Pflegereform = Gewährleistung der Menschenwürde

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

Moderator: WernerSchell

ProPflege
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Pflegereform = Gewährleistung der Menschenwürde

Beitrag von ProPflege » 01.04.2011, 18:45

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Initiative - Harffer Straße 59 - 41469 Neuss
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“


Neuss, den 01.04.2011

Pressemitteilung

Pflegereform muss menschenwürdige Pflege gewährleisten, und zwar ohne Finanzierungsvorbehalt

Werner Schell, Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk, erklärt zu den aktuellen streitigen Diskussionen über mögliche Beitragssteigerungen in der Pflegeversicherung:

Offensichtlich gerät die anstehende Pflegereform immer mehr in den Sog der Erörterungen ökonomischer Erwägungen, statt vorrangig die dringend gebotenen inhaltlichen Verbesserungen in den Pflegesystemen zur Gewährleistung menschenwürdiger Pflegebedingungen und damit die hilfe- und pflegebedürftigen Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

Dass die Pflege in Deutschland teurer wird, steht für Kenner der Pflegeszene außer Frage. Denn eine Absage an die sog. Minutenpflege verlangt unter Berücksichtigung der demografischen Veränderungen nach ergänzenden personellen und sachlichen Regelungen im SGB XI.

Neben der Verbesserung des Pflegebedürftigkeitsbegriffes gibt es dringende Reformnotwendigkeiten, über die bisher überhaupt noch nicht ausreichend gesprochen worden ist. Nach Auffassung von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk muss es nämlich vorrangig darum gehen, den bereits bestehenden Pflegenotstand in den Pflegeeinrichtungen zu beheben. Dazu gehört zum Beispiel eine deutliche Anhebung der Stellenschlüssel und die Schaffung von Personalbemessungssystemen. Insoweit gibt es aber bislang keine brauchbaren Vorschläge. Darüber hinaus sind Aufstockungen notwendig, die die Pflegeversicherung in Deutschland zukunftsfest gestalten helfen. Die bisher bekannt gewordenen Botschaften der Pflege-Dialog-Gipfelgespräche haben dem nicht annähernd Rechnung getragen. Es wurden offensichtlich Themen erörtert, die von nachrangiger Bedeutung sind.

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk fordert daher die politisch Verantwortlichen auf, unter Einbezug der Interessenvertretungen der pflegebedürftigen Menschen über die notwendigen Inhalte einer in die Zukunft weisenden Pflegereform zu befinden und erst danach die Finanzierungsfragen anzugehen. Es kann und darf nicht der Fall eintreten, die gebotenen Korrekturnotwendigkeiten unter Finanzierungsvorbehalt zu stellen. Menschenwürdige Pflegebedingungen dürfen in einem reichen Land wie der Bundesrepublik Deutschland nicht an der Kostenfrage scheitern!

Mit Blick auf die Kostenerwägungen hat auch die ehemalige Hannoveraner Bischöfin Margot Käßmann ein Statement abgegeben und u.a. ausgeführt, dass eine rein ökonomische Sichtweise der Pflege dem christlichen Menschenbild widerspreche. Christen seien aufgefordert, sich zu Wort zu melden, „wenn in unserem reichen Land in unverantwortlicher Weise an pflegebedürftigen Menschen gespart wird“ (Quelle: Evangelischer Pressedienst zitiert in Zeitschrift „CAREkonkret“, 01.04.2011). – Damit erfahren die Forderungen von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk eindrucksvoll Unterstützung.

Werner Schell
Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Eine pdf-Datei der Pressemitteilung finden Sie unter
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... eisten.php
+++
Die vorstehende Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung frei!

+++
Die Medien berichten über die Pressemitteilung u.a.
wie folgt:

http://www.openpr.de:80/news/525437.html
http://www.presseanzeiger.de/infothek/g ... 463547.php
http://www.openbroadcast.de/article/978 ... ehalt.html
http://www.bz-mg.de/gesundheit-soziales ... ehalt.html
http://frankfurter-zeitung.net/magazin/ ... alt-online
http://www.pflegen-online.de/nachrichte ... eisten.htm
http://www.heide-bote.de/index.php?name ... &sid=17851
http://www.hwelt.de/c/content/view/7809/1/
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G. Fröhlich- Rockmann
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Menschenwürde - Maßstab für Pflegeform

Beitrag von G. Fröhlich- Rockmann » 01.04.2011, 20:37

Eine Reform in der Pflege kann (wenn sie denn ernsthaft vorgenommen werden will) nur als Maßstab die Herstellung der Würde des Menschn in der Pflege als Kriterium haben. Alles Andere ist in meinen Augen Fortsetzung von Flickschusterei!

