Stiftungsallianz fordert 30.000 Studienplätze für Pflegeberufe

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

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Stiftungsallianz fordert 30.000 Studienplätze für Pflegeberufe

Beitrag von WernerSchell » 14.02.2020, 07:26

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„Die Realität zeigt, dass das Bild „Pflege kann jeder“ gefährlich ist und nicht gegen den Fachkräftemangel hilft“, sagt Dr. Bernadette Klapper, Leiterin des Bereichs Gesundheit der Robert Bosch Stiftung. Es bedarf einer Kursänderung zu einer nachhaltigen Professionalisierung der Pflege.
Quelle: https://www.bosch-stiftung.de/de/news/s ... legeberufe



Robert Bosch Stiftung

Stiftungsallianz fordert 30.000 Studienplätze für Pflegeberufe

Die Robert Bosch Stiftung GmbH, die Bertelsmann Stiftung und die Stiftung Münch warnen davor, die Bildungsstandards in der Pflege abzusenken. In einem jetzt erschienenen Positionspapier rät die Stiftungsallianz zu einem entschlossenen Kurswechsel in der Gesundheitspolitik. Ziel müsse eine nachhaltige Professionalisierung und Aufwertung der Pflege sein, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und die Qualität in der Versorgung langfristig sicherzustellen. Zentrale Empfehlungen des Papiers sind: Mehr Verantwortung für professionell Pflegende durch Übernahme ärztlicher Aufgaben, mehr Expertise durch Ausbau der Akademisierung und eine stärkere Selbstverwaltung.
Die Robert Bosch Stiftung GmbH, die Bertelsmann Stiftung und die Stiftung Münch warnen davor, die Bildungsstandards in der Pflege abzusenken. In einem jetzt erschienenen Positionspapier rät die Stiftungsallianz zu einem entschlossenen Kurswechsel in der Gesundheitspolitik. Ziel müsse eine nachhaltige Professionalisierung und Aufwertung der Pflege sein, mit erheblich mehr akademisch ausgebildeten Pflegekräften und Karrieremöglichkeiten für alle Beschäftigten. Notwendig seien zeitnah rund 30.000 Studienplätze und entsprechende Konzepte für den sinnvollen Einsatz akademischer Fachkräfte in der Pflegepraxis.


„Die Realität zeigt, dass das Bild „Pflege kann jeder“ gefährlich ist und nicht gegen den Fachkräftemangel hilft“, sagt Dr. Bernadette Klapper, Leiterin des Bereichs Gesundheit der Robert Bosch Stiftung. „Deutschland leistet sich eine sehr gute Breitenmedizin, eine wettbewerbsfähige Spitzenmedizin und zugleich einen Dauerpflegenotstand. Um die Pflege in der Fläche zu sichern, müssen wir zusätzlich für Spitzenpflege sorgen. Nur wenn die Attraktivität des Berufsbildes steigt, werden wir langfristig genügend Personal gewinnen können“, so Klapper.

Fünf zentrale Positionen zur Zukunft der Pflege
Unter dem Titel „Pflege kann mehr“ formulieren die Stiftungen in ihrem Papier fünf zentrale Positionen: zur Professionalisierung, zu erweiterten Kompetenzen, zur Akademisierung und Selbstverwaltung sowie zur Förderung von Exzellenz in der Pflege. Die aktuellen Bemühungen um Verbesserungen wie zuletzt in der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) vereinbart, begrüßt die Stiftungsallianz. In ihren Positionen weist sie insbesondere auf Aspekte hin, die in der Umsetzung der KAP-Ergebnisse noch zu stärken sind. Dazu gehört der spürbare Ausbau von Pflegestudiengängen an Hochschulen und Universitäten. Der Wissenschaftsrat empfiehlt, bis zu 20 Prozent eines Ausbildungsjahrgangs in den Gesundheitsberufen akademisch zu qualifizieren. Dafür müssten jährlich mindestens 10.000 Studienplätze bereitgestellt werden. Bei drei Jahren Studiendauer seien das rund 30.000 Studienplätze und damit deutlich mehr, als es heute gibt.

