Leiharbeit in der Pflege - eher nicht erwünscht

Arbeits- und Arbeitsschutzrecht, Allgemeine Rechtskunde (einschließlich Staatsrecht), Zivilrecht (z.B. Erbrecht)

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WernerSchell
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Leiharbeit in der Pflege - eher nicht erwünscht

Beitrag von WernerSchell » 12.04.2009, 06:34

Leiharbeit in der Pflege - eher nicht erwünscht

Leiharbeit in der Pflege ist sicherlich nicht begrüßenswert. Wenn sie denn aber praktiziert wird, weil nicht vermeidbar, müssen angemessene Vereinbarungen zugrunde liegen. Weder pflegebedürftige Menschen noch Pflegekräfte dürfen durch die Leiharbeit "beschädigt" werden! Die Ursache der Leiharbeit in der Pflege liegt vor allem in den unzureichenden Pflegestrukturen, die der Gesetzgeber bzw. die ausführenden Körperschaften zu verantworten haben. Insoweit ist Druck erforderlich, um die notwendigen Reformen des Pflegesystems durchzusetzen! Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat diesbezüglich bereits zahlreiche Initiativen ergriffen.

Siehe auch unter
Leiharbeit in der Pflege ....
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Gaby Modig
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Leiharbeit in der Pflege - vernünftig gestalten

Beitrag von Gaby Modig » 02.05.2009, 07:14

WernerSchell hat geschrieben: .... Leiharbeit in der Pflege ist sicherlich nicht begrüßenswert. Wenn sie denn aber praktiziert wird, weil nicht vermeidbar, müssen angemessene Vereinbarungen zugrunde liegen. Weder pflegebedürftige Menschen noch Pflegekräfte dürfen durch die Leiharbeit "beschädigt" werden! Die Ursache der Leiharbeit in der Pflege liegt vor allem in den unzureichenden Pflegestrukturen, die der Gesetzgeber bzw. die ausführenden Körperschaften zu verantworten haben. Insoweit ist Druck erforderlich, um die notwendigen Reformen des Pflegesystems durchzusetzen! Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat diesbezüglich bereits zahlreiche Initiativen ergriffen.
Siehe auch unter
Leiharbeit in der Pflege ....
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Ich bin der festen Überzeugung, dass wir eine grundlegende Reform des Pflegesystems brauchen, und nur so eine Befriedung "an allen Fronten" erreichen können. Die augenblicklichen Verhältnisse in der Pflege zwingen dazu, Personalengpässe auch durch Leiharbeit zu schließen. Denn die Bewohnerversorgung muss ja immer gewährleistet werden. Da, wo sich eine Nachfrage ergibt, entwickeln sich in einer marktwirtschaftlichen Ordnung auch Angebote. Das ist hier die Pflege-Leiharbeit. Grundsätzlich also durchaus vernünftig. Allerdings müssen die Bedingungen für alle Beteiligten stimmen. Dies muss eingefordert werden.
Grundsätzlich reichen in allen Einrichtungen die Personalkapazitäten nicht. Daher muss der Gesetzgeber insoweit "nachbessern" - ein Kernpunkt der anstehenden Reformen.

Gaby M.
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

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Leiharbeit muss absolute Ausnahme bleiben

Beitrag von Presse » 29.05.2009, 18:21

"Leiharbeit muss absolute Ausnahme bleiben"
SPD-Parteivize Andrea Nahles über Dumpinglöhne in der Pflegebranche


Berlin (epd). Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Dieses Prinzip soll nach dem Willen der SPD künftig wieder ohne Einschränkung in Deutschland gelten. Nur so ließen sich Dumpinglöhne verhindern, sagt Andrea Nahles, stellvertretende Parteivorsitzende und arbeits- und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, im Gespräch mit epd sozial. Die Fragen stellte Ulrich Jonas.
...(mehr)
http://www.epd.de/sozial/sozial_index_65530.html

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Anteil der Leiharbeit und Teilzeit nimmt weiter zu

Beitrag von Presse » 20.08.2009, 06:52

Ärzte Zeitung online, 19.08.2009:

Anteil der Leiharbeit und Teilzeit nimmt weiter zu

FRANKFURT AM MAIN (dpa). Befristete Arbeitsverträge, häufig schlecht bezahlte Teilzeit- und Leiharbeit - so sieht für immer mehr Beschäftigte in Deutschland die Arbeitswelt aus. Der Anteil "klassischer" Beschäftigung ist dagegen in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken. Dies geht aus einer Untersuchung hervor, die das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Frankfurt vorstellte.

