Arbeit in Pflegeberufen: Interessant, hoch belastend ...

Arbeits- und Arbeitsschutzrecht, Allgemeine Rechtskunde (einschließlich Staatsrecht), Zivilrecht (z.B. Erbrecht)

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Arbeit in Pflegeberufen: Interessant, hoch belastend ...

Beitrag von Presse » 24.07.2012, 13:22

Pressemitteilung Hans-Böckler-Stiftung, Rainer Jung, 24.07.2012

Neue WSI-Studie:
Arbeit in Pflegeberufen: Interessant, hoch belastend und oft schlecht bezahlt

Beschäftigte in Pflegeberufen sind mit ihrer Arbeit zufrieden, aber sie empfinden sie als sehr stressig und auch körperlich erschöpfend. Mit der Bezahlung sind sie mehrheitlich nicht zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung, die auf einer Online-
Befragung* von rund 3.550 Beschäftigten aus verschiedenen Berufen und Tätigkeitsbereichen in der Kranken- und Altenpflege basiert. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Prinzipien ‚Faire Löhne‘ und ‚Gute Arbeit‘ im Pflegesektor noch keineswegs zufriedenstellen umgesetzt sind“, sagt WSI- Tarifexperte Dr. Reinhard Bispinck.

Einkommen
Das Bruttomonatseinkommen in Pflegeberufen beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 2.360 Euro. Am besten bezahlt werden Operationsschwestern und -pfleger mit 3.066 Euro, am geringsten fällt das Monatseinkommen der Helfer/innen in der Krankenpflege mit 1.828 Euro aus (siehe die Grafik in der pdf-Version dieser PM; Link unten). Die Zufriedenheit mit der Bezahlung fällt mit einem Wert von 2,4 auf einer Skala von 1 bis 5 im Durchschnitt der Beschäftigten gering aus.

Arbeitszufriedenheit und Arbeitsbelastung Die Zufriedenheit mit der Arbeit insgesamt wird mit einem Wert von 3,3 zwar deutlich besser bewertet, damit liegen die Beschäftigten in Pflegeberufen dennoch knapp unter dem Durchschnitt aller Berufe ( 3,4 ). Die Arbeit in der Pflege wird als sehr stressig ( 4,0 ) und auch als körperlich oft sehr erschöpfend ( 3,8 ) eingeschätzt. Allerdings empfinden die Beschäftigten in der Pflege ihre Arbeit nur selten als monoton und langweilig ( 1,9 ).

In den Pflegeberufen bestehen wie auch bei den Beschäftigten insgesamt deutliche Unterschiede bei den Einkommen zwischen Frauen und Männern, befristet und unbefristeten Beschäftigten sowie zwischen West- und Ostdeutschland. Einkommensrelevant sind außerdem Berufserfahrung sowie die Tarifbindung der Betriebe.

Frauen – Männer
Im Pflegebereich verdienen die Frauen im Durchschnitt 11,7 Prozent weniger als die Männer. Frauen verdienen im Durchschnitt monatlich 2.268 Euro, Männer verdienen mit 2.567 Euro rund 300 Euro mehr.

Befristet – unbefristet
Befristet Beschäftigte verzeichnen gegenüber den unbefristet Beschäftigten einen deutlichen Einkommensrückstand von durchschnittlich 18 Prozent.
Besonders hoch ist der Anteil der befristet Beschäftigten in den gering bezahlten Tätigkeiten (Helfer/innen, Altenpfleger/innen.

Berufserfahrung
Berufserfahrung zahlt sich aus. Das Monatseinkommen von Beschäftigten in Pflegeberufen mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung beträgt im Schnitt 2.012 Euro, bei 10 bis 14 Jahren Berufserfahrung steigt es auf rund 2.346 Euro und bei über 30 Jahren Berufserfahrung klettert es auf rund 2.657 Euro.

West - Ost
Während in Westdeutschland Beschäftigte in Pflegeberufen durchschnittlich
2.464 Euro erhalten, bekommen sie in Ostdeutschland 2.016 Euro. In den neuen Bundesländern verdienen damit Beschäftigte in Pflegeberufen rund 18 Prozent weniger als ihre Kollegen/innen in den alten Bundesländern.

