Amtsärztliche Leichenschauen notwendig

Rechtsbeziehung Patient – Therapeut / Krankenhaus / Pflegeeinrichtung, Patientenselbstbestimmung, Heilkunde (z.B. Sterbehilfe usw.), Patienten-Datenschutz (Schweigepflicht), Krankendokumentation, Haftung (z.B. bei Pflichtwidrigkeiten), Betreuungs- und Unterbringungsrecht

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Amtsärztliche Leichenschauen notwendig

Beitrag von Presse » 05.11.2009, 11:23

Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung:
Amtsärztliche Leichenschauen notwendig / Justizminister der Länder nicht mit einer billigen Lösung davon kommen lassen

Berlin. "Jedes Jahr 1.200 bis 2.400 unentdeckte Tötungsdelikte sind nicht hinnehmbar. Es ist daher allerhöchste Zeit, dass sich die Justizminister der Länder gründlich mit dem Thema ,Leichenschau' befassen. Wenn sie sich jetzt in Berlin treffen, dürfen wir sie allerdings nicht vorschnell mit einer billigen Lösung davon kommen lassen", fordert Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung anlässlich der morgen stattfindenden Justizministerkonferenz, bei der das Thema auf der Tagesordnung stehen wird. "Die Gerichtsmedizin ist in den vergangenen Jahren geradezu systematisch kaputt gespart worden. Nirgendwo in Europa wird so wenig obduziert wie in Deutschland. Und gerade in Pflegeheimen und Krankenhäusern, wo der Tod erwartet wird, ist es viel zu leicht, unnatürliche Todesursachen und Pflegemängel zu vertuschen."

Jetzt lediglich die Ärzte fortzubilden und besser zu bezahlen, die einen Totenschein ausstellen, sei ein erster Schritt, reiche aber bei weitem nicht aus, erklärt Brysch: "Wenn die Justizminister sich damit begnügen, machen sie sich zum Billigen Jakob. Höhere Kosten für eine Leichenschau hätten nämlich nicht sie, sondern die Angehörigen der Verstorbenen zu bezahlen." Um die fatalen Zustände in Deutschland grundlegend zu ändern, sei mehr nötig. "Wir brauchen verpflichtende amtsärztliche Leichenschauen, für die besondere Qualitätskriterien gelten", fordert Brysch. "Jedes Mal, wenn ein pflegebedürftiger Mensch oder ein Krankenhauspatient stirbt, muss die Todesursache besonders gründlich aufgeklärt werden. Nur so können wir das tausendfache unentdeckte Töten verhindern."

Hintergrund
Die gemeinnützige und unabhängige Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung ist die Sprecherin der Schwerstkranken und Sterbenden. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Beiträgen von über 55.000 Mitgliedern und Förderern.

Quelle: Pressemitteilung vom 5.11.2009
Bei Rückfragen und Interview-Wünschen:
Matthias Hartmann: Tel.: 030/ 2 84 44 84 2 hartmann@hospize.de
http://www.hospize.de

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.... bessere Leichenschau: Viele Tötungsdelikte

Beitrag von Presse » 07.11.2009, 07:36

Justizminister wollen bessere Leichenschau: Viele Tötungsdelikte
Donnerstag, 05 November 2009
Berlin (KNA) Die Justizminister der Bundesländer wollen durch Änderungen bei der Leichenschau die Zahl unerkannter Tötungsdelikte eindämmen. Bei ungeklärten Todesursachen solle nach der Todesfeststellung künftig stets ein anderer, speziell geschulter Arzt die Obduktion vornehmen. Der Vorsitzende der Justizministerkonferenz der Bundesländer, Sachsens Justizminister Jürgen Martens (FDP), sagte am Donnerstag in Berlin, dringend notwendig seien «speziell ausgebildete Mediziner für die Leichenschau». Dies sei auch in anderen Ländern üblich.
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http://www.hwelt.de/c/content/view/4871/1/

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