Im vergangenen Jahr hatten demnach 66,0 Prozent aller Erwerbstätigen einen unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag mit mehr als 20 Stunden pro Woche. Zehn Jahre zuvor lag der Anteil noch bei 72,6 Prozent.
.... (mehr)
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirt ... sid=562178

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Leiharbeit in Krankenhäusern

Beitrag von Presse » 20.08.2010, 06:35

Im Bundestag notiert:
Leiharbeit in Krankenhäusern
Arbeit und Soziales/Kleine Anfrage

Berlin: (hib/DIX/JOH) Nach Leiharbeit in Krankenhäusern erkundigt sich die Fraktion Die Linke in einer Kleinen Anfrage (17/2744 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/027/1702744.pdf ). Unter anderem wollen die Abgeordneten wissen, ob die Bundesregierung den Einsatz von Leiharbeit am Universitätsklinikum Essen konkret hat überprüfen lassen. Ferner fragt sie, ob Leiharbeit an diesem Klinikum ”unsachgemäÓ eingesetzt werde, etwa um systematisch Stammbelegschaften zu ersetzen. Dies entspreche nicht dem Willen des Gesetzgebers, schreiben die Abgeordneten.

Quelle: Pressemitteilung vom 19.08.2010
Deutscher Bundestag
Parlamentskorrespondenz, PuK 2
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-35642, Fax +49 30 227-36191
http://www.bundestag.de e-mail: vorzimmer.puk2@bundestag.de

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Op-Leihputzkräften - Hygiene in Gefahr

Beitrag von Presse » 23.08.2010, 06:42

Klinikbetriebsrat in Marburg klagt wegen Op-Leihputzkräften
In Marburg bahnt sich ein handfester Streit um die Hygiene in den Operationssälen und Intensivstationen des privatisierten Marburger Universitätsklinikums an. Dort werden diese Bereiche seit Juli auch von Leiharbeitern geputzt, obwohl der Betriebsrat seine Zustimmung dazu verweigert hat. Nun beschäftigt die Causa auch das Marburger Arbeitsgericht. mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=615 ... ment&n=473

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Menschenwürdige Behandlung der MitarbeiterInnen

Beitrag von PflegeCologne » 23.08.2010, 08:08

Hallo,

ich denke, dass wir im gesamten Wirtschaftssystem auf dem Holzweg sind. Wer die Arbeitskraft der MitarbeiterInnen als Humankapital bezeichnet, hat wohl mit dem Wohlergehen dieser Personengruppe nicht viel im Sinn.
Wenn zunehmend von Leiharbeit, Befristung usw. gesprochen werden muss, zeigt das klar und unmissverständlich, dass die menschliche Arbeitskraft nur noch Teil eines ökonomischen Prozesses ist, bei dem die Gewinnmaximierung oben anzustehen hat.
Die Pflege wird zunehmend von dieser Entwicklung mit erfasst mit der Folge, dass die pflegebedürftigen Menschen mit darunter zu leiden haben. Die Politik hat ja vor Jahren den Spruch ausgegeben: Ökonomisierung des Gesundheitswesens. Jetzt sehen wir die Konsequenzen.
Wir müssen alle dafür eintreten, dass diese Entwicklung gestoppt und in eine andere Richtung, die des menschenwürdigen Umgangs miteinander, gelenkt wird.

MfG Pflege Cologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

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Leiharbeit in der Pflege als letztes Mittel?

Beitrag von Presse » 09.09.2010, 18:00

Institut Arbeit und Technik
der Fachhochschule Gelsenkirchen
Pressemitteilung vom 9. September 2010


Leiharbeit in der Pflege als letztes Mittel?
Institut Arbeit und Technik warnt vor Auswirkungen des Fachkräftemangels


Dass auch Kliniken, Seniorenheime und Pflegedienste inzwischen zunehmend auf Leiharbeit setzen, deutet auf einen immer kritischeren Fachkräftemangel in der Branche hin. Die reguläre Arbeit ist in vielen Einrichtungen bereits heute mit dem vorhandenen Personal kaum noch zu bewältigen. „Leiharbeit wird in der Pflege weitgehend nicht zur Kompensation von Auftragsspitzen eingesetzt, sondern als letztes Mittel zur Aufrechterhaltung der Versorgung bei zu geringer Personalausstattung oder fehlender Personalrekrutierung“, zeigen aktuelle Untersuchungen, die das Institut Arbeit und Technik (IAT /Fachhochschule Gelsenkirchen) im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung durchgeführt hat.

