Pressemitteilung vom 05.04.2012
Überschüsse in der Krankenversicherung sinnvoll für Pflegebedürftige verwenden!
Der Verband der katholischen Altenhilfe in Deutschland (VKAD) fordert die Politik auf, endlich Systemfehler in der Pflegeversicherung zu korrigieren
Freiburg, 05.04.2012 "Die Bundesregierung berücksichtigt in ihrer Pflegereform nicht, dass sie Überschüsse in der Krankenversicherung sinnvoll in der stationären und ambulanten Pflege einsetzen kann. Sie hat heute die Chance, einen Systemfehler des SGB XI dauerhaft zu korrigieren", kritisiert VKAD-Vorsitzender Hanno Heil. "Damit würde sie pflegebedürftigen alten Mitbürgerinnen und Mitbürgern nachhaltig eine bessere Pflege sichern!"
Der VKAD hat dazu folgende Vorschläge erarbeitet, welche. einen sinnvollen Einsatz der Überschüsse in der Krankenversicherung mit einer Investition in Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen verbinden.
1. Stationär erbrachte medizinische Behandlungspflege muss aus der Krankenversicherung vergütet werden.
Nach wie vor zwingt die Pflegeversicherung die Träger der Altenhilfe, Leistungen der Behandlungspflege, die systematisch Zahlungsverpflichtungen der Krankenversicherung beinhalten, im Rahmen der Versorgung nach dem SGB XI zu erbringen. Den Krankenkassen werden dadurch Kosten erspart.
So, wie ambulant gepflegte Versicherte einen Rechtsanspruch auf Leistungen aus der KV haben, muss dies auch für stationär Versicherte gelten.
2. Ambulante häusliche Pflege muss tarifgerecht bezahlt werden.
Der Grundsatz "ambulant vor stationär" muss gewährleisten, dass die Leistungsentgelte die tariflichen Löhne der Pflegekräfte in der ambulanten Pflege absichern. Dies wird derzeit durch die Bindung der Vergütung der Behandlungspflege an den sogenannten Grundlohnsummenanstieg (§ 71 SGB V) verhindert. Der Anstieg der Grundlohnsummen spiegelt nicht die realen Kostensteigerungen (steigende Energiekosten, Tarifsteigerungen) wider. Der VKAD fordert die Abkehr vom realitätsfernen Prinzip des Grundlohnsummenanstiegs!
Die aktuelle Presse-Mitteilung vom 05.04.2012 können Sie hier herunterladen: http://www.verband-katholische-altenhil ... g_id=11885
Kontakt: Hanno Heil
Vorsitzender VKAD
Tel.: 06482-5428, Fax: 06482-919254, Mobil: 0173-3155289
E-Mai: heil.vkad@googlemail.com
Überschüsse der GKV für die Pflege einsetzen
Moderator: WernerSchell