Tarifbindung
Beschäftigte in Pflegeberufen profitieren stark von der Tarifbindung. In Betrieben, für die ein Tarifvertrag gilt, liegt ihr Monatseinkommen mit durchschnittlich 2.597 Euro knapp 19 Prozent über dem Gehalt ihrer Kolleginnen und Kollegen in nicht tarifgebundenen Betrieben mit 2.118 Euro.

Das Projekt LohnSpiegel.de
Die Online-Befragung wurde im Rahmen des WSI-Projekts „LohnSpiegel“ durchgeführt. Es ist Bestandteil des internationalen Wage-Indicator- Netzwerks, an dem Projekte aus 65 Ländern mit gleicher Zielrichtung beteiligt sind. Die LohnSpiegel-Daten werden im Rahmen einer kontinuierlichen Online-Erhebung ermittelt, an der sich die Besucherinnen und Besucher der Webseite „www.lohnspiegel.de“ freiwillig und anonym beteiligen können. Zurzeit bietet der LohnSpiegel einen Gehalts-Check für rund 350 Berufe.

*R. Bispinck, H. Dribbusch, F. Öz, E. Stoll, Einkommens- und Arbeitsbedingungen in Pflegeberufen. Eine Analyse auf Basis der WSI- Lohnspiegel-Datenbank, Arbeitspapier 07/2012, Düsseldorf, Juli 2012.
Download: <http://www.lohnspiegel.de/dateien/pflegeberufe>

Die Pressemitteilung mit Grafik (pdf):
http://www.boeckler.de/pdf/pm_ta_2012_07_24.pdf

Ansprechpartner in der Hans Böckler Stiftung

Dr. Reinhard Bispinck
Leiter des WSI-Tarifarchivs
Tel.: 0211-7778-232
E-Mail: Reinhard-Bispinck@boeckler.de

Dr. Heiner Dribbusch
WSI
Tel.: 0211/7778-217
E-Mail: Heiner-Dribbusch@boeckler.de

Rainer Jung
Leiter Pressestelle
Tel.: 0211-7778-150
E-Mail: Rainer-Jung@boeckler.de

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Beschäftigte in Pflegeberufen mit ihrer Arbeit zufrieden

Beitrag von Presse » 26.07.2012, 07:08

Beschäftigte in Pflegeberufen mit ihrer Arbeit zufrieden
Dienstag, 24. Juli 2012
Düsseldorf – Beschäftigte in Pflegeberufen sind mit ihrer Arbeit zufrieden, empfinden sie aber auch als sehr stressig und oft unterbezahlt. Das zeigt eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung, die am Dienstag in Düsseldorf veröffentlicht wurde. An der Online-Befragung beteiligten sich rund 3550 Beschäftigte aus dem Kranken- und Altenpflegebereich. ....
mehr ....

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Beschäftigte in Pflegeberufen mit ihrer Arbeit zufrieden

Beitrag von PflegeCologne » 26.07.2012, 07:20

Presse hat geschrieben:Beschäftigte in Pflegeberufen mit ihrer Arbeit zufrieden ....
Gut, dass auch das Deutsche Ärzteblatt informiert. Allerdings ist der Titel auf den ersten Blick irritierend.
Angesichts der Kritik, Arbeitsbelastung und schlechte Bezahlung, hätte ich mir in der Überschrift eine völlig andere Botschaft vorstellen können.

Pflege Cologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

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Arbeit in Pflegeberufen: Interessant, hoch belastend ...

