Fakten zur Pflegeversicherung - Vortrag 30.10.08

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

Moderator: WernerSchell

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Fakten zur Pflegeversicherung - Vortrag 30.10.08

Beitrag von Service » 28.10.2008, 13:38

Fakten zur Pflegeversicherung - Vortrag 30.10.08

Heißes Thema auf der DKM: Fakten zur Pflegeversicherung
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Der MÜNCHENER VEREIN lädt Sie recht herzlich ein zum Vortrag:

Im Netz der Pflegemafia - wie mit menschenunwürdiger Pflege Geschäfte gemacht werden!
30.10.2008 von 15:00 bis 15:45 Uhr - Halle 5, Workshop-Raum 3

Daten und Fakten:
a.. Jeder Fünfte kennt einen Pflegefall
b.. Verweildauer von Schwerstpflegebedürftigen in einem Heim: 5 - 7 Jahre
c.. Davon Sozialhilfeempfänger: 38 %
d.. Anzahl der Pflegebedürftigen 2006: 2,1 Mio., 2050: ca. 4,7 Mio.
e.. Demenzkranke 2006: 1 Mio., 2050: bis zu 2,3 Mio.
f.. Jeder Dritte der heute 40-Jährigen wird die letzten 10 Jahre seines
Lebens pflegebedürftig sein

Informationen und Erlebnisberichte zur Pflegesituation in Deutschland bekommen Sie von Claus Fussek, Dipl. Sozialpädagoge, Pflegekritiker und Autor. Die Berichte sind erschütternd und zeigen auf, dass jeder von uns jetzt handeln muss. Im Anschluss an den Vortrag können Sie das aktuelle Buch "Im Netz der Pflegemafia" an unserem Stand D09 in Halle 3b erwerben und vom Autor signieren lassen.

Die MÜNCHENER VEREIN Krankenversicherung hat die Antwort auf die Pflegelücke: MV-Vital - Der Gesundheits- und Pflegeschutzbrief für die Generation 50Plus. Er bietet Absicherung für das steigende Pflegefall-Risiko mit zunehmendem Alter - ohne Gesundheitsprüfung und ohne Höchstaufnahmealter!

Einzelheiten erfahren Sie an unserem Stand D09 in Halle 3b. Wir freuen uns auf Sie!

MÜNCHENER VEREIN Versicherungsgruppe
Vertriebsdirektion Makler
Pettenkoferstr. 19
80336 München
Tel. 0180/22 23 43 04
E-Mail maklerservice@muenchener-verein.de

Weitere Informationen erfahren Sie unter http://www.mv-makler.net

Rauel Kombüchen
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Angst machen und dann Verträge abschließen ?

Beitrag von Rauel Kombüchen » 28.10.2008, 16:01

Service hat geschrieben: ... Informationen und Erlebnisberichte zur Pflegesituation in Deutschland bekommen Sie von Claus Fussek, Dipl. Sozialpädagoge, Pflegekritiker und Autor. Die Berichte sind erschütternd und zeigen auf, dass jeder von uns jetzt handeln muss. Im Anschluss an den Vortrag können Sie das aktuelle Buch "Im Netz der Pflegemafia" an unserem Stand D09 in Halle 3b erwerben und vom Autor signieren lassen.
....
Hallo,
ich sehe hier eine Verbindung von Versicherungswirtschaft mit ihren Angeboten und dem Schüren von Ängsten bei älteren bzw. pflegebedürftigen Menschen. Ich bedaure feststellen zu müssen, dass wieder einmal Herr Fussek mit von der Partie ist. Bereits in zurückliegenden TV-Shows wurde im Beisein von Herrn Fussek auf die Ängste der Menschen abgestellt und damit Stimmung gemacht. Diese Stimmungsmache wird nun von der Versicherungswirtschaft aufgegriffen. Eine Kombination von unterschiedlichen Interessen in dieser Forum: nein Danke. - Informationen für die BürgerInnen ja, aber bitte sachgerecht!
MfG Rauel
Pflegeversicherung - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung nachhaltig sichern! BürgerInnen müssen mehr Informationen erhalten - z.B. wg. Individualvorsorge!

Cornelia Süstersell
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Angst machen und dann Verträge abschließen ?