Trotz wirtschaftlicher Krise ist die Anzahl der Leiharbeitnehmerinnen in Gesundheitsdiensten weiter um 4.300 (+28,4 %) angestiegen. Zwar ist die quantitative Bedeutung von Leiharbeit in der Gesundheitsbranche derzeit mit rund 19.250 Personen bzw. einem Anteil von 3 Prozent noch relativ gering. Jedoch lässt sich seit 2004 ein überproportionaler Anstieg um mehr als das Fünffache feststellen. Leiharbeit in der Pflege ist – wie in anderen Gesundheitsberufen, aber im Unterschied zu vielen anderen Branchen – überwiegend Frauenarbeit. Für die Leiharbeit im Bereich der Gesundheitsdienste beträgt der Anteil weiblicher Beschäftigter 78,1 Prozent. Gesucht wird vor allem Fachpersonal, Hilfstätigkeiten werden durch Leiharbeit relativ selten besetzt.

Stellenabbau und steigende Arbeitsbelastung

Krankenhäuser haben in den letzten Jahren insbesondere den Abbau von Planstellen in der Pflege zur Kostenreduktion ausgiebig genutzt. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen und aufgrund gestiegener Ansprüche an die Pflegearbeit haben die Arbeitsbelastungen der Beschäftigten deutlich zugenommen. Lösungskonzepte aus anderen Branchen – wie die Leiharbeit – können nicht einfach in den Gesundheitssektor übertragen werden, ohne die Besonderheiten dieses überwiegend durch qualifizierte personenorientierte Dienstleistungsarbeit geprägten Sektors zu berücksichtigen, meinen die IAT-Forscher.

Leiharbeit kann unter bestimmten Bedingungen eine sinnvolle Ergänzung zur regulären Beschäftigung im Pflegesektor darstellen. Den Einrichtungen dient sie zur Kompensation von (krankheitsbedingten) Personalausfällen, zur Personalbeschaffung und Entlastung von Arbeitgeberpflichten. Für die Beschäftigten kann Leiharbeit eine Brückenfunktion zurück in das Berufsleben übernehmen. Wichtig sind Qualität und Passgenauigkeit der Leiharbeit – sowohl die Personaldienstleister müssen die Branche gut kennen als auch die Entleihbetriebe über die eigenen Prozesse und Bedarfe informiert sein.

„Gute Leiharbeit“ als Konzept der Arbeitsflexibilisierung darf nicht die Erosion der Tarifstrukturen, Arbeitsbedingungen und Mitbestimmungsrechte befördern, warnen die IAT-Forscher. Aber auch „gute Leiharbeit“ kann das grundlegende Problem des Fachkräftemangels in der Pflege keinesfalls lösen. Entscheidend ist nach Einschätzung der IAT-Forscher, „dass es perspektivisch flächendeckend in Gesundheitseinrichtungen gelingt, die Arbeitsbedingungen strukturell zu optimieren, statt eine Reparaturmentalität auf der Basis von Leiharbeit zu befördern. Dies erfordert nicht zuletzt ein Umdenken derart, dass nicht länger nur die Senkung von Personal- sondern auch von Organisationskosten ins Zentrum nachhaltiger betrieblicher Modernisierung und Restrukturierung rückt.

Weitere Informationen:
http://www.iat.eu/forschung-aktuell/2010/fa2010-10.pdf

Ihre Ansprechpartner:
Christoph Bräutigam, Durchwahl: 0209/1707-222, E-Mail: braeutigam@iat.eu; Elke Dahlbeck, Durchwahl: 0209/1707-331, E-Mail: dahlbeck@iat.eu; Peter Enste, Durchwahl: 0209/1707-133, E-Mail: enste@iat.eu; Michaela Evans, Durchwahl: 0209/1707-121, E-Mail: evans@iat.eu; PD Dr. Josef Hilbert, Durchwahl: 0209/1707-120, E-Mail: hilbert@iat.eu

Quelle: Pressemitteilung vom 09.09.2010
--
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Braczko
Pressereferentin
Institut Arbeit und Technik
der Fachhochschule Gelsenkirchen
Telefon: 0209/1707-176
E-Mail: braczko@iat.eu
Web: http://www.iat.eu

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Leiharbeit in Pflegediensten und Kliniken