Beitrag von Presse » 05.08.2012, 15:21

Arbeit in Pflegeberufen: Interessant, hoch belastend und oft schlecht bezahlt
(Quelle: WSI) Beschäftigte in Pflegeberufen sind mit ihrer Arbeit zufrieden, aber sie empfinden sie als sehr stressig und auch körperlich erschöpfend. Mit der Bezahlung sind sie mehrheitlich nicht zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), die auf einer Online-Befragung von rund 3.550 Beschäftigten aus verschiedenen Berufen und Tätigkeitsbereichen in der Kranken- und Altenpflege basiert. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Prinzipien 'Faire Löhne' und 'Gute Arbeit' im Pflegesektor noch keineswegs zufriedenstellen umgesetzt sind", sagt WSI-Tarifexperte Dr. Reinhard Bispinck.
Das Bruttomonatseinkommen in Pflegeberufen beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 2.360 Euro. Am besten bezahlt werden Operationsschwestern und -pfleger mit 3.066 Euro, am geringsten fällt das Monatseinkommen der Helfer/innen in der Krankenpflege mit 1.828 Euro aus. Die Zufriedenheit mit der Bezahlung fällt mit einem Wert von 2,4 auf einer Skala von 1 bis 5 im Durchschnitt der Beschäftigten gering aus.
Die Zufriedenheit mit der Arbeit insgesamt wird mit einem Wert von 3,3 zwar deutlich besser bewertet, damit liegen die Beschäftigten in Pflegeberufen dennoch knapp unter dem Durchschnitt aller Berufe ( 3,4 ). Die Arbeit in der Pflege wird als sehr stressig (4,0) und auch als körperlich oft sehr erschöpfend ( 3,8 ) eingeschätzt. Allerdings empfinden die Beschäftigten in der Pflege ihre Arbeit nur selten als monoton und langweilig ( 1,9 ).
In den Pflegeberufen bestehen wie auch bei den Beschäftigten insgesamt deutliche Unterschiede bei den Einkommen zwischen Frauen und Männern, befristet und unbefristeten Beschäftigten sowie zwischen West- und Ostdeutschland. Einkommensrelevant sind außerdem Berufserfahrung sowie die Tarifbindung der Betriebe.
Im Pflegebereich verdienen die Frauen im Durchschnitt 11,7 Prozent weniger als die Männer. Frauen verdienen im Durchschnitt monatlich 2.268 Euro, Männer verdienen mit 2.567 Euro rund 300 Euro mehr.
Befristet Beschäftigte verzeichnen gegenüber den unbefristet Beschäftigten einen deutlichen Einkommensrückstand von durchschnittlich 18 Prozent. Besonders hoch ist der Anteil der befristet Beschäftigten in den gering bezahlten Tätigkeiten (Helfer/innen, Altenpfleger/innen.
Berufserfahrung zahlt sich aus. Das Monatseinkommen von Beschäftigten in Pflegeberufen mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung beträgt im Schnitt 2.012 Euro, bei 10 bis 14 Jahren Berufserfahrung steigt es auf rund 2.346 Euro und bei über 30 Jahren Berufserfahrung klettert es auf rund 2.657 Euro.
Beschäftigte in Pflegeberufen profitieren stark von der Tarifbindung. In Betrieben, für die ein Tarifvertrag gilt, liegt ihr Monatseinkommen mit durchschnittlich 2.597 Euro knapp 19 Prozent über dem Gehalt ihrer Kolleginnen und Kollegen in nicht tarifgebundenen Betrieben mit 2.118 Euro.
Die Studie finden Sie hier: http://www.boeckler.de/pdf/ta_lohnspieg ... e_2012.pdf

Quelle: Mitteilung vom 05.08.2012
Verband Kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rheinland-Westfalen-Lippe
Weißenburger Straße 12
44135 Dortmund
Tel.: 0231/ 579743
Fax: 0231/ 579754
E-Mail: info@vkm-rwl.de

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Pflege umfassend reformbedürftig

Beitrag von Taube » 07.08.2012, 11:12

Natürlich ist die Pflegetätigkeit hoch interessant und eigentlich auch für die tätig werdenden Personen sehr befriedigend. Aber nur eigentlich. Denn die Bedingungen, unter denen heute mancherorts gepflegt werden muss, sind nicht so, dass man sie als ausreichend oder gar befriedigend benennen könnte. Daher sind die Belastungen immens und die Vergütungen sind nicht entsprechend. Dann kommen noch einige Trägerverbände auf die Idee, die Personalkosten senken zu wollen. Siehe dazu die Aktivitäten der Diakonie viewtopic.php?t=17564
Das ist alles ist kaum noch nachvollziehbar und gehört angeprangert. Diesen Missständen einmal intensiver nachzugehen, könnte auch eine Aufgabe der Böckler-Stiftung sein. Den insgesamt unbefriedigenden Entwicklungen muss entschiedener entgegen getreten werden.

