtig. Ein Umdenken sei zudem in der gesundheitlichen Prävention notwendig: Diese müsse künftig auch hochaltrige sowie mehrfach und chronisch erkrankte Menschen einbeziehen. Ziel von Prävention ist dann nicht mehr Krankheitsvermeidung, sondern der möglichst lange Erhalt der Selbstständigkeit.

Das Projekt „Normen im demographischen Wandel – Gesundheit und Krankheit, Solidarität und Gerechtigkeit (NoWa)“ erforscht den Normenwandel im Gesundheitswesen der alternden Gesellschaft unter Berücksichtigung kultureller und religiöser Vielfalt. Aus den empirischen Ergebnissen werden konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet, wie das Gesundheitssystem und die Organisation von Pflege für die Zukunft gestärkt werden können.
Das Bundesministerium für Gesundheit fördert NoWa mit ca. 400.000 Euro über einen Zeitraum von 2,5 Jahren. Neben dem Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) der Universität zu Köln sind das IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin und das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) in Karlsruhe beteiligt. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO) ist beratender Praxispartner, ebenso die Diakonie Deutschland und der Deutsche Caritasverband e. V.

Bei der Befragung handelt es sich um einen Zwischenschritt in einem mehrstufigen Forschungs- und Kollaborationsprozess. Die finalen Projektergebnisse werden voraussichtlich im Januar 2020 präsentiert.

Kontakt:
Andreas Kirchner
PR Officer ceres
+49 221 470-89120
ceres-info@uni-koeln.de
Weitere Informationen:
Eine detailliertere Darstellung der Ergebnisse befindet sich auf der Homepage des ceres unter https://ceres.uni-koeln.de/fileadmin/us ... bnisse.pdf

Quelle: Pressemitteilung vom 19.06.2019
Gabriele Meseg-Rutzen Presse und Kommunikation
Universität zu Köln
https://idw-online.de/de/news717772
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Pflegegeld für Angehörige findet in Befragung große Zustimmung

Beitrag von WernerSchell » 20.06.2019, 06:46

Aus Forum:
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... 13#p109313

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Mehr als die Hälfte der Pflegebedürftigen in Deutschland wird allein durch Angehörige betreut, versorgt und gepflegt. Viele pflegende Angehörige sind berufstätig und benötigen Unterstützung, um Beruf und Pflege vereinbaren zu können. Die BAGSO fordert für sie eine Pflegezeit analog zur Elternzeit.
Dass die Forderung breite Zustimmung in der Gesellschaft findet, hat eine wissenschaftliche Untersuchung der Universität Köln gezeigt. Die BAGSO hat sich hier als Praxispartner engagiert. Einzelheiten entnehmen Sie bitte der nachfolgenden Pressemitteilung und dem Bericht zum Forschungsvorhaben.
Um der Forderung mehr Gewicht zu verleihen, stellt die BAGSO auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag die Resolution „Pflegezeit analog zur Elternzeit: Lohnersatzleistung für berufstätige pflegende Angehörige“ zur Abstimmung.

Quelle: Pressemitteilung vom 19.06.2019
Barbara Stupp
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)
Thomas-Mann-Str. 2-4
53111 Bonn
Tel.: +49 (0) 2 28 / 24 99 93 12
Fax: +49 (0) 2 28 / 24 99 93 20
www.deutscher-seniorentag.de
www.bagso.de
www.facebook.com/bagso.de