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thorstein
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Politiker müssen Probleme lösen und nicht verschleiern

Beitrag von thorstein » 11.04.2011, 00:11

Nimmt man die Überschrift wörtlich, bedeutet das im Klartext, dass derzeit eine menschenwürdige Pflege in diesem Land nicht gewährleistet ist. Das sehe ich zwar auch so, wird aber landauf landab von den Entscheidungsträgern dementiert, weshalb ja auch - odffensichtlich -noch kein Handlungsbedarf besteht.

Unter einem Finanzierungsvorbehalt darf diese Debatte zwar nicht stehen, aber die Finanzierungslücke zu einer menschenwürdigen Pflege muss endlich ernsthaft diskutiert werden. Und sollte der Grundtenor weiterhin sein, dass mehr Geld nicht zur Verfügung steht, müssen andere Lösungen her: Politiker werden gewählt, um Probleme zu lösen, und nicht, um diese zu verschleiern oder zu ignorieren.

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Beitrag von G. Fröhlich- Rockmann » 11.04.2011, 21:06

Bis vor kurzem meinte man auch Atomkraft sei sicher.

Die Debatte muss definieren was denn "menschenwürdige Pflege" (siehe z.B. Charta der Rechte pflegebdürftiger Menschen) ist um dann erst einmal einen Bedarf an finanziellen Mitteln feststellen zu können. Wie dieser dann zu decken ist wäre m.E. das letzte Glied in einer Kette bedarf aber durchaus einer breiten gesellschaftlichen Diskussion.

Mir bleibt aber die Befürchtung, dass auch hier erst gehandelt wird, wenn die Vorbeben in der Pflege das Ausmaß einer Katastrophe angenommen haben, da Entscheidungsträger nicht sensibel genug justiert sind um die bereits statt findenden Vorbeben warzunehmen.
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Lutz Barth
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"Menschenwürdige Pflege" (?)

Beitrag von Lutz Barth » 12.04.2011, 05:55

Ich schließe mich hier ausdrücklich der "Frage" von Herrn Fröhlich-Rockmann an. Was bitte haben wir denn unter "menschwürdige Pflege" zu verstehen? Handelt es sich hierbei um den "state of the art", der allein aus intraprofessioneller Persektive zu definieren ist? Wozu eigentlich der Hinweis auf "Würde"? Ist hiermit der verfassungsnormative Begriff gemeint und was folgt hieraus und zwar praxisorientiert?

Und ferner: Mit welchem Ziel soll eine Debatte ohne Finanzierungsvorbehalt geführt werden, wenn doch allen klar ist, dass eine Finanzierungslücke derzeit besteht?

Auch der Hinweis auf das "christliche Menschenbild" entbindet sicherlich nicht von der Beantwortung der Frage, wie ggf. eine "würdige" Pflege zu finanzieren sei.
Wir vertreten nicht immer die herrschende Lehre!

PflegeCologne
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Menschenwürdige Pflege ja - Finanzierungsvorbehalt nein

Beitrag von PflegeCologne » 12.04.2011, 07:07

Guten Morgen,

wichtige und grundlegende Anforderungen an eine menschenwürdige Pflege sind v.a. dem SGB XI und der Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen zu entnehmen. Im Ergebnis ist eine menschenwürdige Pflege die gute / angemessene Pflege, für die es pflegewissenschaftlich Erklärungen gibt. Diese Pflege muss dem allgemein anerkannten Stand medizinisch-pflegerischer Erkenntnisse entsprechen (§ 12 SGB XI, § 2 Abs. 1 SGB XI).
Da die Rahmenbedingungen des Pflegeversicherungsrechts aber eine solche Pflege nicht zulassen, dies ist doch mittlerweile zur Genüge beschrieben, muss eine vernünftige Reform diese Unzulänglichkeiten aufgreifen und Nachbesserungen bringen. Da dies klar teurer wird, dürfen bei einer Reform keine Finanzierungsvorbehalte kommen. Man kann nicht sagen: Menschenwürdige Pflege ja, Finanzierung dieser menschenwürdigen Pflege nein. So einfach ist das!
Wir Pflegende wollen uns endlich den Menschen uneingeschränkt in der Weise zuwenden, wie wir das gelernt haben und wie es auch ständig von uns erwartet wird. Die notwendigen Voraussetzungen kann aber nur eine Pflegereform bringen, wie sie seit vielen Jahren eingefordert wird. An erster Stelle brauchen wir mehr Personal. Weitere personelle Verstärkung ist dann geboten, wenn der Pflegebedürftigkeitsbegriff ausgeweitet wird. - Und diese Ausweitung ist mit Rücksicht auf die Demenzkranken auch überfällig.
Schließlich muss die häusliche Pflege eine kräftige finanzielle Stärkung erfahren ("ambulant vor station"). Das kostet zusätzlich.
Wer kann denn unter solchen Umständen noch sagen: Aber es darf nicht mehr kosten?

