Ärztemangel: Hausärztliche Versorgung dauerhaft stärken

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Ärztemangel: Hausärztliche Versorgung dauerhaft stärken

Beitrag von Presse » 11.12.2012, 07:21

BARMER GEK Pressemitteilung vom 10. Dezember 2012

Umfrage: Bevölkerung spürt bisher wenig vom Ärztemangel

Berlin - Der oftmals diskutierte Ärztemangel wird von der deutschen Bevölkerung bisher kaum wahrgenommen. Im Gegenteil, was Anzahl und Erreichbarkeit von Hausärzten in Städten und auf dem Land angeht, zeigen sich über 90 Prozent der Bürger zumindest zufrieden. Bei den Fachärzten fällt die Zufriedenheit etwas geringer aus. Aber auch hier sind nur 15 Prozent mit Erreichbarkeit und Anzahl der Fachärzte nicht zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Umfrage von TNS Infratest im Auftrag von BARMER GEK und Bertelsmann Stiftung. Die Zufriedenheit ist auf dem Land zwar etwas geringer ausgeprägt. Tatsächliche Probleme, einen Arzttermin zu bekommen, treten allerdings auf dem Land nicht systematisch häufiger auf als in der Stadt.

„Trotz aller Dramaturgie in der Diskussion über einen vermeintlichen Ärztemangel, wird die ärztliche Versorgung in der Fläche von den Menschen gewürdigt. Dies ist zunächst einmal ein Vertrauensbeweis für die ambulante ärztliche Versorgung“, so Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER GEK. Lange Anfahrtswege sind dabei natürlich für die Bürger beschwerlicher, aber sie halten faktisch nur wenige Patienten von einem Arztbesuch ab. Für die Zukunft sind die Erwartungen der Bevölkerung gemischt: Über 60 Prozent rechnen damit, dass sich die Anzahl der Fachärzte nicht verändern wird. Allerdings glauben mit 34 Prozent deutlich mehr Bewohner ländlicher Räume, dass die Anzahl der Fachärzte in ihrer Region abnehmen wird. „Angesichts dieser Zahlen brauchen wir eine sachliche Diskussion über die zukünftige Versorgung, um bei der Bevölkerung keine unnötigen Ängste zu schüren“, so Straub.

Für die Befragung hatten Bertelsmann Stiftung und BARMER GEK im Rahmen ihres Kooperationsprojektes „Gesundheitsmonitor“ im November 1.500 Bürgerinnen und Bürger befragen lassen. „Wir wollten wissen, welche Erfahrungen die Patienten beim Zugang zur ambulanten Versorgung gemacht haben, um die Diskussion über zukünftige Versorgungskonzepte nicht über, sondern mit den Bürgern zu führen“, beschreibt Dr. Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, das Ziel der bevölkerungsrepräsentativen Umfrage.

Die Ergebnisse lieferten wertvolle Anknüpfungspunkte. So ergaben die Analysen, dass unabhängig vom Wohnort gerade Menschen mit schlechtem Gesundheitszustand bisweilen von Problemen berichteten, ihre Arztpraxis zu erreichen. Eine vertiefende Betrachtung der Erfahrungen von Menschen mit chronischen Erkrankungen liefert eine bereits im Frühjahr für den Gesundheitsmonitor durchgeführte Befragung, die speziell die Zufriedenheit von Patienten mit Multipler Sklerose und chronisch obstruktiver Bronchitis mit ihrer fachärztlichen Versorgung erkundet hatte.

Trotz hoher Zufriedenheitswerte bestehe aktuell großer Reformbedarf an ärztlichen Versorgungsstrukturen, stellt BARMER GEK Vorstandschef Straub klar. Schwierigkeiten beim Übergang von ambulanter zu stationärer Versorgung und umgekehrt, das suboptimale duale System der fachärztlichen Versorgung durch Niedergelassene und Kliniken, ein sich wandelnder Berufsanspruch unter den Ärzten und neue Formen der Berufsausübung verlangten nach Veränderungen.