Taube
Pflegesystem reformieren - Pflegebegriff erweitern und Finanzierung nachhaltig sichern!
Ich unterstütze daher:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

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Lohnspiegel.de zu den Arbeitsbedingungen in der Pflege

Beitrag von Service » 19.09.2012, 06:26

Lohnspiegel.de zu den Arbeitsbedingungen in der Pflege

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut in der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) hat aktuell eine Studie zu den Arbeitsbedingungen in der Pflege durchgeführt. Wesentliche Ergebnisse dieser Studie sind hier zusammengestellt: http://www.lohnspiegel.de/main/zusatzin ... legeberufe

Die Daten wurden im Rahmen einer Online-Befragung erhoben, bei der rund 3.550 Beschäftigte aus verschiedenen Berufen und Tätigkeitsbereichen in der Kranken- und Altenhilfe befragt wurden. WSI-Tarifexperte Dr. Reinhard Bispinck fasst die Ergebnisse wie folgt zusammen: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Prinzipien Faire Löhne und Gute Arbeit im Pflegesektor noch keineswegs zufriedenstellend umgesetzt sind."

Zum Arbeitspapier aus der kompletten Untersuchung hier: http://www.lohnspiegel.de/dateien/pflegeberufe


Quelle: Mitteilung vom 18.09.2012
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0

Service
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Arbeitsschutz für Pflegekräfte

Beitrag von Service » 19.09.2012, 06:29

Positionspapier der BGW: Leitlinien zum Schutz, zur Gesunderhaltung und Berufsbindung von Fachkräften in der Pflege

Es gilt die Anerkennung, die Bedürfnisse, den zeitlichen wie formalen Rahmen zur Ausübung einer bedarfsgerechten, würdevollen Pflege sowie die Gesundheit von Pflegekräften vor Beeinträchtigungen zu schützen. Die dazu formulierten Leitlinien der BGW-Expertenkommission im vorliegenden Positionspapier hier:
http://www.bgw-online.de/internet/gener ... inien.html

Quelle: Mitteilung vom 18.09.2012
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0

Rauel Kombüchen
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Arbeit in Pflegeberufen: Interessant, hoch belastend ...

Beitrag von Rauel Kombüchen » 23.09.2012, 08:10

.... Beschäftigte in Pflegeberufen sind mit ihrer Arbeit zufrieden, aber sie empfinden sie als sehr stressig und auch körperlich erschöpfend. Mit der Bezahlung sind sie mehrheitlich nicht zufrieden. ....

Die Darstellung trifft den Kern der Probleme. Alles ist aber noch sehr moderat beschrieben. Erst vor wenigen Tagen traf ich auf einige Ex-Pflegekräfte, die in den letzten Jahren den Beruf gewechselt haben. Sie haben die Arbeitsverdichtung und die körperlichen Belastungen nicht mehr ertragen können. Sie haben sich daraufhin beruflich verändert und werden jetzt auch noch besser bezahlt.
Es besteht, wie vielfach beschrieben wurde, dringender Handlungsbedarf. Wir haben nicht zu wenig Pflegekräfte. Wir haben zu schlechte Arbeitsbedingungen, so dass qualifizierte und geeignete MitarbeiterInnen immer wieder "die Segel streichen". Dem muss durch Veränderungen in der Pflege-Arbeitswelt entgegen gewirkt werden.

Rauel Kombüchen
Pflegeversicherung - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung nachhaltig sichern! BürgerInnen müssen mehr Informationen erhalten - z.B. wg. Individualvorsorge!

Anja Jansen
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Arbeit in Pflegeberufen: Interessant, hoch belastend ...