Pflegegeld für Angehörige findet in Befragung große Zustimmung
Forschungsprojekt zum Gesundheitswesen der alternden Gesellschaft präsentiert erste Ergebnisse / Mehrheit der Befragten erachtet professionelle Unterstützung, Beratung auf kommunaler Ebene und eine flächendeckende Prävention als wichtig
Ein „Pflegegeld“ als Lohnersatz für Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, findet große Zustimmung in der Bevölkerung. Ähnlich wie Eltern beim Elterngeld würden berufstätige pflegende Angehörige einen Anspruch auf ein Pflegegeld erhalten. 89 Prozent von etwa 1700 gesellschaftlichen Stakeholdern in verschiedenen Bereichen mit Bezug zum Gesundheitswesen befürworten eine solche Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige. Dies geht aus einer Online-Befragung des Forschungsverbundes „Normen im demographischen Wandel“ hervor, der von der Kölner Ethikerin Professorin Dr. Christiane Woopen geleitet wird.
„Lohnersatzleistungen für pflegende Angehörige können gesellschaftliche Wertschätzung ausdrücken und zusammen mit professioneller Unterstützung eine breitere Pflegebereitschaft fördern. Besonders Frauen würden davon profitieren, da sie noch immer den Großteil der Pflege leisten und dadurch in Einkommen und Rente benachteiligt werden“, sagt Professorin Woopen.
Neben einem „Pflegegeld“ unterstützt eine große Mehrheit der Befragten die Forderung nach frühzeitiger professioneller Unterstützung von pflegenden Angehörigen in häuslichen Pflegearrangements. Auch der kommunalen Beratung und Unterstützung bei Lebensübergängen sowie bei beginnender Pflegebedürftigkeit finden die Befragten wichtig. Ein Umdenken sei zudem in der gesundheitlichen Prävention notwendig: Diese müsse künftig auch hochaltrige sowie mehrfach und chronisch erkrankte Menschen einbeziehen. Ziel von Prävention ist
dann nicht mehr Krankheitsvermeidung, sondern der möglichst lange Erhalt der Selbstständigkeit.
Das Projekt „Normen im demographischen Wandel – Gesundheit und Krankheit, Solidarität und Gerechtigkeit (NoWa)“ erforscht den Normenwandel im Gesundheitswesen der alternden Gesellschaft unter Berücksichtigung kultureller und religiöser Vielfalt. Aus den empirischen Ergebnissen werden konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet, wie das Gesundheitssystem und die Organisation von Pflege für die Zukunft gestärkt werden können.
Das Bundesministerium für Gesundheit fördert NoWa mit ca. 400.000 Euro über einen Zeitraum von 2,5 Jahren. Neben dem Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) der Universität zu Köln sind das IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin und das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) in Karlsruhe beteiligt. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO) ist beratender Praxispartner, ebenso die Diakonie Deutschland und der Deutsche Caritasverband e. V.
Bei der Befragung handelt es sich um einen Zwischenschritt in einem mehrstufigen Forschungs- und Kollaborationsprozess. Die finalen Projektergebnisse werden voraussichtlich im Januar 2020 präsentiert.
Kontakt: Andreas Kirchner PR Officer ceres +49 221 470-89120 ceres-info@uni-koeln.de
Weitere Informationen: Eine detailliertere Darstellung der Ergebnisse befindet sich auf der Homepage des ceres unter https://ceres.uni-koeln.de/fileadmin/us ... bnisse.pdf.
Verantwortlich: Dr. Patrick Honecker MBA – patrick.honecker@uni-koeln.de
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Berufstätige Pflegende - Große Zustimmung für Pflegegeld für Angehörige

Beitrag von WernerSchell » 27.06.2019, 06:25

Ärzte Zeitung online, 27.06.2019
Berufstätige Pflegende
Große Zustimmung für Pflegegeld für Angehörige

Ein Pflegegeld für Berufstätige, die Angehörige pflegen gibt es nicht. Es würde Wertschätzung signalisieren. ... > http://ods-mailing.springer-sbm.com/d-r ... &tags=test
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Mehr Selbstbestimmung, weniger Bürokratie: Das Entlastungsbudget für pflegende Angehörige jetzt anpacken!

Beitrag von WernerSchell » 27.06.2019, 06:32

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Mehr Selbstbestimmung, weniger Bürokratie: Das Entlastungsbudget für pflegende Angehörige jetzt anpacken!

Pflegende Angehörige bilden das Fundament unseres Pflegesystems. Nicht allein weil es Millionen von ihnen gibt, sondern weil viele von ihnen an 24 Stunden und 7 Tagen in der Woche Pflege und Betreuung leisten. Das ist ein riesiger Gewinn für die jeweils pflegebedürftige Person sowie für die gesamte Gesellschaft.

Diese Leistungen werden häufig als zu selbstverständlich angesehen. Die Folgen sind für pflegende Angehörige deutlich zu spüren: Sehr hohe Belastungen aufgrund fehlender Entlastung. Folgerichtig wurde im Koalitionsvertrag zwischen SPD und Union ein Entlastungsbudget vereinbart. Die Leistungssätze der Kurzzeit- und Verhinderungspflege sowie der Tages-und Nachtpflege sollen in einen Topf zusammengeführt werden. Dieser Topf bildet das Entlastungsbudget. Mit diesem sollen pflegende Angehörige einfacher und schneller Entlastungsangebote nutzen können. Doch mittlerweile ist unklar, wann das Entlastungsbudget tatsächlich umgesetzt wird. Die anvisierte Einführung zum Jahresanfang 2020 wurde wieder vertagt. Im Raum steht nun die Einführung zum Jahr 2021. Das ist aus Sicht von wir pflegen e.V. viel zu spät!

Als Stimme der pflegenden Angehörigen hat der Verein eine Stellungnahme zum Entlastungsbudget veröffentlicht. Anhand von Grundsätzen und konkreten Ideen wird aufgezeigt, wie sich pflegende Angehörige die Umsetzung des Entlastungsbudgets vorstellen. Die klare Botschaft an die Politik lautet: Das Entlastungsbudget muss schnell eingeführt werden. Auch an der angekündigten Höhe des Entlastungsbudgets darf nicht gerüttelt werden. Klar ist auch, dass der allgemeine Ausbau von Entlastungsangeboten, eine notwendige Bedingung für den Erfolg dieses Vorhabens ist. Alle Einzelheiten finden Sie in unserer Stellungnahme.