Beitrag von Presse » 15.09.2010, 17:25

Zunehmende Tendenz an Leiharbeitern in Pflegediensten und Kliniken

Gelsenkirchen. Kliniken, Seniorenheime und Pflegedienste weichen bei höherem Personalbedarf immer häufiger auf Leiharbeit aus, so das Institut Arbeit und Technik der Fachhochschule Gelsenkirchen. Im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung wurde dort eine Studie zur Leiharbeit in Pflegeberufen durchgeführt. Die reguläre Arbeit ist in vielen Einrichtungen bereits heute mit dem vorhandenen Personal kaum noch zu bewältigen. Dabei wird Leiharbeit in der Pflege nicht nur zur Kompensation von Auftragsspitzen eingesetzt, sondern als letztes Mittel zur Aufrechterhaltung der Versorgung bei zu geringer Personalausstattung oder fehlender Personalrekrutierung.

Um mehr als ein Viertel ist die Anzahl der Leiharbeitnehmerinnen in Gesundheitsdiensten (Frauenanteil über 78 Prozent) in den letzten Jahren angestiegen. Die quantitative Bedeutung von Leiharbeit in der Gesundheitsbranche hat zurzeit zwar mit knapp 20.000 Personen (entspricht ca. 3 % an der Gesamtzahl von Leiharbeitern) nur eine geringe Bedeutung, jedoch lässt sich seit 2004 ein überproportionaler Anstieg um mehr als das Fünffache feststellen.

Mehr zu dem Thema lesen Sie hier
http://www.forumsozialstation.de/

Quelle: Pressemitteilung vom 15.09.2010
Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB)
Nicole Meermann
Presse
Im Teelbruch 132
45219 Essen
Fon 0 20 54/ 95 78 15
Fax 0 20 54/ 95 78 40
E-Mail nicole.meermann@vdab.de oder presse@vdab.de

Gaby Modig
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Leiharbeit - Vorschriften korrigieren

Beitrag von Gaby Modig » 27.09.2010, 07:29

Die Leiharbeit ist offensichtlich zu einem Instrument der Arbeitgeber verkommen, Druck in alle Richtungen auszuüben und die Personalkosten niedrig zu halten. Leiharbeit war aber eigentlich dazu gedacht, Arbeitsspitzen aufzufangen.
Offensichtlich muss die Politik die Vorschriften aufgrund der Gegebenheiten nachbessern und personalfreundlicher gestalten.

G.M.
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Beitrag von Rauel Kombüchen » 06.10.2010, 06:49

Guten Morgen,
Leiharbeit,
befristete Beschäftigung,
Minijob
- Ruf nach ausländischen Billigkräften -
das sind üble Entwicklungen auf dem Pflege-Arbeitsmarkt.
Wer hält endlich dagegen?
MfG Rauel
Pflegeversicherung - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung nachhaltig sichern! BürgerInnen müssen mehr Informationen erhalten - z.B. wg. Individualvorsorge!

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Awo Essen setzt auf Leiharbeit

Beitrag von Presse » 05.11.2010, 08:14

Awo Essen setzt auf Leiharbeit
VON JÜRGEN STOCK - zuletzt aktualisiert: 05.11.2010 - 02:30
Die Gewerkschaft Verdi hat dem Essener Kreisverband der Awo Lohndumping vorgeworfen. Nach Angaben der Gewerkschaft stelle der Wohlfahrtsverband seit zwei Jahren Mitarbeiter vor allem für den Pflegebereich nur noch bei einer ausgegliederten Service-Gesellschaft ein. Diese GmbH zahle bis zu 17 Prozent weniger, als reguläre Awo-Beschäftigte für die gleiche Arbeit erhielten. "Die Service GmbH der Essener Awo verweigert sich jeder Form der Tarifbindung", ... (mehr)
http://nachrichten.rp-online.de/regiona ... t-1.105371

Gerhard Schenker
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Leiharbeit und sonstige Irrwege in der Pflege