Beitrag von Anja Jansen » 24.09.2012, 06:49

Presse hat geschrieben:Pressemitteilung Hans-Böckler-Stiftung, Rainer Jung, 24.07.2012
Neue WSI-Studie:
Arbeit in Pflegeberufen: Interessant, hoch belastend und oft schlecht bezahlt
Beschäftigte in Pflegeberufen sind mit ihrer Arbeit zufrieden, aber sie empfinden sie als sehr stressig und auch körperlich erschöpfend. Mit der Bezahlung sind sie mehrheitlich nicht zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung, .....
Hallo Forum!
Es ist doch eigentlich seit Jahren bekannt, dass die Pflege-Rahmenbedingungen unzureichend sind und die zunehmende Arbeitsverdichtung eindeutig zu Lasten der Pflegekräfte geht. Selbst die Patienten bekunden das tagtäglich. Sie beklagen die mangelhafte Zuwendung und Unterstützung durch die Pflege, haben aber gleichwohl Verständnis für das Pflegepersonal: Es müht sich, rackert sich ab und schafft doch das umfangreiche Arbeitspensum nicht.
Ich bin immer wieder auf Neue erstaunt, dass niemand der Verantwortlichen im Trägerbereich oder in den Parlamenten dies exakt so einschätzt. Denn sonst müsste man doch längst nach Lösungen gesucht und diese durchgesetzt haben. Solche Lösungen können ja ernstlich nur daran bestehen, solide Berechnungsgrundlagen für den Pflegebedarf zu schaffen und dann mehr Personal zu qualifizieren und einzustellen. Es fragt sich natürlich auch, warum nicht Berufsverbände und Gewerkschaften längst das "Trommelfeuer" zur Erzielung deutlich verbesserter Pflegebedingungen eröffnet haben.
Nächstes Jahr stehen einige Wahlen an, u.a. die Bundestagswahl. Kann es nicht eine gemeinsame Plattform aller Akteure Pro Pflege .... geben, die das Thema Pflege in den Wahlkampf einführt? Wer nicht kämpft, hat schon verloren!
MfG Anja
Es ist mehr Aufmerksamkeit für dementiell erkrankte Menschen nötig. Unser Pflegesystem braucht deshalb eine grundlegende Reform!

Gaby Modig
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Die Pflegekräfte haben in der Bevölkerung hohes Ansehen

Beitrag von Gaby Modig » 12.10.2012, 07:11

Aus Forum:
Wertschätzung der Arbeit in der Altenpflege
viewtopic.php?t=12795

Die Pflegekräfte haben in der Bevölkerung hohes Ansehen

Dies ergibt sich aus einem Bericht der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post (vom 11.10.2012) mit dem Titel "Der beliebte Beamte".
Quelle: http://www.rp-online.de/politik/deutsch ... -1.3026629
In diesem Bericht wird u.a. aufgelistet, welche Berufe die Deutschen schätzen.
Danach rangieren Kranken-/Altenpflege hinter den Feuerwehrmännern an zweiter Stelle, noch vor den Ärzten. Das Ansehen der Pflegekräfte ist sogar in den letzten Jahren gestiegen von 88% auf 91%.
Es ist also ein Irrglaube, Pflegekräften rangierten im Ansehen weit unten. Richtig ist, dass die Arbeit der Pflegekräfte viele nicht machen wollen, weil sie anstrengend ist und auch schlecht bezahlt wird.
Das jetzige Befragungsergebnis wäre also Anlass genug, die Wertschützung und Anerkennung für die Pflege umzusetzen in bessere Arbeitsbedingungen und höhere Vergütungen!