Quelle: Mitteilung vom 26.06.2019
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>>> https://www.wir-pflegen.net/mehr-selbst ... erokratie/

Stellungnahme zum Entlastungsbudget als pdf-Datei >>> https://www.wir-pflegen.net/wp-content/ ... i-2019.pdf
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Elterngeld für pflegende Angehörige angedacht

Beitrag von WernerSchell » 24.08.2019, 06:26

Elterngeld für pflegende Angehörige angedacht

Als das Regierungsviertel noch nicht wirklich erwacht war, hatten wir morgens um 8 Uhr schon eine sehr muntere Debatte in unseren Berliner Redaktionsräumen. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) waren zum Doppelinterview gekommen. Die beiden mögen sich, sie schätzen sich, sie duzen sich - und dennoch gab es einen kräftigen verbalen Schlagabtausch über die Aufgaben und die Grenzen des Sozialstaats. Giffeys Vorstoß, für pflegende Angehörige ein Familienpflegegeld analog zum Elterngeld zu schaffen, fand Spahn abwegig. Das ganze Interview lesen Sie hier. > https://rdir.inxmail.com/rponline/d?o0b ... deswestens

Quelle: Mitteilung der Rheinischen Post vom 23.08.2019
Eva Quadbeck - Chefredaktion
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Stärkung der Familienpflege ist dringlich - Kommunale Quartiershilfen sind dabei alternativlos

Beitrag von WernerSchell » 26.08.2019, 15:57

Stärkung der Familienpflege ist dringlich - Kommunale Quartiershilfen sind dabei alternativlos

Über den Maßnahmenkatalog der "Konzertierten Aktion Pflege" hinaus wird in der GROKO für die häusliche Pflege über eine Art Lohnersatzleistung, ein Familienpflegegeld, analog dem Elterngeld nachgedacht. Dazu erklärt Jens Spahn in einem Interview u.a., dass die Pflege eine familiäre Aufgabe bleibe, die die Gesellschaft, d.h. der Staat, unterstütze. Familienpflegegeld wäre aber eine zusätzliche milliardenschwere Leistung, die nicht finanzierbar sei. Spahn weiter: "Ich habe allergrößten Respekt vor pflegenden Angehörigen und ihrer Leistung. Sie verdienen all unsere Anerkennung und Unterstützung. Gerade deshalb sollten wir keine Hoffnungen wecken, die wir nicht erfüllen können " (Quelle: Rheinische Post vom 24.08.2019). - Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist der Auffassung, dass es eines "Masterplans Pflege" bedarf, in dem alle notwendigen Leistungen für die deutlich zunehmende Zahl der pflegebedürftigen Menschen gebündelt werden sollten. Eine Stärkung der Familienpflege ist dabei dringlich. Insoweit bedarf es kommunaler Quartiershilfen, die in vielfältiger Weise an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort ausgerichtet werden können. Und dazu muss reichlich Geld in die Hand genommen werden. Wir brauchen von der GROKO keine kostenträchtigen Gesetze, die in erster Linie auf die Wählergunst abzielen, sondern Hilfen, die wirklich notwendig sind und keinen Aufschub dulden (siehe dazu die aktuellen Vorschläge vom 17.07.2019 > http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=23300 ). - Werner Schell
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Pflegende Angehörige brauchen Entlastung und Absicherung – Bundesregierung liefert nur ideologischen Quark

Beitrag von WernerSchell » 06.09.2019, 13:11

0670 / 6. September 2019
Pressemitteilung von Pia Zimmermann


Pflegende Angehörige brauchen Entlastung und Absicherung – Bundesregierung liefert nur ideologischen Quark

„Statt wirksamer Entlastung und Absicherung bekommen pflegende Angehörige von der Bundesregierung weiterhin nur ideologischen Quark aus dem 19. Jahrhundert serviert“, erklärt Pia Zimmermann, pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des Aktionstags pflegender Angehöriger am 8. September. Zimmermann weiter:

„Erst kürzlich hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Pflege wieder einmal zur familiären Aufgabe erklärt und sie damit faktisch vor allem Frauen zugeschoben. Diesem Rollenverständnis aus dem 19. Jahrhundert folgt die Pflegepolitik der Bundesregierung insgesamt. Die sogenannte Konzertierte Aktion Pflege hat für pflegende Angehörige nichts anzubieten als den Einsatz ambulanter Pflegefachpersonen, insbesondere zu Beginn der Pflegebedürftigkeit. Nahezu höhnisch klingt das ergänzende Vorhaben, die ‚Situation pflegender Angehöriger in den Blick‘ zu nehmen. Angesichts der Probleme, mit denen pflegende Angehörige zu kämpfen haben, ist das offensichtlich zu wenig.

Pflege muss gesamtgesellschaftlich eingebettet und gestaltet werden. Das beinhaltet eine Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige, die aus dem Beruf ausscheiden. Weil aber viele pflegende Angehörige in ihren Jobs bleiben wollen, sind auch deutlich mehr teilstationäre Angebote sowie bezahlbare und wohnortnahe Tagespflegeplätze vonnöten. Die Arbeitgeber müssen stärker in die Verantwortung genommen werden, etwa durch Lohnfortzahlung wie im Krankheitsfall. Rentenansprüche aus Pflegetätigkeit müssen zudem Verdienstausfälle wirklich kompensieren und auch für Altersrentner möglich sein. Reha-Leistungen sind zügig und unbürokratisch zu gewähren.“

F.d.R. Christian Posselt
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