Zivilcourage - was ist das?

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

Moderator: WernerSchell

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Zivilcourage - was ist das?

Beitrag von Service » 17.10.2006, 07:28

Zivilcourage - was ist das?

Motivation für zivilcouragiertes Verhalten:
- starke Verantwortung, insbesondere für andere
- moralische, oft religiös fundierte Wertehaltung
- Wahrung der Selbstachtung und - im recht verstandenen Sinne - der Ehre
- supererogatorische Pflicht zum Schutz eines Einzelnen in bedrohter Situation
- durch ein Eingreifen wird gleichzeitig ein Beitrag für eine bessere Ausgestaltung der sozialen Gemeinschaft geleistet

Unsere Kriterien für Zivilcourage (ZC):
• Zivilcourage ist mehr als Hilfsbereitschaft. Letztere wird grundsätzlich ohne Nachteilsrisiko geleistet, ist oft rechtliche Pflicht und kann in bestimmten Fällen bei Unterlassung geahndet werden.
• ZC ist eine Tugend, die sich durch ein republikanisch aufgeklärtes Bewusstsein sowie die Bereitschaft auszeichnet, für bedrohte Einzelne und das Gemeinwesen mutig Partei zu beziehen und einzugreifen. Die Forderung, ZC zu beweisen, darf zwar erhoben werden, nicht jedoch als kategorische Pflicht, also von jedem und zu jeder Zeit. Zivilcourage ist immer mit der bewußten Inkaufnahme von persönlichen Nachteilen - heute z.B. in finanzieller oder beruflicher Hinsicht - in Diktaturen für "Leib und Leben" verbunden.
• In diesem Sinne ist ZC eine über das pflichtgemäße Handeln hinausgehende Tugend. Menschen, die keine ZC zeigen, dürfen gleichwohl nicht einfach verurteilt werden, zumal wir in unserer demokratischen Gesellschaft durch den Rechtsstaat und verschiedene Institutionen von vielen Handlungszwängen befreit sind. ZC ist aber auch kein Heldentum, sondern - wie gesagt - eine besondere bürgerschaftliche Tugend.

Quelle: Aktion Gemeinsinn e.V.
http://www.gemeinsinn.de/index.php?mmID ... em_sta.php

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Zivilcourage in der Pflege

Beitrag von Service » 05.11.2006, 08:44

Siehe hierzu auch

Zivilcourage in der Pflege
viewtopic.php?p=23186#23186

Rob Hüser
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Zivilcourage in der Pflege - Beschwerdemanagement!

Beitrag von Rob Hüser » 07.11.2006, 07:01

Die pauschale Einforderung von Zivilcourage hilft weder den Pflegekräften noch den pflegebedürftigen Menschen. Wir brauchen Strukturen, die ein Beschwerdemanagement sichert, das für die Pflegekräfte sanktionsfrei ist. Insoweit sehe ich gute Vorschläge von Werner Schell. Die entwickelten Vorstellungen scheinen mir plausibel - ich hoffe, dass sich Initiativen durchsetzen, das könnte die Lösung bringen.

In diesem Sinne viel Erfolg und mfG
Rob Hüser

Herbert Kunst
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Zivilcourage in der Pflege - Beschwerdemanagement!

Beitrag von Herbert Kunst » 11.11.2007, 07:44

Zivilcourage in der Pflege - arbeitnehmerfreundliches Beschwerdemanagement muss her!
Rob Hüser hat geschrieben:.... Die pauschale Einforderung von Zivilcourage hilft weder den Pflegekräften noch den pflegebedürftigen Menschen. Wir brauchen Strukturen, die ein Beschwerdemanagement sichert, das für die Pflegekräfte sanktionsfrei ist. ....
Hallo Rob,

dem stimme ich vollinhaltlich zu. Siehe auch in diesem Forum unter
viewtopic.php?t=5482
Die Pflegekräfte müssen allseits gestützt werden, anonyme Anzeigen sind aber auf jeden Fall der falsche Weg!
Daher unmöglich! - Das
KDA-Jammerportal - Keine Hilfe für Pflegekräfte!
viewtopic.php?t=5607&highlight=jammerforum

Siehe auch unter

"Whistleblower-Preis" an Brigitte Heinisch
viewtopic.php?t=6222&highlight=heinisch
Whistleblower in Altenpflege ... Buchtipp!
viewtopic.php?t=7335&highlight=heinisch
Strafanzeige gegen Arbeitgeber - Kündigung??
viewtopic.php?t=4243&highlight=heinisch
„Vorsicht bei Strafanzeigen“ - Podiumsdiskussion am 06.10.06
viewtopic.php?t=4885&highlight=heinisch

Gruß
Herbert Kunst
Für menschenwürdige Pflege sind wir alle verantwortlich! - Dazu finde ich immer wieder gute Informationen unter http://www.wernerschell.de

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Beitrag von enno » 17.11.2007, 00:27

ZC!?
wird nicht nur in der pflege ein fremdwort sondern gesetzlich gefördert durch das nomadentum in der familie--augenzu und durch.
wer lernt es heute schon,verantwortung zu übernehmen für einen anderen ?
egoismus,gefördert per gesetz,angebliche berater oft inkompetent.
wer nicht fragt(wissenslücken!!!),bekommt auch keine information.
die meisten informationen erhält man durch betroffene(ämter ???,wollen sparen oder ihren job durch einsparung sichern).

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Europäische Rechtsprechung sorgt für Verwirrung

Beitrag von Presse » 12.05.2012, 07:00

Arbeitsrecht
Europäische Rechtsprechung sorgt für Verwirrung

11.05.2012 · Werden Diskriminierungsklagen nun leichter, wird der Kündigungsschutz ausgeweitet? Die Urteile der europäischen Gerichte stellen die Juristen hierzulande vor immer neue Rätsel.

Von Caroline Freisfeld

Für viele deutsche Arbeitsrechtler ist das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in Sachen Antidiskriminierung ein Buch mit sieben Siegeln: Verschmähte Bewerber sollen zwar keinen direkten Auskunftsanspruch gegen ein Unternehmen haben, wenn sie erfahren möchten, wer die Stelle bekommen hat. Aber trotzdem kann das Schweigen dazu in einem Diskriminierungsprozess dem Unternehmer zum Verhängnis werden (Az.: C-415/10; F.A.Z. vom 20. April)
..... (weiter lesen)
http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance ... 38998.html

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