Gaby Modig
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

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Pflegekräfte dringend gesucht

Beitrag von Presse » 17.10.2012, 07:13

Neuss
Pflegekräfte dringend gesucht
VON DÉSIRÉE LINDE - zuletzt aktualisiert: 17.10.2012

Neuss (NGZ). Die ambulanten Dienste könnten expandieren, die Nachfrage nach ihren Leistungen ist hoch. Doch es fehlt an Fachkräften. Die Dienste fürchten gar, dass diese Lücke wächst und auch Neuss vor einem Pflegenotstand steht.
...
Bei der stationären Pflege ist der Mangel auch spürbar, aber weil Dienste leichter umgeschichtet oder aufgeteilt werden können, noch nicht so massiv wie in der ambulanten Pflege. Die einzige Lösung, die die Dienste selbst sehen, ist die Ausbildung, um gutes Personal zu halten. Aber Bollen wünscht sich mehr: "Auch für den Rhein-Kreis müssten wir Träger uns zusammentun und eine Imagekampagne starten", sagt Bollen. Damit die Wertschätzung für den Beruf endlich steige.
....
weiter lesen unter ....
http://www.ngz-online.de/neuss/nachrich ... -1.3033031

KPHNeuss
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Pflegenotstand allerorten

Beitrag von KPHNeuss » 17.10.2012, 10:02

Presse hat geschrieben:Neuss
Pflegekräfte dringend gesucht ....
Es ist doch kein Wunder, dass sich im Moment kaum Pflegekräfte auf Stellenausschreibungen bewerben, schon gar nicht in der ambulanten Pflege. Der Arbeitsdruck ist enorm, es müssen allzu viele pflegerische Verrichtungen in immer kürzerer Zeit erledigt werden (wg. der Ökonomie). Pflegekräfte können so ihr gelerntes Wissen und Können nur unvollkommen zum Einsatz bringen. Das macht zusätzlich unzufrieden. Die Vergütungen sind auch meist weniger zufrieden stellend. Unterbezahlung ist der richtige Ausdruck.
Wir brauchen mehr Personal, bessere Vergütungen und die Gesundheit schützende Arbeitsbedingungen!

KPH Neuss
Für eine uneingeschränkt gute Pflege müssen wir alle eintreten - die Verfassung enthält die entscheidenden Wertegrundsätze: Die Menschenwürde ist unantastbar!

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Mangelnde Wertschätzung ist Kernproblem

Beitrag von Presse » 18.10.2012, 06:47

Pressemitteilung vom 17.10.2012

Mangelnde Wertschätzung ist Kernproblem
Personal binden und gewinnen: Kongress Pflege 2013 am 25. und 26. Januar 2013 in Berlin | Befragung: Stellenwert der Pflege wichtiger als Einkommen | Ausbildung erzeugt „Klebeeffekt“

Berlin | Heidelberg, 17. Oktober 2012. Pflegekräfte sind häufig Teilzeitkräfte. Und die Gefahr ist groß, dass sie ihr Stundenkontingent weiter reduzieren, weil sie unzufrieden sind mit ihrem Arbeitsplatz. Darauf verweist Prof. Holger Buxel von der Fachhochschule Münster im Vorfeld des Kongresses Pflege 2013, der am 25. und 26. Januar 2013 in Berlin stattfindet. Er untersuchte in einer Befragung mit über 3.000 Pflegekräften, was Arbeitergeber tun müssen, damit die Pflegenden ihrem Arbeitgeber mehr Arbeitszeit zur Verfügung stellen. Ein Ergebnis: „Noch vor den Verdienstmöglichkeiten besteht der größte Problemdruck beim Kriterium Stellenwert und Wertschätzung der Pflege“, so Buxel. Der Professor für Dienstleistungs- und Produktmarketing folgert daraus: „Die Leistungen der Pflege müssen im Haus besser kommuniziert und die Pflege sollte früher in Entscheidungen eingebunden werden.“
Eine Reihe von Vorträgen auf dem Kongress wird sich dem Thema Personalmanagement widmen, moderiert von Hedwig François-Kettner, Pflegedirektorin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die Charité vergibt Zertifikate für die Stationen, wo zum Beispiel das Schmerzmanagement besonders gut ist. „Außerdem besucht das Top-Management die Stationen persönlich, auf denen sich die Patienten am wohlsten fühlen, um die Mitarbeiter zu würdigen“, so François-Kettner, die zum wissenschaftlichen Beirat des Kongresses gehört. Auch Beschwerden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten ausreichend wahrgenommen werden. „Das läuft ganz unbürokratisch: Ich habe eine offene Tür.“

