Arzneimittelausgaben steigen ungebremst

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Moderator: WernerSchell

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Arzneimittelausgaben steigen ungebremst

Beitrag von Presse » 17.09.2009, 18:07

Arzneikosten ungebremst - Schmidt contra Industrie

Berlin (dpa) - Neue Medikamente etwa gegen Krebs lassen die Arzneiausgaben in Deutschland trotz aller Spargesetze immer weiter steigen. Mit einem Plus von 5,3 Prozent auf 29,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr ist es der am schnellsten wachsende Kostenblock der gesetzlichen Krankenkassen, wie aus dem Arzneiverordnungs-Report 2009 hervorgeht. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) attackierte die Pharmaindustrie: «Es muss Schluss sein mit der teilweise verantwortungslosen Preispolitik mancher Hersteller.»
Wie in den vergangenen Jahren verordnen Ärzte laut Report auch immer noch oft teure Mittel statt preiswerte Alternativen. Forscher, Ärzte und Kassen forderten bei der Vorlage der Untersuchung am Donnerstag in Berlin einen drastischen Sparkurs. Die Pharmaindustrie warnte vor Rationierung.
Internationale Preisvergleiche zeigten Sparmöglichkeiten von mindestens 6,1 Milliarden Euro, sagte Mitherausgeber Ulrich Schwabe.
Dies macht rechnerisch 0,6 Beitragssatz-Punkte aus. So koste die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs hierzulande ohne erkennbaren Grund 477 Euro - 163 Euro mehr als in der Schweiz, sagte Schwabe. Zwar gehe ein Großteil des Kostenanstiegs auf wichtige neue Mittel etwa gegen Krebs zurück. Diese Neuerungen machten bei einem Marktanteil von zwei Prozent rund ein Viertel der Kosten aus, sagte Mitherausgeber Dieter Paffrath. Zu den Arzneimittelkosten kommen noch 1,5 Milliarden Euro für Impfungen.
Als weiteren Kostentreiber macht der Report teure Präparate aus, die ohne weiteres durch günstigere Medikamente ersetzt werden könnten
- Sparpotenzial: 1,7 Milliarden Euro. Beispielhaft nannte Schwabe den Cholesterinsenker Inegy. Nur bei den Nachahmer-Medikamenten
(Generika) seien gesetzliche Kostenbremsen einigermaßen erfolgreich gewesen. Schwabe kritisierte allerdings Prämien für die Apotheker bei diesen Mitteln. Die Sparmöglichkeiten von 1,1 Milliarden Euro bei den Generika würden durch die Rabattverträge der Kassen mit den Herstellern nicht einmal zu einem Drittel ausgenutzt.
Schmidt sagte der «Süddeutschen Zeitung» (Freitag): «Die Hersteller und die Selbstverwaltung haben es selbst in der Hand:
Entweder sie lösen das Problem vertraglich, oder der Gesetzgeber wird handeln müssen.» Hersteller müssten Verantwortung zeigen. «Wir brauchen faire Preise.» Die Kosten-Nutzung-Bewertung neuer Mittel müsse konsequent umgesetzt werden.
AOK-Chef Herbert Reichelt kritisierte: «In Deutschland dürfen die Hersteller ihre Preise für neue Arzneimittel ohne jegliche Regulierung frei erfinden.» Schwabe forderte eine «zeitgemäße Gesetzgebung» - etwa ein neues Gremium für zentrale Preisverhandlungen mit der Pharmaindustrie. Die Geschäftsführerin des Verbands forschender Arzneimittelhersteller, Cornelia Yzer,
entgegnete: «Mit zentraler Preisfestsetzung treten wir nur den endgültigen Marsch in die Rationierung an.»
Der Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie kritisierte den Report als «Krankenkassenprodukt», der Therapiefortschritte gering schätze. Der Deutsche Apothekerverband nannte die Berechnungen teils «ebenso peinlich wie unseriös».