Mehr Informationen zu den Umfragen und zum Kooperationsprojekt „Gesundheitsmonitor“ finden Sie im Internet:
http://www.barmer-gek.de/presse
http://www.gesundheitsmonitor.de

Für Rückfragen:
Dr. Jan Böcken, Bertelsmann Stiftung, Telefon 0 52 41 81 81 462
Athanasios Drougias, BARMER GEK, Telefon 0170 761 47 52

______________________________________________
BARMERGEK Pressestelle
Tel.: 0800 33 20 60 99 1420
presse@barmer-gek.de
Athanasios Drougias (Ltg.), Tel.: 0800 33 20 60 99 1421
Dr. Kai Behrens, Tel.: 0800 33 20 60 44 3020

+++ Siehe auch den Buchtipp unter viewtopic.php?p=70241#70241 +++

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Ärztemangel ist nicht wegzuleugnen

Beitrag von Presse » 11.12.2012, 07:26

Sehr geehrte Damen und Herren,

die BARMER GEK hat heute die Ergebnisse einer Umfrage zur ambulanten Versorgung der Bevölkerung vorgestellt. Dazu erklärt der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich:

„Der Ärztemangel ist nicht wegzuleugnen. Laut der letzten Arztzahlstudie von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung scheiden bis zum Jahr 2020 rund 60.000 Mediziner altersbedingt aus der ambulanten Versorgung aus. Um die wohnortnahe Versorgung durch niedergelassene Ärzte aufrecht zu erhalten, müssen diese Stellen dringend nachbesetzt werden. Das ist auch Aufgabe der Krankenkassen. Was heute bereits an ärztlichen Kapazitäten in den Praxen fehlt, wird durch einen höheren Arbeitsaufwand der Ärzte kompensiert. Sie lassen ihre Patienten nicht im Stich. Die Mehrbelastung hat jedoch Folgen: Bei der repräsentativen Ärztebefragung „Ärztemonitor“ von Kassenärztlicher Bundesvereinigung und NAV-Virchow-Bund gaben zwei Drittel der Befragten an, nicht ausreichend Zeit für ihre Patienten zu haben. Schon heute behandeln Fachärzte durchschnittlich 41, Hausärzte sogar 53 Patienten pro Tag.

Obwohl darüber hinaus eine bessere Verzahnung des ambulanten und stationären Sektors richtig und sinnvoll ist, kann nicht von einem suboptimalen dualen System aus Kliniken und Praxen insgesamt gesprochen werden. Die fachärztlichen Leistungen in Kliniken und Praxen sind nicht die gleichen, sondern ergänzen sich in der Versorgung der Bevölkerung. Wer das in einen Topf wirft, hat entweder keine Ahnung oder gefährdet bewusst die Versorgung der Patienten.“

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

Quelle: Mitteilung vom 10.12.2012
NAV-Virchow-Bund
Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.
Leiter der Pressestelle: Klaus Greppmeir
Pressereferenten: Julia Bathelt, Thomas Hahn
Chausseestraße 119b
10115 Berlin
Fon: (03 0) 28 87 74 - 0
Fax: (03 0) 28 87 74 - 1 15
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Ärztliche Versorgung auf dem Land - Mangel ?

Beitrag von WernerSchell » 11.12.2012, 07:32

Die Bertelsmann-Stiftungn hat mit Zuschrift vom 10.11.2012 ihren aktuellen Newsletter des Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung und der BARMER GEK zum Thema „Fachärztliche Versorgung auf dem Land – Mangel oder fehlender Komfort?“ übermittelt. Dazu heißt es in der Zuschrift u.a.:
Eine umfassendere Analyse dieser Problematik finden Sie neben vielen anderen spannden Themen in unserer Jahrespublikation „Gesundheitsmonitor 2012“, die heute ebenfalls erschienen ist. Nähere Informationen und Bestellmöglichkeit finden Sie unter: http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/ ... 114383.htm

Quelle: Bertelsmann Stiftung
Carl-Bertelsmann-Straße 256 | 33311 Gütersloh | Germany
Telefon: +49 5241 81-81381 | Fax: +49 5241 81-681381
E-Mail: heike.clostermeyer@bertelsmann-stiftung.de
Web: http://www.bertelsmann-stiftung.de | http://www.gesundheitsmonitor.de | www.faktencheck-kaiserschnitt.de
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Krankenkassen bestreiten Ärztemangel

Beitrag von Presse » 11.12.2012, 07:41

Krankenkassen bestreiten Ärztemangel
VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 11.12.2012

Berlin (RP). Nach einer Umfrage im Auftrag der Barmer GEK sind 90 Prozent der Deutschen zufrieden mit der Mediziner-Dichte in Deutschland.