Beitrag von Cornelia Süstersell » 28.10.2008, 16:28

Rauel Kombüchen hat geschrieben: .... ich sehe hier eine Verbindung von Versicherungswirtschaft mit ihren Angeboten und dem Schüren von Ängsten bei älteren bzw. pflegebedürftigen Menschen. Ich bedaure feststellen zu müssen, dass wieder einmal Herr Fussek mit von der Partie ist. Bereits in zurückliegenden TV-Shows wurde im Beisein von Herrn Fussek auf die Ängste der Menschen abgestellt und damit Stimmung gemacht. Diese Stimmungsmache wird nun von der Versicherungswirtschaft aufgegriffen. Eine Kombination von unterschiedlichen Interessen in dieser Forum: nein Danke. - Informationen für die BürgerInnen ja, aber bitte sachgerecht! ...
Hallo,
wer die Ängste der Menschen nutzt, um damit Geschäfte zu machen, handelt fragwürdig bis ... Ich stimme Rauel voll zu.
MfG
Cornelia
Ich trete für eine menschenwürdige Pflege ein und halte für es zwingend, mehr Pflegepersonal einzustellen.

Cicero
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Nicht mehr seriös

Beitrag von Cicero » 30.10.2008, 10:36

Guten Morgen allerseits!

Gegen Marketing ist nichts einzuwenden, m.E. auch nicht im Bereich der Pflege. Aber offensichtlich hat der Pflegekritiker Fussek die Möglichkeiten des Marketings auch für sich selbst entdeckt. Denn wie sonst kommt es jetzt vermehrt zu Buchvorstellungen: erst die Ängste der Menschen bedienen und dann die "Pflegemafia" verkaufen. Da passt etwas nicht zusammen. Das scheint mir nicht mehr seriös!
Ein Mann, der Verdienste für die Pflegekritik erworben hat, demontiert sich offensichtlich selbst.

MfG
Cicero
Politisch interessierter Pflegefan!
Im Gleichklang: Frieden - Ausgleich - Demokratie - und: "Die Menschenwürde ist unantastbar"!

Dieter Radke
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Fussek und Markenting - geht doch!

Beitrag von Dieter Radke » 30.10.2008, 18:48

Fussek und Markenting - geht doch!

Ich teile die hier ausgeführte Betroffenheit über den Auftritt von Herrn Fussek bei einer Marketingveranstaltung. Wie es scheint, hat auch dieser Pflegekritiker längst erkannt, dass man mit Pflegemissständen Geld verdienen kann.

Dieter R.
Menschenwürdige Pflege ohne Ausnahme! - Dafür müssen wir alle eintreten.

Rita Reinartz
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Fussek und Markenting - geht doch!

Beitrag von Rita Reinartz » 31.10.2008, 08:12

Cicero hat geschrieben: .... Gegen Marketing ist nichts einzuwenden, m.E. auch nicht im Bereich der Pflege. Aber offensichtlich hat der Pflegekritiker Fussek die Möglichkeiten des Marketings auch für sich selbst entdeckt. .... Das scheint mir nicht mehr seriös! ...
Das sind nüchterne Feststellungen, denen eigentlich nichts mehr hinzuzufügen ist. Man kann nur noch den Kopf schütteln.

Rita
Menschenwürdegarantie bedarf bei der Umsetzung entsprechender Rahmenbedingungen. Insoweit gibt es aber Optimierungsbedarf!

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Was sagt eigentlich ...

Beitrag von johannes » 31.10.2008, 17:59

die bayrische Sozialministerin, die doch gerne mit C. Fussek an einem Tisch gesessen hat zu seinen Machenschaften?
Ein Mensch funktioniert nicht - er lebt!

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Claus Fussek & Co - bitte ganz abtreten!

Beitrag von PflegeCologne » 01.11.2008, 08:26

Es gibt immer noch Fans von Claus Fussek. Es sind wohl meist solche Leute, die dem "System", aus welchen Gründen auch immer, eins auswischen wollen. Aber die Gruppe derjenigen, die Claus Fussek unterstützen, schmilzt rapide. Wie ich hörte, hat sich seine Unterstützergruppe in München von ihm abgewandt und kritisiert ihn massiv.
Das BMG lehnt, wie kürzlich hier zu lesen war, Claus Fussek als Gesprächspartner ab. Frau Stevens (ehemalige Sozialministerinn in Bayern), die gelegentlich zusammen mit Claus Fussek öffentlich auftrat (ihn wohl gestützt hat), ist politisch von der "Bühne" geholt worden.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die "neuen Leute" im Bayerischen Kabinett mit Claus Fussek irgendwie zusammen arbeiten wollen.
Es wird auch Zeit, dass diejenigen Kritiker, die wahllos auf das System und die darin arbeitenden Personen - alternativlos - draufschlagen, aus dem "Verkehr" gezogen werden! Am besten: man hört ihnen nicht mehr zu.