Beitrag von Gerhard Schenker » 16.11.2010, 07:50

Presse hat geschrieben: Awo Essen setzt auf Leiharbeit ...
Die Gewerkschaft Verdi hat dem Essener Kreisverband der Awo Lohndumping vorgeworfen. Nach Angaben der Gewerkschaft stelle der Wohlfahrtsverband seit zwei Jahren Mitarbeiter vor allem für den Pflegebereich nur noch bei einer ausgegliederten Service-Gesellschaft ein. Diese GmbH zahle bis zu 17 Prozent weniger, als reguläre Awo-Beschäftigte für die gleiche Arbeit erhielten. "Die Service GmbH der Essener Awo verweigert sich jeder Form der Tarifbindung", ...
Was hier beschrieben wird, breitet sich mit anderen kostensenkenden Maßnahmen wie ein Krebsgeschwür über viele Einrichtungen aus. Angeblich muss der Kostendruck aufgefangen werden - und die MitarbeiterInnen sind die Betroffenen. Wo bleibt da die viel beschworene Wertschätzung für das Personal? Müssen nicht die Einrichtungsträger, nicht selten Wohlfahrtsverbände, in aller Deutlichkeit für bessere Rahmenbedingungen in der Pflege eintreten? Es kann nicht sein, dass die miesen Bedingungen neuerdings immer häufiger zu Lasten des Personal gehen.

G.Sch.
Das Pflegesystem bedarf einer umfassenden Reform - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung zukunftsfest machen!

Lutz Barth
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Leíharbeit in der Pflege und soziales Engagement

Beitrag von Lutz Barth » 23.11.2010, 08:39

"Angeblich muss der Kostendruck aufgefangen werden...", so G. Schenker.

Soll hieraus geschlussfolgert werden, dass es einen solchen Druck nicht gibt?

Nun - ich denke, dass die seit Jahrhunderten bestehende Dichotomie zwischen Kapital und Arbeit auch die Pflegeszene beherrscht und mittlerweile auch Eingang in die Gesetze gefunden hat. So gesehen helfen Sonntagsreden nicht weiter, in denen die Pflege insgesamt wertgeschätzt wird. Von der Anerkennung der beruflich Pflegenden allein können die Berufstätigen nicht ihre Familien ernähren so wie wohl auch ein Eid der Pflegenden, sich stets selbstlos um das Wohl der zu Pflegenden redlich zu mühen, allenfalls das Image der Pflegenden deutlich aufzubessern in der Lage ist, ohne allerdings den Pflegenotstand tatsächlich entschärfen zu können. Es sei denn, wir ringen den beruflich Pflegenden eine Arbeitszeitverlängerung von 2,5 Stunden ohne Lohnausgleich ab und verpflichten uns im Gegenzuge dazu, einen Welttag der Pflegenden ins Leben zu rufen, an dem wir unseren Respekt einer Berufsgruppe zollen, die uns aller Vertrauen verdient, da es keinen Tag gibt, an dem diese die Barmherzigkeit ruhen lassen und fortwährend um das Wohl der ihnen Anvertrauten bemüht sind.

Also - mehr soziales Engagement ist gefordert und da könnte es doch eine echte Alternative sein, auf zunächst freiwilliger Basis zusätzliche Arbeitsstunden zu erbringen nach dem Motto:

"Es gibt nichts Gutes, außer man/frau tut es".
:roll:
Wir vertreten nicht immer die herrschende Lehre!

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Pflege - Sparmodelle

Beitrag von Gaby Modig » 23.11.2010, 09:03

So informiert heute die Rheinische Post, Düsseldorf:

Erste Stadt spart bei Pflege armer Senioren

VON EVA QUADBECK UND GERHARD VOOGT Rheinische Post | 23.11.2010

Düsseldorf Die Stadt Duisburg will durch eine Neuregelung bei der Finanzierung der Kosten stationärer Pflege pro Jahr 284 000 Euro einsparen. Das sieht eine Maßnahme vor, die der Rat im Zuge des Haushaltssicherungskonzepts beschlossen hat. Danach werden die Pflegekosten, die eine Durchschnittsgrenze überschreiten, nicht mehr übernommen. Zehn von 53 Pflegeeinrichtungen kommen seit dem 1. Oktober nicht mehr für die Belegung durch Sozialhilfeempfänger in Betracht.
…. (weiter lesen)
http://lokale-wirtschaft.rp-online.de/n ... 1036186394
http://nachrichten.rp-online.de/titelse ... n-1.137557

Sparzwang im Pflegeheim

VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 23.11.2010

Die Stadt Duisburg muss ihren Haushalt konsolidieren. Auch bei den Pflegekosten soll gespart werden. Sozialhilfeempfängern wird jetzt nur die Unterbringung in günstigen Heimen voll bezahlt. Was bedeutet das für die Qualität der Pflege? Ortstermin beim Evangelischen Christophoruswerk.
…. (weiter lesen)
http://nachrichten.rp-online.de/regiona ... m-1.137556

Siehe Forum:
viewtopic.php?p=56119#56119
viewtopic.php?t=14187&highlight=duisburg
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

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