Eine Studie der Krankenkasse Barmer GEK, wonach die Patienten vom Ärztemangel bisher wenig spüren, hat für reichlich Widerspruch bei Medizinern und Patientenorganisationen geführt. Was die Anzahl und Erreichbarkeit von Hausärzten in Städten und auf dem Land angehe, zeigten sich über 90 Prozent der Bürger "zumindest zufrieden", zeigt die TNS Infratest Umfrage im Auftrag von Barmer GEK und Bertelsmann Stiftung. "Die Zufriedenheit ist bezüglich der Fachärzte etwas geringer, aber auch hier sind nur 15 Prozent der Bürger mit Anzahl und Erreichbarkeit unzufrieden", sagte Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung.
... weiter lesen unter ... http://nachrichten.rp-online.de/politik ... -1.3102320

Umfrage: Bürger spüren keinen Ärztemangel
Es herrscht Ärztemangel - und kaum einer bekommt es mit: Die meisten Bürger sind zufrieden mit der Anzahl ihrer Ärzte, zeigt eine Umfrage im Auftrag der Barmer GEK. KBV und BÄK kritisieren die Analyse. mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=828 ... tik&n=2404

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Krankenkassen bestreiten Ärztemangel

Beitrag von ProPflege » 11.12.2012, 07:55

Presse hat geschrieben:Krankenkassen bestreiten Ärztemangel
VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 11.12.2012
Berlin (RP). Nach einer Umfrage im Auftrag der Barmer GEK sind 90 Prozent der Deutschen zufrieden mit der Mediziner-Dichte in Deutschland.
... weiter lesen unter ... http://nachrichten.rp-online.de/politik ... -1.3102320
Dazu ein Leserbrief - übermittelt am 11.12.2012:

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Initiator bzw. Mitbegründer des Quartierkonzeptes Neuss-Erfttal.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist Unterstützer von "Bündnis für GUTE PFLEGE".
Pro Pflege - Selbsthilfetzwerk ist Unterstützer der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen".


Neuss, den 11.12.2012

An die
Rheinische Post


Sehr geehrte Damen und Herren,

zu dem Artikel "Krankenkassen bestreiten Ärztemangel", RP vom 11.12.2012, übersende ich Ihnen die nachfolgende Leserzuschrift und bitte um Abdruck.
Beim Pflegetreff am 14.11.2012 in Neuss-Erfftal wurde das Thema „Ärztliche Versorgung“ ebenfalls problematisiert - siehe viewtopic.php?t=17341 Es ergab sich dabei ergänzend der Mangel, dass die Fachärzte nicht einmal ausreichend Hausbesuche machen bzw. in die Pflegeheime gehen. Einerseits wollen sie sich eine „goldene Nase verdienen“, andererseits lassen sie die Patienten aber z.T. fachärztlich unversorgt. Das gehört deutlich angesprochen und abgestellt.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell - http://www.wernerschell.de

Hausärztliche Versorgung & sprechende Medizin müssen Priorität erfahren
In Deutschland gibt es keinen Ärztemangel. Stetig gestiegene Arztzahlen belegen das Gegenteil. Allerdings haben wir klar eine falsche Verteilung der Ärzte.