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Lutz Barth
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Neuerliche Kritik an Fussek

Beitrag von Lutz Barth » 01.11.2008, 11:02

Also – mal ganz ehrlich gesagt: ich verstehe die permanente Kritik an Fussek nicht! Es bleibt ihm doch unbenommen, uns an seinen Visionen teilhaben zu lassen. Sofern er es für nötig erachtet, Werbung für seine „Produkte“ zu machen, ist dies legitim und nicht anrüchig und gehört zum „Geschäft“ dazu.
Sofern er sich gelegentlich in „der Sache“ äußert, sollten wir einen angemessenen Diskussionsstil wahren und mit Sachargumenten aufwarten. Schließlich käme auch keiner auf die Idee, die mit dem Wistleblower – Preis 2007 ausgezeichnete Altenpflegerin dafür zu rügen, dass diese für ihr Buch wirbt oder dass die Werbung hierfür von Anderen übernommen wird.
Wir sollten die Angelegenheit eher mit hanseatischer Gelassenheit registrieren, zumal so wichtig nun die Person des Herrn Fussek auch nicht ist, als dass hier ein „moralischer Kreuzzug“ anbefohlen wäre.

Mit freundlichen Grüßen.
Lutz Barth
Wir vertreten nicht immer die herrschende Lehre!

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Claus Fussek & Co - bitte ganz abtreten!

Beitrag von PflegeCologne » 01.11.2008, 11:19

Lutz Barth hat geschrieben:.... ich verstehe die permanente Kritik an Fussek nicht! Es bleibt ihm doch unbenommen, uns an seinen Visionen teilhaben zu lassen. Sofern er es für nötig erachtet, Werbung für seine „Produkte“ zu machen, ist dies legitim und nicht anrüchig und gehört zum „Geschäft“ dazu....
Natürlich ist in einer freien Gesellschaft auch Werbung zulässig, klar auch für Bücher. Aber im vorliegenden Fall geht es um eine Werbung, die im Zusammenhang mit vielfältigen pflegekritischen Äußerungen gesehen werden muss. Der Buchschreiber hat in der Vergangenheit gegeißelt, dass mit der Pflege und den Pflegemängeln kein Geld verdient werden darf. Und nun paktiert er offensichtlich mit der Versicherungswirtschaft, hilft weiter Ängste schüren und verkauft dann nebenher sein Buchprodukt. Da liegen doch einige fragwürdige Aspekte sehr nahe.

In der Münchner Pflegeszene, die Claus Fussek offensichtlich in den vergangenen Jahren kräftig unterstützt hat, wird beklagt, dass der Pflegekritiker nun mehr mit Heimträgern agiert und die pflegebedürftigen Menschen bzw. die Angehörigen nicht mehr als Gesprächspartner sieht.

Wer in der Pflege arbeit und jeden Tag gezwungen wird, bis an die Grenzen des Leistungsvermögens zu gehen, muss sich über einen Claus Fussek mit seinen unsäglichen Sprüchen und dem nunmehr widersprüchlichen Verhalten auseinandersetzen. Ich kenne die Pflege seit Jahren aus eigenem Erleben in- und auswendig und fühle mich durch Claus Fussek schlecht geredet. Das macht mich wütend!

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...über den Tellerrand hinweggeschaut...