MfG Pflege Cologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
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Pflegenotstand - Pflegereform muss insoweit eingreifen

Beitrag von Sabrina Merck » 12.04.2011, 10:05

Hallo zusammen,
ich denke, dass Pflege Cologne die richtigen Hinweise gegeben hat. Wir brauchen doch nicht ernstlich über die Frage zu diskutieren, was alles zu einer menschenwürdigen Pflege zwingend dazu gehört. Pflegekräfte lernen dies in ihrer Ausbildungszeit und wissen Bescheid. Nur können sie den Anforderungen meistens nicht gerecht werden.
Genau das ist das Problem. Es kann nur mit mehr Personal, das sich für die zuwendungsorientierte gute Pflege einsetzen kann, gelöst werden.
Wer sich ernsthaft mit den Unzulänglichkeiten im Pflegesystem befasst, wird schnell entdecken, dass die Stellenschlüssel hinten und vorne nicht ausreichend sind.
Also brauchen wir eine Reform, die vor allem diesem Übelstand wirkungsvoll begegnet. Alles andere sind "Nettigkeiten am Rande".
Es grüßt in diesem Sinne
Sabrina
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk!
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Beitrag von G. Fröhlich- Rockmann » 12.04.2011, 10:30

wenn dem so wäre, weshalb sind dann nach wie vor nach den Bestimmungen des SGB XI seit Einführung der Pflegeversicherung durch das SGB XI 2,2 Millionen Menschen mit Demenz und ungezählte andere Menschen mit psychischen und psychiatrischen Erkrankungen ausgeschlossen ?

wenn dem so wäre, weshalb beschäftigen sich seit Jahren Experten und Arbeitsgruppen des Bundesgesundheitsministeriums mit der Neufassung eines im SGB XI enthaltenen Pflegebedürftigkeitsbegriffes dessen Einführung aus Kostengründen immer wieder verschoben wird ??

wenn dem so währe, weshalb werden pflegebedürftige Jugendliche zur Pflege in ein Altenheim geschickt?

Okay, ich muss ergänzen: Eine sinnvolle Reform beginnt mit der Anerkennung der PFLEGEREALITÄT in Deutschland.
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Beitrag von G. Fröhlich- Rockmann » 12.04.2011, 10:45

Hallo Sabrina,

vielleicht sind Sie geneigt zur Kenntnis zu nehmen, dass in Deutschland 7 von 10 Pflegebedürftigen durch Angehörige ohne jeden Stellenschlüssel zu Hause gepflegt werden? Rechnen Sie sich bitte den Stellenschlüsserl aus für den Fall das diese hinschmeißen und erklräen Sie bitte wie sie den dann mit Fachkräften bestzen wollen.


Verbesserungen der Situation pflegender Angehöriger als "Nettigkeit Nebenbei" zu bezeichnen kann ich nur als mangelnde Wertschätzung der Arbeit dieser Menschen auffassen. Schon mal was von "ambulant vor stationär" gehört oder den tatscählichen Wunsch Alter und Pflegebedürftiger Menschen in diversen Studien gelesen??

MfG G. Fröhlich-Rockmann
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Lutz Barth
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"Experten"

Beitrag von Lutz Barth » 12.04.2011, 13:44

Nun - der Hinweis auf die "Experten" resp. "Arbeitsgruppen - wo auch immer angesiedelt - und damit gleichsam auf die "Kenner der Szene" verdient insofern Beachtung, weil es eben wohl nicht zureichend ist, sich auf die gebetsmühlenartige Betonung einer "menschenwürdigen Pflege" zu berufen, über deren Kern sicherlich nicht gestritten werden kann und letztlich auch Eingang in die Charta gefunden hat. Nehmen wir als die "Würde des Menschen" und damit auch die der zu Pflegenden als normativen Verfassungsbegriff ernst, haben hieraus einschneidende Konsequenzen - insbesondere solche dogmatischer Natur - zu folgen, über die angesichts der dogmatischen Struktur des Art. 1 GG nicht verhandelt werden kann! Mithin stellt sich die Frage, was aus dem Hinweis auf die "Würde" folgen soll? Vielleicht "nur" ein Wichtigkeitsattribut ohne feste Konturen, um so jedenfalls als moralisch integer in der Debatte an Ansehen zu gewinnen?