Internationale Erfahrungen zeigen: Pflege kann mehr
In ihrem Papier verweisen die Stiftungen auf internationale Beispiele, die zeigen, wie der professionellen Pflege mehr Verantwortung übertragen werden kann. „In vielen Nachbarländern werden seit langem gute Erfahrungen mit der partnerschaftlichen Aufteilung der Heilkundeverantwortung zwischen verschiedenen Berufsgruppen gemacht. Dabei wird verstärkt auf akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen gesetzt, die in enger Kooperation mit Ärzten und weiteren Akteuren Patienten und Pflegebedürftige eigenverantwortlich diagnostisch und therapeutisch versorgen“, betont Prof. Dr. Boris Augurzky von der Stiftung Münch. Auch die Kompetenz, bestimmte Medikamente und Hilfsmittel selbständig verordnen zu können, gehört für die professionell Pflegenden in anderen Ländern zum Alltag. Eine entsprechende Neujustierung der Gesundheitsberufe in Deutschland wird derzeit vom Bundesgesundheitsministerium geprüft. „Es braucht jetzt den entschiedenen Umsetzungswillen bei Politik und Verantwortlichen, dies auch bei uns zeitnah anzugehen“, so Augurzky.

Professionelle Pflege muss mit am Tisch sitzen
Darüber hinaus raten die Stiftungen dazu, die Rolle der Pflege in der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen zu stärken. „Dort, wo es um Entscheidungen geht, die Auswirkungen auf die pflegerische Versorgung haben, muss auch die professionelle Pflege mit am Tisch sitzen“, sagt Uwe Schwenk von der Bertelsmann Stiftung. „Ihre Kompetenzen und ihr Mittun sind ja schon jetzt unverzichtbar. Die Pflegenden sollten sich selbst aber auch stärker organisieren und in die Debatten einbringen“, so Schwenk. So existieren beispielsweise schon heute Pflegekammern in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg wird an deren Errichtung gearbeitet. Diese Entwicklung sollte aus Sicht der Stiftungen von den politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern gefördert werden. „Die Pflegekammern mit ihrer Pflichtmitgliedschaft bieten eine gute Möglichkeit zur organisierten Selbstbestimmung der Pflege, auch wenn damit die freiwillige Selbstorganisation der Pflegenden keineswegs obsolet wird“, betont Schwenk.

Über die Stiftungsallianz
Die Robert Bosch Stiftung GmbH, die Bertelsmann Stiftung und die Stiftung Münch verfolgen das gemeinsame Ziel, Beiträge zur Weiterentwicklung und Sicherstellung einer bedarfsgerechten und zukunftsfähigen, qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung für alle Menschen zu leisten.

Das Positionspapier „Pflege kann mehr“ wurde in der aktuellen Ausgabe „Pflege und Gesellschaft“, dem Organ der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft, veröffentlicht und steht online zur Verfügung unter: www.bosch-stiftung.de/pflege-kann-mehr

Über die Robert Bosch Stiftung:
Die Robert Bosch Stiftung GmbH gehört zu den großen, unternehmensverbundenen Stiftungen in Europa. In ihrer gemeinnützigen Arbeit greift sie gesellschaftliche Themen frühzeitig auf und erarbeitet exemplarische Lösungen. Dazu entwickelt sie eigene Projekte und führt sie durch. Außerdem fördert sie Initiativen Dritter, die zu ihren Zielen passen.
Die Robert Bosch Stiftung ist auf den Gebieten Gesundheit, Wissenschaft, Bildung, Bürgergesellschaft, Internationale Verständigung und Kooperation tätig.
Seit ihrer Gründung 1964 hat die Robert Bosch Stiftung rund 1,8 Milliarden Euro für ihre gemeinnützige Arbeit ausgegeben. www.bosch-stiftung.de

Über die Bertelsmann Stiftung: Menschen bewegen. Zukunft gestalten.
Die Bertelsmann Stiftung setzt sich dafür ein, dass alle an der Gesellschaft teilhaben können – politisch, wirtschaftlich und kulturell.
Unsere Themen: Bildung, Demokratie, Europa, Gesundheit, Werte und Wirtschaft. Dabei stellen wir die Menschen in den Mittelpunkt. Denn die Menschen sind es, die die Welt bewegen, verändern und besser machen können. Dafür erschließen wir Wissen, vermitteln Kompetenzen und erarbeiten Lösungen.
Die gemeinnützige Bertelsmann Stiftung wurde 1977 von Reinhard Mohn gegründet.
www.bertelsmann-stiftung.de