Beitrag von Lutz Barth » 01.11.2008, 12:44

Ohne Frage mag ein persönlicher Unmut gerechtfertigt sein, wenngleich es dann doch auch gerechtfertigt erscheint, all diejenigen zu „geißeln“, die sich bis dato gerade mit der Person Fussek besonders verbunden fühlten und sich im Lichte seiner Medienpräsenz „gesonnt“ haben. Einige der Thesen des Herrn Fussek waren bereits seit Jahren diskussionswürdig und alle anderen Pflegekritiker haben beredt geschwiegen. Insofern meine ich, dass wir uns in Gelassenheit üben sollten, denn anderenfalls müssten wir ganze „Vereine“ und „Initiativen“ mit an den „Pranger“ stellen, die sich mehr den bürgerlichen Idealen verpflichtet sehen als der Realität. Selbstverständlich wurde und wird auch künftig in der Pflege Geld verdient, mal ganz davon abgesehen, dass die Pflege auch ein „Jobmotor“ darstellt. Dies geleugnet zu haben, war wohl einer der ganz zentralen Fehleinschätzungen, die sicherlich durch Fussek begünstigt, aber im Kern nicht von sonderlicher Bedeutung – zumal in Fachkreisen – waren. Neben den bürgerlichen Idealen von „Liebe“, „Demut“, „Sanftmut“ und „Barmherzigkeit“ zeichnet sich die Pflege in erster Linie auch dadurch aus, dass mit ihr die persönliche und wirtschaftliche Existenz vieler Professionellen abgesichert wird. Insofern war es schon immer ein fragwürdiges Ansinnen von den denjenigen, die da meinten, von den Pflegenden mehr Zivilcourage – gar bis zum möglichen Verlust des eigenen Arbeitsplatzes – einzufordern zu müssen.
Unabhängig hiervon freilich müssen die gelegentlich in den stationären Einrichtungen anzutreffenden defizitären Umstände diskutiert werden und hier scheint es auch legitim zu sein, die Frage nach der ausreichenden Qualifikation der Pflegenden zu stellen. Dies gilt umso mehr in einer bewegten Zeit, wo insbesondere die Berufsverbände der Pflege sich anschicken, genuin ärztliche Aufgaben wahrzunehmen. Dabei geht es nicht (!) um eine Stigmatisierung resp. Kriminalisierung des gesamten Berufsstandes, sondern um eine legitime Anfrage an die Praxis, wie diese sich dann in der Folge die entsprechende Basisqualifikation vorstellt, zumal es absehbar sein dürfte, dass dann die sozialpflegerischen Elemente in der Ausbildung der Altenpflegekräfte in der Gänze verdrängt werden.

Ich hege die Befürchtung, dass mit der unreflektierten Debatte um die Neuordnung pflegerischer Aufgaben zugleich eine Debatte entfacht wurde, die die bisherige Ursachen für die Defizite überlagert und so ganz entscheidend dazu beiträgt, dass die Gründe für die Defizite nicht offenbar werden und neue Risiken und Gefahren für den multimorbiden geriatrischen Bewohner/Patienten drohen. Ich teile den Optimismus der Berufsverbände „wir können das“ nicht, denn wie sonst ließe sich erklären, dass nach wie vor schlicht handwerkliche Defizite in der Betreuung und Behandlung der zu Pflegenden zu beklagen sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob „40%“ oder wie viel auch immer, „ungeeignet“ sind, eine Pflege lege artis zu leisten: Fakt ist, wir haben durchaus gravierende Defizite, die eben nicht nur „systembedingt“ zu erklären sind. Hierüber täuscht auch nicht die allgemeine „Akademisierungswelle“ in der Pflege hinweg, denn trotz der Akademisierung und dem beachtliche Output an „Professoren und Doktoranden“ der Pflegewissenschaften sind wir bei der Abklärung der Ursachen nur ein wenig vorangeschritten. Im Gegenteil, der „Akademisierungsprozess“ in der Pflege wird allgemein hin als ein Argument dafür gewertet, dass die bisherige „Monopolisierung“ der ärztlichen Aufgaben nicht mehr zeitgemäß sei und da kann es dann auch schon mal Sinn machen, dass eine Präsidentin es bei ihrer 90-jährigen Mutter hin und wieder für notwendig erachtet, fünf der zehn Medikamente „wegzuwerfen und stattdessen erst einmal wieder Alltagsfähigkeiten zu trainieren“.

Angesichts der auf uns zukommenden Aufgaben sollten wir uns die Zeit nehmen, intensiver über das Gebotene nachzudenken, so dass eigentlich die ohne Frage berechtigte Kritik an Herrn Fussek über das erforderliche Maß nur unnötige Energien verschwendet. Die Pflege sollte insgesamt darüber nachdenken, ob sie den Weg ihrer Berufsverbände mitzugehen gedenkt, mal ganz davon abgesehen, dass in der Debatte die unterschiedlichen Versorgungsstrukturen kaum eine adäquate Berücksichtigung finden.

Anderenorts habe ich hier in diesem Forum mal „leise nachgefragt“, ob es despektierlich sei, nachzufragen, warum eigentlich sich 60% der Pflegekräfte vorstellen können, ärztliche Aufgaben wahrzunehmen? Was ist, wenn hier über Jahre hinweg ein Beruf ausgeübt wurde, der nicht den eigentlichen Berufswunsch darstellte? Ist es da verwunderlich, wenn gewissermaßen Frust bei einigen aufkommt?