Eine gute, den Bedürfnissen einer älter werdenden Gesellschaft gerecht werdenden hausärztlichen Versorgung ist überall in Gefahr. Die finanziellen Anreize für die Vergütung der ärztlichen Tätigkeit in einer Hausarztpraxis (vor allem in einer ländlichen Struktur) sind unzureichend. Es ist die Pflicht der Kassenärztlichen Vereinigungen, dem entgegen zu wirken. Insoweit hat das kürzlich beschlossene Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG) Handlungsmöglichkeiten geschaffen. Da es den Kassenärztlichen Vereinigungen auf der Basis ihres Sicherstellungsauftrages und der pauschalen Honorierung durch die Krankenkassen obliegt, die Niederlassung von Hausärzten bedarfsgerecht zu gestalten, müssen umgehend entsprechende Folgerungen gezogen und die hausärztliche Versorgung attraktiver gestaltet werden. Dazu bietet das GKV-VStG einige Möglichkeiten. Sollte sich allerdings in naher Zukunft herausstellen, dass die gegebenen gesetzlichen Möglichkeiten nicht ausreichen, die erforderlichen Hausarztsitze zu erhalten, wird der Gesetzgeber erneut eingreifen müssen. Der Trend, immer mehr fachärztliche Versorgungsangebote in den Städten bzw. stadtnahen Wohnlagen zu konzentrieren, auch in den viel gepriesenen Facharztzentren, muss schnellstens gestoppt werden. Ich sehe in diesem Trend weniger die Verbesserung der nötigen Dienstleistungsangebote für Patienten, als vielmehr die Neigung, vielgestaltige ökonomische Interessen zu verfolgen.
Die rapide steigende Zahl von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen lässt es als zwingend notwendig erscheinen, nicht nur gute wohnortnahe Pflegestrukturen zu gestalten (sog. Quartierskonzepte), sondern dort auch die "gute alte Hausarztversorgung" dauerhaft zu gewährleisten.
Am 16.07.1987 habe ich an einer WDR-Sendung "Hallo-Ü-Wagen" (mit Carmen Thomas) in Mönchengladbach teilgenommen mit der Erkenntnis, dass der hausärztlichen Versorgung bzw. der sprechenden Medizin bei verbesserter Honorierung Vorrang einzuräumen sei. In dieser Sendung bestand insoweit Einvernehmen aller Podiumsgäste. U.a. saßen bei dieser Sendung neben mir (als Patientenvertreter) auf dem Podium der damalige Gesundheitsminister von NRW Heinemann und der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung NRW Dr. med. Fiedler. Es ist ein Jammer, dass wir heute, rd. 25 Jahre nach solchen Erkenntnissen, erneut über den Zerfall der hausärztlichen Strukturen reden müssen.

Werner Schell - Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss

+++ Siehe auch die Beiträge unter viewtopic.php?p=58481#58481 +++
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Cicero
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Hausärztliche Tätigkeit stärken - sprechende Medizin fördern

Beitrag von Cicero » 14.12.2012, 17:49

ProPflege hat geschrieben: Hausärztliche Versorgung & sprechende Medizin müssen Priorität erfahren
In Deutschland gibt es keinen Ärztemangel. Stetig gestiegene Arztzahlen belegen das Gegenteil. Allerdings haben wir klar eine falsche Verteilung der Ärzte.
Sehr geehrter Herr Schell,
ich danke Ihnen sehr für den guten Text, der nach meiner Einschätzung treffend die Situation beschreibt. Es ist auch meine Meinung, dass der gute alte Hausarzt nicht verschwinden darf, sozusagen den ökonomischen Interessen anderer geopfert werden darf. Der hausärztlichen Tätigkeit muss Priorität zukommen. Bitte bleiben Sie dam Thema dran!
Hochachtungsvoll
Cicero
Politisch interessierter Pflegefan!
Im Gleichklang: Frieden - Ausgleich - Demokratie - und: "Die Menschenwürde ist unantastbar"!

Sabrina Merck
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Hausärztliche Versorgung und sprechende Medizin

Beitrag von Sabrina Merck » 15.12.2012, 21:31

Hausärztliche Versorgung und sprechende Medizin
sind bei mir auch seit jeher ganz wichtig. Leider ist es aber so, dass immer mehr Hausärzte in Schwierigkeiten geraten und unter der Ökonomisierung des Gesundheitswesen arg leiden. Wer nicht über ausreichend Privatpatienten verfügt, wird über Schließung oder Verlagerung der Praxis nachdenken müssen. Daher ist es m.E. unausweichlich, die finanziellen Verhältnisse der Hausärzte neu zu ordnen mit der Maßgabe, dass die vorhandenen Arztsitze erhalten bleiben und auch für jüngere Ärzte attraktiv bleiben. Die "Vergreisung" gebietet es, die ärztliche Versorgung nahe bei den Menschen zu gewährleisten!
Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind gefordert, den "Kuchen" neu zu verteilen.