Quelle: Pressemitteilung vom 17.09.2009
GKV Spitzenverbuand - Bund
https://www.gkv-spitzenverband.de/News_ ... ewsID=1062

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Arzneimittelausgaben steigen um mehr als fünf Prozent

Beitrag von Presse » 17.09.2009, 18:08

Arzneimittelausgaben steigen um mehr als fünf Prozent

Berlin – Die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben sich 2008 auf 29,2 Milliarden Euro erhöht. Dies entspricht einer Steigerung von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie dem am Donnerstag vorgestellten „Arzneimittel-Report 2009“ zu entnehmen ist. „Inzwischen werden fünf Milliarden Euro mehr für Arzneimittel als für ärztliche Behandlung ausgegeben“, .... (mehr)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/3 ... rozent.htm

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Arzneiausgaben machen im März einen Sprung

Beitrag von Presse » 07.05.2010, 06:20

Ärzte Zeitung, 07.05.2010

Arzneiausgaben machen im März einen Sprung

Ärzte haben im März im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Arzneien und Impfstoffe zu Lasten der gesetzlichen Kassen verordnet.

FRANKFURT/MAIN (fst). Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens IMS Health sind die Ausgaben im Vergleich zum März 2009 um 9,5 Prozent auf 2,61 Milliarden Euro gestiegen (Vormonat: 2,238 Milliarden Euro). Dabei geht IMS Health vom Apothekenverkaufspreis aus, von dem die Zwangsrabatte für Hersteller und Apotheken bereits abgezogen sind. Auch die Menge der abgegebenen Packungen hat um 4,9 Prozent zugenommen. .... (mehr)
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... sid=601793

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Arzneimittelkosten übersteigen die Arztkosten

Beitrag von Gaby Modig » 07.05.2010, 06:51

Arzneimittelkosten übersteigen die Arztkosten

Dass ist eine Entwicklung, die nicht länger tolerierbar ist. Der Medikamenteneinsatz wird in seiner Bedeutung völlig überschätzt. Klar, wenn die Pharmawerbung uns in allen Lebensbereichen erfasst hat. Wir alle, einschließlich der verordnenden Ärzte, müssen endlich kapieren, dass die Zuwendungsmedizin, sprechende Medizin, stärker im Vordergrund stehen muss. Dann lösen sich vielfältige Probleme auf, ohne dass es irgendwelcher Pillen bedarf.

Lb. Grüße
Gaby
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

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Krankenkassen: Pro Patient Medikamente für 485 Euro

Beitrag von Service » 04.05.2011, 08:54

Krankenkassen: Pro Patient Medikamente für 485 Euro
Den Krankenkassen laufen die Kosten davon. Jeder Kassenpatient hat 2010 im Schnitt Medikamente für 485 Euro verschrieben bekommen.
http://www.focus.de/finanzen/versicheru ... 23628.html
Quelle: Focus

Sabrina Merck
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Medikamente - weniger ist oft mehr

Beitrag von Sabrina Merck » 05.05.2011, 06:56

Es muss beklagt werden, dass die Arzneimittelversorgung in unserem Gesundheitssystem einen allzu großen Raum einnimmt und anhaltend von zahlreichen Politikern Unterstützung erfährt. Mittlerweile ist es so, dass wir deutlich mehr Geld für Medikamente als für Ärzte ausgeben.
Das kann und darf so nicht bleiben. Die persönlichen Dienstleistungen durch Ärzte und Pflegekräfte gehören mehr in den Vordergrund gerückt. Medikamente sind vielfach weniger hilfreich, sogar schädlich. Dazu darf nur auf die sog. Priscus-Liste verwiesen werden. Auch wird immer wieder berichtet, dass vor allem ältere Menschen einfach zu viele Medikamente einnehmen (sollen).
Ich sehe großen Korrekturbedarf. Aber wer packt das Problem wirklich einmal an? Die jetzige Regierungskoalition in Berlin ist - entgegen vielfachen anderen Bekundungen - im Ergebnis pharmafreundlich.

Sabrina Merck
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk!
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

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Arzneiausgaben legen im März um 2,6 Prozent zu

Beitrag von Presse » 10.05.2012, 06:54

Arzneiausgaben legen im März um 2,6 Prozent zu
Die Kassen haben 2,62 Milliarden Euro für Arzneimittel und Impfstoffe bezahlt. Ärzte verordnen dabei immer häufiger rabattierte Generika-Präparate. mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=812 ... tik&n=1895

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