Zugegeben: provozierende Fragen, die allerdings nicht neu sind. In diesem Zusammenhang könnte die Studie von Schneider, Karlheinz (Ärzte, Pflegepersonal und Patienten im Krankenhaus - Eine empirische Untersuchung zu ihrer Selbst- und Fremdwahrnehmung)
trotz ihres „betagten Alters“ aus dem Jahre 1987 den Blick für „alte Perspektiven“ wieder schärfen.

Und letztendlich: was ich vermisse, ist nach wie vor die Emanzipation der Altenpflege von ihrem „Schwesternberuf der Krankenpflege“. Fundamentale Unterschiede kennzeichnen diese beiden Berufsbilder und mir scheint die Altenpflege gut beraten zu sein, dies in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Ist es nur Zufall, dass kaum Vertreter der Altenpflege bei den (Berufs-)funktionären in den Pflegeverbänden zu finden sind?

Mit freundlichen Grüßen
Lutz Barth
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Re: ...über den Tellerrand hinweggeschaut...

Beitrag von PflegeCologne » 01.11.2008, 13:00

Lutz Barth hat geschrieben: .... Selbstverständlich wurde und wird auch künftig in der Pflege Geld verdient, mal ganz davon abgesehen, dass die Pflege auch ein „Jobmotor“ darstellt. Dies geleugnet zu haben, war wohl einer der ganz zentralen Fehleinschätzungen, die sicherlich durch Fussek begünstigt, aber im Kern nicht von sonderlicher Bedeutung – zumal in Fachkreisen – waren. ... Insofern war es schon immer ein fragwürdiges Ansinnen von den denjenigen, die da meinten, von den Pflegenden mehr Zivilcourage – gar bis zum möglichen Verlust des eigenen Arbeitsplatzes – einzufordern zu müssen. ....
Gegen das in einigen Punkten kritische Statement gibt es nichts einzuwenden; solche Ausführungen sind sogar begrüßenswert. Sie können die Diskussionen um die Pflegereform befruchten.
Natürlich gibt es im Pflegesystem Fehlentwicklungnen und einige Pflegende könnten auch bessere Leistungen abliefern. Was aber nicht akzeptabel ist, dass aus der besagten süddeutschen Ecke pauschalierte Erklärungen kommen, die zunehmend falsch sind und viele guten Dienstleister verletzen. - Und dann das widersprüchliche Agieren. Dagegen trete ich mit Entschiedenheit an. Da gibt es übrigens eine große Schar von (stummen) Pflegekräften, die auf Fussek und seine Sprüche stink-sauer reagieren.

PflegeCologne
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Nursing-Neuss
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Beitrag von Nursing-Neuss » 01.11.2008, 13:43

Hallo!

beim Sichten der TV-Tipps wurde ich auf die aktuelle Diskussion um Claus Fussek aufmerksam. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass diesem Herren weniger Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Er hat es nicht verdient.
Aber: Beim letzten Pflegetreff in Neuss
viewtopic.php?t=9961
zu dem ich mich schon positiv geäußert haben, wurde von einer Zuhörerin das unmögliche Auftreten von Claus Fussek angesprochen und kritisiert. Obwohl Herr Schell mahnte, bei den Themen, Patientenautonomie und Palliativpflege, zu bleiben, war eine kurze und heftige Diskussion über den Kritiker aus München nicht vermeidbar. Die Gäste beim Treff waren einhellig der Meinung, dass die Statements dieses Herren nicht akzeptabel seien.
Dies nur als Anmerkung, damit klar wird, dass die Kritik an Claus Fussek schon eine breite Basis hat.

Liebe Grüße
Nursing-Neuss
Das Pflegesystem muss grundlegend reformiert werden. U.a. ist deutlich mehr Pflegepersonal erforderlich!

Rauel Kombüchen
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BürgerInnen bitte sachgerecht informieren

Beitrag von Rauel Kombüchen » 03.11.2008, 07:03

Hallo,
ich rate mittlerweile dazu, den Pflegekritiker aus München, C.F., nicht mehr so ernst zu nehmen. Die Aussagen dieses Herrn sprechen für sich. Wie schon gesagt: Informationen für die BürgerInnen ja, aber bitte sachgerecht!
MfG Rauel
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