Sabrina
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
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Karl Büser
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Hausarzt gehört ins Zentrum der medizinischen Versorgung

Beitrag von Karl Büser » 19.12.2012, 17:02

Es ist mir seit Jahren ein großes Anliegen, den Hausarzt wohnortnah zu erhalten. Wir haben in unserer Familien über Jahrzehnte beste Erfahrungen mit der hausärztlichen Betreuung gemacht und möchten sie unter keinen Umständen missen. Wir verzichten gerne auf optimierte Medizintechnik und bis in Einzelheiten ausgefeilten Sachverstand der Fachärzte. Wir plädieren dafür, die häusärztliche Versorgung wieder ins Zentrum der medizinischen Versorgung zu rücken. Das ist auch für unsere Gesundheitsversorgung preiswerter. Die jetzigen Anpreisungen des Systems werden wir ohnehin bald nicht mehr finanzieren können.

Karl Büser
Die Würde des Menschen ist unantastbar - immer und ausnahmslos! Ich unterstütze daher Aktivitäten, die uns diesem Ziel näher bringen! Danke für Infos unter http://www.wernerschell.de

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G-BA reformiert ambulante ärztliche Bedarfsplanung

Beitrag von WernerSchell » 20.12.2012, 18:24

Text aus Forum:
viewtopic.php?p=70420#70420

Zielgenau, flexibel, fristgerecht: G-BA reformiert ambulante ärztliche Bedarfsplanung

Berlin, 20. Dezember 2012 – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat mit einer Neufassung der entsprechenden Richtlinie den Planungsrahmen für die Zulassungsmöglichkeiten von Ärztinnen und Ärzten nach Fachgruppen einschließlich der Psychotherapeutinnen und -therapeuten für eine gleichmäßige und bedarfsgerechte ambulante medizinische Versorgung festgelegt. Mit dem am Donnerstag in Berlin gefassten Beschluss erfüllt der G-BA – vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesministerium für Gesundheit (BMG) – fristgerecht zum Jahresende seinen Auftrag aus dem am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-VStG), eine funktionsfähige Bedarfsplanung zu schaffen.

„Wir haben nun eine zielgenaue und den regionalen Besonderheiten Rechnung tragende flexible Regelung vorgelegt, mit der die Zulassungsmöglichkeiten von Ärztinnen und Ärzten in ländlichen Regionen verbessert und mit der Verteilungsprobleme in der ärztlichen Versorgung zielgerichtet angegangen werden können“; sagte Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA, am Donnerstag in Berlin. „Das neue und feingliedrigere Planungsraster ermöglicht es, Versorgungslücken schneller zu erkennen und zu schließen.“

„Eine wirklich gute Versorgungssteuerung mit bundeseinheitlichen Rahmenbedingungen wird nur dann den vielfältigen Facetten lokaler Besonderheiten gerecht, wenn sie in begründeten Fällen Anpassungsmöglichkeiten zulässt. Die Richtlinie wird diesem Anspruch in besonderer Weise gerecht. Wir wissen, dass vor allem die regionale Altersstruktur und Morbidität, räumliche Faktoren oder auch besondere Versorgungslagen Anlass dafür sein können. Gut gesichert ist auch der Zusammenhang zwischen sozioökonomischen Faktoren und der Morbidität einer Bevölkerung“, so Hecken weiter. „Damit stellt die Bedarfsplanung auch ein Steuerungsinstrument dar, das flexibler auf die geänderten Anforderungen an die ambulante Versorgung reagieren kann. Die neue Richtlinie stellt somit gleichwertige Versorgungszugänge im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland sicher.“

Die Bedarfsplanung legt bundeseinheitlich einen verbindlichen Rahmen zur Bestimmung der Arztzahlen fest, die für eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung benötigt werden und ermöglicht gleichzeitig eine Bewertung der bestehenden Versorgungssituation. Sie macht kenntlich, wo ein über- bzw. unterdurchschnittliches Versorgungsniveau vorliegt.