Kurz um: Pflege ist eine Dienstleistung und die kostet schlicht Geld! Pflege wird von im Wettbewerb und gewinnorientierten Unternehmen angeboten und die Unternehmen entscheiden daher auch, was ihnen personell und wirtschaftlich zumutbar ist, zumal der BGH ja den Weg in die Kosten-Nutzen-Relation geebnet hat.

Sofern also der Staat meint, die "Pflege" sei menschenunwürdig, stellt sich die Frage, wie das Dilemma zu lösen ist: dies geschieht vorzugsweise durch die Gesaltung von Rahmenbedingungen und sofern die Pflegeversicherung nicht dafür ausreicht, die finanziellen Rahmenbedingungen abzusichern, muss halt der Beitrag erhöht werden oder der entsprechende Anteil der vom Bewohner zu tragenden Selbstkosten, die dann bei wirtschaftlichem Unvermögen ggf. aus einem anderen "Sozialtopf" zu finanzieren sind.

Dann bliebe freilich die Frage, was eigentlich noch von der "privaten Pflege" übrig bleibt oder man/frau nicht gleich für eine "Staatspflege" eintreten soll, ganz davon abgesehen, dass für hinreichende (mithin also auch "würdige"!) Bedingungen für die Familienpflege Sorge zu tragen ist.

Nun - die "Experten" werden es wohl richten, wobei es schon ein wenig verwundert, wo denn die Pflegewissenschaftler mit all ihren klugen Expertisen bleiben, wenn es darum geht, endlich mal "Butter bei die Fische" zu bringen.

"Sonntagsreden" zu schwingen scheint in Mode gekommen zu sein und da wirkt es denn auch schon mal beruhigend, mit der nicht interpretierten These von der "menschenwürdigen Pflege" einstweilen von konkreten Antworten abzusehen und gleichsam gemeinsam ein Klagelied vom Untergang einer "würdevollen Pflegekultur" anzustimmen.

Ob sich allerdings dadurch was ändert? Man/frau weiß es nicht ...

:roll:
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"Hilfe kommt aus Polen"

Beitrag von Lutz Barth » 12.04.2011, 14:34

Pflege
Hilfe aus Polen

Viele Familien beschäftigen osteuropäische Pflegerinnen – oft illegal. Ab Mai wird das anders.

Quelle: Der Tagesspiegel v. 12.04.11 >>> http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/v ... 49284.html <<< (html)
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Re: "Experten"

Beitrag von G. Fröhlich- Rockmann » 12.04.2011, 20:10

Lutz Barth hat geschrieben: Kurz um: Pflege ist eine Dienstleistung und die kostet schlicht Geld! Pflege wird von im Wettbewerb und gewinnorientierten Unternehmen angeboten und die Unternehmen entscheiden daher auch, was ihnen personell und wirtschaftlich zumutbar ist, zumal der BGH ja den Weg in die Kosten-Nutzen-Relation geebnet hat.
so kann man es durchaus zusammen fassen und ich bin dafür endlich konkret zu sagen was kostet pflege um ein menschenwürdiges dasein auch für pflegebedürftige menschen zu sichern. erst dann kann man wohl die frage stellen woher denn das geld kommen soll.

dabei sehe ich allerdings auch einen pflegenden angehörigen als unternehmer der vor der wahl steht seine arbeitskraft an ein unternehmen zu verkaufen oder bei stimmigen rahmenbedingungen der solidargemeinschaft kosten zu ersparen. wer auf kosten-nutzen-relation setzt muss damit rechnen das die bgh entscheidungen durchaus auch andere auswirkungen haben könnten als auf den ersten blick ersichtlich u n d in einem vereinten europa sollte man durchaus noch einen schritt weiter schauen als bis zum bgh.

letztendlich bin ich dafür den pflegebdürftigen in die situation zu bringen frei entscheiden zu können wie er seine pflege sicher gestellt haben will um gleiche voraussetzungen auf einem markt zu schaffen. und es nützt dem tollsten "dienstleistungsunternehmen" nichts, wenn es keine kunden hat weil schlichtweg die leistung nicht bezahlt werden kann.

abschließend möchte ich aber doch nochmal betont haben das die pflegeversicherung bestandteil der SOZIALGESETZGEBUNG und kein wirtschaftsförderungsprogramm ist.