Über die Stiftung Münch:
Die Stiftung Münch wurde 2014 von Eugen Münch ins Leben gerufen. Das Stiftungsziel ist es, trotz einer alternden Gesellschaft weiterhin allen Menschen den Zugang zu nicht rationierter Medizin zu ermöglichen. Als Grundlage dient das von Eugen Münch entwickelte Konzept der Netzwerkmedizin. Die Stiftung unterstützt Wissenschaft, Forschung und praxisnahe Arbeiten in der Gesundheitswirtschaft und fördert den nationalen und internationalen Austausch. Sie arbeitet unabhängig und stellt ihr Wissen öffentlich zur Verfügung. Den Vorstand bilden Prof. Dr. Boris Augurzky (Vorsitz), Eugen Münch (stellv. Vorsitz) und Prof. Dr. med. Bernd Griewing; die Geschäftsführung liegt bei Dr. Johannes Gruber (Geschäftsführer, Syndikus) und Annette Kennel (Operative Geschäftsführerin). www.stiftung-muench.org

Originalpublikation:
Das Positionspapier „Pflege kann mehr“ wurde in der aktuellen Ausgabe „Pflege und Gesellschaft“, dem Organ der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft, veröffentlicht.

Weitere Informationen:
http://www.bosch-stiftung.de/pflege-kann-mehr Druckversion des Positionspapiers "Pflege kann mehr!" mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Pflege & Gesellschaft, Verlag Beltz Juventa.

Quelle: Pressemitteilung vom 12.02.2020
Michael Herm Strategische Kommunikation
Robert Bosch Stiftung
https://idw-online.de/de/news731385


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Deutsches Ärzteblatt vom 12.02.2020:
Große Stiftungen wünschen sich Aufwertung der Pflege
Berlin – Eine Aufwertung der Pflege und die Schaffung von 30.000 Studienplätzen für Pflegeberufe wünscht sich eine Allianz von drei großen deutschen Stiftungen. Die Robert Bosch Stiftung, die Bertelsmann Stiftung und die Stiftung Münch sprachen sich heute in Berlin für einen Kurswechsel in der Gesundheitspolitik aus.
Professionell Pflegende müssten ärztliche Aufgaben übernehmen dürfen; ihre berufliche Selbstverwaltung müsse gestärkt werden. Zudem müsse die Akademisierung des Berufs vorangetrieben werden.
... (weiter lesen unter) ... > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... nid=109345
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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WernerSchell
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Pflege kann mehr - Forderungen zur Professionalisierung ...

Beitrag von WernerSchell » 08.04.2020, 06:13

PRESSEMELDUNG
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen:
Berlin (13. Februar 2020, Nr. 6/2020)


Pflege kann mehr

Zum gemeinsamen Positionspapier „Pflege kann mehr“ der Robert Bosch Stiftung, der Bertelsmann Stiftung und der Stiftung Münch erklärt Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR):

„Der Deutsche Pflegerat begrüßt die klaren Forderungen der Robert Bosch Stiftung, der Bertelsmann Stiftung und der Stiftung Münch.
Deren fünf zentralen Forderungen zur Professionalisierung, zu erweiterten Kompetenzen, zur Akademisierung und Selbstverwaltung sowie zur Förderung von Exzellenz in der Pflege decken sich mit denen des Deutschen Pflegerats und seiner Verbände.
Wir hoffen, dass diese Forderungen politisch und gesellschaftlich Gehör finden und schnellstmöglich umgesetzt werden. Um die Ausbildung an Hochschulen wettbewerbsfähig zu machen, ist eine Praktikumsvergütung sowie eine Refinanzierung der Kosten der praktischen Anleitung unerlässlich. Deutschland braucht sehr gut ausgebildete professionell Pflegende und ein Berufsfeld, welches aufgrund seiner Attraktivität und seiner Arbeitsbedingungen zu einem Mitarbeitermagnet wird.
Das Positionspapier der Stiftungsallianz ist hierfür ein entscheidender Meilenstein.“

Mehr Informationen:
Presse Robert Bosch Stiftung „Stiftungsallianz fordert 30.000 Studienplätze für Pflegeberufe“ (mit Positionspapier, Download)

Ansprechpartner:
Dr. h.c. Franz Wagner
Präsident des Deutschen Pflegerats

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

Telefon: (0 30) 398 77 303
Telefax: (0 30) 398 77 304
E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de
Internet: www.deutscher-pflegerat.de
Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 15 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.
Präsident des Deutschen Pflegerats ist Dr. h.c. Franz Wagner. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Christine Vogler.
Mitgliedsverbände:
Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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