Die Grundzüge der neuen Bedarfsplanung:

Um den aktuellen Erfordernissen an die ambulante Versorgung gerecht zu werden, wird das ärztliche Leistungsangebot stärker nach Arztgruppen ausdifferenziert und die Raumbezüge auf dieser Basis somit neu strukturiert. Um die hausärztliche Versorgung vor Ort zu sichern und zugleich dem Umstand Rechnung zu tragen, dass Fachärzte mit zunehmendem Spezialisierungsgrad deutlich größere Einzugsgebiete versorgen können, sieht die Richtlinie als neue Planungsbereiche den sogenannten Mittelbereich, die Kreise bzw. kreisfreien Städte, die Raumordnungsregion und das KV-Gebiet vor. Durch die so erreichte Differenzierung der Planungsbereiche in Größe und Zuschnitt wird die Verteilung der Arztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten deutlich verbessert. Neu in die Bedarfsplanung aufgenommen ist die gesonderte fachärztliche Versorgung, um dem Auftrag der Versorgungssteuerung im Sinne eines gleichmäßigen Zugangs auch in diesem Bereich gerecht zu werden.

Künftig gilt für die hausärztliche Versorgung der Mittelbereich, für die allgemeine fachärztliche Versorgung der Kreis und die kreisfreie Stadt und für die spezialisierte fachärztliche Versorgung die Raumordnungsregion als Planungsraum.

Bundesweit ergeben sich so für den hausärztlichen Bereich annähernd 3.000 (inkl. der jetzt schon freien Sitze) neue Zulassungsmöglichkeiten. Für den Bereich der Psychotherapeutinnen und -therapeuten wird ein Aufwuchs von knapp 1.400 konstatiert. Gerade in diesem Bereich wird damit die im europäischen Vergleich einzigartige Versorgungssituation noch einmal verbessert.

Bild

Die neue Bedarfsplanung hat zudem das Ziel, die Versorgung zu steuern und Zulassungsmöglichkeiten genau dort auszuweisen, wo sie benötigt werden – weg von Ballungszentren hin zu schlechter gestellten Regionen. Gerade im Bereich der Psychotherapie sind solche Ballungen deutlich feststellbar. Die Regelungen ermöglichen daher, den Aufbau von Versorgungsstrukturen im ländlichen Raum zu beschleunigen. Beispielsweise können innerhalb einer dreijährigen Übergangsphase bestehende Zulassungsbeschränkungen beibehalten werden, bis in jedem ehemaligen Planungsbereich innerhalb des neuen Planungsbereiches ein Versorgungsgrad von mindestens 100 v.H. erreicht ist. Weiterhin wurde die Möglichkeit geschaffen, ebenfalls innerhalb dieser Übergangszeit Planungsbereiche mit einem Versorgungsgrad zwischen 100 bis 110 v.H. zu sperren.

Um eine sukzessive Anpassung von Versorgungsgraden vorzunehmen, sieht die Richtlinie auch die Möglichkeit vor, zeitlich gestaffelt entsprechende Strukturen aufzubauen. Da allerdings kurzfristige Zuwächse bei Hausärztinnen und -ärzten sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten vor allem in ländlichen Gebieten erklärtes Ziel dieser Bedarfsplanungsreform sind, werden diese von der Regelung ausgenommen.

Die neue Richtlinie sieht einen Demografiefaktor vor, der sowohl auf die gegenwärtige Verteilung der Ärzte abstellt als auch die im Bundesgebiet unterschiedliche Alterung der Bevölkerung berücksichtigt. So wird der Leistungsbedarf der 65-Jährigen und Älteren bzw. unter 65-Jährigen eines Planungsbereichs getrennt ermittelt. In Folge dessen ergeben sich für eine Reihe von ärztlichen Fachgruppen deutlich gesteigerte Leistungsumfänge für die ältere Bevölkerung im Vergleich zur jüngeren. Allerdings kann der Demografiefaktor nur dort wirken, wo er auch angemessen steuern kann. Der Bereich der Kinderärzte und Kinder- und Jugendpsychiater sowie die Arztgruppen der gesonderten fachärztlichen Versorgung werden daher ausgenommen.