man möge mich korrigieren, aber ich dächte renten können auch in länder der EU gezahlt werden die pflege ohne vollstationäre einrichtungen prima sicher stellen :shock: :) 8)

ach jott die armen polnischen pflegekräfte... wie will man aber die abwanderung pflegebedürftiger nach polen etwa verhindern?

auch unsere "dienstleistungsunternehmen" werden sich der wachsenden konkurrenz stellen müssen. gut für den verbraucher denke ich und weshalb soll in der pflege etwasx schlechter sein als das was sich im bereich der kuren, ärztlichen behandlung und ambulanter operationen schon längere zeit bewährt hat? bangemachen gilt also nicht und ist ein schlechtes marketinginstrument.....
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Pflegereform - Stellungnahme von Pro Pflege ....

Beitrag von WernerSchell » 08.07.2011, 17:36

Siehe auch Forum:
viewtopic.php?t=15823
viewtopic.php?t=13003

>> Pflegereform 2011/2012 <<

Die Novellierung des SGB XI muss vor allem den Pflegenotstand auflösen und die Interessen der pflegebedürftigen Menschen und ihrer Angehörigen konsequent in den Mittelpunkt der Versorgungsstrukturen stellen!
Die Anforderungen an eine Pflegereform, die den Bedürfnissen der demografischen Entwicklung gerecht wird, hat Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk in einer umfänglichen Stellungnahme zu den „Eckpunkten für eine Pflegereform“ (PDF), vorgelegt von der Arbeitsgruppe Gesundheit der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag (Entwurf, April 2011), am 05.07. 2011 formuliert und eine Berücksichtigung bzw. Umsetzung bei den weiteren Reformerwägungen erbeten:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 072011.pdf und eine Berücksichtigung bei den weiteren Reformerwägungen eingefordert.
Die Stellungnahme ist hier abrufbar! (PDF)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 072011.pdf

Medienberichte u.a.:
http://www.mg-heute.de/2011/07/07/pfleg ... /#more-903
Zuletzt geändert von WernerSchell am 01.08.2011, 06:25, insgesamt 3-mal geändert.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Rauel Kombüchen
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Beiträge: 542
Registriert: 15.11.2005, 15:04

Pflegereform - Stellungnahme von Pro Pflege ....

Beitrag von Rauel Kombüchen » 09.07.2011, 07:01

WernerSchell hat geschrieben: Die Novellierung des SGB XI muss vor allem den Pflegenotstand auflösen und die Interessen der pflegebedürftigen Menschen und ihrer Angehörigen konsequent in den Mittelpunkt der Versorgungsstrukturen stellen!
Die Anforderungen an eine den demografischen Anforderungen gerecht werdende Reform hat Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk in einer umfänglichen Stellungnahme zu den „Eckpunkten für eine Pflegereform“ (PDF), formuliert von der Arbeitsgruppe Gesundheit der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag (Entwurf, April 2011), am 05.07. 2011 vorgelegt ....
Guten Morgen Herr Schell,
ich habe gestern bis in den späten Abend Ihre umfängliche Stellungnahme gelesen. Sie haben alle wichtigen Punkte, die es bei einer Reform zu bedenken gibt, angesprochen und auch gute Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Ich möchte zu dieser Arbeit gratulieren und uns allen wünschen, dass die politisch Verantwortlichen im Deutschen Bundestag möglichst viel davon übernehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Rauel Kombüchen
Pflegeversicherung - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung nachhaltig sichern! BürgerInnen müssen mehr Informationen erhalten - z.B. wg. Individualvorsorge!

Rita Reinartz
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Beiträge: 192
Registriert: 25.11.2005, 15:01

Pflegereform - Stellungnahme von Pro Pflege ....

Beitrag von Rita Reinartz » 09.07.2011, 08:32

Rauel Kombüchen hat geschrieben: .... Ich möchte zu dieser Arbeit gratulieren und uns allen wünschen, dass die politisch Verantwortlichen im Deutschen Bundestag möglichst viel davon übernehmen. .....
Hallo,
bei diesen Glückwünschen bin ich gerne dabei. Eine super Arbeit!
Die Pflege-Rahmenbedingungen müssen verändert / verbessert werden. Und genau dafür tritt Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ein. Darüber freue ich mich sehr.
lb. Grüße Rita
Menschenwürdegarantie bedarf bei der Umsetzung entsprechender Rahmenbedingungen. Insoweit gibt es aber Optimierungsbedarf!

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