Ein weiteres Konzept der Pflegedirektion, um Personal zu rekrutieren: Die besten Auszubildenden werden regelhaft übernommen. „Das musste ich immer heftig verteidigen, aber es hat sich bewährt“, betont die Pflegedirektorin. Die Untersuchung der Fachhochschule Münster gibt ihr Recht: Die Hälfte der Befragten ist – zum Teil auch nach vielen Berufsjahren – in einem Haus tätig, in dem sie eine Phase ihrer Ausbildung absolviert haben. Prof. Buxel: „Die Ausbildung erzeugt einen hohen ‚Klebeeffekt‘.“

Weitere Führungsthemen auf dem Kongress, der von Springer Medizin und vom Pflegemagazin Heilberufe veranstaltet wird: das Elefant-Reiter-Modell für die zweite Führungsebene, Personalentwicklung im ambulanten Bereich, Führungskompetenz in der Pflegebildung und Fallsteuerung. Die pflegepolitischen Blöcke befassen sich mit den Themen Pflege in Europa, Konsequenzen des neuen Pflegeberufsgesetzes und Übertragung heilkundlicher Tätigkeiten.
Weitere Informationen zum Kongress finden Sie hier:
http://www.heilberufe-online.de/kongres ... ogramm.php

Pressekontakt: Uschi Kidane | Springer Medizin | tel +49 6221 487-8166
Kongressorganisation und Anmeldung: Andrea Tauchert | Springer Medizin | tel. +49 30 82787-5510

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Pflegebranche stärken und dem Pflegemangel begegnen!

Beitrag von Presse » 18.10.2012, 06:52

Siegesmund: Schwarz-Rot muss endlich handeln
Pflegebranche stärken und dem Pflegemangel begegnen!

Erfurt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN THL) - Anlässlich der Beratung des grünen Antrags „Pflegebranche stärken und dem Pflegemangel begegnen!“ im Oktober-Plenum fordert Anja Siegesmund, gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin der Thüringer Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die Landesregierung auf, endlich aktiv zu werden, um dem Pflegemangel in Thüringen entgegenzuwirken und die Position des Pflegepersonals zu stärken: „Gute Pflege kann nur gelingen, wenn die Pflegekräfte qualifiziert sind, gute Arbeitsbedingungen haben und die Anerkennung erhalten, die sie verdienen.“
... weiter lesen unter ...
http://www.dtoday.de/regionen/mein-toda ... 97107.html

Nursing-Neuss
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Pflegebranche stärken und dem Pflegemangel begegnen!

Beitrag von Nursing-Neuss » 18.10.2012, 07:23

KPHNeuss hat geschrieben: .... Es ist doch kein Wunder, dass sich im Moment kaum Pflegekräfte auf Stellenausschreibungen bewerben, schon gar nicht in der ambulanten Pflege. Der Arbeitsdruck ist enorm, es müssen allzu viele pflegerische Verrichtungen in immer kürzerer Zeit erledigt werden (wg. der Ökonomie). Pflegekräfte können so ihr gelerntes Wissen und Können nur unvollkommen zum Einsatz bringen. Das macht zusätzlich unzufrieden. Die Vergütungen sind auch meist weniger zufrieden stellend. Unterbezahlung ist der richtige Ausdruck.
Wir brauchen mehr Personal, bessere Vergütungen und die Gesundheit schützende Arbeitsbedingungen! ...
Diese Einschätzung trifft des Pudels Kern. Die Arbeitsbedingungen in der Pflege lassen gute Pflege nicht zu. Es gibt Unzufriedenheit auf beiden Seiten:
Pflegebedürftige bzw. Angehörige und Pflegekräfte. Und die bekannten Sprechblasen helfen da wirklich nicht weiter. Wenn endlich nimmt sich jemand
der miesen Pflege-Rahmenbedingungen an und sorgt politisch für eine Wende?
Die jetzige Bundesregierung wird das wohl nicht mehr packen!
Angesäuert grüßt
Nursing Neuss
Das Pflegesystem muss grundlegend reformiert werden. U.a. ist deutlich mehr Pflegepersonal erforderlich!

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