Der Beschluss tritt nach Nichtbeanstandung durch das BMG und Veröffentlichung im Bundesanzeiger zum 1. Januar 2013 in Kraft. Es ist eine Übergangsregelung bis Mitte 2013 vorgesehen. Der Beschlusstext und die Tragenden Gründe werden auf folgender Seite veröffentlicht: http://www.g-ba.de/informationen/beschl ... sschuss/7/

Quelle: Pressemitteilung vom 20.12.2012 - Gemeinsamer Bundesausschuss
Ansp­rech­partner:
Kris­tine Reis
030 / 275 838-173
kris­tine.reis@g-ba.de
Kai Fortelka
030 / 275 838-171
kai.fortel­ka@g-ba.de

Weitere Informationen unter
http://www.g-ba.de/institution/presse/p ... ungen/466/
u.a. Pressemitteilung zum Download (184.2 kB, PDF) http://www.g-ba.de/downloads/34-215-466 ... g-BDPL.pdf
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Hausärztemangel

Beitrag von WernerSchell » 26.12.2012, 17:22

Zum Beitrag "Hausärztemangel - Jüchen ist überall" siehe auch unter
G-BA reformiert ambulante ärztliche Bedarfsplanung
viewtopic.php?t=18266
Dort ist ein aktuelles Statement vom 20.12.2012 nachlesbar!
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Rolle des Hausarztes stärken

Beitrag von Presse » 07.02.2013, 13:31

KV Niedersachsen: Rolle des Hausarztes stärken
Angesichts der derzeitigen Diskussion um Gefahren der Multimedikation hat die Kassenärztliche Vereinigung
Niedersachsen (KVN) gefordert, die Rolle des Hausarztes zu stärken. Irritiert zeigte sich KVN-Vize Jörg Berling
dagegen über ... » http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5 ... s-staerken

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Versorgungslandschaft Pflege": Neues IV-Projekt ...

Beitrag von Presse » 26.03.2013, 07:31

"Versorgungslandschaft Pflege": Neues IV-Projekt für bessere Heimversorgung
Mit der "Versorgungslandschaft Pflege", die der Hausärzteverband mit dem bpa vereinbart hat, wird die kontinuierliche und koordinierte
hausärztliche Versorgung in Pflegeheimen sichergestellt. Bislang eine Achillesferse des Gesundheitssystems. mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=835 ... ege&n=2613

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Kassen-Studie: Hausarztmangel - eine Verteilungsfrage?

Beitrag von Presse » 25.04.2013, 06:51

Kassen-Studie: Hausarztmangel - eine Verteilungsfrage?
Eine Studie für den GKV-Spitzenverband relativiert den Hausarztmangel. Hauptprobleme seien die mangelhafte Verteilung der Ärzte
und traditionelle Rollenbilder, die Ärztinnen das Leben schwer machten. mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=837 ... tik&n=2674

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Recht auf Arzt vor Ort - Häusärztliche Versorgung stärken

Beitrag von Presse » 01.07.2013, 17:26

CDU fordert Recht auf Arzt vor Ort

VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 01.07.2013
Hünxe (RP). Immer weniger Mediziner haben Lust, auf dem Land zu arbeiten.
Der Job des Allgemeinmediziners ist vielen Absolventen nicht attraktiv genug. Die CDU macht Problem jetzt zum Thema im Landtag.
... (weiter lesen) .... http://nachrichten.rp-online.de/regiona ... -1.3505056

Gaby Modig
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Hausärztemangel in der Region ?

Beitrag von Gaby Modig » 01.10.2013, 06:46

Die Westdeutsche Zeitung berichtete am 30.09.2013 (online)
Versorgungsreport: In Region Nordrhein droht Hausärztemangel
Bei den Hausärzten droht in der Region Nordrhein in den nächsten Jahren ein Mangel. Die Ärzte sind im Moment im Schnitt 52,2 Jahre alt. Um den derzeitigen Versorgungsstand zu halten, müssen rund 5000 Hausärzte bis 2030 ersetzt werden. … (mehr)
http://www.wz-newsline.de/home/politik/ ... -1.1440934
Ein ähnlicher Bericht erschien am 01.10.3013 in der Rheinischen Post:
Versorgungsreport: In Nordrhein droht Hausärztemangel
zuletzt aktualisiert: 30.09.2013 - 15:28
Düsseldorf (RPO). Bei den Hausärzten droht in der Region Nordrhein in den nächsten Jahren ein Mangel. Die Ärzte sind im Moment im Schnitt 52,2 Jahre alt. Um den derzeitigen Versorgungsstand zu halten, müssen rund 5000 Hausärzte bis 2030 ersetzt werden. … (mehr)
http://www.rp-online.de/gesundheit/medi ... -1.3713906
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

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